[...] Obwohl inzwischen
längst zur Genüge nachgewiesen worden ist, dass solche Protektion die Strukturen
von Produktion, Verbrauch und Außenhandel zumeist negativ verzerrt, wird sie weiterhin
zahlreich in aller Welt angewandt.1 In dieser Arbeit werde ich daher verstärkt auf die Motive
und Ursachen des Protektionismus eingehen. Im dritten Kapitel führe ich die zahlreichen Erscheinungsformen
protektionistischer Maßnahmen auf, die weltweit angewandt werden und
befasse mich zu guter Letzt in Kapitel vier mit den Auswirkungen des Protektionismus.
Obwohl die Methoden des Protektionismus sich im Laufe der Jahrhunderte beständig gewandelt
haben, ist die dahinter verborgene Absicht im Wesentlichen unverändert geblieben. Das
generelle Ziel von protektionistischen Maßnahmen ist die Wohlfahrt der eigenen Volkswirtschaft
zu Lasten anderer zu verbessern („beggar-my-neighbor“ Politik). Dies geschieht hauptsächlich
indem man unwillkommener ausländischer Konkurrenz den Marktzugang erschwert
oder gar unmöglich macht und/oder die Absatzchancen der eigenen Wirtschaft auf dem Weltmarkt
fördert.2 Protektionismus resultiert dementsprechend im Allgemeinen daraus, dass ein
Land oder oftmals auch gesellschaftliche Gruppen (Lobbys) innerhalb eines Landes die bei
Freihandel erzielten Marktergebnisse als unzureichend bewertet und diese Ergebnisse den
eigenen Interessen entsprechend verändern möchten.3
Protektionistische Maßnahmen werden in der Regel in der staatlichen Außenwirtschaftspolitik
eingesetzt. Es gibt jedoch auch vielfältige privatwirtschaftliche Aktivitäten, die eine protektionistische
Ausrichtung haben, wie etwa die Bildung von Preis- oder Mengenkartellen, durch
die auf den internationalen Märkten Angebots- oder Nachfragemonopole entstehen können.4 Es gibt eine Vielzahl von konkreten Argumenten, mit denen handelspolitische Eingriffe im
Einzelnen begründet werden.5 Im Folgenden gehe ich nun auf die meiner Meinung nach
wichtigsten Motive näher ein.
1 Vgl. Beise, Oppermann, Sander, Grauzonen im Welthandel, S. 15
2 Vgl. Müller, Kornmeier, Streitfall Globalisierung, S. 93 und
Issing, Gerhardt, Grundfragen der Außenwirtschaftspolitik, S. 30
3 Vgl. Weck-Hannemann, Politische Ökonomie des Protektionismus. S. 13 – 15 und
Müller, Kornmeier, Streitfall Globalisierung, S. 93
4 Vgl. Müller, Kornmeier, Streitfall Globalisierung, S. 93
5 Vgl. Siebert, Weltwirtschaft, S. 160
Inhaltliche Gliederung
1. Einleitung
2. Motive und Ursachen des Protektionismus
2.1 Das Argument des unfairen Wettbewerbs
2.2 Das Argument der Importbedingten Arbeitslosigkeit
2.3 Das Erziehungszollargument
2.4 Das Autarkieargument
2.5 Optimalzollthese
2.6 Sonstige Argumente / Ursachen
3. Erscheinungsformen des Protektionismus
3.1 Tarifäre Handelshemmnisse
3.2 Nicht-tarifäre Handelshemmnisse
3.3 Subventionspolitik
3.4 Sonstiges
4. Auswirkungen
4.1 Ökonomische Sicht
4.2 Politische Sicht
4.3 Rechtliche Sicht
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der verschiedenen Motive, Instrumente und Auswirkungen von Protektionismus in der internationalen Wirtschaft. Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, wie handelspolitische Eingriffe die ökonomischen Strukturen beeinflussen und welche langfristigen Folgen für den globalen Handel sowie die beteiligten Volkswirtschaften entstehen.
