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Charakterliche Ideale in den asiatischen Kampfkünsten. Spiegel von Historie, Kultur und Mentalität

Title: Charakterliche Ideale in den asiatischen Kampfkünsten. Spiegel von Historie, Kultur und Mentalität

Term Paper , 2011 , 18 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Stefan Besenhard (Author)

Didactics for the subject German - German as a Foreign Language
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Summary Excerpt Details

Die Betrachtung der Ideale, die den Kampfkünsten inhärent sind, hilft dabei die Mentalität Asiens besser zu begreifen. Ziel dieser Arbeit ist es, die östliche Moralität zu verdeutlichen und die unterschiedlichen Denkweisen verständlich zu machen, um auf diesem Wege zu einem besseren Verständnis einer Kultur beizutragen, die Personen aus dem Westen auf den ersten Blick so fremd erscheint. Denn das moralische Gedankengut im heutigen Japan ist untrennbar mit seiner Historie des Feudalismus und den Kampfkünsten, die das Erbe des Bushido forttragen, verwoben. Deshalb fällt diese Arbeit im Wesentlichen zweigeteilt aus. Während sich der erste Teil hauptsächlich mit den historischen Wurzeln der Kampfkünste im Bushido beschäftigt, wird der zweite Teil einige Aspekte der Kampfkünste aufgreifen, die zusätzlich eine wichtige Rolle zum Verständnis spielen, hier seien der Begriff des Do und das Konzept der Gewaltlosigkeit genannt. Die Symbiose beider Teile sollte einen kleinen Einblick in die angestrebten Ideale und damit in die asiatische Kultur gewähren. Keinen eigenen Punkt wurde dem Buddhismus, in seiner speziellen Ausformung dem Zen gewidmet, da sich Bushido und Buddhismus gegenseitig beeinflusst haben. Hingegen wurde versucht, die Lehren des Zen, die im Bushido und den Kampfkünsten auftauchen, in angemessener Weise zu integrieren. Dabei ist zu beachten, dass die Philosophie der Kampfkünste nur schwerlich ‚erlesen‘ werden kann, vielmehr muss sie selbst über Jahre hinweg erlebt und verinnerlicht werden. Aus diesem Grund kann diese Arbeit auch nur als kleiner Wegweiser und Einstieg dienen.
„Jemand sah eines Tages am Rand einer Klippe zum ersten Mal in seinem Leben das Meer. ‚Wie schön es ist! Welch großartiger Anblick!‘, sagte er fast atemlos. ‚Und dabei‘, sagte ein Freund, ‚siehst Du doch nur die Oberfläche!‘“

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Jede Gesellschaft hat den Sport, den sie verdient

2. Charakterliche Ideale in den asiatischen Kampfkünsten als Spiegel von Historie, Kultur und Mentalität

2.1 Der Kodex der Samurai: Bushido

2.1.1 Gi und Yu: Rechtschaffenheit und Tapferkeit

2.1.2 Jin und Makoto: Güte und Aufrichtigkeit

2.1.3 Meiyo: Ehre

2.1.4 Chugi und Rei: Loyalität und Selbstdisziplin

3. Der Begriff „Do“ als Schlüssel zur japanischen Seele

4. Gewaltlosigkeit als scheinbar widersprüchliches Postulat

5. Der Weg in den Westen

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit setzt sich zum Ziel, die tieferen philosophischen und ethischen Dimensionen der asiatischen Kampfkünste zu beleuchten, um Missverständnisse abzubauen und das Verständnis für die zugrundeliegende asiatische Mentalität, Kultur und Historie zu fördern.

  • Der historische und soziale Einfluss des Bushido-Kodex auf die japanische Gesellschaft.
  • Die Analyse zentraler Tugenden wie Rechtschaffenheit, Tapferkeit, Ehre und Loyalität.
  • Die philosophische Bedeutung des Konzepts „Do“ als Weg der Selbstvervollkommnung.
  • Das Spannungsfeld zwischen Kampfkunst und der Forderung nach Gewaltlosigkeit.
  • Die Übertragung traditioneller asiatischer Werte auf den modernen westlichen Kontext.

