Serien und ihr Publikum. Frauenrollen und Rezipienten am Beispiel der Lindenstraße


Hausarbeit (Hauptseminar), 2002

38 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Fakten zur Lindenstraße

3. Grundlagen
3.1 Zur Geschichte des Genres Serie
3.2 Charakteristika von Serien

4. Narrative Struktur der Lindenstraße
4.1 Handlung – Dominanz des Wortes
4.2 Handlungsstrukturen
4.3 Zeitproblematik

5. Handlungsorte

6. Rollenfiguren

7. Die Themenauswahl
7.1 Allgemeine Betrachtungen
7.2 Darstellung der Frauen

8. Zu den Rezipienten
8.1 Soziale Interaktion
8.2 Rezeptionssituation
8.3 Para-soziale Interaktion

9. Schluß

10. Literatur- und Internetquellenverzeichnis
10.1 Literaturverzeichnis
10.2 Internetadressverzeichnis

1. Einleitung

Bei den Zuschauern erfreuen sich Fernsehserien anhaltender Beliebtheit und man kann davon sprechen, daß sie ein Teil der Populärkultur unserer Zeit geworden sind, da sie eine große gesellschaftliche Reichweite haben. Sie haben für den Zuschauer, seinen Alltag und damit auch für unsere Gesellschaft Bedeutung erlangt. Dadurch sind sie auch in das Interesse der Wissenschaftler gerückt.

Gleich zu Anfang möchte ich hierbei auf, bei der Serienuntersuchung aufgetretene Probleme hinweisen. So kann die Arbeit keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben, da zum einen die möglichen Untersuchungsaspekte so zahlreich sind, daß sie den Rahmen einer Hausarbeit sprengen würden. Ich habe daher versucht Schwerpunkte zu setzen. Zum anderen besitzt die Serie kein abgeschlossenes Ende und es ist schwierig Grenzen der Untersuchung zu setzen. Hinzu kommt, daß ich zwar zahlreiche, aber längst nicht alle Folgen der gesehen oder zur Verfügung habe.

In dieser Arbeit möchte ich mich mit der Lindenstraße und allen drei Teilbereichen des Kommunikationsprozesses, wie Produktion, Inhalt und Rezeption beschäftigen. Bis heute zieht die Lindenstraße ihr Publikum in ihren Bann, der nur schwer zu erklären scheint. In dieser Arbeit soll ebenfalls die Frage untersucht werden worin diese Faszination begründet liegt, dabei wird besonders auf das Thema der Darstellung der Frau in der Lindenstraße und die Rezipienten der Serie eingegangen. Zu Anfang werden ein paar grundlegende Charakteristika des Seriengenres aufgezeigt.

Die Lindenstraße entstand als erste deutsche Endlosserie in einer Zeit des internationalen Serienbooms. In Deutschland waren in den achtziger Jahren besonders Serien wie Dallas und Denver erfolgreich. Bis zu diesem Zeitpunkt dominierten im bundesdeutschen Fernsehen die Kaufserien. Durch die Einführung des Dualen Fernsehsystems Mitte der achtziger Jahre befand sich die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt ARD in einer bisher unbekannten Marktsituation, die sich mit einem zukünftigen Konkurrenzwachstums noch verschärfen würde. Aus dieser Notwendigkeit heraus entwickelte sie neue Programmstrategien und schaute, was sich in anderen deregulierten europäischen Fernsehmärkten bewährt hatte. Dabei stießen sie auf die erfolgreiche britische Langzeitserie Coronation Street, an welcher sich die Lindenstraße -Macher besonders in dramaturgischen Fragen dann auch orientierten.

