Moderation eines „Runden Tisches“ zum Thema demographischer Wandel


Studienarbeit, 2012

17 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Moderation
1.2 Situationsanalyse

2 Der Moderationszyklus
2.1 Organisatorische Vorbereitung
2.2 Inhaltliche Vorbereitung
2.3 Einstieg
2.4 Themensammlung
2.5 Auswahl des Themas
2.6 Bearbeitung des Themas
2.7 Planung von Maßnahmen
2.8 Abschluss

3 Kritische Situationen

Fazit

Literaturverzeichnis

Anhang

1 Einleitung:

1.1 Moderation:

Um sich mit dem komplexen Thema der Moderation auseinandersetzen zu können, ist als Erstes eine eindeutige Begriffsbestimmung notwendig. Laut dem Wirtschaftslexikon von Gabler ist Moderation „ein Instrument, welches die Kommunikation in Teams in der Art und Weise unterstützt und ordnet, dass die Ressourcen der Teilnehmer bestmöglich zum Einsatz kommen. Sie ist weiterhin eine Arbeits- und Darstellungstechnik, die der Moderator in Arbeitsgruppen, bei Konferenzen oder in ähnlichen Situationen einsetzt. Der Moderator bietet Hilfen methodischer Art zur Problemlösung oder auch Konfliktregelung an, ohne dabei inhaltlich Stellung zu beziehen bzw. Partei zu ergreifen.“[1]

Zwar denkt man nach erstem Lesen dieser Definition sofort an den wirtschaftlichen Gebrauch der Moderation, allerdings wird der Begriff zurzeit auch häufig in Zusammenhang mit Fernseh-, Radio- oder Hörfunksendungen gebraucht und somit von jungen Menschen in einem anderem Kontext gebraucht. Dennoch kann der Begriff auch allgemeiner verwendet werden: Moderation kann immer eingesetzt werden, wenn mehrere Personen ein gemeinsames Ziel verfolgen und dieses effektiv und effizient erreicht werden soll.

Weil ich eben diesen allgemeinen Einsatz von Moderation in der heutigen Gesellschaft beleuchten möchte, werde ich nun eine Situation aus der Praxis hinsichtlich Titel, Anwendungsfeld, Thema, Teilnehmer, Moderator, Ziele und Konflikte möglichst umfassend darstellen, um diese Situation im Anschluss anhand des Moderationszyklus zu gliedern, darzustellen und zu analysieren. Des Weiteren werde ich die organisatorischen und inhaltlichen Vorbereitungen, die Moderationstechniken der einzelnen Phasen sowie drei kritische Situation während der Moderation darstellen.

Bevor ich mit der Situationsbeschreibung beginne, möchte ich noch kurz auf den Begriff des Moderators eingehen. Der Begriff „moderatio“ stammt aus dem Lateinischen ab und bedeutet so viel wie „zügeln, regeln, lenken, leiten und mäßigen.“[2] Ein Moderator ist also eine Person, die ein Gespräch lenkt oder leitet und dabei neutral bleibt. Das bedeutet, dass er oder sie keine Partei ergreift, Beiträge nicht wertet oder kommentiert, alle Teilnehmer zu Wort kommen lässt und unter der Prämisse „kein Teilnehmer hat Recht oder Unrecht“ agiert.[3]

1.2 Situationsbeschreibung:

Titel:

Kampagne: Wie kann man dem demograhischen Wandel im Fußball entgegentreten

Anwendungsfeld:

Moderation mit Vereinsverantwortlichen

Thema:

„Die demographische Entwicklung macht Sorge! Wie müssen sich die Vereine aufstellen, um überlebensfähig zu bleiben?“

Teilnehmer:

Zehn Vereinsverantwortliche aus Regensburg

Moderator:

Benjamin Kohtz, Moderator und Konfliktmanager

Vorgeschichte:

Nur zwei der zehn Vereine haben ihre Jugendabteilungen noch selbst organisert, fünf sind zum Teil, drei komplett in Jugendfördergemeinschaften organisiert. Die Auswirkungen des demographischen Wandels, der einen Rückgang der Bevölkerung in Deutschland um knapp 10 Millionen Menschen bis 2050 prognostiziert (Vgl.: Demografischer Wandel in Deutschland), sind also bereits jetzt zu spüren. Die Anzahl der Jugendmannschaften Jugendmannschaften wird sich um knapp 25% verringern, ebenso sinken die Mitglieder des bayerischen Fußball-Verbandes zwischen 7 und 18 um etwa 23% bis 2026. Um in den einzelnen Regionen bzw. Vereinen ein Bewusstsein für das Thema zu schaffen und mit den Vereinsverantwortlichen mögliche Lösungsansätze zu entwicklen, werden nun „Runde Tische“ abgehalten und das Thema erörtert .

