Zur Typologie des Suchtproblems
Drogenabhängigkeit wird erst seit den letzten drei Jahrzehnten als „Massenphänomen“ verstanden.
Seit 1968 hat sich der Haschisch- und Marihuanamissbrauch unter Jugendlichen besonders in europäischen Großstädten drastisch erhöht.
„Eine Studie aus Dänemark wies nach, dass 25% der Mittelschüler und Studenten Erfahrungen mit Haschisch und Marihuana gemacht haben. 8% rauchen es regelmäßig.“2
Was meiner Meinung nach immer gern vergessen wird, ist der Alkoholmissbrauch in diesen Altersgruppen.
Für mich stellt sich da die Frage, wieviel Jugendliche, die mit Alkohol Erfahrungen gemacht haben, auch regelmäßig Alkohol trinken. Dies wäre zu prüfen. Doch die Wahrscheinlichkeit, dass die Prozentzahlen einer solchen Studie bei weitem höhere Werte beider Ereignisse aufweisen würde, scheint mir sehr groß zu sein.
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2 Arnold Schwendtke und Fritz Krapp „Drogen - Gesellschaft - Pädagogik“ 1. Auflage 1972, dipa Verlag Kurt Werner Hesse, Frankfurt am Main
Inhaltsverzeichnis
- Zur Typologie des Suchtproblems
- Verschiedene Suchttypen
- Substanzgebundene und prozessgebundene Sucht
- Das Suchtsystem
- Psychische und physische Abhängigkeit
- Konservative Drogenpolitik - ein kritischer Rückblick
- Das Drogenpolitische Grundsatzprogramm des Fachforum des Grün-Alternativen-Jugendbündnisses
- Ein kritischer Rückblick
- Ausblick
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Der Text beschäftigt sich mit dem Thema Sucht und beleuchtet die typologischen Aspekte, die historische Entwicklung der Drogenpolitik sowie die kritische Auseinandersetzung mit bestehenden Ansätzen.
- Typologie des Suchtproblems
- Drogenpolitik und ihre Geschichte
- Kritische Analyse der Drogenpolitik
- Individuelle Freiheit und gesellschaftliche Verantwortung
- Der Einfluss der Sucht auf den Menschen und die Gesellschaft
Zusammenfassung der Kapitel
Zur Typologie des Suchtproblems
Dieses Kapitel beschäftigt sich mit der Definition von Sucht und stellt verschiedene Typen von Sucht dar. Es wird der Unterschied zwischen substanziellen und prozessualen Süchten erläutert und auf die Folgen der Sucht für den Einzelnen sowie für die Gesellschaft eingegangen.
Konservative Drogenpolitik - ein kritischer Rückblick
Dieses Kapitel beleuchtet die Entwicklung der konservativen Drogenpolitik und kritisiert ihre Ansätze. Es werden die Ziele des Fachforum des Grün-Alternativen-Jugendbündnisses und die Problematik der Kriminalisierung von Drogenkonsumenten diskutiert.
Schlüsselwörter
Sucht, Drogenpolitik, Drogenabhängigkeit, Typologie, Konservative Drogenpolitik, Individualismus, Gesellschaft, Kriminalisierung, Verantwortung, Entkriminalisierung, psychische und physische Abhängigkeit, Suchtverhalten, Gesundheitskosten.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen stoffgebundener und prozessgebundener Sucht?
Stoffgebundene Sucht bezieht sich auf Substanzen (Drogen, Alkohol), während prozessgebundene Sucht Verhaltensweisen wie Spielsucht oder Arbeitssucht umfasst.
Warum wird die konservative Drogenpolitik kritisiert?
Kritiker bemängeln die Kriminalisierung von Konsumenten und fordern stattdessen Ansätze, die individuelle Freiheit und gesellschaftliche Verantwortung besser abwägen.
Welche Rolle spielt der Alkoholmissbrauch im Suchtproblem?
Der Text weist darauf hin, dass Alkoholmissbrauch oft unterschätzt wird, obwohl die Zahlen bei Jugendlichen häufig höher liegen als beim Konsum illegaler Drogen.
Was versteht man unter einem „Suchtsystem“?
Es beschreibt die komplexen Wechselwirkungen zwischen dem Individuum, der Droge und dem gesellschaftlichen Umfeld, die eine Abhängigkeit aufrechterhalten.
Was ist der Unterschied zwischen psychischer und physischer Abhängigkeit?
Physische Abhängigkeit zeigt sich durch körperliche Entzugserscheinungen, während psychische Abhängigkeit das unwiderstehliche Verlangen nach der Substanz oder dem Verhalten beschreibt.
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- Christine Haase (Author), 2002, Sucht, Gesellschaft und Drogenpolitik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/2334