Das Thema „wie der Mensch zur Sprache kommt“ ist schon seit Ende des 19. Jahrhunderts Forschungsgebiet vieler Wissenschaftler und umfasst weit mehr, als man es vom Titel her vermuten mag. Die vielen Wissenschaftler wetteiferten von Beginn an um die Bezeichnung der Termini für die Lebensphasen und Vorgänge, in denen es zur Sprachentwicklung des Kindes kommt. Demzufolge kam es zu immer neuen Auffassungen, Erfindungen und Spracherwerbstheorien. Ich werde mich in meiner Hausarbeit der Theorie von Noam Chomsky widmen.
Zunächst werde ich jedoch erläutern, was der Spracherwerb beinhaltet. Dabei werde ich auf wichtige Begrifflichkeiten wie „Sprache“, „Sprachentwicklung“, „Spracherwerb“ und „Sprachlernen“ eingehen und diese näher definieren.
Im Anschluss daran erläutere ich kurz die vier sprachtheoretischen Ansätze des Spracherwerbs und der Sprachentwicklung, um die Unterschiede zu Chomskys Theorie herauszukristallisieren und mich dann der zentralen Thematik meiner Hausarbeit widmen zu können. Gleichzeitig werde ich mich dem bedeutenden Sprachwissenschaftler Noam Chomsky zuwenden und die Höhepunkte seiner Karriere vorstellen und mich im Anschluss seinem linguistischen Erklärungsansatz zum Spracherwerb zuwenden.
Der nachfolgende Abschnitt setzt sich dann ausführlich mit der von Chomsky entwickelten
Generativen Grammatik auseinander und erläutert im Einzelnen, was diese Grammatik
beinhaltet. Außerdem werde ich in diesem Abschnitt auf bedeutende syntaktische Regeln und
Modelle wie „das Prinzipien- und Parametermodell“, „Das X-bar-Schema“ sowie auf „die
Konstituentenstrukturanalyse und ihre Testmöglichkeiten“ eingehen.
Zum Abschluss werde ich mich mit einigen Ansätzen Chomskys kritisch auseinandersetzen
und persönlich Stellung beziehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Sprache im Überblick
2.1 Die Sprache
2.2 Entwicklung der Sprache und der Spracherwerbsforschung
3. Die vier verschiedenen sprachtheoretischen Ansätze
3.1 Der Lerntheoretische Ansatz
3.2 Der Nativistische Ansatz
3.3 Der Kognitivistische Ansatz
3.4 Der Interaktionistische Ansatz
4. Noam Chomsky und sein linguistischer Erklärungsansatz zum Spracherwerb
5. Die Generative Grammatik im Überblick
5.1 Die Geschichte der Generativen Grammatik
5.2 Die Inhalte der Generativen Grammatik
5.3 Die syntaktischen Regeln der Generativen Grammatik
6. Zusammenfassung/ persönliche Stellungnahme
6.1 Resümee
6.2 Pro
6.3 Contra
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Spracherwerbstheorie von Noam Chomsky und analysiert kritisch das Konzept der Generativen Grammatik, um zu ergründen, ob Spracherwerb als angeborener biologischer Prozess oder als erlerntes Verhalten zu verstehen ist.
- Vergleichende Analyse sprachtheoretischer Erklärungsansätze (Lerntheoretisch, Nativistisch, Kognitivistisch, Interaktionistisch).
- Darstellung der Biografie und des linguistischen Werdegangs von Noam Chomsky.
- Erläuterung der Grundlagen der Generativen Grammatik (Universalgrammatik, Prinzipien- und Parametermodell).
- Methodische Einführung in die Konstituentenstrukturanalyse und verschiedene syntaktische Tests.
- Kritische Diskussion zur genetischen Fundierung von Sprache versus Einfluss durch Umwelteinflüsse.
Auszug aus dem Buch
Die Konstituentenstrukturanalyse und ihre Tests
Nach dieser „Immediate Constituents-Analyse“ bestehen Sätze aus umfassenden Gliederungseinheiten, den Konstituenten. Mit Hilfe von Konstituententests können die Konstituenten bis hin zu den einzelnen Wörtern zerlegt werden. Demnach unterliegen die Sätze einer hierarchischen Struktur.
