Die digitale Spaltung der Bevölkerung


Studienarbeit, 2004

26 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Darstellung des Problems
2.1. Was ist die Informationsgesellschaft?
2.2. Was ist die digitale Spaltung?
2.3. Ursachen für die digitale Spaltung
2.4. Die Lage der digitalen Spaltung am Beispiel China

3 Rechtliche Situation
3.1. Deutsches Recht
3.2. Internationales Recht

4 Ethische Situation
4.1. Aufgabe der Ethik
4.2. Die digitale Spaltung aus ethischer Sicht

5 Zusammenfassung und Fazit

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Mit der Verbreitung des Internets hat auch die Thematik der digitalen Spaltung einen immer bedeutenderen Stellenwert eingenommen. Der Begriff der digitale Kluft tritt vor allem im Zusammenhang mit der Informationsgesellschaf auf. Wir surfen jeden Tag ganz selbstverständlich im Internet, machen uns Gedanken über die Glaubwürdigkeit von Websites, streben nach immer schnelleren Verbindungen ins weltweite Datennetz, surfen online mit dem Handy, kaufen Bücher und CDs und recherchieren global nach unterschiedlichsten Informationen. Für den einzelnen User ist dabei die immer größer werdende Datenflut kaum noch zu überblicken und es fällt einem nicht leicht, die vielfältigen Informationen zu beurteilen und dementsprechend zu agieren. In diesem Zusammenhang und bei all unserem Handeln wird aber eine Tatsache gerne vergessen.

Nicht alle Menschen auf dieser Erde sind Bestandteil der Informationsgesellschaft. Im Allgemeinen haben wir die Meinung, dass so gut wie jeder Bürger auf dieser Welt ein Teilnehmer der Informationsgesellschaft ist, was sich jedoch als Trugschluss herausstellt. Wir gehen von dieser falschen Tatsache aus, weil wir selber Teil dieser technisierten Gesellschaft sind und es damit auf alle anderen Personen übertragen. Jedoch müssen wir uns der Realität stellen und erkennen, dass es neben denen, die Teil der Informationsgesellschaft sind, auch diejenigen gibt, die nicht Teil davon sind und somit ausgeschlossen sind. Wenn man bedenkt, dass jeder zweite Mensch auf dieser Erde noch nie telefoniert hat, dann erkennt man die Teilung der Bevölkerung in zwei Teile. Es liegt also eine digitale Spaltung vor.

Ziel dieser Studienarbeit soll es nun sein, die digitale Spaltung aus wissenschaftlicher, rechtlicher und ethischer Sicht zu betrachten.

2 Darstellung des Problems

Durch die ständigen Entwicklungen im Bereich der Informationstechnologien gibt es neue Kommunikations- und Informationsmöglichkeiten, die zum Begriff der Informationsgesellschaft geführt haben. Jedoch muss beachtet werden, dass ein großer Teil der Menschheit von dieser Entwicklung ausgeschlossen ist, auch wenn wir selber Bestandteil dieser Entwicklungen sind. Den unterschiedlichen Entwicklungsstand hinsichtlich des technischen Fortschritts bezeichnen wir als digitale Spaltung. Die Problematik der digitalen Kluft in unserer Gesellschaft lässt sich anhand von folgenden Meldungen und Analysen in der Tagespresse sowie in der Fachliteratur darstellen.

Anlässlich des Weltgipfels über die Informationsgesellschaft (WSIS), zu dem die UNO im Dezember nach Genf eingeladen hat, schreibt Andreas Zumach in seinem Artikel „Keine Brücke über digitale Kluft. Alle reden von der „Informationsgesellschaft“, doch: Jeder zweite Mensch hat noch nie telefoniert.“ wie folgt über die digitale Spaltung:

„Die „digitale Kluft“ zwischen Nord und Süd ist unverändert tief. In den Industriestaaten des Nordens kommt auf zwei Menschen ein Telefon-Festanschluss - Handys nicht eingerechnet. In den meisten Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas teilen sich hingegen 15 Menschen einen Telefonanschluss, in den 48 nach UNO-Definition „am wenigsten entwickelten Staaten“ sind es sogar 200. Und mehr als drei Milliarden der inzwischen knapp 6,2 Milliarden Erdbewohnerinnen und -bewohner haben noch nie in ihrem Leben ein Telefonat geführt. In den USA und Europa haben inzwischen über 30 Prozent aller Einwohner einen Internetzugang, Tendenz: stark steigend. In Afrika liegt der Anteil weiterhin bei knapp einem Prozent. Schließlich hat ein Drittel aller Menschen keinen Strom.“ (Zumach, 2003)

