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Der Pruthfeldzug Peter des Großen

Title: Der Pruthfeldzug Peter des Großen

Seminar Paper , 1993 , 32 Pages , Grade: 2

Autor:in: Frank Oelmüller (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Summary Excerpt Details

Um die Mitte des 16. Jahrhunderts entwickelte sich das neu organisierte Russische Reich unter Zar Iwan IV. dem Schrecklichen erstmals zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten des Osmanischen Reiches um die Macht in Ost- und Südosteuropa. Die Unterwerfung der Tatarenreiche Kasan und Astrachan im äußersten Osten Europas brachte den Russen nicht nur die Erweiterung ihres Reiches über die gesamte Länge der Wolga, sondern auch über die Wolgamündung einen Zugang zum Kaspischen Meer.
Die Türken befanden sich zu dieser Zeit ebenfalls noch in der Ausdehnungsphase ihres Reiches. Sie verfügten über Georgien und Aserbaidschan und somit vom Westufer aus über einen Zugang zum Kaspischen Meer. Die Nordküste des Schwarzen Meeres war zu dieser Zeit noch nicht von den Russen bedroht, eine Auseinandersetzung um diesen wichtigen Zugang, der zugleich den Zugang zum Mittelmeer bedeutet, war jedoch nur noch eine Frage der Zeit. Es war offensichtlich, dass es unter einem energischen und ehrgeizigen russischen Herrscher zu einem Krieg mit den Türken kommen würde. Peter, jüngster Sohn des 1676 verstorbenen Zaren Aleksej Michajlovic aus der Ehe mit Natalja Naryskina, war dieser Mann...

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A. Einleitung: Russland und das Osmanische Reich im 16. und 17. Jahrhundert

B. Hauptteil:

1. Die Kriegserklärung

2. Die Konfrontation am Pruth

3. Der Friedensschluss

4. Nach dem Frieden

C. Schluss: Bewertung der Ereignisse

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die diplomatischen und militärischen Ereignisse des Pruthfeldzuges von 1711, bei dem das Russische Reich unter Peter dem Großen trotz einer militärischen Einkesselung durch das Osmanische Reich einen überraschend vorteilhaften Friedensschluss erzielen konnte. Die Forschungsfrage widmet sich der Frage, warum die Hohe Pforte trotz einer strategisch überlegenen Position eine Chance zur dauerhaften Schwächung Russlands verspielte.

  • Militärische Dynamik des russisch-türkischen Krieges von 1711
  • Diplomatische Verhandlungsprozesse und die Rolle von Bestechung
  • Der Einfluss persönlicher Emotionen und irrationaler Entscheidungen auf die Staatsführung
  • Langfristige historische Auswirkungen des Friedens von Pruth

Auszug aus dem Buch

3. Der Friedensschluss

Der Zar ernannte seinen Vizekanzler Baron Safirov zum Verhandlungsführer der russischen Delegation. Er erhielt genaue Instruktionen darüber, was er in den Verhandlungen zugestehen konnte, um das wichtigste Ziel der Russen zu erreichen, nämlich die Befreiung des Zaren aus der türkischen Umzingelung. Unter Anderm erhielt er die Befugnis, alle den Türken seit Peters Regierungsantritt abgenommenen Städte und Festungen einschliesslich der auf türkischem Gebiet von den Russen Neuerbauten bei Bedarf zurückzugeben. Ferner konnte Safirov die neugewonnenen Ostseeprovinzen bis auf die Region um St. Petersburg und sogar die Stadt Pleskau in den Verhandlungen zur Disposition stellen, falls dies notwendig geworden wäre. Weiterhin war die russische Verhandlungsdelegation ermächtigt, den türkischen Verantwortlichen und Würdenträgern grosse Summen an Geld zuzusagen, falls sie ihnen in den Verhandlungen entgegenkämen.

Beim ersten Zusammentreffen von Baltadschy und Safirov im türkischen Lager soll der Grosswesir nach Kurat vorliegenden Quellen sehr erzürnt gewesen sein und sowohl auf der bedingungslosen Kapitulation der Russen als auch auf einer Auslieferung des Zaren persönlich bestanden haben. Fast hätte der russische Gesandte unverrichteter Dinge wieder zum Zaren zurückkehren müssen. Im Laufe des Abends kamen dann aber im Zelte des Osman Agha die ersten Verständigungen zustande. Unter den ursprünglichen Forderungen der Türken waren neben der Rückgabe der Festung Azow die Auslieferung sämtlicher Kanonen und Gewehre sowie die Obergabe der russischen Flotte im Azowschen Meer an die Türken. Safirov erklärte dem Grosswesir, dass diese Forderung unannehmbar sei, da eine russische Armee ohne Kanonen auf ihrem Rückzug durch die gefährlichen Tataren- und Kosakengebiete vernichtet werden würde, und der Zar somit nicht mehr für die Einhaltung der Bedingungen des Friedensvertrages garantieren könne. Baltadschy sah dies ein und verzichtete auf die Auslieferung der Kanonen unter dem russischen Angebot, Kanonen aus den zu zerstörenden Festungen Kamennyj Zaten, Taganrog und Yeni Kale am Samara übernehmen zu können.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einleitung: Russland und das Osmanische Reich im 16. und 17. Jahrhundert: Das Kapitel skizziert den Aufstieg Russlands unter Iwan IV. und die beginnende Rivalität mit dem Osmanischen Reich um den Zugang zum Schwarzen Meer.

