Der Mensch ist von Natur aus ein gesellschaftliches Tier. Das ist durch die uralten Zeiten bedingt, als der Mensch das körperlich schwächste und kleinste Tier in seiner Umwelt war. Um sein Überleben zu ermöglichen, hatte sich der ehemalige Mensch in Herden vereinigt. Das Zusammenleben von Lebewesen verlangte das Einhalten von gewissen Regeln, die von allen Mietgliedern zugestimmt und beehrt wurden. Diese Regel sollte manchmal verändert werden, damit sie an die neuen Bedürfnisse dieser ursprünglichen Gesellschaft angepasst wurden. Dieser Prozess bedarf eines sozialen Handelns zwischen Mietgliedern. In Folge dessen hatten sich verschiedene „Instrumente“ zum Führen dieses Handelns herausgebildet. Eine verbreitete Meinung ist, dass diese Situation das Entstehen der Sprache vorsieht. Das ist zwar wahr und logisch, aber die Sprache ist als allerletzte Ebene des sozialen Handels entstanden. Das kann ganz logisch dadurch erklärt werden, dass die Sprache verschiedene eng spezialisierte „Instrumente“ bedarf, damit sie als Umgangsmittel benutzt werden kann(Stimmbindungen usw.). Wie können ohne Sprache Informationen ausgetauscht werden? Diese Frage kann durch Beobachtung der heute existierenden Tiere beantwortet werden. Die Tiere benutzen den Effekt von ihrer Erscheinung und die „Sprache“ der körperlichen Gestik, um Informationen zu ihrem „Interaktionspartner“ auszustrahlen. Im Laufe der Zeit und der Evolution hatte sich das menschliche Gehirn entwickelt und die Interaktionsbedürfnisse wurden größer. Die Menschen wollten Informationen nicht nur über „das Situativ- Gegebene und das Positiv-Faktische „ austauschen, sondern auch über das imaginierte. Auf Grund dieser Bedürfnisse entstand also die Sprache. Diese Etappen von Entwicklung des menschlichen Verkehrs sind für den heutigen Umgang zwischen Menschen verantwortlich. Sie lassen sich als die Ebene der menschlichen Interaktion betrachten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2.Hauptteil
I. Anwesenheit
II. Persönliche Erscheinung
III. Gestik
IV. Sprache
3. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die kommunikative Mehrebenenstruktur elementarer Interaktionen basierend auf der Theorie von Hans Geser, um die soziale Dynamik und die Entstehung von Interaktionsebenen am Beispiel einer weihnachtlichen Familienfeier zu verdeutlichen.
- Analyse der vier Interaktionsniveaus (Anwesenheit, Erscheinung, Gestik, Sprache)
- Untersuchung der wechselseitigen Abhängigkeit und Entstehungslogik dieser Ebenen
- Deutung alltäglicher Interaktionsprozesse in einem außergewöhnlichen Kontext
- Evaluation des Steuerungspotenzials der verschiedenen Kommunikationsträgermedien
Auszug aus dem Buch
I. Anwesenheit
Eine Interaktion ist nur unter gewissen Bedingungen möglich .Als Handelsminimum sollten die Akthöre anwesend sein. Anwesenheit als “Befindlichkeit im selben Raumabschnitt“(Geser ;1990 S.211 ) ist der aller erster Stoss zwischen den Akthören. Deswegen ist ihre Registrierung besonders wichtig und ausdrucksvoll .Selbst die bloße Anwesenheit kann viele Kundgaben emittieren –„Das ist wichtig für mich“; “Alle hier sind mir egal und ich komme dann ,wann ich will“ usw. .Es soll auch berücksichtigt werden, dass die Anwesenheit als Kommunikationsträgermedium am leichtesten zu steuern ist.
Bei jeder Familienfeier versammeln sich meistens die Verwandten .Nehmen wir an, dass sich unsere Situation im Haus von den Großeltern A und B abgespielt. Sie haben drei Kinder entsprechend C; D und E, die ihrerseits auch Kinder D1/ E1 und Frauen Fc und Fd haben .C ist weiblich, ledig.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die evolutionären Ursprünge der menschlichen Kommunikation ein und begründet die Wahl des Weihnachtsfestes als Fallbeispiel zur Analyse der Geserschen Interaktionstheorie.
2.Hauptteil: Das Hauptkapitel expliziert die vier Interaktionsebenen nach Geser – Anwesenheit, persönliche Erscheinung, Gestik und Sprache – und wendet diese theoretischen Konstrukte konkret auf das Fallbeispiel der Familienfeier an.
3. Schluss: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass auch in außergewöhnlichen sozialen Situationen wie Weihnachten die grundlegenden, alltäglichen Regeln der Interaktion und die Selektionsmechanismen der Beteiligten ihre Gültigkeit behalten.
Schlüsselwörter
Soziologie, Interaktion, Geser, Kommunikationsträgermedien, Anwesenheit, Persönliche Erscheinung, Gestik, Sprache, Mehrebenenstruktur, Soziales Handeln, Wahrnehmung, Interaktionspartner, Soziale Systeme, 非verbal, Kommunikation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der soziologischen Analyse menschlicher Interaktion und untersucht, wie Kommunikation auf verschiedenen Ebenen abläuft.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen die vier Niveaus der Interaktion: Anwesenheit, persönliche Erscheinung, Gestik und Sprache.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die kommunikative Mehrebenenstruktur nach Hans Geser an einem praktischen Fallbeispiel (Weihnachtsfeier) anschaulich zu erläutern und ihre logische Reihenfolge aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine theoretische Fundierung durch die soziologische Theorie von Hans Geser vorgenommen, die durch eine fallbezogene Anwendung illustriert wird.
Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Analyse der vier Interaktionsmedien, wobei jedes Medium auf seine spezifische Funktion und Steuerbarkeit hin untersucht wird.
Welche Schlüsselwörter kennzeichnen die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Mehrebenenstruktur, Interaktionsniveaus, Kommunikationsträgermedien und soziale Interaktion charakterisiert.
Warum wurde das Szenario einer Weihnachtsfeier gewählt?
Der Autor wählte diese Situation, da sie als "außergewöhnliche, nicht alltägliche Situation" eine besonders klare Beobachtung und Unterscheidung der einzelnen Informationsträgermedien ermöglicht.
Inwieweit spielt die "Anwesenheit" für den Interaktionsprozess eine Rolle?
Die Anwesenheit wird als das unverzichtbare "Handelsminimum" definiert, das den ersten Kontakt zwischen Akteuren ermöglicht und als am leichtesten zu steuerndes Kommunikationsträgermedium fungiert.
Was zeichnet die "Sprache" im Vergleich zu anderen Ebenen aus?
Die Sprache wird als "Spitze der Pyramide" beschrieben, die sich durch hohe Komplexität, Selektivität und die Fähigkeit auszeichnet, Vergangenes und Zukünftiges zu verkörpern.
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- Anton Tenev (Author), 2004, Die Mehrebenenstruktur der Weihnacht - Eine Deutung von Weihnachten durch Gesers Theorie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/23519