Um gesundheitsförderliche Führung besser darstellen zu können, muss die Gesundheit der Mitarbeiter aus Sicht der Unternehmensführung betrachtet werden. Für die Unternehmensführung sollte klar sein, dass Führung Einfluss auf die Gesundheit ihrer Mitarbeiter haben kann (vgl. Badura et al. 2008: 34). Sie spielt eine enorme Rolle, denn die Führungskraft „ist mitverantwortlich für das soziale Klima in einer Abteilung, die Arbeitsbedingungen, den Arbeitseinsatz, die faire Beurteilung der Untergebenen und die Anerkennung ihrer Leistungen“ (Badura et al. 2008: 133). Die Art und Weise von Führung und die damit einhergehenden verschiedenen Führungsstile werden in Kapitel 3 näher erläutert sowie das Hilfsinstrument der Führung „Moderation“.
Wachsende Komplexität der Arbeit und die dadurch entstehenden erhöhten Arbeitsanforderungen mit einhergehender Zunahme an Verantwortung kann Stress auslösen, der die Gesundheit des Mitarbeiters beeinträchtigt und bei lang anhaltender Dauer auch zu chronischen Krankheiten führt (vgl. Waller (Studenbrief 3): 12; Brieskorn-Zinke 2006: 80). Unter Kapitel 5 werden deshalb der Begriff der „Salutogenese“ und die „generalisierten Widerstandsressourcen“ charakterisiert. In den Abschnitten 5.1 und 5.2 wird näher auf das Kohärenzgefühl von Mitarbeitern und Teams eingegangen und inwiefern das Kohärenzgefühl durch Führungskräfte beeinflussbar ist.
Demzufolge werden Führungskräfte richtig gefordert sein, denn es hängt von ihnen ab, inwiefern Strategien zu gesundheitsförderlichen Strukturen umgesetzt werden. Des Weiteren tragen sie die Verantwortung für die Gestaltung von adäquaten Strukturen (vgl. Badura et al. 2010: 51). Ziel ist eine mitarbeiterorientierte Unternehmenspolitik, die nicht um vertrauensbildende Maßnahmen umher kommt. Pathologische Strukturen müssen jedoch zuvor von den Führungskräften erkannt werden, um so entsprechend eingreifen zu können (vgl. Badura et al. 2008: 133, 138). In dieser Arbeit wird in Kapitel 2 die Notwendigkeit modernen Führens erläutert und der Zusammenhang mit der Gesundheit der Mitarbeiter hergestellt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Problemlage: Notwendigkeit modernen Führens (Badura)
3 Führungsstile und das Instrument der Moderation
4 Definition von Gesundheitsförderung – Unterteilung in Prävention und Gesundheitsförderung
5 Salutogenese – Allgemein
5.1 Stärken von Mitarbeitern (Sense of Coherence)
5.2 Stärken von Teams (Gruppen-SoC)
6 Berufliche Konsequenzen für Führungskräfte (Gesundheitsförderung und situative Führung)
7 Schluss
Zielsetzung & Themen
Die Hausarbeit untersucht den Zusammenhang zwischen modernen Führungsstilen, Salutogenese und Gesundheitsförderung im Kontext von Pflegeeinrichtungen, um aufzuzeigen, wie Führungskräfte durch gesundheitsförderliche Strukturen und eine mitarbeiterorientierte Führung die Mitarbeitergesundheit und den Unternehmenserfolg positiv beeinflussen können.
- Notwendigkeit modernen Führens im Wandel der Werte
- Führungsstile und die Rolle der Moderation im Team
- Definition und Abgrenzung von Prävention und Gesundheitsförderung
- Konzept der Salutogenese und das Kohärenzgefühl (SoC)
- Berufliche Anforderungen und notwendige Soft Skills für Führungskräfte
Auszug aus dem Buch
5.1 Stärken von Mitarbeitern (Sense of Coherence)
Unter Kohärenzgefühl (eher: Kohärenzsinn; englisch: the sense of coherence, Abk. SoC) nach Antonovsky ist eine „Hauptdeterminante“ zu verstehen, die für die Platzierung auf dem Gesundheits-Krankheits-Kontinuum verantwortlich ist und auch dafür, „daß [!] man sich in Richtung des gesunden Pols bewegt“ (Antonovsky 1997: 33). Diese so genannte Hauptdeterminante teilt Antonovsky in drei Bestandteile: der Verstehbarkeit, der Handhabbarkeit und der Bedeutsamkeit. Sie machen das Kohärenzgefühl aus. Diese Bestandteile sind auch als Stärken von Mitarbeitern in Unternehmen zu betrachten, die vom Führungspersonal im Zusammenhang mit Gesundheitsförderung genutzt werden können. Denn „[n]ach dem Modell der Salutogenese hat das Ausmaß des Kohärenzgefühls eines Menschen eine direkte Verbindung zu seiner Gesundheit“ (Brieskorn-Zinke 2006: 83; vgl. Antonovsky 1997: 93). Speziell in Bezug auf die Arbeit in einem Unternehmen wie dem Krankenhaus treten im Alltag eine Vielzahl an Stressoren auf, die nicht nur alleine durch das Führungspersonal reduziert werden können, indem wie anfangs bereits erwähnt, adäquate Strukturen geschaffen werden. Der Mensch als Arbeitnehmer muss eine entscheidende Voraussetzung mitbringen und diese lautet Belastbarkeit.
