Diese wirklich interessante Arbeit beschäftigt sich mit einem jungen Mädchen, das einen behinderten Bruder an ihrer Seite hat. Im Laufe der Arbeit soll herausgearbeitet werden, ob ihre Persönlichkeitsentwicklung trotz aller Schwierigkeiten erfolgreich war. Des Weiteren gewinnt man einen Einblick in die qualitative Forschung. Ein Interview-Leitfaden, sowie das Transkript meines Interviews mit dem Mädchen sind im Anhang der Arbeit beigefügt. Eine Arbeit mit wirklich überraschenden Ergebnissen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Erläuterung und Begründung der Fragestellung
1.2 Begriffsklärung „Behinderung“
1.2.1 Das Angelman-Syndrom
1.2.2 Epilepsie
1.3 Eine „normale“ Geschwisterbeziehung
2. Datenerhebung
2.1 Interviewmethode
2.2 Zielgruppe
2.3 Leitfaden
3. Auswertung
3.1 Kurze Fallzusammenfassung
3.2 Kategorienbildung
3.3 Kategorienbasierte Auswertung mittels einer Themenmatrix
3.4 Vertiefende Einzelfallinterpretation mit einer Analyse der Zusammenhänge zwischen den Kategorien
4. Fazit
5. Literaturverzeichnis
Anhang
1. Flyer
2. Leitfaden
3. Transkript
4. Themenmatrix
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Forschungsarbeit untersucht die familiäre Situation von nicht-behinderten Geschwisterkindern, die mit einem behinderten Bruder oder einer behinderten Schwester zusammenleben. Das zentrale Ziel ist es zu ergründen, wie diese Kinder den Alltag erleben, welche Bewältigungsstrategien sie entwickeln und welchen Einfluss die familiäre Konstellation sowie die Behinderung auf ihre eigene Persönlichkeitsentwicklung nehmen.
- Analyse der Geschwisterbeziehung in Familien mit behindertem Kind
- Untersuchung der psychischen Belastung und Bewältigungsmechanismen
- Betrachtung von Erwartungshaltungen der Eltern an nicht-behinderte Geschwister
- Rolle von sozialen Unterstützungsnetzwerken und Schulformen
- Einfluss der familiären Kommunikation auf die Resilienz des Kindes
Auszug aus dem Buch
1.1 Erläuterung und Begründung der Fragestellung
Geschwister behinderter Kinder „müssen früh Rücksicht üben, Verantwortung übernehmen, mit allerlei Einschränkungen […] leben […]. Dazu kommt, dass sie in einer Leistungsgesellschaft aufwachsen, deren Leitbilder Jugend, Schönheit, Gesundheit und „Power“ sind. Die Kinder spüren deutlich die Diskrepanz zwischen dem, was ihre Familien täglich praktizieren und was gesellschaftliche Norm ist“ (Achilles 2003, S. 43). Wer sind die Geschwister von Kindern mit Behinderung? Es stellte sich die Frage, ob es tatsächlich allen Kindern in dieser Situation gleich ergeht, oder ob jedes Kind eine ganz eigene Bewältigungsstrategie entwickelt. Die Fragestellung lautet: „Wie geht das nicht-behinderte Geschwisterkind mit der besonderen Situation in der Familie um?“ Lässt es sich unterkriegen und zieht sich vollkommen aus der Familie zurück? Steckt es immer ein und nimmt kontinuierlich Rücksicht auf die Bedürfnisse des Geschwister? Oder kann es für sich selbst Partei ergreifen und rebelliert, bei Bedarf, gegen zu viele Aufgaben? Und wodurch wird das zutreffende Verhalten konstituiert? Es liegt ein großes Interesse darin diese Fragen beantworten zu können.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der besonderen Familiensituation ein und begründet das wissenschaftliche Interesse an den nicht-behinderten Geschwistern sowie die zu untersuchende Fragestellung.
2. Datenerhebung: Hier wird der methodische Ansatz der Untersuchung erläutert, inklusive der Auswahl der Interviewmethode, der Zielgruppe und der Erstellung des Leitfadens.
3. Auswertung: Dieser Teil enthält eine Fallzusammenfassung sowie die strukturierte Kategorisierung und Interpretation der erhobenen Daten mittels einer Themenmatrix.
4. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Untersuchung zusammen und reflektiert die Bewältigungsstrategien des untersuchten Kindes vor dem Hintergrund der familiären Einflüsse.
Schlüsselwörter
Qualitative Forschung, Geschwisterbeziehung, Behinderung, Angelman-Syndrom, Familiensituation, Bewältigungsstrategien, Erziehungswissenschaft, Leitfaden-Interview, Persönlichkeitsentwicklung, Alltag, Soziale Kompetenz, Einzelfallstudie, Coping, Familiäre Kommunikation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Lebenssituation von Geschwistern, deren Bruder oder Schwester eine Behinderung hat, und wie sie diese besondere familiäre Konstellation erleben und bewältigen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen das Freizeitverhalten, die Verteilung von Aufgaben in der Familie, elterliche Erwartungen, die Wahrnehmung eigener Stärken sowie die allgemeine Geschwisterbeziehung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die zentrale Forschungsfrage lautet: „Wie geht das nicht-behinderte Geschwisterkind mit der besonderen Situation in der Familie um?“
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wurde eine qualitative Forschung in Form eines problemzentrierten Leitfaden-Interviews mit einem Einzelfall durchgeführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Datenerhebung und die anschließende Auswertung, wobei die subjektiven Erfahrungen des befragten Kindes kategorisiert und vertieft interpretiert werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Geschwisterbeziehung, Behinderung, Bewältigungsstrategien, familiäre Kommunikation und qualitative Forschung.
Welche Rolle spielt die Trennung der Eltern für das befragte Kind?
Die Trennung ermöglicht dem Kind einen notwendigen Ausgleich; insbesondere die Zeit beim Vater wird als Freiraum erlebt, in dem es nicht auf das behinderte Geschwisterkind Rücksicht nehmen muss.
Wie geht das Kind mit den Anforderungen durch das behinderte Geschwister um?
Das Kind zeigt eine hohe soziale Kompetenz und Reife. Es nimmt Aufgaben nicht als belastende Pflicht, sondern als selbstverständliche Unterstützung wahr, fühlt sich dabei aber durch das offene Gesprächsklima in der Familie gut unterstützt.
- Arbeit zitieren
- Sonja Trenker (Autor:in), 2013, Diesmal geht's um mich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/233677