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Haftung für fehlerhafte und unterlassene Kapitalmarktinformationen

Titel: Haftung für fehlerhafte und unterlassene Kapitalmarktinformationen

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2013 , 28 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Martin Wengemuth (Autor:in)

Jura - Zivilrecht / Handelsrecht, Gesellschaftsrecht, Kartellrecht, Wirtschaftsrecht
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Haftung für fehlerhafte und unterlassene Sekundärmarktinformationen ist für Investoren ein sinnvoller und wichtiger Schutz, um die eigenen Interessen zu wahren. Dieser individuelle Anlegerschutz musste nach den Erfahrungen des
Neuen Marktes im Besonderen erarbeitet werden und führte zu vielbeachteten
Grundsatzurteilen. Daraus wird ersichtlich, dass die Haftung für fehlerhafte und unterlassene Sekundärmarktinformationen in wesentlichen Zügen Rechtsprechungsrecht ist. Dabei ist festzustellen, dass die Rechtsprechung
hierbei zwischen § 826 BGB und §§ 37b, c WpHG als mögliche Anspruchsgrundlagen unterscheidet, die sich jedoch z.T. in zentralen Aspekten
unterscheiden. Zum besseren Verständnis dieses wichtigen Elements des deutschen Kapitalmarktrechts ist es daher zunächst notwendig, die Charakteristika der §§ 37b, c WpHG i.v.m. § 15 WpHG herauszuarbeiten (I.). Anschließend bietet die Darstellung zentraler Aspekte des § 826 BGB in Bezug auf fehlerhafte und unterlassene Sekundärmarktinformationen (II.) die Möglichkeit, näher auf den IKB-Fall (III.) einzugehen, der deutsche und internationale Gerichte z.T. bis heute beschäftigt.2 Das IKB-Urteil ist -wie sich herausstellen wird- in wesentlichen Punkten eine Zäsur zu vorangegangenen Urteilen. Abschließend wird in Teil C ein Fazit gezogen und auf praktische Probleme der aktuellen Rechtsprechung verwiesen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

A Einleitung

B Haftung für fehlerhafte und unterlassene Kapitalmarktinformationen

I. Haftungsansprüche aus §§ 37b, c WpHG

1. Vorbemerkungen

2. Pflicht zur Veröffentlichung und Mitteilung kursbeeinflussender Tatsachen, § 15 WpHG

a) Tatbestandsvoraussetzungen

b) Haftung nach § 15 WpHG

3. Schadensersatz für unterlassene und unwahre Insiderinformationen nach §§ 37b, c WpHG

a) Vorbemerkungen

b) Tatbestandsvoraussetzungen

ba) § 37b WpHG

bb) § 37c WpHG

c) Kausalität

d) Verschulden und Ausschluss der Haftung

e) Schaden

f) Verjährung

4. Zusammenfassung

II. Haftungsanspüche aus § 826 BGB

1. Vorbemerkungen

2. Tatbestandsvoraussetzungen

a) Sittenwidrige Schädigung

b) Schaden und Kausalität

c) Schädigungsvorsatz

3. Rechtsfolgen

4. Zusammenfassung

III. Der IKB-Fall

1. Der tiefe Fall der IKB

2. Das IKB-Urteil

a) Sachverhalt

b) Entscheidung

c) Rechtsfolgen

C Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die rechtlichen Grundlagen und Rahmenbedingungen der Haftung von Emittenten für fehlerhafte oder unterlassene Informationen auf dem Sekundärmarkt, wobei insbesondere die Anspruchsgrundlagen nach dem Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) und dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) analysiert werden.

  • Haftungsansprüche nach §§ 37b, c WpHG bei Insiderinformationen
  • Die Rolle des § 826 BGB als zentrale Haftungsnorm bei sittenwidriger Schädigung
  • Analyse des IKB-Falls als Meilenstein der Kapitalmarktinformationshaftung
  • Bedeutung der Ad-Hoc-Publizität für den Anlegerschutz
  • Bewertung der Kausalität und Schadensermittlung bei Wertpapiergeschäften

Auszug aus dem Buch

1. Der tiefe Fall der IKB

Die IKB Deutsche Industriebank AG (IKB) wurde 1924 als Bank für Industrie-Obligationen (Bafio) im Zuge der Abwicklung deutscher Reparationszahlungen gegründet.106 Nach einer wechselvollen Geschichte erwarb die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) im Jahr 2001 33,2% der Anteile.107 Spätestens seit dem galt die IKB als eine solide Bank mit dem Fokus der Mittelstandsfinanzierung und geringem finanziellen Risiko.108 Ebenfalls 2001 begann die IKB jedoch in Asset Back Securities (ABS)109 zu investieren, deren Portfoliowert am 31. März 2007 6,8 Mrd. Euro betrug. 2002 gründete die IKB Rhineland Funding mit dem Ziel, verbriefte Wertpapiere aufzukaufen und durch Asset Back Commercial Papers (ABCP)110 zu refinanzieren. Dabei musste die IKB Rhineland Funding eine Kreditlinie von 8,1 Mrd. Euro einräumen, um das operative Geschäft zu gewährleisten.111

