Die Geschichte der CSU ist eine politische Success-Story ohne Gleichen: Die Christlich-Soziale Union Bayern gründete sich 1945 nach dem Ende des 2. Weltkriegs und ist seit 1957 ununterbrochen an der bayerischen Regierung beteiligt. Keine andere deutsche Volkspartei kann diesen Erfolg bei den Wählern für sich verbuchen.
Aber warum ist das so? Für was steht diese Partei? Wie ist sie aufgebaut? Diese und andere Fragen werden in dem vorliegenden Buch diskutiert.
Aus dem Inhalt: Konservatismus, Strukturelle Merkmale der CSU, Erfolgsfaktoren der Partei,
Agenda Setting, Profil und Selbstverständnis der CSU, Medienpräsenz.
Inhaltsverzeichnis
Die CSU – Noch Volkspartei oder schon Klientelpartei? Von Matthias Gottschalk
Einleitung
Analyse der CSU
Funktionale Merkmale
Fazit
Was erklärt die Erfolge der CSU? Von Tanja Sterian
Einleitung
Materialbasis
Erfolgsfaktoren der CSU
Fazit: Perspektiven und Herausforderungen der CSU
Analyse zum Erfolg der CSU in Bayern von Katrin Möbius
Einleitung
Von der Parteigründung zur Hegemonialmacht – die historisch-strukturelle Entwicklung der CSU
Die innerparteiliche Entwicklung der CSU
Vom Agrarstaat zum High-Tech-Standort – die wirtschaftliche Entwicklung Bayerns und die Rolle der CSU
Historisch-Strukturelle Erfolgsfaktoren
Überwindung der Spaltung in verschiedene Traditionszonen
Organisationspolitische Strategie der CSU
Die Sonderstellung der CSU als Landespartei mit bundespolitischem Anspruch
Politische Kerninhalte der CSU
Politische Grundgedanken
Tradition und Innovation – das politische Erfolgsrezept?
Inszenierung und Medienauftritt der CSU
Selbstdarstellung
Kampagnen
Zusammenfassung und Ausblick
Der Konservatismus in der Nachkriegszeit oder: nicht nur 60 Jahre CDU/CSU von Holger Czitrich-Stahl
Vorbemerkung (Juli/August 2005)
Der Konservatismus in der Nachkriegszeit
Der Pragmatismus der Nachkriegszeit
Vom „Gärtnerkonservatismus zur Tendenzwende“
Die Re-Ideologisierung des Konservatismus seit der „Tendenzwende“
Der deutsche Imperativ – der Konservatismus der achtziger Jahre
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Publikation analysiert die Erfolgsfaktoren der CSU, ihre historische Entwicklung zur bayerischen Hegemonialpartei sowie ihre aktuelle Rolle im Parteiensystem. Ziel ist es, zu untersuchen, inwieweit die CSU den Anspruch einer Volkspartei erfüllt oder sich zu einer Klientelpartei entwickelt hat, wobei insbesondere die strukturellen und funktionalen Merkmale sowie die politische Inszenierung im Vordergrund stehen.
- Analyse des Volksparteiencharakters der CSU anhand struktureller und funktionaler Kriterien
- Untersuchung historischer Erfolgsfaktoren und der Entwicklung zur Hegemonialmacht in Bayern
- Evaluierung von Wahlkampfmanagement und Personalrekrutierung
- Beleuchtung der Rolle der CSU als eigenständige Landespartei mit bundespolitischem Anspruch
- Diskussion über den Konservatismus in der Nachkriegszeit und dessen Re-Ideologisierung
Auszug aus dem Buch
Umfassende, flächendeckende Organisation
Die CSU hat seit ihrer Gründung 1946 den Anspruch, die Interessen Bayerns zu vertreten, auch auf Bundesebene. Dazu bestehen von Anfang an vielfältige Verbindungen zu Verbänden und Organisationen, welche die CSU als Grundlage ihrer Entscheidungen nach ihren Interessen befragt. Dabei stechen zum einen der Bayerische Bauernverband (BBV) und die Gewerkschaften heraus, mit denen die CSU auch heute noch ein gutes Verhältnis hat. Das Verhältnis mit den Kirchen, im Besonderen mit der katholischen Kirche, hat sich gerade in den 1960er-Jahren mit den immer stärker werdenden Säkularisationstendenzen verändert, sodass die Kirche für die CSU nur noch eine untergeordnete Rolle spielt. Auch öffnete sich die CSU mit ihrem Grundsatzprogramm von 1976 auch für Nicht-Christen.
Die Beziehungen der CSU zum BBV liegen in der agrarpolitischen Kraft des Freistaates Bayern auch schon vor 1946 begründet. Erst während der Zeit Franz Josef Strauß’ änderte sich dieses Bild, als sich erstens die Wirtschaft Bayerns von einer agrarisch geprägten zu einer industriell geprägten entwickelte und zweitens, als sich immer neue Agrarverbände gerade in den 1970er-Jahren gründeten. Trotzdem kann der CSU nicht vorgeworfen werden, mit der auftretenden Zersplitterung der Agrarverbände eine Abkehr von diesen Betrieben zu haben. Zwar wurden die Gespräche nun mit mehreren Verbänden geführt (allen voran der BBV und der Bund deutscher Milchbauern (BDM)), jedoch wurden deren Interessen stets von der CSU als wichtig empfunden, auch und gerade wegen der immer noch bestehenden agrarischen Ausrichtung des Freistaates, dessen primärer Wirtschaftssektor auch heute noch ca. 113.000 Betriebe mit ca. 600.000 Arbeitern zählt, die direkt oder indirekt an der Landwirtschaft beteiligt sind. Dies macht deutlich, dass auch weiterhin die Bauernverbände für die CSU eine wichtige Rolle spielen werden.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die historische Entstehung der CSU und untersucht, inwieweit sie den Kriterien einer Volkspartei gerecht wird.