Ziele und Konflikte:

Das Ziel der Kampagne ist die Führungskräfte der Vereine für eine zukunftsorientierte Vereinsführung fit zu machen. Dafür sollen in Kooperation mit einem Moderator die größten Probleme in den Vereinen identifiziert und Lösungsansätze diskutiert und erarbeitet werden. Insbesondere finden Erfahrungsaustäusche statt.

Für Konfliktpotential sorgen dabei vor allem die individuellen Situationen, Probleme, Bedürfnisse und Ziele der einzelnen Vereine bzw. Vereinsvertreter. Durch diese kann während der Diskussion schnell ein ineffizientes Klima entstehen, wodurch weder Probleme identifiziert noch Lösungsansätze gefunden werden.

Zielgruppenanalyse:

Von Veranstalter und Teilnehmern werden meist unterschiedliche Ziele verfolgt, so ist es auch in diesem Fall. Auf der einen Seite möchte der Fußball-Verband seinen Mitgliederstamm erhalten bzw. ausbauen und versucht dafür zusammen mit den Vereinen Lösungen für existenzbedrohende Probleme zu erarbeiten.

Auf der anderen Seite stehen die Vereine, die sehr unterschiedliche Ziele verfolgen. Nachdem die Vereine eine sehr heterogene Mitgliedschaft haben, müssen sie sehr unterschiedliche Ziele verfolgen, um die Erwartungen der Mitglieder zu erfüllen. Die Erwartungen der Mitglieder reichen von der Ausübung des Sports, über die Förderung der Jugendarbeit bis hin zum Bau einer neuen Sportgelegenheit. Erst dadurch ergeben sich unterschiedliche Problematiken wie der demographische Wandel, die Finanzen oder das Ehrenamt, die somit zu sehr konträren Vereinszielen führen.

Letztendlich ist somit die Aufgabe des Moderators die Ziele des Verbandes mit den Zielen der Vereine in Einklang zu bringen, um Synergien zu schaffen und einen Mehrwert für alle zu generieren. Dies ist möglich, indem alle Probleme identifiziert, gewichtet und bearbeitet werden.

Erst dadurch können Lösungen gefunden werden, die in unterschiedlicher Zusammensetzung in den Vereinen umgesetzt werden können. Durch die Umsetzung wird dann das Ziel des Verbandes verfolgt.

Situation:

Die eingeladenen Teilnehmer treffen in einer Sportgaststätte im Raum Regensburg. Bereits am vorangegangenen Tag und am Tag des „Runden Tisches“ hat der Moderaor und Konfliktmanager Benjamin Kohtz alle organisatorischen Vorbereitungen durchgeführt. Für die Veranstaltung ist ein Zeitrahmen von vier Stunden geplant.

2 Der Moderationszyklus

Nach Josef W. Seifert besteht der Moderationszyklus aus sechs Schritten. Diese sind der Einstieg, das Sammeln der Themen, die Auswahl und Bearbeitung eines Themas, die Maßnahmenplanung und der Abschluss.

Des Weiteren lassen sich die Schritte in drei Phasen gliedern: Den Einstieg, den Mittelteil (Themensammlung, -auswahl, -bearbeitung und Maßnahmenplanung) und das Finale.[4]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Moderationszyklus nach Seifert (www.moderationszyklus.de)

Idealtypisch durchläuft jede Moderation diesen Moderationszyklus. Deshalb möchte ich die einzelnen Phasen und die darin eingesetzten Moderationsmethoden am Beispiel des „Runden Tisches zum Thema demographischer Wandel“ erläutern. Bevor ich mich aber diesem Gliederungspunkt zuwende, werde ich auf die organisatorischen und inhaltlichen Vor-bereitungen eingehen, die von einem Moderator im Vorfeld einer Veranstaltung zu treffen sind.