- Theoretische Begründung protektionistischer Maßnahmen
- Differenzierung zwischen tarifären und nicht-tarifären Handelshemmnissen
- Auswirkungen von Subventionspolitik, insbesondere im Agrarsektor
- Analyse der ökonomischen, politischen und rechtlichen Konsequenzen
Auszug aus dem Buch
2. Motive und Ursachen des Protektionismus
Obwohl die Methoden des Protektionismus sich im Laufe der Jahrhunderte beständig gewandelt haben, ist die dahinter verborgene Absicht im Wesentlichen unverändert geblieben. Das generelle Ziel von protektionistischen Maßnahmen ist die Wohlfahrt der eigenen Volkswirtschaft zu Lasten anderer zu verbessern („beggar-my-neighbor“ Politik). Dies geschieht hauptsächlich indem man unwillkommener ausländischer Konkurrenz den Marktzugang erschwert oder gar unmöglich macht und/oder die Absatzchancen der eigenen Wirtschaft auf dem Weltmarkt fördert. Protektionismus resultiert dementsprechend im Allgemeinen daraus, dass ein Land oder oftmals auch gesellschaftliche Gruppen (Lobbys) innerhalb eines Landes die bei Freihandel erzielten Marktergebnisse als unzureichend bewertet und diese Ergebnisse den eigenen Interessen entsprechend verändern möchten.
Protektionistische Maßnahmen werden in der Regel in der staatlichen Außenwirtschaftspolitik eingesetzt. Es gibt jedoch auch vielfältige privatwirtschaftliche Aktivitäten, die eine protektionistische Ausrichtung haben, wie etwa die Bildung von Preis- oder Mengenkartellen, durch die auf den internationalen Märkten Angebots- oder Nachfragemonopole entstehen können.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die historische Persistenz protektionistischer Handelsströme und definiert den Fokus der Arbeit auf deren Motive, Formen und Auswirkungen.
2. Motive und Ursachen des Protektionismus: Dieses Kapitel erläutert die Beweggründe hinter protektionistischen Maßnahmen, von der Abwehr unfairen Wettbewerbs bis hin zu strategischen Überlegungen der Handelspolitik.
3. Erscheinungsformen des Protektionismus: Hier werden die verschiedenen Instrumente, wie Zölle, nicht-tarifäre Hemmnisse und staatliche Subventionspolitik, detailliert kategorisiert.
4. Auswirkungen: In diesem Teil werden die negativen Folgen von Protektionismus aus ökonomischer, politischer und rechtlicher Perspektive analysiert.
5. Fazit: Die Schlussbetrachtung hinterfragt die Wirksamkeit bisheriger Zollabbau-Bemühungen und betont die Notwendigkeit, insbesondere im Agrarbereich Barrieren zu senken.
Schlüsselwörter
Protektionismus, Außenwirtschaft, Handelshemmnisse, Zölle, Subventionspolitik, Weltmarkt, Freihandel, Dumping, Wettbewerb, Agrarpolitik, Strukturwandel, Handelspolitik, Wohlfahrt, Importe, Export.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die theoretischen Motive, die verschiedenen praktischen Formen und die weitreichenden negativen Folgen des Protektionismus in der modernen Außenwirtschaft.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Zu den Schwerpunkten zählen die Begründungsargumente für Schutzzölle, die Unterscheidung zwischen tarifären und nicht-tarifären Handelshemmnissen sowie die Auswirkungen staatlicher Subventionen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den protektionistischen Mechanismus zu durchleuchten und aufzuzeigen, wie diese Maßnahmen langfristig sowohl die globale Wohlfahrt als auch den Strukturwandel negativ beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse unter Einbeziehung ökonomischer Konzepte und aktueller globaler Beispiele wie der Agrarprotektion.
Was steht im Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Motive, die detaillierte Beschreibung der Handelshemmnisse (z.B. Anti-Dumping) und eine dreigliedrige Auswirkungsanalyse.
Welche Schlagworte charakterisieren diese Publikation?
Zentrale Begriffe sind Protektionismus, Handelshemmnisse, Wohlfahrtsverluste, strategische Handelspolitik und Strukturwandel.
Warum wird das Beispiel des Agrarsektors besonders hervorgehoben?
Der Agrarsektor dient als zentrales Fallbeispiel, da hier trotz Liberalisierungstrends seit Jahrzehnten hohe Subventionen existieren, die besonders Entwicklungsländer belasten.
Wie bewertet die Autorin die Messbarkeit von Protektionismus?
Sie kommt zu dem Schluss, dass insbesondere nicht-tarifäre Handelshemmnisse die Erfassung des tatsächlichen Ausmaßes an Protektion stark erschweren.
- Quote paper
- Ines Michi (Author), 2003, Motive, Formen und Auswirkungen des Protektionismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/23323