Zwar waren es am 08. Dezember diesen Jahres schon 16 Jahre seitdem die Lindenstraße ununterbrochen jeden Sonntag auf Sendung ist, doch zuvor waren einige Widerstände zu überwinden. So standen die Fernsehspielchefs der ARD der Idee einer deutschen Langlaufserie sehr skeptische gegenüber, als der „Erfinder“ der Lindenstraße, Hans W. Geißendörfer, ihnen im Januar 1983 seine Konzept präsentierte. Das Konzept setzte sich aber doch durch. 1986 schalteten durchschnittliche 10,44 Millionen Zuschauer ein, um ihre Lindenstraße -Serie mit zu verfolgen[1]. Damit war die Serie ein Erfolg für die ARD.

2. Fakten

Die ARD strahlte somit im Dezember 1985 erstmals eine in Deutschland produzierte Endlosserie aus. Die Lindenstraße war die erste deutsche Serie, die elektronisch und mit mehreren Kameras gleichzeitig produziert wurde. „Sie betrat damit produktionstechnisch und künstlerisch Neuland – und setzte zugleich Maßstäbe.“[3] Seit 1996 werden die Lindenstraße –Folgen digital nachbearbeitet und seit 1998 werden sie in Stereoton gesendet.[2]

Von Montag bis Freitag werden von einem 70köpfigen Team täglich rund 7 bis 8 sendefertige Minuten erstellt. So entsteht in vier Tagen eine komplette Folge, die an einem weiteren Tag technisch nachbearbeitet wird, dazu gehören zum Beispiel Feinschnitt und Nachvertonung. Die Kulissen der Lindenstraße befinden sich in Köln-Bocklemünd, während die Serie selbst aber in München spielt. Gedreht wird eigentlich das ganze Jahr über, wobei 80% der Serienhandlungen in den Studios gedreht werden, 15% in der Außenkulisse spielen und 5% an Originalschauplätzen inszeniert werden.

Das Ensemble der Lindenstraße umfaßt derzeit über 50 Schauspieler und Schauspielerinnen, von denen 14 seit dem ersten Jahr in der Lindenstraße mitspielen. Dazu kommen noch eine große Zahl an Komparseneinsätzen, sowie Gastrollen.

Einer Zeit von acht bis zehn Wochen ist die Lindenstraße im Dreh voraus. Einzelne Folgen können aber bei Bedarf aktualisiert werden. So können bis drei Tage vor ihrer Ausstrahlung komplette Szenen oder Teile einer Folge mit neuen Texten und Inhalten am Original-Set nachgedreht werden und in die entsprechende Folge eingefügt werden.

Die Serie ist eine Koproduktion der Geißendörfer Film- und Fernsehproduktion (GFF) und des WDR im Auftrag der ARD. Der Vertrag zwischen dem WDR und der GFF für die Lindenstraße wurde vor Kurzem um weitere drei Jahre verlängert und umfaßt den Zeitraum bis zur Folge 1040, die im Herbst 2005 ausgestrahlt werden wird. In diesem Jahr wird die Lindenstraße ein Doppeljubiläum feiern: die 1000. Folge und ihr 20-jähriges Bestehen.

Man kann sozusagen von einer deutschen Serien-Erfolgsstory reden. Zwar erlitt die Lindenstraße mit den Jahren, durch den anhaltenden Serienboom bei zahlreichen weiteren deutschen Fernsehsendern wie Sat.1, ProSieben, RTL mit Gute Zeiten, schlechte Zeiten und Unter uns als auch bei der ARD mit den Dauerbrennern Verbotene Liebe und Marienhof, Einbußen bei den Zuschauerzahlen, doch schon bei der sonntäglichen Erstausstrahlung um 18:40 Uhr im Ersten schalten bis zu durchschnittlich sechs Millionen ein. Hinzu kommen dann noch die Zuschauer der Wiederholungen der 30-minütigen Sonntagssendung, die im Laufe der Woche auf allen dritten Programmen gezeigt werden.