2.1 Organisatorische Vorbereitung:

Zur organisatorischen Vorbereitung, einem sehr wichtigen Bestandteil für die optimale Durchführung einer Veranstaltung, durch den Moderator gehören neben der Einladung der Teilnehmer eine Termin- und Zeitrahmenplanung sowie Planungen des Ortes und Raumes, eine Sicherstellung der Sitzordnung und eine Medienplanung.

Besonders die Termin- und Zeitrahmenplanung sowie die Raumplanung sollten grundsätzlich in Checklisten festgelegt werden. Beispiele für die Checklisten habe ich im Anhang unter Abbildung sieben und acht angefügt. Zudem wurden die Teilnehmer und die Presse durch ein Rundschreiben informiert, das ich unter Abbildung neun angehängt habe.

Auf diesem wurden sowohl Datum, Zeit und Ort als auch das Thema der Veranstaltung festgelegt. Außerdem konnte durch die Rückmeldung im Voraus der Veranstaltung die genaue Teilnehmerzahl bestimmt werden.

Des Weiteren wurde eine Sitzordnung festgelegt und die Medienplanung durchgeführt. Zwar gibt es auch für die Medienplanung Checklisten, allerdings sind die notwendigen Utensilien für solche Veranstaltungen unterschiedlich. Im vorliegenden Beispiel wählte der Moderator die folgenden Materialien aus: Kärtchen unterschiedlicher Farben, Formen und Größen, Eddings, Pinnwandnägel und Flipcharts. Teilweise überschneiden sich auch die im Folgenden vorgestellte inhaltliche und organisatorische Vorbereitung. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn der Moderator es während der inhaltlichen Vorbereitung für notwendig hält die Bedeutsamkeit der Thematik durch Statistiken zu untermauern. Diese Grafiken oder Daten müssen im Rahmen der organisatorischen Vorbereitung auf dem Flip-Chart vorbereitet werden oder auf ein für alle Teilnehmer gut lesbares Plakat gedruckt werden. Durch mehrere Statistiken wie diejenigen, die im Punkt „Vorgeschichte“ vermerkt sind, weckte der Moderator das Interesse der Teilnehmer.

Um für eine angenehme Atmosphäre zu sorgen wurden Getränke und Speisen für die Vereinsverantwortlichen kostenlos zur Verfügung gestellt.[5]

2.2 Inhaltliche Vorbereitung:

Die inhaltliche Vorbereitung dagegen unterteilt sich in zwei Schritte. Im ersten Schritt muss das Ziel der Moderation geklärt werden. In diesem Fall sollen die Probleme, die durch den demographischen Wandel hervorgerufen werden, herausgefiltert und bearbeitet werden. Durch die folgende Umsetzung in den Vereinen soll der Entwicklung entgegengewirkt werden. Im zweiten Schritt sollte sich der Moderator auf die Teilnehmer einstellen. Die Einstellung der Vereinsverantwortlichen zum Thema und ihre Interessen bei der Teilnahme sollten dem Moderator bekannt sein. Dadurch können Konflikte vorhergesehen, die Moderation „gruppenadäquat“ aufgebaut sowie falls nötig die Vorgehen sweise erläutert werden. Dies ist nur möglich, wenn der Moderator im Vorfeld des Runden Tisches Kontakt zu den Vereinsverantwortlichen aufnimmt und sie nach Ihrer Meinung fragt. Außerdem kann der Moderator Kontakt zu Vorgesetzten aufnehmen, falls er detailliertere Informationen zum Thema der Veranstaltung benötigt.[6]

[...]


[1] Gabler. Wirtschaftslexikon.

[2] Vgl.: Pons. Lateinisch-Deutsch

[3] Vgl.: Knill (200).

[4] Vgl.: Seifert. Moderationszyklus. Webside.

[5] Vgl. Lerneinheit 5. Werner/Elbe. S. 23.

[6] Vgl. Lerneinheit 5. Werner/Elbe. S. 23.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Moderation eines „Runden Tisches“ zum Thema demographischer Wandel
Hochschule
Hochschule für angewandtes Management GmbH  (Sportmanagement)
Veranstaltung
Moderation
Note
1,7
Autor
Jahr
2012
Seiten
17
Katalognummer
V233629
ISBN (eBook)
9783656506102
ISBN (Buch)
9783656507512
Dateigröße
717 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Moderation, Praxisbeispiel, Bayerischer Fußball-Verband
Arbeit zitieren
Benjamin Kohtz (Autor:in), 2012, Moderation eines „Runden Tisches“ zum Thema demographischer Wandel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/233629

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