Im Folgenden sollen die drei Bestandteile des SoC näher erläutert werden.
Mit Verstehbarkeit meint Antonovsky eine menschliche Ressource, die Widerstände im Leben für den Menschen selbst erklärbar machen. Der Mensch ist durch seine kognitiven Potentiale in der Lage seine Umwelt in eine für ihn logische Ordnung zu bringen und Widerstände bzw. bestimmte Situationen wie Krieg oder Tod vorherzusagen und diese im Vorfeld bereits zu verarbeiten (vgl. Antonovsky 1997: 34).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Notwendigkeit von Gesundheitsförderung in sozialen Einrichtungen aufgrund steigender Fehlzeiten durch psychische und körperliche Belastungen.
2 Problemlage: Notwendigkeit modernen Führens (Badura): Es wird der Wandel von materialistischen zu postmaterialistischen Werten analysiert und die Notwendigkeit einer mitarbeiterorientierten Führung abgeleitet.
3 Führungsstile und das Instrument der Moderation: Das Kapitel stellt verschiedene Führungsstile vor und erläutert die Moderation als Methode zur Problemlösung und Partizipation im Team.
4 Definition von Gesundheitsförderung – Unterteilung in Prävention und Gesundheitsförderung: Hier erfolgt eine wissenschaftliche Abgrenzung zwischen präventiven Maßnahmen und dem ganzheitlichen Rahmenkonzept der Gesundheitsförderung.
5 Salutogenese – Allgemein: Es wird Antonovskys Modell eingeführt, das sich auf die Ressourcen und Ursprünge von Gesundheit statt auf die Beseitigung von Krankheitsfaktoren konzentriert.
5.1 Stärken von Mitarbeitern (Sense of Coherence): Dieser Abschnitt vertieft das Kohärenzgefühl und seine drei Dimensionen als wesentliche Gesundheitsressource des Einzelnen.
5.2 Stärken von Teams (Gruppen-SoC): Hier wird das Konzept des Gruppen-SoC auf pflegerische Teams übertragen und dessen Bedeutung für die gegenseitige Unterstützung erläutert.
6 Berufliche Konsequenzen für Führungskräfte (Gesundheitsförderung und situative Führung): Das Kapitel behandelt die Anforderungen an Führungskräfte, Strukturen zu schaffen, die die Mitarbeitergesundheit unterstützen, und diskutiert notwendige Soft Skills.
7 Schluss: Die Arbeit fasst zusammen, dass die Investition in das Sozialkapital und die Mitarbeitergesundheit einen entscheidenden Beitrag zum Unternehmenserfolg leistet.
Schlüsselwörter
Salutogenese, Gesundheitsförderung, Führungskräfte, Pflegemanagement, Kohärenzgefühl, Sense of Coherence, Arbeitssicherheit, Mitarbeiterorientierung, Moderation, Sozialkapital, Stressbewältigung, Organisationsentwicklung, Work-Life-Balance, Soft Skills, Betriebliche Gesundheitspolitik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung von moderner Führung und Gesundheitsförderung in Pflegeeinrichtungen, um die Arbeitsfähigkeit und das Wohlbefinden der Beschäftigten zu sichern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind der Wertewandel in Organisationen, die Anwendung des Salutogenese-Modells nach Antonovsky, verschiedene Führungsstile sowie die Moderation als Führungsinstrument.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Führungskräfte gesundheitsförderliche Rahmenbedingungen schaffen können, um pathologische Organisationsstrukturen zu verhindern und die Mitarbeiterbindung zu stärken.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung mit Fachliteratur, Modellen (wie der Salutogenese) und empirischen Erkenntnissen aus dem Bereich des Pflegemanagements.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Notwendigkeit modernen Führens, erklärt das Konzept des Kohärenzgefühls auf Einzel- und Teamebene und leitet daraus konkrete Anforderungen an Führungskräfte ab.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Salutogenese, Gesundheitsförderung, mitarbeiterorientierte Führung, Sozialkapital und Kohärenzgefühl.
Was unterscheidet Gesundheitsförderung von Prävention?
Prävention zielt primär auf die Vermeidung spezifischer Risiken und Krankheiten ab, während Gesundheitsförderung ein ganzheitliches Rahmenkonzept zur Stärkung der allgemeinen Gesundheitsressourcen ist.
Welche Bedeutung hat das "Gruppen-SoC" für Pflegeteams?
Ein starkes Gruppen-SoC fördert das kollektive Bewusstsein und die gegenseitige moralische Unterstützung, was bei hohen Arbeitsanforderungen im Krankenhaus essenziell für die Gesundheitserhaltung ist.
Welche Rolle spielen "Soft Skills" für eine Führungskraft?
Soft Skills wie Einfühlungsvermögen, Kooperationsbereitschaft und Selbstreflexion sind laut der Arbeit entscheidend, da sie über rein fachliche Kompetenzen hinausgehen und eine mitarbeiterorientierte Führung erst ermöglichen.
Warum wird die Gesundheit der Führungskräfte selbst thematisiert?
Führungskräfte haben eine Vorbildfunktion. Wenn sie sich selbst gesund verhalten, fördert dies die Glaubwürdigkeit und wirkt motivierend auf die Mitarbeiter.
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- Annemarie Fajardo (Author), 2011, Salutogenese und Führungsstile. Organisationsentwicklung durch Gesundheitsförderung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/233522