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AD(H)S – Gesellschaftsproblem oder Krankheit?

Titel: AD(H)S – Gesellschaftsproblem oder Krankheit?

Seminararbeit , 2013 , 13 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Tina Böhm (Autor:in)

Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Einleitung stellt eine kurze Hinführung zum Thema dar und verweist auf einen ersten differenzierten Blick auf das Phänomen AD(H)S.In den Hauptteilen erfolgt eine systematische Abhandlung der Fragestellung anhand zweier populärer Diskussionsstränge; verschiedene Aussagen werden kritisch betrachtet und bewertet.Die Zusammenfassung zeigt noch einmal den Zusammenhang zwischen Gesellschaftsproblem und Krankheitsbild auf.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Das Phänomen AD(H)S – Erklärungsansätze und Einflussfaktoren

2. Der gesellschaftliche Wandel und die Entwicklung der medikamentösen Behandlung von AD(H)S – Eine zeitgeschichtliche Perspektive

3. Zum Umgang mit AD(H)S heute

4. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Debatte um AD(H)S unter der zentralen Forschungsfrage, ob es sich bei dem Phänomen um eine medizinische Krankheit oder primär um ein gesellschaftlich konstruiertes Problem handelt. Dabei wird analysiert, inwieweit soziale Strukturen, veränderte Leistungsanforderungen und pädagogische Rahmenbedingungen das Auftreten und den Umgang mit Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern beeinflussen.

  • Medizinische versus gesellschaftskritische Erklärungsansätze
  • Einflussfaktoren des sozialen Umfelds und des Erziehungsstils
  • Zeitgeschichtlicher Wandel der Behandlung von AD(H)S
  • Kritische Reflexion der Diagnose- und Interventionsmethoden
  • Rolle von Institutionen wie Schule und Kindergarten

Auszug aus dem Buch

Zum Umgang mit AD(H)S heute

Wie bereits in den vorangegangenen Kapiteln erwähnt, werden Anzeichen von Hyperaktivität und Konzentrationsschwäche in der heutigen Zeit meist frühzeitig erkannt und untersucht. Dabei erscheinen die Diagnoseverfahren und Behandlungsmethoden teilweise ebenso fragwürdig wie einige Erklärungsansätze von AD(H)S. Bei der Diagnostik handelt sich um "eine Ausschlussdiagnose" (Dieplinger, 2003, S. 48), welche erst eine Bestimmung von AD(H)S zulässt, wenn andere Krankheiten, bei denen ähnliche Symptome auftreten, ausgeschlossen werden können (vgl. ebd.). Durch die moderne Technik, wie bspw. "EEG-Anlaysen, Computertomographie, Kernspintomographie" (Dieplinger, 2003, S. 54) und "Schilddrüsenfunktionsmessungen" (Liebrand, 2011, S. 35) lassen sich heute Probleme des Hirnstoffwechsels nachweisen. Außerdem ist es mit diesen Verfahren möglich "andere organische Krankheiten auszuschließen" (ebd.).

Allerdings muss gesagt werden, dass diese Untersuchungen nicht "routinemäßig bei der Diagnose der Störung eingesetzt werden"6. Vielmehr werden durch "standardisierte Fragebögen" (Liebrand, 2011, S. 35) Aussagen über die betreffende Person durch "Eltern bzw. Erziehern oder Lehrern" (ebd.) erhoben und anschließend entsprechend beurteilt. Ein bekanntes Beispiel ist hier der Conners-Fragebogen, welcher den Anspruch einer "objektive[n] Beurteilung des Syndroms" (Dieplinger, 2003, S. 56) verliert, wenn man bedenkt, dass dieser von Bezugspersonen ausgefüllt wird und u.U. eine Attribuierung von Verhaltensweisen wie "rastlos, dauernd in Bewegung"7 auf ein Hirnstoffwechselproblem durch die Ärzte vorgenommen wird. Diese unzureichend objektive Diagnose kann dann zu einer Verordnung der Einnahme eines methylphenidathaltigen Medikaments, wie bspw. Ritalin führen (vgl. Dieplinger, 2003, S. 54), wenn der Mediziner die Ursache in einer Stoffwechselproblematik sieht.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung führt in die aktuelle gesellschaftliche Debatte um AD(H)S ein und stellt die zwei gegensätzlichen Ansätze – medizinisch versus nicht-medizinisch – gegenüber.

