Der Lexikonartikel zum Begriff "Dreikaiserbündnis" befasst sich in knapper Form mit der Bedeutung sowie der Entstehung dieses zentralen Begriffs in der Außenpolitik des deutschen Reiches unter Otto von Bismarck.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Auflösung des ersten Dreikaiserabkommens
3. Die Annäherung an Russland
4. Abschluss und Scheitern des Dreikaiserbündnisses
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit analysiert die Entstehung, die strategische Bedeutung sowie das Scheitern des Dreikaiserbündnisses als zentrales Element der Bismarckschen Außenpolitik im späten 19. Jahrhundert.
- Historische Einordnung des Dreikaiserabkommens von 1873.
- Die Rolle der Balkan-Krise bei der Destabilisierung der Bündnispolitik.
- Diplomatische Bemühungen von Otto von Bismarck zur Absicherung des Deutschen Reiches.
- Die geopolitische Bedeutung der Neutralitätsverpflichtungen zwischen Österreich-Ungarn, Russland und dem Deutschen Reich.
- Gründe für die Geheimhaltung und das letztliche Scheitern des Bündnisses 1884.
Auszug aus dem Buch
Die diplomatische Genese des Dreikaiserbündnisses
Das Dreikaiserbündnis ist ein am 18. Juni 1881 unterzeichnetes und hauptsächlich von Otto von Bismarck initiiertes Vertragswerk zwischen Österreich-Ungarn, Russland, sowie dem Deutschen Reich. Den Kern dieses Bündnisses bildete die Neutralität, die sich die betreffenden Staaten im Falle eines Konfliktes zusicherten. Dies bewirkte eine Phase der Entspannung innerhalb Europas, welche jedoch bereits 1884 mit der Auflösung des Vertrags ihr Ende fand.
Die Balkan-Krise von 1876 – 78 bewirkte die Auflösung des ersten Dreikaiserabkommens. Dieses war 1873 zwischen dem russischen Zarenreich, der Doppelmonarchie Österreich-Ungarn und dem Deutschen Reich abgeschlossen worden und diente maßgeblich der Stabilisierung des europäischen Mächtegleichgewichts. Aus Sicht der deutschen Außenpolitik erfüllte dieses Vertragswerk einige wichtige Funktionen. Zum einen bewirkte es eine Vernetzung zwischen dem Deutschen Reich und zwei bedeutsamen europäischen Mächten. Diese besondere Stellung des deutschen Kaiserreichs ermöglichte flexible Reaktionen auf die Veränderungen innerhalb Europas und diente auch der Isolation des „Erzfeindes“ Frankreich. Um diesen Zustand zu erhalten, beziehungsweise wiederzuerlangen bedurfte es nach 1878 einer Neuerrichtung der alten Bündnisse.
Nach dem Abschluss des Zweibundvertrags mit Österreich-Ungarn am 7. Oktober 1879 rückte ein Bündnis mit Russland in das Blickfeld Bismarcks. Jedoch erst zu Beginn des Jahres 1880, nachdem die bisherigen Akteure der russischen Außenpolitik Alexander Michaelowitsch Gortschakow und Ivan Ivanowitsch Schuwalow, die ein deutsch-russisches Bündnis strikt ablehnten, ihre politische Karriere beendet hatten, wurde ein Bündnis mit Russland wahrscheinlicher. Grund dafür war die neu ausgerichtete Deutschlandpolitik Russlands, unter der Leitung des stellvertretenden russischen Außenministers Nikolai Karlowitsch Giers, sowie des im Januar 1880 zum russischen Botschafter in Berlin ernannten Peter Alexander Saburow. Auf Anweisung des russischen Zaren Alexander II. hin, wurde nun versucht eine eventuelle internationale Isolation Russlands zu verhindern.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Kurze Hinführung zum Thema und Begriffsbestimmung des Dreikaiserbündnisses.
2. Die Auflösung des ersten Dreikaiserabkommens: Erläuterung der Auswirkungen der Balkan-Krise von 1876-1878 auf die ursprüngliche Bündniskonstellation.
3. Die Annäherung an Russland: Analyse der diplomatischen Personalveränderungen und der strategischen Neuausrichtung ab 1879/1880.
4. Abschluss und Scheitern des Dreikaiserbündnisses: Darstellung der Unterzeichnung von 1881, der Vertragsinhalte und der Gründe für das Scheitern im Jahr 1884.
Schlüsselwörter
Dreikaiserbündnis, Otto von Bismarck, Außenpolitik, Deutsches Kaiserreich, Österreich-Ungarn, Russland, Balkan-Krise, Neutralität, Diplomatie, Mächtegleichgewicht, Zweibund, Geheimbündnis, 19. Jahrhundert, Europäische Politik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die außenpolitische Strategie des Deutschen Reiches unter Bismarck und die Rolle des Dreikaiserbündnisses als Instrument zur Friedenssicherung und Isolierung Frankreichs.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Bündnisdiplomatie im kaiserlichen Deutschland, die Konflikte auf dem Balkan sowie die wechselhaften Beziehungen zwischen den europäischen Großmächten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Entstehungsbedingungen des Vertrages von 1881 sowie die Gründe für dessen kurze Lebensdauer historisch einzuordnen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historische Quellenarbeit, die auf einer Literaturanalyse zur Bismarckschen Außenpolitik basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Aufarbeitung des Scheiterns des ersten Abkommens, die diplomatische Annäherung an Russland unter neuen Akteuren und die konkrete Ausgestaltung des Bündnisses von 1881.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Bündnispolitik, Bismarck, europäisches Mächtegleichgewicht, Neutralität und diplomatische Isolation geprägt.
Warum war das Bündnis geheim?
Die Geheimhaltung war notwendig, um innenpolitische Spannungen, etwa durch die magyarische Minderheit in Österreich-Ungarn oder die Arbeiterbewegung in Russland, zu vermeiden.
Welche Rolle spielte der Balkan beim Scheitern?
Der Balkan bildete den Hauptkonfliktpunkt zwischen Österreich-Ungarn und Russland, der trotz des Bündnisses nicht dauerhaft gelöst werden konnte und zum Vertragsbruch 1884 beitrug.
- Quote paper
- David Frieten (Author), 2012, Lexikonartikel zum Dreikaiserbündnis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/233379