Das Thema unserer Seminararbeit lautet: „Die Unmöglichkeit nicht zu kommunizieren - Nonverbale Kommunikation von Gefühlen beim Fall der Berliner Mauer und in der Mauerkunst“.
„In den letzten Jahren hat die Kommunikation in ihren vielfältigen Erscheinungsformen immer mehr an Bedeutung gewonnen.“ 1 Wir haben dieses Thema gewählt, da es sehr deutlich zeigt, dass zu einer Kommunikation mehr gehört, als aneinander gereihte Wortketten. Insbesondere die Äußerung von Gefühlen wird mehr als nur durch Worte vermittelt und ist ein bedeutender Faktor für die Beziehungen zwischen den Menschen.
So möchten wir die Bedeutung der nonverbalen Kommunikation bei der Äußerung von Gefühlen durch Fotos von der Grenzöffnung sowie durch Beispiele von Mauermalereien belegen.
Hierzu haben wir die Theorie von Watzlawick: „Man kann nicht nicht Kommunizieren“ in den Vordergrund gestellt. Im ersten Teil unserer Arbeit stellen wir zunächst die eben genannte These von Watzlawick vor (2.). Im folgenden Teil beschäftigen wir uns mit dem Beziehungs- und Inhaltsaspekt einer Kommunikation. In Punkt 3. werden wir auch hier zunächst die Theorie vorstellen, um dann näher auf den für die nonverbale Kommunikation bedeutenderen Beziehungsaspekt einzugehen und in 3.1 die Möglichkeiten der Reaktion vorstellen. Anhand der erhaltenen Erkenntnisse möchten wir dann den Beziehungsaspekt und die Reaktionen auf die Gefühlsäußerung in Situationen beim Fall der Berliner Mauer untersuchen (3.2).
Im Anschluss beschäftigen wir uns in Punkt 4. mit den Möglichkeiten nach Watzlawick eine Mitteilung auszudrücken, genauer mit analoger und digitaler Kommunikation, wobei die erstere als bildhafte, darstellende Kommunikation die im Hinblick auf unser Thema entscheidende ist. Deshalb beenden wir unsere Arbeit mit der Interpretation von Mauerkunst, wobei wir sie auf Merkmale analoger Kommunikation untersuchen (4.1). Hierzu werden wir versuchen, die Kenntnisse anzuwenden, die wir im Kapitel zuvor bekommen haben.
Inhaltsverzeichnis
1. Abgrenzung der Themenstellung
2. These: Man kann nicht nicht kommunizieren
3. Der Inhalts- und Beziehungsaspekt in der Kommunikation
3.1 Möglichkeiten der Reaktion auf den Beziehungsaspekt
3.2 Der Beziehungsaspekt der Kommunikation in Situationen beim Fall der Berliner Mauer
4. Digitale und Analoge Kommunikation
4.1 Analoge Kommunikation am Beispiel der Mauerkunst
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Bedeutung nonverbaler Kommunikation bei der Äußerung von Gefühlen, insbesondere im Kontext des Mauerfalls und der damit verbundenen Mauerkunst, basierend auf der Kommunikationstheorie von Paul Watzlawick.
- Grundlagen der Kommunikationstheorie (Watzlawick)
- Differenzierung von Inhalts- und Beziehungsaspekten
- Nonverbale Reaktionen in emotionalen Ausnahmesituationen
- Unterscheidung zwischen digitaler und analoger Kommunikation
- Interpretation von Mauerkunst als Form analoger Kommunikation
Auszug aus dem Buch
3.2 Der Beziehungsaspekt der Kommunikation in Situationen beim Fall der Berliner Mauer
Betrachten wir nun vor dem Hintergrund von Watzlawicks in 2. vorgestellter These und seiner Definition des Beziehungsaspektes von Kommunikation (3.) sowie der Möglichkeiten der Reaktion auf diesen Aspekt (3.1) zunächst eine Gruppe von Menschen, die um ein Auto, genauer einen Trabbi herum tanzen und sich dabei an den Händen fassen, wie es kleine Kinder beim Spielen oft machen. Wir stellen uns die Frage, wie es zu solch einem Handeln von erwachsenen Menschen kommen kann?
