Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Orientalism / Sinology - Chinese / China

Wang Wei und die buddhistische Wolkenmetaphorik - Zur Interpretation des Wolkenmotivs in der Dichtung Wang Weis

Title: Wang Wei und die buddhistische Wolkenmetaphorik - Zur Interpretation des Wolkenmotivs in der Dichtung Wang Weis

Seminar Paper , 2003 , 15 Pages , Grade: 1

Autor:in: Daniel Künstler (Author)

Orientalism / Sinology - Chinese / China
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Gegenstand dieser Arbeit ist die Untersuchung des Wolkenmotivs in drei ausgewählten lyrischen Werken des chinesischen Dichters Wang Wei (701-761 n.Chr.), speziell auf seinen metaphorischen Gehalt im Sinne des buddhistischen Konzepts der geistigen Trübungen. Es wird versucht die enge Verbindung des Künstlers Wang Wei mit dem Buddhismus zu verdeutlichen, um damit eine plausible Grundlage zu schaffen, auf der die anschließenden drei Gedichtsinterpretationen stattfinden können. Behandelt werden folgende Gedichte: 酌酒興裴迪 (Ich bewirte Pei Di mit Wein ); 終南別業Der Landsitz am Zhong-Nan-Gebirge; 答裴迪輞口遇雨憶終南山之作 (Antwort an Pei Di).

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wang Wei ein buddhistischer Dichter?

3. Das Wolkenmotiv

4. Buddhismus und Metaphorik

- 4.1 Das Sutra des sechsten Patriarchen

- 4.2 Hui Neng und die Wolkenmetaphorik

5. Gedichtsinterpretationen

- 5.1 Ich bewirte Pei Di mit Wein ()

- 5.2 Der Landsitz am Zhong-Nan-Gebirge ( )

-5.3 Antwort an Pei Di ()

6. Quellennachweis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Wolkenmotiv in ausgewählten Gedichten von Wang Wei mit dem Ziel, dessen metaphorische Bedeutung im Kontext des buddhistischen Konzepts geistiger Trübungen aufzuzeigen. Dabei wird die Verbindung zwischen dem Leben des Dichters, seiner spirituellen Ausrichtung und der Verwendung buddhistischer Symbolik in der Tang-Zeit analysiert.

  • Bedeutung des Wolkenmotivs in der chinesischen Lyrik
  • Einfluss des Chan-Buddhismus auf das Werk Wang Weis
  • Analyse der Geisteszustände (Sunyata, Samsara, Trübungen)
  • Interpretation ausgewählter Gedichte unter buddhistischen Aspekten

Auszug aus dem Buch

4.2 Hui Neng und die Wolkenmetaphorik

Schon seit Buddha Sakyamuni werden die Wolken metaphorisch oder vergleichend benutzt, um die buddhistische Philosophie zu erklären. Hier verwendet Buddha das Bild der Wolke, um die Vergänglichkeit des Lebens zu beschreiben:

Unser ganzes Dasein ist flüchtig

Wie Wolken im Herbst;

Geburt und Tod der Wesen

Erscheinen wie Bewegung im Tanz.

Ein Leben gleicht dem Blitz am Himmel,

es rauscht vorbei

wie ein Sturzbach den Berg hinab.

(aus Sogyal Rinpoche „Das tibetische Buch vom Leben und Sterben: S.43)

Das Bild der Wolke ist besonders prädestiniert, um die Trübungen des Geistes, im buddhistischen Sinne, zu veranschaulichen. Betrachtet man sich die Eigenschaften einer Wolke am blauen Himmel, so scheint sie für unser Auge aus dem Nichts zu entstehen, den Himmel zu durchziehen und ohne ihn in seiner grundlegenden Eigenschaft, als blau und grenzenlos weit, zu verändern, sich wieder im Nichts aufzulösen. Der Himmel ist in seiner Eigenart immer strahlend blau, selbst wenn dicke Regenwolken den Himmel grau erscheinen lassen, bleibt er trotzdem unendlich weit und blau. Dies würde spätestens erkannt werden, wenn wir uns mit dem Flugzeug über die Wolkendecke erheben würden. Laut der buddhistischen Psychologie verhalten sich unsere Gedanken dem eben aufgezeigten Prinzip ähnlich. Sie scheinen aus dem Nichts zu entstehen, unser Bewusstseinsstrom zu beeinflussen, also andere Gedankengänge auszulösen und Emotionen zu verursachen, um dann wieder im Nichts zu vergehen, ohne die wahre Natur des Geistes verändert oder beeinflusst zu haben.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung der Zielsetzung, das Wolkenmotiv als buddhistische Metapher in drei ausgewählten Werken von Wang Wei zu interpretieren.