Graphisch lässt sich die hierarchische Struktur von Sätzen durch sogenannte Strukturbäume darstellen. Im Folgenden möchte ich dies am nachstehenden Satz „Der Mann las ein Buch.“ repräsentieren.
Durch die Anwendung syntaktischer Regeln wird ein Satz in seine unmittelbaren Konstituenten zerlegt. Außerdem werden die komplexen Konstituenten „Der Mann“ der Nominalphrase (NP) und „las ein Buch“ der Verbalphrase (VP) zugeordnet. Weiterhin wird durch die Regeln festgelegt, dass eine Nominalphrase aus einem Artikel (DET) und einem Nomen (N) und ein Verbalphrase (VP) aus ein Verb (V) und einer Nominalphrase (NP) aufgebaut ist. Diese Regeln werden nach Chomsky als sogenannte Phrasenstrukturregeln bezeichnet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung definiert den Themenbereich des Spracherwerbs und führt in die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Noam Chomskys Theorien ein.
2. Die Sprache im Überblick: Dieses Kapitel erläutert grundlegende Begriffe wie Sprache, Sprachentwicklung und Spracherwerb und skizziert die historische Entwicklung der Forschung.
3. Die vier verschiedenen sprachtheoretischen Ansätze: Es werden die zentralen Theorieansätze (lerntheoretisch, nativistisch, kognitivistisch, interaktionistisch) einander gegenübergestellt.
4. Noam Chomsky und sein linguistischer Erklärungsansatz zum Spracherwerb: Dieser Abschnitt widmet sich der Person Noam Chomsky sowie der Entstehungsgeschichte seiner linguistischen Erklärungsmodelle.
5. Die Generative Grammatik im Überblick: Hier werden die Kernelemente der Generativen Grammatik, inklusive des X-bar-Schemas und der Konstituentenstrukturanalyse, detailliert beschrieben.
6. Zusammenfassung/ persönliche Stellungnahme: Die Autorin fasst die Ergebnisse zusammen und bezieht kritisch Stellung zur Frage, ob Sprache angeboren oder durch die Umwelt geprägt ist.
Schlüsselwörter
Spracherwerb, Noam Chomsky, Generative Grammatik, Universalgrammatik, Nativismus, Syntax, Konstituentenanalyse, Sprachkompetenz, Performanz, Prinzipien- und Parametermodell, Erstspracherwerb, Sprachentwicklung, Linguistik, Kognition, Minimalistisches Programm.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, wie der Mensch Sprache erwirbt, wobei der Fokus auf der Theorie von Noam Chomsky und dem Konzept der angeborenen Sprachfähigkeit liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind der Vergleich verschiedener Spracherwerbstheorien, die Grundlagen der Generativen Grammatik und die Debatte um angeborene versus erlernte sprachliche Strukturen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Chomskys linguistischen Erklärungsansatz zu analysieren und kritisch zu hinterfragen, ob ein genetisch festgelegtes Sprachwissen existiert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse sowie die Erläuterung und Anwendung linguistischer Analyseverfahren wie der Konstituentenstrukturanalyse.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die historische Entwicklung der Generativen Grammatik, die Universalgrammatik, spezifische syntaktische Modelle sowie die Abgrenzung zum Minimalistischen Programm.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen zählen Spracherwerb, Universalgrammatik, Generative Grammatik, Kompetenz versus Performanz und die Debatte um genetische Determination.
Wie definiert Chomsky den Unterschied zwischen Kompetenz und Performanz?
Kompetenz ist das unbewusste, intuitive Wissen eines idealen Sprechers über seine Sprache, während Performanz der tatsächliche Gebrauch der Sprache in konkreten Situationen ist.
Welche Kritik übt die Autorin am Prinzipien- und Parametermodell?
Die Autorin kritisiert, dass das Modell keine klare Grenze zieht, wo Sprache beginnt und endet, und bezweifelt, dass alle Kategorien aller Sprachen genetisch bedingt sein können.
Was besagt das X-bar-Schema in der Generativen Grammatik?
Es ist ein systematisches Schema für die Strukturierung von Phrasen, bei dem jede Phrase einen Kopf enthält, der die Struktur prägt und die lexikalische Kategorie bestimmt.
- Arbeit zitieren
- Dana Michaelis (Autor:in), 2011, Spracherwerb: angeboren oder anerzogen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/233470