Erzieht das Buch „Blickfeld Deutsch“ zur Schriftlichkeit oder zur
Mündlichkeit oder zu beidem? Um diese Frage beantworten zu können, muss man zunächst in einem theoretischen und
analytischen Teil der Arbeit herausstellen, was die Termini Schriftlichkeit und Mündlichkeit
der Sprache bedeuten.
Im Anschluß daran wird untersucht werden, welche Aufgabenstellungen in den verschiedenen
Kapiteln des Lehrbuches zur Mündlichkeit und welche zur Schriftlichkeit erziehen.
Diese Untersuchung wie auch die Aussagen im theoretischen Teil erfolgen auf der Grundlage
der von mir verwandten Forschungsliteratur.
Inhaltsverzeichnis
I Einleitung
1.) Geplante Untersuchungsschritte
2.) Mündlichkeit und Schriftlichkeit als Realisationsformen von Sprache
II Hauptteil
1.) Beschaffenheit und Zielsetzung des Arbeitsbuches „Blickfeld Deutsch“
2.) Erziehung zur Schriftlichkeit oder zur Mündlichkeit oder zu beidem durch Arbeitsanweisungen
3.) Erwerb eines Bildungshorizontes
4.) Die Rolle der Institution Schule bei der Erziehung zur Standardsprache
III Schluß
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit das Lehrwerk „Blickfeld Deutsch“ zur Förderung mündlicher beziehungsweise schriftlicher Sprachkompetenz bei Schülern der gymnasialen Oberstufe beiträgt. Dabei wird insbesondere analysiert, wie die didaktischen Arbeitsanweisungen des Buches konzeptionell auf Mündlichkeit oder Schriftlichkeit ausgerichtet sind.
- Theoretische Grundlagen von Mündlichkeit und Schriftlichkeit nach Koch/Oesterreicher.
- Analyse der didaktischen Struktur und Zielsetzung des Lehrbuchs „Blickfeld Deutsch“.
- Differenzierung der Arbeitsanweisungen hinsichtlich ihrer medialen und konzeptionellen Ausprägung.
- Zusammenhang zwischen Sprachbildung, Bildungshorizont und der Rolle der Institution Schule.
Auszug aus dem Buch
Mündlichkeit und Schriftlichkeit als Realisationsformen von Sprache
Sprachliche Äußerungen sind Elemente menschlichen Handelns. Für die Realisierung von Äußerungen stehen zwei verschiedene Mittel zu Verfügung: das Sprechen und das Schreiben. Die Sprache ist eine speziell menschliche Erscheinung. Als primäres soziales Zeichensystem ermöglicht sie Denken und Handeln.
Das Sprechen im Alltag ist unmittelbar und geschieht zeitgleich von Sprecher und Hörer. Bei einer schriftlichen Realisation liest beispielsweise der Empfänger eines Briefes diesen zeitversetzt zum Briefschreiber. Es herrscht zeitliche und räumliche Distanz vor. Schon in der Antike ersetzte der Brief das Gespräch von abwesenden Freunden. Somit besteht ein nur mittelbarer Kontakt von Schreiber und Empfänger. Dadurch ist eine schriftliche Äußerung nicht durch andere Mittel wie Gestik, Mimik oder Stimmung des Sprechers modifizierbar.
Ein weiterer Unterschied ist, dass das Produktionstempo beim Schreiben langsamer ist, wodurch man mehr Zeit hat, sich Formulierungen oder Gedankengänge länger zu überlegen. Beim Sprechen muss man schneller und spontaner auf eben Gesagtes reagieren können. Allerdings ist bei aktivem Gespräch immer noch eine Korrektur von eben Gesagtem möglich, wohingegen Geschriebenes nicht mehr korrigiert werden kann. Dieses kann aber einen Anspruch auf Gültigkeit dadurch erheben, dass man durch mehrmaliges Lesen zu jedem Zeitpunkt den Inhalt nachhaltiger im Gedächtnis behalten kann.
Zusammenfassung der Kapitel
I Einleitung: Dieses Kapitel erläutert das Vorgehen der Untersuchung und führt in die sprachtheoretischen Grundlagen von Mündlichkeit und Schriftlichkeit ein.
II Hauptteil: Der Hauptteil analysiert die konkreten Arbeitsanweisungen des Lehrbuchs, diskutiert den Erwerb eines Bildungshorizontes und beleuchtet die Aufgabe der Schule bei der Vermittlung der Standardsprache.
III Schluß: Hier erfolgt eine zusammenfassende Bewertung, inwieweit das Lehrbuch Mündlichkeit und Schriftlichkeit fördert und warum eine differenzierte Betrachtung der Konzeptionen notwendig ist.
Schlüsselwörter
Mündlichkeit, Schriftlichkeit, Sprachdidaktik, Blickfeld Deutsch, konzeptionelle Schriftlichkeit, konzeptionelle Mündlichkeit, mediale Dimension, Sprachnorm, Standardsprache, Bildungsauftrag, Textanalyse, Kommunikationssituation, Sprachwandel, gymnasiale Oberstufe, Koch/Oesterreicher.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Lehrwerk „Blickfeld Deutsch“ daraufhin, ob die enthaltenen Aufgaben zur Mündlichkeit oder zur Schriftlichkeit erziehen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind das Spannungsfeld zwischen mündlicher und schriftlicher Kommunikation, die Analyse von Arbeitsanweisungen und die Bedeutung der Standardsprache in der Schule.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, mittels einer Analyse der Aufgabenstellungen zu klären, in welchem Verhältnis das Lehrbuch die Ausbildung konzeptionell mündlicher und schriftlicher Kompetenzen fördert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf die theoretischen Modelle der Mündlichkeit und Schriftlichkeit nach Koch und Oesterreicher sowie auf ergänzende Ansätze von Christa Dürscheid.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Zielsetzung des Buches, die Untersuchung der Arbeitsanweisungen, den Erwerb eines Bildungshorizontes durch das Buch und die Rolle der Schule bei der Sprachnormung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Mündlichkeit, Schriftlichkeit, Sprachdidaktik, Standardsprache, Kommunikationsmodell und konzeptionelle Analyse.
Wie unterscheidet die Autorin zwischen medialer und konzeptioneller Dimension?
Medial wird nach der äußeren Form (Sprechen vs. Schreiben) unterschieden, während die konzeptionelle Dimension die sprachliche Ausgestaltung im Sinne von Nähe oder Distanz betrachtet.
Welches Fazit zieht die Autorin zum Lehrwerk „Blickfeld Deutsch“?
Das Lehrbuch fördert zwar medial beide Dimensionen, erzieht jedoch auf konzeptioneller Ebene deutlich zur Schriftlichkeit, was angesichts der schulischen Anforderungen als sinnvoll erachtet wird.
- Citar trabajo
- Heike Dilger (Autor), 2006, Erzieht das Buch „Blickfeld Deutsch“ zur Schriftlichkeit oder zur Mündlichkeit oder zu beidem?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/233511