Machen wir uns einmal bewusst, was diese Menschen im Augenblick des Fotos gerade erleben. Sie werden Zeugen vom Fall der am besten bewachten und massivsten Grenze der Welt. Eine Grenze, die mitten durch das Herz einer europäischen Metropole ging, die Familien auseinander riss, an der Menschen an Ihrem Schicksal zerbrachen, die Zukunft vernichtete und vielen Menschen das Leben kostete.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Abgrenzung der Themenstellung: Die Einleitung definiert das Thema der Seminararbeit und führt in die theoretische Basis durch die Thesen von Watzlawick ein.
2. These: Man kann nicht nicht kommunizieren: Dieses Kapitel erläutert die Grundannahme, dass jegliches Verhalten eine kommunikative Bedeutung hat und Nicht-Kommunikation unmöglich ist.
3. Der Inhalts- und Beziehungsaspekt in der Kommunikation: Es wird die Differenzierung in einen inhaltlichen Aspekt und einen Beziehungsaspekt vorgenommen, wobei letzterer für Gefühlsäußerungen zentral ist.
3.1 Möglichkeiten der Reaktion auf den Beziehungsaspekt: Das Kapitel beschreibt die drei Reaktionstypen des Empfängers auf die Selbstdefinition des Senders: Bestätigung, Verwerfung und Entwertung.
3.2 Der Beziehungsaspekt der Kommunikation in Situationen beim Fall der Berliner Mauer: Anhand von Bildbeispielen vom Mauerfall wird analysiert, wie Menschen nonverbal auf die historische Situation reagieren.
4. Digitale und Analoge Kommunikation: Hier wird der Unterschied zwischen sprachlicher (digitaler) und bildhafter (analoger) Kommunikation theoretisch hergeleitet.
4.1 Analoge Kommunikation am Beispiel der Mauerkunst: Dieses Kapitel interpretiert Graffitis und Symbole auf der Berliner Mauer als Ausdrucksformen analoger Kommunikation.
5. Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass nonverbale und analoge Kommunikationsformen essentiell für die spontane und ehrliche Äußerung starker Gefühle sind.
Schlüsselwörter
Nonverbale Kommunikation, Watzlawick, Beziehungsaspekt, Inhaltsaspekt, Analoge Kommunikation, Digitale Kommunikation, Berliner Mauer, Mauerkunst, Gefühlsäußerung, Ich-Du-Definition, Interaktion, Körpersprache, Mauerfall.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Rolle der nonverbalen Kommunikation bei der Äußerung von Gefühlen, speziell im historischen Kontext des Mauerfalls und der künstlerischen Verarbeitung an der Berliner Mauer.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Kommunikationstheorie nach Watzlawick, die Unterscheidung zwischen Beziehungs- und Inhaltsaspekten sowie die Differenzierung zwischen analoger und digitaler Kommunikation.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass nonverbale und analoge Kommunikationsformen eine zentrale Rolle beim Ausdruck menschlicher Gefühle spielen, insbesondere in emotionalen Ausnahmesituationen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Fundierung durch Watzlawick und wendet diese auf eine interpretative Analyse von Bildmaterial (Fotos vom Mauerfall und Mauerkunst) an.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erläuterung der Kommunikationsmodelle und eine praktische Anwendung dieser Modelle auf Bildbeispiele vom Mauerfall sowie auf Symbole der Mauerkunst.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Nonverbale Kommunikation, Watzlawick, Beziehungsaspekt, Analoge Kommunikation und Mauerfall charakterisiert.
Wie reagieren die Grenzsoldaten auf die jubelnden Menschen beim Mauerfall laut der Analyse?
Die Autoren interpretieren das teilnahmslose Verhalten der Soldaten als eine Art "Entwertung" der Situation, resultierend aus ihrer Macht- und Hilflosigkeit angesichts der jubelnden Menschen.
Was symbolisiert die Taube in der untersuchten Mauerkunst?
Die Taube wird als analoges Symbol für Frieden interpretiert, wobei die Darstellung ihres Körpers durch ineinandergreifende Hände zusätzlich Respekt und Versöhnung verdeutlicht.
- Quote paper
- Jörg Jahnel (Author), Monika Vehn (Author), 2003, Die Unmöglichkeit nicht zu kommunizieren - Nonverbale Kommunikation von Gefühlen beim Fall der Berliner Mauer und in der Mauerkunst, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/23510