Analyse der CSU: Dieses Kapitel prüft strukturelle Merkmale wie Parteiaufbau, Organisation, Professionalität der Parteiführung und Partizipationsmöglichkeiten der Basis.
Funktionale Merkmale: Hier stehen die Parteiprogramme, das Wahlkampfmanagement, die Personalrekrutierung und der Regierungsanspruch der CSU im Fokus.
Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet das Verhältnis zwischen strukturellen Erfolgen und funktionalen Defiziten bei der Stimmenmaximierung.
Materialbasis: Die Autorin erläutert die verwendete Sekundärliteratur und die Problematik einer CSU-nahen Quellenlage.
Erfolgsfaktoren der CSU: Dieses Kapitel analysiert Wahlrechtsgrundsätze, den Aufstieg zur Hegemonialmacht und das Parteiensystem.
Fazit: Perspektiven und Herausforderungen der CSU: Eine Bewertung der Krise nach Stoibers Rücktritt und ein Ausblick auf die zukünftige politische Wandlungsfähigkeit der CSU.
Analyse zum Erfolg der CSU in Bayern: Dieses Kapitel untersucht die historisch-strukturelle Entwicklung, die wirtschaftliche Transformation Bayerns und die Rolle der CSU dabei.
Vorbemerkung (Juli/August 2005): Ein kurzer historischer Rückblick auf 60 Jahre CDU/CSU und deren Regierungszeit im Kontext der deutschen Nachkriegsgeschichte.
Der Konservatismus in der Nachkriegszeit: Eine theoretische Einordnung der politischen Strömungen des Konservatismus, die sich von den reinen Parteigrenzen der CDU/CSU unterscheiden.
Der Pragmatismus der Nachkriegszeit: Analyse der pragmatischen Ausrichtung der Union in den Anfangsjahren und die Kritik daran durch konservative Theoretiker.
Vom „Gärtnerkonservatismus zur Tendenzwende“: Untersuchung der intellektuellen Neuakzentuierung des Konservatismus seit den 1960er Jahren.
Die Re-Ideologisierung des Konservatismus seit der „Tendenzwende“: Analyse der Re-Ideologisierungsprozesse als Antwort auf Krisen und den Wunsch nach einer Sinnstiftung durch nationale Identität.
Der deutsche Imperativ – der Konservatismus der achtziger Jahre: Erörterung der Lagerbildung und der weiteren Ausdifferenzierung innerhalb des konservativen Spektrums.
Schlüsselwörter
CSU, Volkspartei, Bayern, Hegemonialpartei, Konservatismus, Parteistruktur, Wahlkampfmanagement, Politische Identität, Historische Entwicklung, Wirtschaftspolitik, Regierungsanspruch, Parteikrise, Politische Kultur, Organisation, Interessenvertretung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Faktoren für den langjährigen Erfolg der Christlich-Sozialen Union (CSU) in Bayern, ihre Struktur als Volkspartei und ihre Rolle im deutschen Parteiensystem.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die organisationspolitische Strategie der CSU, ihre Verwurzelung in der bayerischen Gesellschaft, ihre Rolle als "Staatspartei" und der theoretische Umgang mit dem Konservatismus.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, durch die Anwendung wissenschaftlicher Kriterien zu bewerten, ob die CSU heute noch als Volkspartei eingestuft werden kann oder sich zu einer Klientelpartei gewandelt hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Publikation kombiniert eine politikwissenschaftliche Analyse der Parteistruktur (nach Kriterien von Martin Sebaldt) mit historisch-strukturellen Untersuchungen und einer Analyse der ideologischen Entwicklung des Konservatismus.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung struktureller Merkmale wie Organisation und Partizipation sowie funktionaler Merkmale wie Wahlkampfmanagement und Personalrekrutierung; ergänzend werden historische Entwicklungslinien und theoretische Konzepte des Konservatismus diskutiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind CSU, Volkspartei, Hegemonialpartei, bayerische Identität, Konservatismus, Parteiorganisation und politische Kommunikation.
Warum ist die CSU im Gegensatz zu anderen Parteien so erfolgreich in Bayern?
Der Erfolg basiert laut den Autoren auf einer Kombination aus geschlossener Organisationsstruktur, der engen Verflechtung mit zivilgesellschaftlichen Verbänden, einer gezielten Medienpräsenz und der Fähigkeit, bayerische Regionalinteressen mit bundespolitischen Ambitionen zu verbinden.
Welche Rolle spielt die Person von Edmund Stoiber für die CSU-Analyse?
Edmund Stoiber wird als prägende Führungsfigur analysiert, deren Rücktritt 2007 als Katalysator für eine tiefgreifende interne Krise dient, an der die Partei ihre Fähigkeit zur Selbstregeneration unter Beweis stellen muss.
- Arbeit zitieren
- Matthias Gottschalk (Autor:in), Tanja Sterian (Autor:in), Holger Czitrich-Stahl (Autor:in), Katrin Möbius (Autor:in), 2013, Erfolgsgarant CSU, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/233656