Die Serie hat einen sehr umfangreichen Internetauftritt der als Fanforum dient, zahlreiche Informationen zur Serie und den Hintergründen der Produktion liefert und ebenfalls unterhaltende Elemente enthält. Daneben gibt es aber noch zahlreiche weitere Internetauftritte von unabhängigen Lindenstraßen -Fanclubs. In Deutschland und der Schweiz gibt es circa 20 offiziell registrierte, die Namen wie Church of Else Kling, Lindenstraßen-Cafe oder Spiegeleier für Helga tragen.

Um das „Erfolgsgeheimnis“ später noch etwas genauer untersuchen zu können ist es zunächst notwendig im Folgenden die grundlegenden Charakteristika des Genres herauszuarbeiten, um dann auf die speziellen Produktstrukturen der Lindenstraße einzugehen.

3. Grundlagen

3.1 Zur Geschichte des Genres Serie

Die Lindenstraße gehört zur Gattung der Serien oder auch Seifenopern. Serien sind in den 20er und 30er Jahren in den USA zunächst als Radio-Hörspiel-Serien, genannt Daily Serials of Radio, entstanden und wurden hauptsächlich von Seifenfabrikanten wie Procter and Gamble oder Colgate Palmolive-Peet, gesponsert. Was ihnen auch den Namen Soap Operas einbrachte:

„So wandten sich die Soaps speziell an die Hausfrauen, die beim Kochen, Bügeln und Putzen unterhalten und gleichzeitig als Kundinnen für Produkte wie Waschpulver, Seife, Windeln, Kosmetika usw. gewonnen werden sollten.“[4]

Der Wortteil Oper steht dabei für die meist sehr überschwengliche und melodramatische Dramaturgie der Soaps. Ab 1951 wurden die Radio-Soaps langsam von den Seifenopern im neuen Medium Fernsehen verdrängt. Das deutsche Fernsehen strahlt heute täglich eine große Zahl von Serien aus, die man sich, allen voran die Hausfrauen, von frühmorgens bis spätabends zu Hause ansehen kann, nur unterbrochen durch die Werbepausen.

Es entwickelte sich schon sehr bald eine Serienkultur in Deutschland, die auf die Lindenstraße Einfluß genommen hat: Die Familienserie. Dieser Begriff bezieht sich sowohl auf den Inhalt der Serie, als auch auf deren Adressaten. Unsere Nachbarn heute Abend-Die Schölermanns waren die ersten Vertreter dieser Seriengattung, in der den Zuschauern eine heile Welt gezeigt wurde. Die Themenwahl glich sehr den amerikanischen Vorbildern. Obwohl es aber in den 60er Jahren mit der Familienidylle langsam zu Ende ging und sich der soziale Kern der Familie auflöste, setzt sich in Deutschland nicht der Trend zu mehr sozialem Realismus durch, wie etwa in Großbritannien. Erfolgreich sind in den 80ern etwa heile Welt Serien wie zum Beispiel Das Erbe der Guldenburgs oder Das Traumschiff. Die Lindenstraße stellt vor diesem Hintergrund eine echte Neuerung auf dem Gebiet der deutschen Familienserien dar, denn sie trägt auch Züge der Sozialserie.

3.2 Charakteristika von Serien

Eine einheitliche Beschreibung von Seifenopern war in der Literatur nicht zu finden, aber im allgemeinen wird zwischen zwei Arten von Soap Operas unterschieden: den Day-Time-Soaps, die täglich ausgestrahlt werden und den Prime-Time-Soaps, die wie die Lindenstraße einmal wöchentlich ausgestrahlt werden und ein mehrfaches in der Produktion kosten. Beide werden jedoch dem gleichen Genre zugeordnet.[5]

Die Grundthemen der Soap Opera sind Sexualität, Macht, Ungerechtigkeit und Schicksal. Zentrale Konflikte entstehen meist aus diesen Themen heraus. Die Lindenstraße erfüllt die fünf Kriterien, die nach Anne Externbrinck[6] eine Serie charakterisieren:

- So hat die Serie einen festen Sendetermin, der der Lindenstraße ist immer sonntags um 18:40 Uhr in der ARD.
- Die Erzählzeit entspricht der erzählten Zeit, das heißt das Leben der Seriendarsteller verläuft zeitlich parallel zu dem Leben der Zuschauer. Dabei vergeht in der Lindenstraße von Folge zu Folge genau eine Woche. Jahreszeiten und Feiertage finden genau zu den gleichen Terminen wie im realen Leben statt.
- Die Lindenstraße ist auf Endlosigkeit angelegt, das bedeutet sie besitzt weder einen Anfang noch ein Ende.
- Die Serienfiguren sind durch eine räumliche Gemeinschaft miteinander verbunden, so wohnen in der Lindenstraße fast alle in eben jener Lindenstraße.
- Der Aufbau jeder Folge zeigt mehrere Handlungsstränge, die miteinander verwoben sind. In der Lindenstraße sind es in der Regel drei Handlungsstränge.

In den Gliederungspunkten 4 bis 6 werde ich auf die eben aufgeführten Kriterien noch genauer eingehen.

4. Narrative Strukturen der Lindenstraße

4.1 Handlung – Dominanz des Wortes

Was bei der Analyse der Lindenstraße auffällt ist, daß sich die Serie sehr eng an den Vorstellungen der Macher über Erzählweise und Dramaturgie orientiert. Ein charakteristisches Merkmal ist die Dominanz des Wortes in der Serie. Die Geschichte wird im wesentlichen durch die Dialoge der Beteiligten vorangetrieben. So finden nur wenige spektakuläre Aktionen statt, dafür aber stellen die Lindenstraße -Bewohner „eine Art Klatschgemeinschaft dar“[7], die durch ihre Dialoge sowohl ihre persönlichen Befindlichkeiten, als auch generelle Haltungen gegenüber Dritten und Ereignissen in der Lindenstraße oder darüber hinaus kommuniziert. Viele der Szenen spielen sich am Frühstücks-, Mittags- oder Abendessenstisch, im Café, im Restaurant, an der Theke oder im Hausflur statt. Immer steht die Kommunikation im Vordergrund.

Geschichtlich ist dies erklärbar aus der Notwendigkeit des Wortes für die Radio-Soaps, daß es nicht an Bedeutung verloren hat könnte verschiedene Gründe haben. Zum einen sind die filmischen Möglichkeiten bei einer relativ billig und schnell produzierten Sendung relativ gering und Dialoge müssen so manches Manko wieder ausgeglichen, zum Anderen ist es somit auch einem Zuschauer, der nur mit geringer Aufmerksamkeit zusieht, weil er zum Beispiel gerade noch einer anderen Arbeit nachgeht, möglich die Serie mitzuverfolgen. Zudem können im Off geschehene oder weiter zurückliegende Ereignisse, zum Beispiel was im Laufe der nicht gesendeten Woche alles geschehen ist, durch die Dialoge dem Zuschauer nahe gebracht werden. Das dies gerade für die Auflösung der Schlußszene von Vorteil ist soll im Folgenden aufgezeigt werden.

Die Dialoge sind nicht so emotional geprägt wie zum Beispiel in den amerikanischen Serien Dallas und Denver-Clan, sondern sie haben durch ihre reflektierende, erklärende Art manchmal fast einen ideologischen Charakter. Die Probleme werden immer aus der persönlichen Sicht der Protagonisten aufgearbeitet und diskutiert, wobei diese ihre persönliche Einschätzung der Sache von sich geben. Ein so persönlicher Umgang bietet den Zuschauern zahlreiche Projektionsmöglichkeiten.

4.2 Handlungsstrukturen

In der Lindenstraße entspricht eine Folge nicht einer Episode, das bedeutet, daß in den 30 Minuten keine abgeschlossene Geschichte erzählt wird, sondern die einzelnen Episoden der Serie finden erst im Laufe von mehreren Folgen einen Abschluß. Daß sie keinen Anfang und kein Ende besitzt ist einer ihrer größten Unterschiede zu den bis zu ihrer Ausstrahlung in Deutschland bekannten Serien.