Das Phänomen AD(H)S – Erklärungsansätze und Einflussfaktoren: Dieses Kapitel definiert AD(H)S als Verhaltensstörung und beleuchtet sowohl die biologisch-genetischen Ursachen als auch die Bedeutung sozialer Faktoren für die Entwicklung betroffener Kinder.

Der gesellschaftliche Wandel und die Entwicklung der medikamentösen Behandlung von AD(H)S – Eine zeitgeschichtliche Perspektive: Der Text zeichnet die historische Entwicklung der Diagnose und Therapie nach und setzt diese in den Kontext der sich wandelnden gesellschaftlichen Leistungsanforderungen.

Zum Umgang mit AD(H)S heute: Dieses Kapitel hinterfragt kritisch die gängigen Diagnoseverfahren und stellt neben der medikamentösen Behandlung alternative pädagogische und systemische Therapieansätze vor.

Zusammenfassung: Hier werden die wichtigsten Erkenntnisse der Arbeit gebündelt und das Fazit gezogen, dass gesellschaftliche Rahmenbedingungen einen wesentlichen Anteil an der Verbreitung des Phänomens haben.

Schlüsselwörter

AD(H)S, Verhaltensstörung, Ritalin, Methylphenidat, Gesellschaftsproblem, Diagnoseverfahren, Erziehung, Kindheit, Sozialisation, Hirnstoffwechsel, Pädagogik, Leistungserwartung, Psychopharmaka, Hyperaktivität, Wissensgesellschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Phänomen AD(H)S und hinterfragt kritisch, ob es sich dabei um ein medizinisches Krankheitsbild oder um ein Symptom gesellschaftlicher Fehlentwicklungen handelt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Definition von AD(H)S, die medizinischen Erklärungsmodelle, soziale Einflussfaktoren, den geschichtlichen Wandel im Umgang mit dem Phänomen sowie aktuelle Diagnose- und Therapiemethoden.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für die Ursachen von AD(H)S zu entwickeln und aufzuzeigen, wie gesellschaftliche Strukturen und Erziehungsbedingungen das Verhalten von Kindern beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse und Literaturrecherche, in der medizinische und soziologische Diskursstränge zueinander in Beziehung gesetzt werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Ursachenanalyse, eine zeitgeschichtliche Einordnung des Wandels von der Industrie- zur Wissensgesellschaft sowie eine kritische Prüfung heutiger Diagnose- und Behandlungspraxen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem AD(H)S, gesellschaftliche Konstruktion, Methylphenidat, Erziehungsstil, Wissensgesellschaft und Ausschlussdiagnose.

Warum wird die Diagnose von AD(H)S als problematisch angesehen?

Der Autor kritisiert, dass viele Diagnoseverfahren wie Fragebögen auf subjektiven Einschätzungen basieren und die Komplexität der sozialen Situation des Kindes häufig nicht ausreichend berücksichtigen.

Welchen Einfluss hat die Wissensgesellschaft auf die Diagnosehäufigkeit?

Durch den gesellschaftlichen Wandel hin zu einer Wissensgesellschaft steigen die Anforderungen an geistige Konzentration und ruhiges Verhalten, wodurch Kinder, die diesem "Normverhalten" nicht entsprechen, schneller als behandlungsbedürftig eingestuft werden.

Was sind die Alternativen zur medikamentösen Therapie?

Neben der Medikation nennt die Arbeit kindzentrierte Verfahren, Eltern- und Familientherapie sowie schulische Interventionen, die darauf abzielen, das Verhalten durch veränderte Interaktion mit der Umwelt zu regulieren.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten  - nach oben

Details

Titel
AD(H)S – Gesellschaftsproblem oder Krankheit?
Hochschule
Technische Universität Chemnitz  (Institut für Pädagogik)
Note
1,3
Autor
Tina Böhm (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
13
Katalognummer
V233361
ISBN (eBook)
9783656500247
ISBN (Buch)
9783656500520
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Philosophie Ethik AD(H)S Bildung Gesellschaftsproblem Erziehung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Tina Böhm (Autor:in), 2013, AD(H)S – Gesellschaftsproblem oder Krankheit?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/233361
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  13  Seiten
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