Auszug aus dem Buch

2.1 Der Kodex der Samurai: Bushido

„Das Rittertum ist eine Blüte des Erdenreichs Japans, dort nicht weniger heimisch wie sein Wappenbild, die Kirschblüte. Es ist gleichfalls kein ausgedörrtes Musterstück antiker Tugenden in einer Sammlung getrockneter Pflanzen aus unserer Geschichte. Es ist noch immer ein lebendes Objekt mit Macht und Schönheit unter uns – und auch wenn es keine greifbare Gestalt und Ordnung angenommen hat, versprüht es seinen Wohlgeruch in der moralischen Atmosphäre und lässt uns seines fortwährenden Zaubers gewahr werden. Die gesellschaftlichen Beweggründe und Zusammenhänge, die es hervorgebracht und genährt haben, sind lange verschwunden. Aber wie Sterne, die einmal waren und jetzt nicht mehr sind, vergießen sie merklich ihre Strahlen über uns. Ebenso verhält es sich mit dem Glanz der Ritterlichkeit – dem Kind des Feudalismus – der noch immer unsere moralischen Wege beleuchtet, auch wenn es seine mütterliche Institution längst überlebt hat.“ 8

Wie sich zeigt, gehen viele heute noch als lebendig wahrgenommene Tugenden auf das japanische Rittertum und den Kodex des Bushido zurück. Bei Bushido handelt es sich wörtlich übersetzt um den ‚Weg des Kriegers‘. Dieser Begriff steht für Grundsätze, die kämpfende Adlige, die sogenannten Samurai, in ihrem täglichen Leben und in ihrer Berufung befolgen sollten. Deshalb bezeichnet man sie auch als ‚Gebote der Ritterwürde‘ oder ‚noblesse oblige‘ der Mitglieder des Kriegerstandes. Bushido ist somit als ein Regelwerk moralischer Verhaltensgrundsätze zu verstehen, denen Ritter Folge zu leisten hatten. Dabei handelte es sich um kein schriftlich festgelegtes Gesetz, sondern eher um Handlungsmaximen, die mündlich oder durch die Niederschrift bekannter Krieger und Gelehrter tradiert wurden. Die Notwendigkeit solcher Handlungsmaximen ergab sich aus dem zunehmenden Ansehen, den wachsenden Privilegien und der daraus resultierenden großen Verantwortung, die die Samurai trugen. Als Gedankenkonstrukt ist es nicht auf eine einzelne Person zurückzuführen, Bushido unterlag vielmehr einem evolutionären Wachstumsprozess durch die militärischen Entwicklungen

Zusammenfassung der Kapitel

1. Jede Gesellschaft hat den Sport, den sie verdient: Die Einleitung verdeutlicht, dass Kampfkünste in Asien tief in der Kultur und Normen der Gesellschaft verwurzelt sind, während sie im Westen häufig auf rein physische Aspekte reduziert werden.

2. Charakterliche Ideale in den asiatischen Kampfkünsten als Spiegel von Historie, Kultur und Mentalität: Dieses Kapitel analysiert das Bushido als historisches Regelwerk und untersucht dessen zentrale Tugenden wie Tapferkeit, Ehre und Loyalität sowie deren heutige Relevanz.

2.1 Der Kodex der Samurai: Bushido: Dieser Abschnitt beschreibt das Bushido als evolutionäres Regelwerk moralischer Verhaltensgrundsätze für Samurai, das tief in der japanischen Historie verwurzelt ist und bis heute den japanischen Volkscharakter beeinflusst.

2.1.1 Gi und Yu: Rechtschaffenheit und Tapferkeit: Die Tugenden Rechtschaffenheit und Tapferkeit werden als ethische Grundlage für moralisches Handeln definiert, wobei Tapferkeit erst als Mittel der Rechtschaffenheit ihren wahren Wert erhält.

2.1.2 Jin und Makoto: Güte und Aufrichtigkeit: Hier wird die Bedeutung von Barmherzigkeit, Empathie und Aufrichtigkeit hervorgehoben, die in Kombination mit Höflichkeit als asiatische Markenzeichen gelten und das Handeln in der Gemeinschaft prägen.

2.1.3 Meiyo: Ehre: Dieses Unterkapitel thematisiert das Ehrgefühl als Ausdruck der eigenen Würde, das zwar zur Selbstdisziplin erzog, in extremen Fällen jedoch auch zu zerstörerischen Auswüchsen im Handeln führen konnte.

