Nationalsozialistische Außenpolitik. Strategie oder Kalkül?


Facharbeit (Schule), 2013
12 Seiten, Note: 1,2

Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung und Definition

2. Zusammenfassung der Geschehnisse

3. Ergebnisauswertung

4. Quellenverzeichnis

5. Anhang

Die NS-Außenpolitik:

Strategie oder Kalkül?

1. Einleitung

Unsere Hausarbeit handelt von der nationalsozialistischen Außenpolitik unter der Leitung Hitlers während seine Kanzlerschaft. Im Folgenden wollen wir nun die außerpolitischen Ereignisse wiedergeben und erörtern, inwiefern die Entscheidungen und Handlungen des NS-Regimes als strategisch oder kalkulatorisch einzuschätzen sind. Um diese Fragestellung am Ende auch richtig beantworten zu können, möchten wir zunächst die doch sehr ähnlichen Begriffe, Strategie und Kalkül, genauer erläutern um sie besser voneinander unterscheiden zu können.

Definition

Kalkül bedeutet, dass etwas im Voraus überlegt, ein- bzw. abgeschätzt oder berechnet wird. Bei der Strategie handelt es sich um einen „genauen Plan des eigenen Vorgehens, der dazu dient, ein militärisches, politisches, psychologisches, wirtschaftliches o. ä. Ziel zu erreichen, und in dem man diejenigen Faktoren, die in die eigene Aktion hineinspielen könnten, von vornherein einzukalkulieren versucht.[1]

Der Unterschied liegt somit klar auf der Hand. Ein strategisches Vorhaben ist in der Regel bis ins kleinste Detail durchdacht und geplant, während beim Kalkül Sachverhalte auf einer mehr oberflächlichen Basis eingeschätzt werden.

Ob Hitlers außenpolitische Schachzüge zum Erreichen seiner Ziele nun genauestens überlegt oder doch eher waghalsig und unausgereift waren, wird nun im Folgenden behandelt.

2. Zusammenfassung der Geschehnisse von 1933 bis 1939

In diesem Teil unserer Arbeit befassen wir uns mit allen außenpolitischen Aspekten der Nationalsozialisten.

Bereits vor Hitlers Machtergreifung äußert dieser seine Ziele in seinem 1926 erschienenem Bestseller „Mein Kampf“. Der zweite Teil folgte nur ein Jahr später und ist wie der Vorgänger in fast jedem Haushalt der damaligen Zeit zu finden.[2] In seinem Buch spricht er seine ideologischen und radikalen Ziele an, die er verfolgt. Zum einen möchte er eine imperialistische Politik errichten und will den Versailler Vertrag revidieren um Deutschland wieder wirtschaftlich und militärisch stark zu machen. Sein Hauptaugenmerk liegt allerdings auf der Ausrottung des Judentums und der Verbreitung der arischen Rasse in den östlichen Gebieten, welche allerdings die zuvor genannten Punkte voraussetzen. Dies bestätigt auch Andreas Hillgruber in seinem Werk „Deutschlands Rolle in der Vorgeschichte der beiden Weltkriege“: „Auch die weitreichenden machtpolitischen Zielsetzungen der Hitlerschen Außenpolitik waren dem zentralen Ziel untergeordnet, den jüdischen „Todfeind" zu vernichten.“[3] Langfristig betrachtet, plant Hitler sogar die USA als Weltmacht abzulösen, so dass das Deutsche Reich als alleinige Weltmacht bestehen soll.

Ein Auszug aus Hitlers „Mein Kampf“, „Deutschland wird entweder Weltmacht oder überhaupt nicht sein", spiegelt sehr gut dieses programmatische Vorhaben wider. Er will Deutschland, langsam aber sicher, zur Weltmacht führen. Da er aber davon überzeugt ist, dass Deutschland erst nach seinem Ableben den Entscheidenden Kampf gegen Amerika um die Weltherrschaft bestreiten wird, will er die nötigen Voraussetzungen und Verhältnisse schaffen damit es zu so einem Kampf der für ihn bedeutendsten Weltmächte kommt.[4]

Obwohl Hitler seine extreme und radikale Weltanschauung so offen dar legt, wird sie überhaupt nicht ernst genommen und als zu unrealistisch eingestuft. Zusätzlich gibt Hitler in seinen Reden vor, friedliche Ziele zu verfolgen und lenkt somit alle anderen von seinen eigentlichen Zielen ab, von denen er nie abgerückt ist.

Im Jahre Hitlers Kanzlerschaft, 1933, kommt es zu den ersten außenpolitischen Handlungen der Nationalsozialisten. Deutschland tritt aus dem Völkerbund aus. Damit ist Deutschland nicht mehr an die Regeln der internationalen Vereinigung gebunden und hat, was die Rüstungspolitik betrifft, alle Freiheiten.

Im Jahre 1934 schließt Deutschland einen Nichtangriffspakt mit Polen ab. Ziel ist es, dass sich Polen sicherer fühlt und Deutschland nicht als Bedrohung ansieht. „Im Nachhinein stellt sich heraus, dass Hitler diesen Vertrag nur als taktische Maßnahme ansieht und ihm keine bindende Kraft zumisst.[5]

Denn durch diese vermeintlichen Friedensabsichten wiegt er seine Feinde in Sicherheit und ermöglicht dadurch ein ungestörtes wirtschaftliches und militärisches Wiederaufrüsten, ohne Opfer eines möglichen Präventivangriffs zu werden.