Jede Folge setzt sich aus mehreren Handlungssträngen zusammen, die miteinander verwoben oder vermischt sind. Meist werden in der Lindenstraße drei Erzählstränge innerhalb einer Folge behandelt. In Strang A läuft die Handlungsgeschichte mit einer Dauer von etwa 10 bis 12 Minuten ab. Strang B zeigt eine zweite Geschichte, deren dramatischer Höhepunkt in der Regel erst in einer der nächsten Folgen erzählt wird oder aber schon erzählt wurde. Geißendörfer schreibt dazu Folgendes:

„B-Stränge verlaufen also im Unterschied zum A-Strang vergleichsweise ruhig, ebenmäßig und ohne beherrschenden Höhepunkt. Sie erzählen eine Geschichte weiter, vermeiden aber den A-Strang an Spannung oder Dramatik zu überbieten.“[8]

Der kürzeste Strang ist Strang C, er bereitet entweder eine größere Geschichte vor, erzählt die Fortsetzung eines Handlungsfadens oder verwebt die Stränge A und B miteinander. Dieses Verbinden hat eine wichtige Funktion in der Dramaturgie der Lindenstraße, so werden die einzelnen Stränge nicht an einem Stück sondern in Handlungsfragmente zerlegt gesendet. Dabei müssen die drei Stränge geschmeidig aneinandergefügt werden. Die Übergänge sollen weich und fließend sein. Geißendörfer vergleicht:

„...dieses ´In-oder-Miteinander-Verwoben-Sein´ der drei Stränge mit einem Zopf, der aus drei Haarsträngen oder drei unabhängig voneinander bereitliegenden Seilen geflochten wird. Am Ende des Zopfes wird eine Schleife gebunden, die alles zusammenhält. Diese Schleife ist der Cliff. Das Bild eines Zopfes ist deswegen zutreffend, weil es die Vereinigung von drei an sich getrennten Teilen deutlich macht.“[9]

In diesem Zitat wird auch schon das vierte wichtige Element für den Aufbau der Lindenstraße genannt: Der Cliff. oder auch Cliffhanger genannt, ist ein wesentliches Merkmal von Seifenopern, das mittlerweile bei allen deutschen Soap Operas zu finden ist. Mit diesem dramaturgischen Kniff endet die Folge in einem Augenblick höchster Spannung, im Minicliff findet er sein Pendant am dramatisch zugespitzten Ende einer einzelnen Szene. Bei dem Cliffhanger wird die Handlung der Szene am Ende einer jeden Folge im Moment höchster Spannung eingefroren.

In Folge 1 der Lindenstraße kommt Marion Beimer viel zu spät, mit blutverschmiertem Gesicht und zerrissener Kleidung nach Hause. Sie ist zunächst in Rückenansicht zu sehen, auf die Frage ihres Vaters woher sie denn komme dreht sie sich um und die Kamera zeigt in Großaufnahme Marions wundgeschlagenes Gesicht. Ohne dem Zuschauer mehr zu verraten, endet die Folge mit der Titelmelodie und dem Abspann. Und wir Zuschauer sollen uns fragen: Was ist passiert? Hatte Marion Beimer einen Unfall? usw.

Die Inszenierung ist also so angelegt, daß die Szene mit dem Cliffhanger nicht abgeschlossen wird, sondern der Zuschauer beginnt Fragen zu stellen, zu interpretieren und neugierig gespannt auf die Fortsetzung zurückbleibt. Auch eine Herausforderung an den Zuschauer sich über die Sendezeit hinaus mit dem Fortgang der Szene auseinanderzusetzen. Um die tatsächliche Auflösung zu sehen, muß er in einer Woche wieder in die Serienwelt einsteigen und zur gewohnten Sendezeit das Geschehen dort verfolgen, bis wieder der Cliffhanger auf die nächste Woche verweist.