2.1.4 Chugi und Rei: Loyalität und Selbstdisziplin: Die Loyalität gegenüber Höhergestellten und die Beherrschung der Emotionen durch Selbstdisziplin werden als prägende Merkmale der japanischen Mentalität und als essenzielle Bestandteile des Bushido herausgearbeitet.

3. Der Begriff „Do“ als Schlüssel zur japanischen Seele: Das Kapitel erläutert, dass „Do“ mehr als nur „Weg“ bedeutet; es ist ein komplexes Konzept, das darauf abzielt, durch stetige Übung Geist und Materie in Einklang zu bringen und höhere Bewusstseinszustände zu erreichen.

4. Gewaltlosigkeit als scheinbar widersprüchliches Postulat: Es wird dargelegt, dass das Endziel asiatischer Kampfkünste gerade nicht die Gewalt ist, sondern das Anhalten und Beenden von Kampfhandlungen, was sich besonders in der Harmonielehre des Aikido zeigt.

5. Der Weg in den Westen: Das abschließende Kapitel reflektiert, wie die philosophischen und charakterlichen Aspekte der Kampfkünste im Westen auf zunehmendes Interesse stoßen und als Gegengewicht zu einem rein wissenschaftlich geprägten Weltbild dienen können.

Schlüsselwörter

Bushido, Samurai, Japan, Kampfkünste, Ethik, Charakter, Moral, Do, Tugenden, Rechtschaffenheit, Tapferkeit, Ehre, Loyalität, Gewaltlosigkeit, Selbstdisziplin.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die philosophischen und ethischen Hintergründe der asiatischen Kampfkünste und wie diese als Spiegelbild für Historie, Kultur und Mentalität Asiens, insbesondere Japans, dienen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind der Bushido-Kodex, die Analyse moralischer Tugenden der Samurai, das Konzept des „Do“ als Weg der Selbstvervollkommnung sowie die Bedeutung von Gewaltlosigkeit und Selbstdisziplin.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die östliche Moralität zu verdeutlichen und unterschiedliche Denkweisen verständlich zu machen, um so zu einem besseren Verständnis einer Kultur beizutragen, die westlichen Betrachtern oft fremd erscheint.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine geisteswissenschaftliche Analyse, die historische Quellen, Fachliteratur und Zitate renommierter Autoren heranzieht, um die Entwicklung und Bedeutung der ethischen Ideale darzulegen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die historischen Wurzeln des Bushido und dessen zentrale Tugenden (Gi, Yu, Jin, Makoto, Meiyo, Chugi, Rei) erläutert. Zudem werden das Konzept „Do“ und das Postulat der Gewaltlosigkeit vertieft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter sind unter anderem Bushido, Samurai, Japan, Kampfkünste, Moral, Tugenden, Charakterbildung, Do, Selbstdisziplin und Gewaltlosigkeit.

Welchen Stellenwert nimmt die Tugend der Loyalität ein?

Loyalität wird als unverkennbares Wesensmerkmal der japanischen Mentalität beschrieben, das weit über einfache Pflichterfüllung hinausgeht, jedoch nicht im Widerspruch zum eigenen Gewissen stehen darf.

Warum wird im Kontext der Kampfkünste von Gewaltlosigkeit gesprochen?

Obwohl es sich um Kampfkünste handelt, liegt der tiefere Sinn vieler Disziplinen darin, Konflikte durch Harmonie und Selbstbeherrschung zu lösen, anstatt sie durch Aggression zu eskalieren.

Wie unterscheidet sich das Verständnis von „Übung“ zwischen Ost und West?

Während im Westen „Übung“ oft zielorientiert auf die Erbringung einer bestimmten Leistung ausgerichtet ist, steht in Asien der Prozess des lebenslangen Übens und damit die innere Reifung der Persönlichkeit im Vordergrund.

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Details

Title
Charakterliche Ideale in den asiatischen Kampfkünsten. Spiegel von Historie, Kultur und Mentalität
College
University of Regensburg
Grade
1,3
Author
Stefan Besenhard (Author)
Publication Year
2011
Pages
18
Catalog Number
V233442
ISBN (eBook)
9783656496748
ISBN (Book)
9783656503958
Language
German
Tags
charakterliche ideale kampfkünsten spiegel historie kultur mentalität
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefan Besenhard (Author), 2011, Charakterliche Ideale in den asiatischen Kampfkünsten. Spiegel von Historie, Kultur und Mentalität, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/233442
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