Dennoch fühlen sich Frankreich, die Sowjetunion und die osteuropäischen Staaten durch den Nichtangriffspakt zwischen Deutschland und Polen vom 26.01.1934 bedroht. Hitlers Ablehnung gegenüber einem kollektiven Ostpakt mit Frankreich und der Sowjetunion lässt diese stutzig werden. Sie schließen daher selbst Bündnisse, unter anderem die „Kleine Entente“ und die „Balkanentente“, während zugleich die Sowjetunion dem Völkerbund beitritt. Ziel dieser Bündnisse ist es, Deutschland wieder zu isolieren, welches auch vorerst erreicht wird.

Mit der Saarabstimmung vom 13.01.1935 verbessert sich die außenpolitische Situation wieder etwas. In dieser Abstimmung kann Hitler nämlich erreichen, dass das Saargebiet nicht länger unter der Kontrolle des Völkerbundes stand, sondern wieder Anschluss an das Deutsche Reich gewinnt.

Im gleichen Atemzug ordnet Hitler den Aufbau einer Luftwaffe an und führt im März 1935 die allgemeine Wehrpflicht ein. „Dieser Schritt ist ein erster offener Bruch des Versailler Vertrages und insofern ein Risiko“.[6] Dennoch stößt Hitler mit seinen Maßnahmen nur auf wenig Protest seitens der einstigen Siegermächte. Darüber hinaus kann er mit England ein Flottenabkommen vereinbaren, welches den Irrglauben von Hitlers Friedenspolitik weiter stärkt. In dieser Vereinbarung wird festgelegt, dass Deutschland halb so viele Schiffe und fast genauso viele U-Boote wie England besitzen darf.

Im weiteren Verlauf des Jahres 1935 rückt Deutschland immer näher an Italien heran und unterstützt die Italiener mit Kohlelieferungen während der italienischen Besetzung Äthiopiens. Mit diesem Schritt umgeht Hitler ein Boykott des Völkerbundes gegenüber Italien. Aufgrund innerpolitischer Probleme Frankreichs und den zuvor erzielten Erfolgen in Sachen Friedensbeteuerung, fühlt er sich in seinem ganzen Vorhaben bestätigt und geht wieder einen Schritt weiter, nämlich mit der Besetzung des Rheinlandes am 07.03.1936. Obwohl das Rheinland als entmilitarisierte Zone im Versailler Vertrag festgelegt wurde, wird seine Besetzung von den anderen Großmächten protestlos hingenommen. Hitler ist nun vollkommen überzeugt von seinen Plänen.

Deutschland ist aber nach dem Austritt aus dem Völkerbund immer noch weitestgehend politisch isoliert und sucht daher nach weiteren Bündnispartnern. Mit dem „Antikominternpakt“ vom 25.11.1936 ist der erste Pakt mit einer asiatischen Großmacht beschlossen, nämlich Japan. Weitere Länder schließen sich dem Militärvertrag an, der sich gegen die Sowjetunion und ihre kommunistische Politik stemmt. Zuerst tritt Italien bei, 1939 folgen Ungarn und Spanien.

Hitlers Pläne sehen vor, spätestens im Jahre 1943 den Krieg zu beginnen. Daher fängt er schon 1936 an gezielt Vorbereitungen für den anstehenden Krieg zu treffen. Grundlegend für diese Vorbereitungen ist Hitlers Vierjahresplan, der die Wirtschaft bis 1940 kriegstauglich machen soll. Darüber hinaus soll im Westen, entlang der Grenze zu Frankreich, Befestigungsanlagen errichtet werden. Dieser Aufbau der sogenannten „Siegfriedlinie“ wird erst durch die Besetzung des Rheinlandes ermöglicht. Um auch die Ostflanke zu stärken, plant Hitler ebenfalls Österreich und die Tschechoslowakei zu besetzen. Ein nicht zu vernachlässigender Aspekt der Kriegsvorbereitungen ist es aber auch, Kriegsverbündete zu finden und Bündnisse mit ihnen schließen, was Hitler mit Japan und Italien schon erreichen konnte.

Reichskriegsminister von Blomberg und der Oberbefehlshaber des Heeres von Fritsch sehen Hitlers Vorhaben im Osten als gefährdet an, da sie ihrer Meinung nach aus plausiblen, militärischen Gründen riskant sind. In dieser sogenannten Fritsch-Blomberg-Krise veranlasst Hitler die Entlassung der beiden Militärgeneräle, indem er sie brüskiert und öffentlich bloß stellt. Er beseitigt somit die Opposition und erhält selbst den Oberbefehl über die Wehrmacht.

[...]


[1] http://www.duden.de/rechtschreibung/Strategie

[2] Othmar Plöckinger: Geschichte eines Buches: Adolf Hitlers „Mein Kampf“ 1922–1945; Seite 183ff.

[3] Andreas Hillgruber; Deutschlands Rolle in der Vorgeschichte der beiden Weltkriege, Göttingen 1967 Seite 68

[4] Andreas Hillgruber; Deutschlands Rolle in der Vorgeschichte der beiden Weltkriege, Göttingen 1976 Seite 68

[5] Albrecht Sellen: Geschichte 2; kurz & klar, Auer; Seite 120, Zeile 14f.

[6] Albrecht Sellen: Geschichte 2; kurz & klar, Auer; Seite 120, Zeile 40, 41.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Nationalsozialistische Außenpolitik. Strategie oder Kalkül?
Veranstaltung
Geschichte 13BG
Note
1,2
Autoren
Jahr
2013
Seiten
12
Katalognummer
V233398
ISBN (eBook)
9783656496915
ISBN (Buch)
9783656497509
Dateigröße
543 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
NS Außenpoltik, Nationalsozialismus, Hitler
Arbeit zitieren
Steven Lehmann (Autor)Oliver H. (Autor), 2013, Nationalsozialistische Außenpolitik. Strategie oder Kalkül?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/233398

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