2. Wang Wei ein buddhistischer Dichter?: Erörterung der schwierigen Einordnung von Wang Weis spiritueller Intensität angesichts seiner politischen Karriere und der gesellschaftlichen Konventionen der Tang-Zeit.

3. Das Wolkenmotiv: Untersuchung der Ambiguität des Wolkenbildes als natürliches Landschaftselement einerseits und als spirituelle Metapher andererseits.

4. Buddhismus und Metaphorik: Erläuterung des Chan-Buddhismus, des Konzepts der geistigen Trübungen und der zentralen Rolle von Metaphern in buddhistischen Sutren.

4.1 Das Sutra des sechsten Patriarchen: Historische Einordnung von Hui Neng und dem "Hochsitz Sutra des sechsten Patriarchen" in Bezug auf Wang Weis Lehrmeinungen.

4.2 Hui Neng und die Wolkenmetaphorik: Analyse des Wolkenbildes als Analogie für die Vergänglichkeit und die trügerischen, vorübergehenden Gedankenströme des menschlichen Geistes.

5. Gedichtsinterpretationen: Methodische Herleitung zur Hervorhebung der für die Wolkenmetaphorik wesentlichen Textstellen in Wang Weis Dichtung.

5.1 Ich bewirte Pei Di mit Wein (): Interpretation eines Trostgedichts, das die Impermanenz weltlicher Erfolge betont.

5.2 Der Landsitz am Zhong-Nan-Gebirge ( ): Analyse der meditativen Praxis und der Einsicht in die Leerheit (Sunyata) in diesem Gedicht.

5.3 Antwort an Pei Di (): Untersuchung, wie Wang Wei durch das Wolkenmotiv eine dualistische Weltsicht transzendiert.

6. Quellennachweis: Zusammenstellung der verwendeten Sekundärliteratur und Fachpublikationen.

Schlüsselwörter

Wang Wei, Buddhismus, Chan-Buddhismus, Wolkenmetaphorik, Sunyata, Leerheit, Tang-Zeit, Lyrik, Meditation, geistige Trübungen, Vimalakirtisutra, Hui Neng, Dichtkunst, Metapher, spirituelle Erfahrung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der literarischen Analyse der Wolkenmetaphorik in den Gedichten des chinesischen Dichters Wang Wei und deren Verknüpfung mit buddhistischen Lehren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die buddhistische Philosophie (insbesondere Chan), die poetische Tradition der Tang-Zeit und die Interpretation lyrischer Naturbilder als geistige Symbole.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, nachzuweisen, dass Wang Wei durch die Verwendung des Wolkenmotivs komplexe buddhistische Konzepte wie geistige Trübungen und die Natur des Geistes künstlerisch verarbeitet hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine philologische und hermeneutische Analyse durchgeführt, die biographische Kontexte mit buddhistischen Primärtexten und lyrischen Werken vergleicht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen des buddhistischen Geistesverständnisses und wendet diese Erkenntnisse auf drei spezifische Gedichte von Wang Wei an.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Wang Wei, Wolkenmetaphorik, Chan-Buddhismus, Sunyata, Impermanenz und buddhistische Lyrik.

Warum spielt das "Hochsitz Sutra des sechsten Patriarchen" eine Rolle für die Interpretation?

Das Sutra dient als Beleg für die buddhistische Verwendung des Wolkenbildes, die Wang Wei als Modell für seine eigene metaphorische Sprache gedient haben könnte.

Wie verändert sich die Sicht auf die Zhong-Nan-Berge im Gedicht "Antwort an Pei Di"?

Die Berge werden von einer konkreten geographischen Lokalität zu einem Symbol für einen spirituellen Zustand, der jenseits dualistischer Wahrnehmungen liegt.

Excerpt out of 15 pages  - scroll top

Details

Title
Wang Wei und die buddhistische Wolkenmetaphorik - Zur Interpretation des Wolkenmotivs in der Dichtung Wang Weis
College
University of Trier  (Sinologie)
Course
Proseminar
Grade
1
Author
Daniel Künstler (Author)
Publication Year
2003
Pages
15
Catalog Number
V23504
ISBN (eBook)
9783638266147
ISBN (Book)
9783638936439
Language
German
Tags
Wolkenmetaphorik Interpretation Wolkenmotivs Dichtung Proseminar Wang Wei 王维 Wolke Wolkenmetapher China Lyrik Tang-Gedichte Tanglyrik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Daniel Künstler (Author), 2003, Wang Wei und die buddhistische Wolkenmetaphorik - Zur Interpretation des Wolkenmotivs in der Dichtung Wang Weis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/23504
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  15  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint