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Ist Tugend notwendig zum Glück?

Wenn jeder neben seinem eigenen Wohl auch das der anderen anstreben würde, könnte die Welt sich bessern.

Titel: Ist Tugend notwendig zum Glück?

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2012 , 33 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Dana Michaelis (Autor:in)

Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Frage nach dem Glück erstreckt sich bereits über die 2500 Jahre alte Philosophiegeschichte und so setzte das Streben nach Glück in der Antike den Grundstein für das Glücksstreben in der Moderne. Auch der Tugend-Begriff, der seit der Antike stark an das Glück geknüpft wurde, hat sich in dieser Zeit stark verändert. Zu den Verfechtern antiker Tugenden zählten beispielsweise Platon, Sokrates und Aristoteles. Das Werk „Nikomachische Ethik“ von Aristoteles wurde für viele Philosophen wie William Paley oder Jeremy Bentham die Grundlage anschließender Tugenddiskussionen, der Theorie der Ethik und der Sozialphilosophie. Nach Auffassung von William Paley und Jeremy Bentham kann eine Handlung dann als ethisch gut eingestuft werden, wenn sie einer größtmöglichen Anzahl von Personen Glück beschert. James Mill und sein Sohn John Stuart Mill griffen diese Debatte auf und entwickelten sie weiter. Das Thema, mit dem ich mich in dieser Hausarbeit auseinander setzen werde, zielt auf die Beantwortung der Frage ab, ob Tugend notwendig ist, um glücklich zu sein. Ich werde mich dabei in Kapitel 2 mit dem Tugend- und Glücksbegriff der Antike am Beispiel von Aristoteles und dem der Moderne am Beispiel von John Stuart Mill auseinandersetzen. Ich werde mich dabei vorwiegend auf die Werke ,,Nikomachische Ethik" von Aristoteles und „Der Utilitarismus“ und „Political Economy“ von John Stuart Mill stützen. Es wird mir dabei unter anderem in Kapitel 2 um die Beantwortung folgender Fragen gehen: Was genau ist dieses „Glück“...

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Begriff der Tugend von der Antike zur Moderne

2.1 Begriffsklärung „Tugend“

2.2 Aristoteles

2.2.1 Glücksbegriffe und das Streben nach Glück in der Philosophie

2.2.2 Glück als erlernbares Gut – Der Tugendbegriff bei Aristoteles

2.2.3 Der Weg der Mitte

2.3 John Stuart Mill

2.3.1 Glücksphilosophie der Moderne und der Sinn des Lebens

2.3.2 Der Utilitarismus

2.3.3 Die Bedingungen zur Lösung der "sozialen Frage"

3. Vergleich der Standpunkte von Aristoteles und Mill

3.1 Gemeinsamkeiten

3.2 Unterschiede

4. Welche Rolle spielen Tugend und Glück bei der Yasuni-Debatte?

4.1 Der Yasuni-Nationalpark

4.2 Die Suche nach Lösungsansätzen

4.2.1 Die Yasuni-Debatte und Mill

4.2.2 Die Yasuni-Debatte und Aristoteles

5. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die philosophische Fragestellung, ob Tugendhaftigkeit eine notwendige Bedingung für ein glückliches Leben darstellt, und überträgt diese Erkenntnisse auf die aktuelle Kontroverse um die Ölförderung im Yasuni-Nationalpark.

  • Vergleichende Analyse des Tugend- und Glücksbegriffs bei Aristoteles und John Stuart Mill
  • Untersuchung der Relevanz antiker und moderner Ethikkonzepte für das menschliche Glücksstreben
  • Anwendung utilitaristischer und aristotelischer Prinzipien auf die globale ökologische Verantwortung
  • Diskussion der ethischen Dimensionen bei der Entscheidung über den Schutz von Biodiversität versus ökonomische Nutzung

Auszug aus dem Buch

2.2.3 Der Weg der Mitte

Nach der Ethik von Aristoteles ist alles alltäglich erlebbar und richtet sich nach den allgemeinen Erfahrungen des Lebens. Im sechsten Kapitel der „Nikomachischen Ethik“ beginnt Aristoteles mit einer kurzen Definition der Tugend als den Habitus des Wählens der nach uns bemessenen Mitte. Nur der Weg der Mitte oder des richtigen Maßes kann nach Aristoteles die Harmonie eines tugendhaften Charakters erhalten.

Ein Mensch muss sich demnach nicht jedem Ereignis stellen, sondern muss stattdessen bei seinen Handlungen eine Auswahl treffen, die es ihm möglich macht, den Weg der Mitte zu halten. „So meidet denn jeder Kundige das Übermaß und den Mangel und sucht und wählt die Mitte, nicht die Mitte der Sache nach, sondern die Mitte für uns.“

Voraussetzung für das richtige Maß ist nach Aristoteles das sittlich vortreffliche Handeln. Nach Aristoteles handelt nur derjenige tugendhaft, der die Mitte zwischen Mangel und Zuviel gefunden hat. Irrationale Regungen wie Angst oder Zorn sind stattdessen keine sittlichen Vorzüge, noch sind sie Fehler. Für diese Regungen erhalten wir weder Lob noch Tadel, wie es bei Vorzügen üblich wäre. Auch Anlagen sind keine sittlichen Vorzüge, da ein schönes oder hässliches Erscheinungsbild eines Menschen bereits angeboren ist. Daraus schließt Aristoteles, dass sittliche Vorzüge feste Grundhaltungen sind.

„Die Mitte ist die zwischen einem doppelten fehlerhaften Habitus, dem Fehlen des Übermaßes und des Mangels; (…).“

Nach Aristoteles zielen deshalb die Handlungen bei einem sittlich vortrefflichen Menschen immer auf die Mitte ab. Seines Erachtens ist der Weg der Mitte jedoch ein beschwerlicher Weg, verbunden mit fortwährenden Kämpfen, da der Mensch immer zwischen zwei Extremen steht. Doch auch das zunehmende Streben nach Macht und Besitz birgt Gefahren in sich.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Entwicklung des Glücksbegriffs ein und definiert das Ziel der Arbeit, die Notwendigkeit von Tugend für ein glückliches Leben kritisch zu beleuchten.

2. Der Begriff der Tugend von der Antike zur Moderne: Dieses Kapitel erarbeitet theoretische Grundlagen, indem es Aristoteles als antiken Vertreter und John Stuart Mill als modernem Utilitaristen gegenüberstellt.

2.1 Begriffsklärung „Tugend“: Definition des Tugendbegriffs unter historischer Betrachtung von der griechischen Antike bis zur christlichen Tradition.

2.2 Aristoteles: Detaillierte Darstellung der aristotelischen Philosophie hinsichtlich Glücksbegriffen, der Rolle der Seele und des Prinzips der Mitte.

2.2.1 Glücksbegriffe und das Streben nach Glück in der Philosophie: Analyse der antiken Unterscheidung zwischen zufälligem Glück und Glückseligkeit als Lebenskunst.

2.2.2 Glück als erlernbares Gut – Der Tugendbegriff bei Aristoteles: Erklärung der Unterscheidung in ethische und dianoetische Tugenden innerhalb der menschlichen Seele.

2.2.3 Der Weg der Mitte: Ausführung zur Mesoteslehre, bei der Tugend als das richtige Maß zwischen zwei Extremen verstanden wird.

2.3 John Stuart Mill: Fokus auf die moderne utilitaristische Philosophie und Mills Erweiterung der Konzepte von Bentham.

2.3.1 Glücksphilosophie der Moderne und der Sinn des Lebens: Einbettung von Mills Denken in den Kontext der neuzeitlichen Freiheit und Sinnsuche.

2.3.2 Der Utilitarismus: Erläuterung des Nutzenkalküls und der qualitativen Glücksbestimmung nach Mill.

2.3.3 Die Bedingungen zur Lösung der "sozialen Frage": Betrachtung der sozialökonomischen Ansätze Mills zur Überwindung gesellschaftlicher Ungleichheit.

3. Vergleich der Standpunkte von Aristoteles und Mill: Synthese der Gemeinsamkeiten und Differenzen beider Philosophen bezüglich ihres Menschenbildes und Zielen.

3.1 Gemeinsamkeiten: Identifikation der Übereinstimmung, dass Tugend durch Gewöhnung und Erziehung erlernt werden muss.

3.2 Unterschiede: Herausarbeitung der Differenzen in der Gewichtung von persönlichem Glücksstreben und dem qualitativen Verständnis von Freude.

4. Welche Rolle spielen Tugend und Glück bei der Yasuni-Debatte?: Anwendung der erarbeiteten ethischen Theorien auf den konkreten Fall des Yasuni-Nationalparks.

4.1 Der Yasuni-Nationalpark: Vorstellung des ökologisch sensiblen Gebiets und der ökonomischen Interessenkonflikte durch Erdölförderung.

4.2 Die Suche nach Lösungsansätzen: Diskussion über Verantwortung gegenüber zukünftigen Generationen und die Finanzierung durch internationale Fonds.

4.2.1 Die Yasuni-Debatte und Mill: Überprüfung der Problematik durch verschiedene utilitaristische Ansätze wie Universalismus und Individualismus.

4.2.2 Die Yasuni-Debatte und Aristoteles: Suche nach einer Lösung durch verantwortungsbewusstes Handeln und das Prinzip des richtigen Maßes.

5. Schlussbetrachtung: Zusammenfassendes Fazit zur Frage der Tugendnotwendigkeit und Plädoyer für eine Ökonomie des Genug.

Schlüsselwörter

Aristoteles, John Stuart Mill, Glückseligkeit, Eudaimonia, Tugend, Utilitarismus, Ethik, Yasuni-Nationalpark, Moralphilosophie, Nachhaltigkeit, Mesoteslehre, Verantwortlichkeit, Gesellschaftsordnung, Lebenskunst, Umweltschutz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die philosophische Frage, ob Tugendhaftigkeit notwendig ist, um glücklich zu sein, und verbindet diese theoretische Betrachtung mit einem aktuellen ökologischen Fallbeispiel.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind antike Ethik bei Aristoteles, der moderne Utilitarismus von John Stuart Mill sowie die angewandte Umweltethik am Beispiel der Yasuni-Debatte.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Aristoteles und Mill herauszuarbeiten und zu prüfen, ob diese philosophischen Konzepte Lösungswege für aktuelle globale Krisen wie die Ölförderung im Yasuni-Nationalpark bieten können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine philosophische Textanalyse und einen systematischen Vergleich, der durch die Heranziehung von Sekundärliteratur und aktuellen gesellschaftspolitischen Debatten untermauert wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert zunächst intensiv die Glücks- und Tugendkonzepte der beiden Philosophen, vergleicht deren Standpunkte und überträgt die erarbeiteten ethischen Kriterien anschließend auf die Kontroverse um den Yasuni-Nationalpark in Ecuador.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Tugend, Eudaimonia, Utilitarismus, Mesoteslehre (Weg der Mitte), ökologische Verantwortung und das Streben nach Glück.

Inwieweit hilft Aristoteles bei der Lösung der Yasuni-Problematik?

Aristoteles betont das Handeln aus Einsicht und die Wahl der goldenen Mitte. Übertragen auf Yasuni bedeutet dies, dass die Weltbevölkerung in der Verantwortung steht, durch maßvolle Entscheidungen und die Wahl der richtigen Mittel einen Ausgleich zum Profitstreben zu finden.

Welchen utilitaristischen Ansatz schlägt die Autorin für Yasuni vor?

Die Autorin diskutiert verschiedene utilitaristische Deutungen und kommt zu dem Schluss, dass ein universeller Ansatz, der die Interessen aller (inklusive zukünftiger Generationen und der Natur) einbezieht, notwendig ist, um die Zerstörung des Nationalparks zu verhindern.

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Details

Titel
Ist Tugend notwendig zum Glück?
Untertitel
Wenn jeder neben seinem eigenen Wohl auch das der anderen anstreben würde, könnte die Welt sich bessern.
Hochschule
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald  (Philosophisches Institut)
Veranstaltung
Hauptseminar: Entwicklung und Gerechtigkeit
Note
1,3
Autor
Dana Michaelis (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
33
Katalognummer
V233485
ISBN (eBook)
9783656501039
ISBN (Buch)
9783656501817
Sprache
Deutsch
Schlagworte
tugend glück wenn wohl welt
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dana Michaelis (Autor:in), 2012, Ist Tugend notwendig zum Glück?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/233485
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  33  Seiten
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