Das Thema Umweltschutz wird nach Ereignissen wie dem Atomunfall in Japan zum festen Bestandteil unseres täglichen Lebens. So denken viele nicht nur darüber nach, ein neues Heizsystem mit nachwachsenden Rohstoffen als Brenngut in die eigenen vier Wände einbauen zu lassen, sondern es geht auch in der Geschäftswelt immer häufiger um den bewussten Umgang mit den noch vorhandenen Ressourcen. Deshalb soll das Ziel dieser schriftlichen Ausarbeitung die Einführung in das Thema „Ökocontrolling vor dem Hintergrund einer wertorientierten Unternehmenssteuerung“ sein, vom Ausgangspunkt der Verwendung
knapper Ressourcen bis zur umweltbewussten Steuerung von Unternehmen.
In der heutigen Zeit ist ein vorausschauender Umgang mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen immer wichtiger, weil bei einigen Rohstoffen ein Ende der Vorräte absehbar ist und eine Förderung immer aufwendiger und damit kostenintensiver wird. Auch die Schadstoffausstöße, welche in der Industrie produziert werden, sind bei der Steuerung von Unternehmen im Hinblick auf den Treibhauseffekt und den dafür verantwortlichen CO2-Ausstoß immer mehr von Bedeutung. Um diese Abläufe in den einzelnen Unternehmen in einem festen Rahmen kontrollieren zu können, gibt es auch gesetzliche Richtlinien, die eine
genaue Vorgehensweise in diesem Bereich vorschreiben. Die gesetzlichen Richtlinien als Rahmen für das Ökocontrolling sind der Einstieg in diese schriftliche Ausarbeitung. Um diesen gesetzlichen Anforderungen entsprechen zu können, sind für das Ökocontrolling einige Instrumente entwickelt worden, welche die für die Erfüllung dieser Richtlinien notwendigen Ergebnisse erfassen und kontrollieren können. Nach einer Aufstellung der Grundsätze des Ökocontrollings in wertorientierten Unternehmen werden anschließend die bestehenden Instrumente aufgezählt und analysiert.Durch diesen Überblick über die einzelnen Instrumente soll die Funktionsweise und das Einzugsgebiet des Ökocontrollings genauer beschrieben werden, um dessen Arbeitsweise innerhalb eines wertorientierten Unternehmens aufzeigen zu können. Da eine detaillierte Analyse aller gängigen Instrumente den Umfang dieser Ausarbeitung überschreiten würde, werden lediglich zwei der wichtigsten Instrumente detaillierter ausgearbeitet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Ökocontrolling im Rahmen wertorientierter Unternehmensführung
2.1 Drei Strategien zur Wahrung der Nachhaltigkeit
2.2 Entwicklung des gesetzlichen Rahmens
2.3 Der Shareholder-Value als Unternehmenswert
3. Ökocontrolling und seine Instrumente
3.1 Funktionsweise des Ökocontrollings
3.2 Das Controllingsystem als Regelkreislauf
3.3 Kategorisierung der Controlling-Instrumente
4. Die Ökobilanz als Instrument im Detail
4.1 Gegenüberstellung von Input und Output zur Stoffstromanalyse
4.2 Varianten der Ökobilanz
4.3 Der CO2-Footprint als Fallbeispiel der Ökobilanz
5. Die Umweltkennzahlensysteme als Instrument im Detail
5.1 Betrieblicher Rahmen der Umweltkennzahlen
5.2 Aufbau des Kennzahlensystems
5.3 Die Umweltkennzahlen bei Bosch als Fallbeispiel
6. Abschluss
Zielsetzung & Themen
Die Facharbeit untersucht, wie Ökocontrolling als Instrument innerhalb einer wertorientierten Unternehmenssteuerung eingesetzt werden kann, um ökologische Nachhaltigkeit mit ökonomischen Zielsetzungen zu verbinden und langfristig den Unternehmenswert zu steigern.
- Integration ökologischer Ziele in das wertorientierte Unternehmensmanagement
- Methodische Grundlagen und Kategorisierung von Ökocontrolling-Instrumenten
- Detaillierte Analyse der Ökobilanzierung und Umweltkennzahlensysteme
- Praxisbeispiele für die Umsetzung betrieblicher Umweltkennzahlen
Auszug aus dem Buch
2.1 Drei Strategien zur Wahrung der Nachhaltigkeit
Das Ökocontrolling basiert auf dem Grundbegriff der Nachhaltigkeit. Es soll das nachhaltige Handeln im Unternehmen fördern und kontrollieren. Mit dem Begriff der Nachhaltigkeit ist eine kurze bis mittelfristige Verwendung natürlicher Ressourcen gemeint, bei dem ein kritischer natürlicher Mindestbestand sowohl der erneuerbaren als auch der nicht erneuerbaren Rohstoffe nicht unterschritten werden darf. Die Einführung der Nachhaltigkeit als Handlungsgrundlage kann noch einmal in eine schwache und eine starke Umsetzung differenziert werden. Bei der schwachen Umsetzung werden fossile Energieträger mit dem Argument unverändert weiter verbraucht, dass der Energiebedarf späterer Generationen beispielsweise mit Solarenergie versorgt werden kann. Auch wenn diese alternative Energieversorgung zur Zeit noch nicht in dem notwendigen Maße ausgebaut ist, wird davon ausgegangen, dass das in Zukunft der Fall sein wird. Bei der starken Umsetzung wird hingegen strikt darauf geachtet, keine nicht wieder erneuerbaren Rohstoffe weiter zu verbrauchen und erneuerbare Rohstoffe nur in verträglichem Maße zu benutzen.