1. Die Kriegserklärung: Hier wird der Eintritt des Osmanischen Reiches in den Krieg gegen Russland unter dem Druck des in Bender exilierten schwedischen Königs Karl XII. beschrieben.

2. Die Konfrontation am Pruth: Dieses Kapitel behandelt den Feldzug Peters des Großen, die militärische Umzingelung durch die Türken und die daraus resultierende Notsituation der russischen Armee.

3. Der Friedensschluss: Der Schwerpunkt liegt auf den diplomatischen Verhandlungen zwischen Safirov und dem türkischen Großwesir, die trotz der schwierigen Ausgangslage zu einem für Russland überraschend günstigen Frieden führten.

4. Nach dem Frieden: Hier wird die Umsetzung der Friedensbedingungen sowie die Verzögerungstaktik der russischen Seite bezüglich der Übergabe von Festungen erläutert.

C. Schluss: Bewertung der Ereignisse: Eine abschließende historische Einordnung, die das Scheitern der osmanischen Macht an irrationale Entscheidungen und Bestechlichkeit knüpft.

Schlüsselwörter

Peter der Große, Osmanisches Reich, Pruthfeldzug, Karl XII., Baltadschy Mehmed Pascha, Diplomatische Verhandlungen, Festung Azow, Bestechung, Machtgefüge, Südosteuropa, Nordischer Krieg, Rußland, Historische Analyse, Militärgeschichte, Friedensvertrag

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der militärischen und diplomatischen Konfrontation zwischen dem Russischen und dem Osmanischen Reich im Jahr 1711, gipfelnd im sogenannten Pruthfeldzug.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die Machtpolitik in Osteuropa, die verpassten strategischen Chancen der Osmanen und der Einfluss persönlicher Faktoren auf die Diplomatie.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Analyse der historischen Ereignisse rund um den Pruth, insbesondere der Kontrast zwischen militärischer Unterlegenheit und diplomatischem Erfolg Russlands.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf zeitgenössischen Quellen und der wissenschaftlichen Forschung zu diesem speziellen Zeitabschnitt basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert chronologisch die Kriegserklärung, den militärischen Verlauf, die Verhandlungen des Friedensvertrags und die Ereignisse unmittelbar nach dem Friedensschluss.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Pruthfeldzug, Peter der Große, Großwesir, Diplomatie, Machtpolitik und das Osmanische Reich.

Warum war der Ausgang des Feldzuges für die Zeitgenossen so überraschend?

Der Ausgang war überraschend, da die russische Armee militärisch vollständig umzingelt war, jedoch durch geschickte Diplomatie und die Zögerlichkeit des türkischen Großwesirs eine Vernichtung abwenden konnte.

Welche Rolle spielten die "irrationalen Emotionen" laut dem Autor?

Der Autor argumentiert, dass sowohl Zar Peter als auch der türkische Großwesir in ihren Entscheidungen stark von persönlichen Ängsten und emotionale Faktoren geleitet wurden, was zu ungeschickten militärischen und diplomatischen Handlungen führte.

Was passierte mit den verantwortlichen türkischen Akteuren nach dem Frieden?

Aufgrund der Unzufriedenheit des Sultans mit dem Vertragsergebnis und der Weigerung der Russen, alle Bedingungen zu erfüllen, wurde Baltadschy Mehmed Pascha abgesetzt, und seine Kanzler wurden hingerichtet.

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Details

Title
Der Pruthfeldzug Peter des Großen
College
LMU Munich  (Fakultät 09 - Geschichte Ost- und Südosteuropas)
Course
Türkenkriege
Grade
2
Author
Frank Oelmüller (Author)
Publication Year
1993
Pages
32
Catalog Number
V233331
ISBN (eBook)
9783656496847
ISBN (Book)
9783656497134
Language
German
Tags
pruthfeldzug peter großen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Frank Oelmüller (Author), 1993, Der Pruthfeldzug Peter des Großen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/233331
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