Das offene Ende erzeugt also nicht nur ein kalkuliertes Spannungsmoment, sondern auch Kontinuität, da sich die fiktive Handlung in der folgenden Woche fortsetzen wird. Es verdeutlicht den fortlaufenden und endlosen Charakter der Lindenstraße und soll als Garant für zumindest gleichbleibende Zuschauerquoten in der folgenden Woche dienen.

[...]


[1] Die Zahlen beziehen sich auf Westdeutschland und sind entnommen aus: Gfk, Inmarkt, zitiert nach Frey-Vor, Gerlinde: Die Rezeption der Lindenstraße im Spiegel der angewandten Medienforschung. In: Lindenstraße-Produktion und Rezeption einer Erfolgsserie. Hrsg. Jurga, Martin; Opladen 1995. S. 145

[2] Vgl. zu diesem Kapitel insbesondere http://www.lindenstrasse.de und Geißendörfer, Hans W.: Lindenstraße-Die Dramaturgie der Endlosigkeit. In: Lindenstraße-Produktion und Rezeption einer Erfolgsserie. Hrsg. Jurga, Martin; Opladen 1995. Einige der Informationen erhielt ich auch durch Emailkontakt mit dem WDR.

[3] http://www.lindenstrasse.de

[4] Externbrinck, Anne: Anatomie einer deutschen Fernsehserie: Lindenstrasse. In: Praxis Schulfernsehen. Begleitmaterialien zu den Sendungen des WDR/Westdeutsches Schulfernsehen 16.1991. Heft181/182. S.62

[5] In der Arbeit werden die Begriffe Soap Opera oder auch Seifenoper synonym verwendet, da es in der Mehrzahl der Literatur so gehandhabt wird und es sich um die selbe Sache handelt.

[6] Vgl. dazu: Externbrinck, Anne: Anatomie einer deutschen Fernsehserie: Lindenstrasse. In: Praxis Schulfernsehen. Begleitmaterialien zu den Sendungen des WDR/Westdeutsches Schulfernsehen 16.1991. Heft183. S.63f

[7] Mikos, Lothar: Es wird dein Leben! Familienserien im Fernsehen und im Alltag der Zuschauer. Münster: Maks-Publikationen, 1994. S.242

[8] Geißendörfer, Hans W.: Lindenstraße – Die Dramaturgie der Endlosigkeit. In: Jurga, Martin: Lindenstraße – Produktion und Rezeption einer Erfolgsserie. Obladen: Westdt. Verl., 1995. S.13

[9] ebenda, S.14

Ende der Leseprobe aus 38 Seiten

Details

Titel
Serien und ihr Publikum. Frauenrollen und Rezipienten am Beispiel der Lindenstraße
Hochschule
Universität Siegen  (Medien-Planung, -Entwicklung und -Beratung)
Veranstaltung
Serien und ihr Publikum
Note
1,0
Autor
Jahr
2002
Seiten
38
Katalognummer
V23456
ISBN (eBook)
9783638265775
ISBN (Buch)
9783640203031
Dateigröße
590 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Beschäftigung mit der Lindenstraße u. allen drei Teilbereichen des Kommunikationsprozesses, wie Produktion, Inhalt u. Rezeption. Bis heute zieht die Lindenstraße ihr Publikum in ihren Bann, der nur schwer zu erklären scheint. In dieser Arbeit soll ebenfalls die Frage untersucht werden worin diese Faszination begründet liegt, dabei wird besonders auf das Thema der Darstellung der Frau in der Lindenstraße und die Rezipienten der Serie eingegangen. Ebenfalls dabei: Grundlagen des Seriengenres.
Schlagworte
Untersuchung, Frauenrollen, Rezipienten, Beispiel, Lindenstraße, Serien, Publikum
Arbeit zitieren
Kerstin Tille (Autor), 2002, Serien und ihr Publikum. Frauenrollen und Rezipienten am Beispiel der Lindenstraße, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/23456

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