Eine Entwicklung ist nur dann nachhaltig, wenn sie die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können.
Diese Definition beinhaltet wesentliche Aussagen, die sich wie folgt zusammenfassen lassen: Kernaussage ist, dass die Lösung für die Durchführung nachhaltiger Entwicklungsprozesse in der Berücksichtigung der menschlichen Bedürfnisse liegt, sowohl der jetzigen Gesellschaft als auch der Bevölkerung von morgen. Parallel bedeutet das die Notwendigkeit einer wechselseitigen Anpassung der Industrie- und Entwicklungsländer. Das Ergebnis ist eine Verbindung von ökonomischen, sozialen und ökologischen Erneuerungen, die als eine Einheit zu sehen sind. Ein nachhaltiges Management muss sich also mit drei Grundbegriffen auseinandersetzen. Es geht dabei um die Regeneration, in der erneuerbare Rohstoffe nur im Rahmen ihrer Regenerationsfähigkeit genutzt werden dürfen. Weiter bedeutet es eine begrenzte Nutzung von nicht-erneuerbaren Rohstoffen in dem Maße, in dem diese durch andere Energieressourcen ausgetauscht werden können. Abschließend darf der Ausstoß von Schadstoffen nicht größer sein als die Regenerationsfähigkeit der Ökosysteme.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Die Arbeit führt in die Bedeutung des Umweltschutzes ein und erläutert die Zielsetzung, Ökocontrolling im Kontext einer wertorientierten Unternehmenssteuerung zu beleuchten.
2. Ökocontrolling im Rahmen wertorientierter Unternehmensführung: Dieses Kapitel erläutert Strategien zur Nachhaltigkeit, den gesetzlichen Rahmen sowie die Rolle des Shareholder-Value als Unternehmenswert.
3. Ökocontrolling und seine Instrumente: Es werden die Funktionsweise des Ökocontrollings, der Regelkreislauf im Controllingsystem sowie eine Kategorisierung der verschiedenen Instrumente dargestellt.
4. Die Ökobilanz als Instrument im Detail: Der Fokus liegt auf der Stoffstromanalyse, den Varianten der Ökobilanz sowie der praktischen Anwendung des CO2-Footprints.
5. Die Umweltkennzahlensysteme als Instrument im Detail: Dieses Kapitel beschreibt den Aufbau von Umweltkennzahlensystemen und illustriert diese anhand eines Fallbeispiels des Unternehmens Bosch.
6. Abschluss: Eine Zusammenfassung der Ergebnisse betont die Eignung des Ökocontrollings als Hilfsmittel für umweltverträgliche Maßnahmen bei gleichzeitiger Wahrung der Unternehmenswertsteigerung.
Schlüsselwörter
Ökocontrolling, Wertorientierte Unternehmenssteuerung, Nachhaltigkeit, Umweltmanagement, Ökobilanz, Umweltkennzahlen, Shareholder-Value, Stoffstromanalyse, Ressourcenproduktivität, CO2-Footprint, Unternehmenswertsteigerung, Umweltpolitik, Umwelttechnik, Betriebliches Umweltmanagement, Strategisches Controlling.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Integration von Ökocontrolling-Methoden in die wertorientierte Unternehmenssteuerung, um Nachhaltigkeit und wirtschaftliche Zielsetzung in Einklang zu bringen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Facharbeit?
Zentrale Themen sind die Nachhaltigkeitsstrategien, die Rolle des Shareholder-Value im Kontext von Umweltschutz, Instrumente des Ökocontrollings wie die Ökobilanz sowie Umweltkennzahlensysteme.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, einen Zusammenhang zwischen ökologischen Maßnahmen und der Steigerung des Unternehmenswertes aufzuzeigen, um ökologische Ziele als Teil einer wertorientierten Unternehmensführung zu etablieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung durch Literaturrecherche und analysiert spezifische Controlling-Instrumente sowie praxisnahe Fallbeispiele wie das Umweltmanagement bei Bosch.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Rahmenbedingungen, die Vorstellung von Ökocontrolling-Instrumenten, die detaillierte Betrachtung von Ökobilanzen sowie Umweltkennzahlensystemen als zentrale Steuerungswerkzeuge.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Ökocontrolling, Nachhaltigkeit, Shareholder-Value, Ökobilanz, Umweltkennzahlen und Ressourcenproduktivität.
Wie genau lässt sich die "Ökobilanz" als Instrument definieren?
Sie wird als umfassende und systematische ökologische Schwachstellenanalyse und -bewertung des Unternehmens definiert, die darauf abzielt, Umweltbelastungen durch strategische und operative Entscheidungen dauerhaft zu reduzieren.
Welche Rolle spielen "Umweltkennzahlen" bei der internen Unternehmenssteuerung?
Sie dienen als quantitative Ergänzung zu qualitativen Daten, um Soll-Ist-Vergleiche bei der Planung und Kontrolle zu ermöglichen und die Zielerreichung im Hinblick auf ökologische Richtlinien zu überwachen.
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- Kephas Kühn (Author), 2012, Ökocontrolling und wertorientierte Unternehmensführung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/233420