Im Zuge der Subprime-Krise verloren die ABS massiv an Wert und die IKB wurde im Juli 2007 in den Strudel einer weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise gezogen. Der Aktienkurs der IKB brach daraufhin dramatisch ein und die KfW musste sowohl die Kreditlinien gegenüber Rhineland Funding übernehmen, als auch anderweitige Forderungen aus ABS-Portfolioinvestments tragen. Insgesamt schnürte die KfW drei Rettungspakete, die eine finanzielle Unterstützung in Höhe von 8,35 Mrd. Euro mit sich brachten.112 Nur ein Jahr später, im August 2008, wurde die IKB an den Finanzinvestor Lone Star verkauft.

Der bis dato in der Geschichte der Bundesrepublik einzigartige Fall der IKB beschäftigt deutsche Gerichte bis heute und führte unmittelbar zum vielbeachteten IKB-Urteil des BGH.

Zusammenfassung der Kapitel

A Einleitung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung des Anlegerschutzes im deutschen Kapitalmarktrecht dar und gibt einen Überblick über die behandelten Anspruchsgrundlagen sowie den zentralen IKB-Fall.

B Haftung für fehlerhafte und unterlassene Kapitalmarktinformationen: Dieses Kapitel erläutert die gesetzlichen Anforderungen an die Ad-Hoc-Publizität nach § 15 WpHG und die daraus resultierenden Schadensersatzansprüche nach §§ 37b, c WpHG sowie die deliktische Haftung nach § 826 BGB anhand praxisrelevanter Gerichtsentscheidungen.

C Fazit: Das Fazit fasst die rechtliche Entwicklung der Haftung für Kapitalmarktinformationen zusammen und kritisiert die zunehmende Unübersichtlichkeit bei der Unterscheidung zwischen relevanten und irrelevanten Informationen für Investoren.

Schlüsselwörter

Haftung, Kapitalmarkt, Wertpapierhandelsgesetz, WpHG, § 826 BGB, Sekundärmarkt, Ad-Hoc-Publizität, Insiderinformationen, Anlegerschutz, Schadensersatz, Kausalität, IKB-Fall, Naturalrestitution, Finanzinstrumente, Unternehmenshaftung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die rechtliche Haftung von Unternehmen und deren Organen gegenüber Anlegern für fehlerhafte oder nicht rechtzeitig veröffentlichte Informationen auf dem Kapitalmarkt.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themen umfassen die Ad-Hoc-Publizität, die gesetzlichen Haftungsnormen für Insiderinformationen, die sittenwidrige Schädigung nach BGB sowie die praktische Anwendung dieser Normen anhand von Fallbeispielen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Haftungsrisiken für Emittenten bei Publizitätsverstößen zu durchleuchten und zu bewerten, wie die Rechtsprechung, insbesondere der BGH, den Anlegerschutz interpretiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Es wird eine rechtsdogmatische Analyse der einschlägigen Gesetzestexte (WpHG, BGB) vorgenommen, ergänzt durch eine Auswertung der relevanten höchstrichterlichen Rechtsprechung und der aktuellen juristischen Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung der Ansprüche nach §§ 37b, c WpHG, die Voraussetzungen der Haftung nach § 826 BGB sowie eine tiefgehende Analyse des IKB-Falls und dessen Auswirkungen auf die Rechtspraxis.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Ad-Hoc-Publizität, Schadensersatzanspruch, Kausalitätsnachweis, Sittenwidrigkeit und Anlegerschutz charakterisiert.

Welche Rolle spielt das IKB-Urteil in diesem Kontext?

Das IKB-Urteil dient als zentrales Fallbeispiel, an dem der Bundesgerichtshof die Grenzen und Anwendungsbereiche der Haftung für unterlassene Insiderinformationen sowie die Berechnung des Schadensersatzes konkretisiert hat.

Was bedeutet Naturalrestitution in dieser Arbeit?

Die Naturalrestitution bezeichnet die Rückabwicklung eines Wertpapiergeschäfts, bei der der Anleger seinen Kaufpreis zurückerhält, um ihn so zu stellen, als hätte er das Investment nie getätigt.

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Haftung für fehlerhafte und unterlassene Kapitalmarktinformationen
Hochschule
Universität Erfurt  (Staatswissenschaftliche Fakultät)
Veranstaltung
Seminar zum Gesellschafts-, Bank- und Kapitalmarktrecht
Note
1,3
Autor
Martin Wengemuth (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
28
Katalognummer
V233648
ISBN (eBook)
9783656500650
ISBN (Buch)
9783656501695
Sprache
Deutsch
Schlagworte
haftung kapitalmarktinformationen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Martin Wengemuth (Autor:in), 2013, Haftung für fehlerhafte und unterlassene Kapitalmarktinformationen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/233648
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Leseprobe aus  28  Seiten
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