Was Andreas Zumach zur digitalen Spaltung schreibt, wird in der Studie „Digitale Spaltung in Deutschland. Ausgangssituation, Internationaler Vergleich, Handlungsempfehlungen“ nicht auf globaler Ebene gesehen, sondern Deutschland befindet sich hierbei im Blickfeld. Die Autoren Dr. René Perillieux, Dr. Rainer Bernnat und Marcus Bauer kommen dabei bezüglich digitaler Spaltung zu folgendem Ergebnis:

„In Deutschland wächst die Gefahr einer „digitalen Spaltung“ der Bevölkerung in IuK-affine Bürger und jene, die keinen Zugang zu diesen Technologien erhalten können oder wollen. Dies zeigt sich bei der Betrachtung von Altersstruktur, Ausbildungsstand und Wohngebiet gleichermaßen. Besonders in benachteiligten Bevölkerungsgruppen (bestimmte Schulbildungsgänge, Senioren, Frauen, Arbeitslose, Bewohner ländlicher Gebiete) wird die digitale Spaltung, also die Abweichung der Internet-Nutzer- Verteilung von der Zusammensetzung der Gesamtbevölkerung, weiter zunehmen. Jüngsten Prognosen zufolge werden 21 Millionen Personen zwischen 14 und 69 Jahren in Deutschlands Haushalten im Jahr 2003 von der Nutzung des Internets ausgeschlossen sein oder sich ihrer verweigern. Die mögliche Folge: Diese 21 Millionen Bürger sehen sich mittelfristig Ausgrenzungseffekten gegenüber bei der Erlangung von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen, bei Konsummöglichkeiten, beim Bezug staatlicher und privater Dienstleistungen, im schulischen Bereich und im Kontext „Lebenslanges Lernen“. Diese strukturellen Nachteile können, wenn nicht gegengesteuert wird, erhebliche negative Auswirkungen auf die Qualität des Standorts Deutschland haben.“ (Perillieux, 2000)

Man kann also erkennen, dass es in der Informationsgesellschaft Unterschiede gibt. Es gibt auf der einen Seit die Informationsreichen und auf der anderen Seite die Informationsarmen. Dabei siedelt sich die Problematik der digitalen Spaltung sowohl auf nationaler also auch auf internationaler Ebene an.

2.1. Was ist die Informationsgesellschaft?

Zuerst einmal sollte die Informationsgesellschaft definiert werden. Denn durch das Vorhandensein einer Informationsgesellschaft wurde erst einmal die Grundlage dafür geschaffen, dass es zu einer digitalen Spaltung gekommen ist.

Informationsgesellschaft ist ein Begriff, der zu Beginn der 70er Jahre aufgetaucht ist. Er wurde vor allem durch den amerikanischen Soziologen D. Bell in Umlauf gebracht, der damit eine Gesellschaft benennt, die durch ein hohes Maß an Informations- und Wissensvermittlung gekennzeichnet ist. Die Informationsgesellschaft stellt als Wirtschaftsfaktor einen bedeutenden Anteil am Bruttosozialprodukt dar. Dabei kommt es zu einer vielfachen Produktion, Sammlung, Verwertung und Weiterverarbeitung von Information und Wissen. Danach erfolgt die Verbreitung durch die Medien und damit eine Vermarktung durch die Informationswirtschaft. Ein Ergebnis davon ist die Veränderung der Soziokultur. (vgl. Wissen.de, 2004)

Die Informationsgesellschaft wird aber auch als „die Utopie eines postindustriellen Zeitalters auf der Basis einer Wissens- und Informations-Ökonomie“ (Net-lexikon, 2003) angesehen. Die Illusion wurde vor allem während der 90er Jahre weit verbreitet, als es zu einem ungeheuerlichen Aufschwung an nicht profitablen Unternehmensideen im weltweiten Datennetz gekommen ist. Die ursprüngliche Idee für den Begriff Informationsgesellschaft entstand in 40er Jahren durch das Buch „Das Globale Dorf“ von M. McLuhan. Dabei geht es um die Mutmaßung einer weltweiten Vernetzung der Bevölkerung und den soziologischen Implikationen, die sich darausfolgend entwickeln könnten. Das Schlagwort Informationsgesellschaft wird auch heute oftmals verwendet, jedoch ist kein augenscheinlicher Vordenker eines klaren informationsökonomischen Wunschbildes auszumachen. (vgl. Net-lexikon, 2003)

Teilweise ist der Begriff „als mediales Trendwort mit nur geringer Halbwertszeit anzusehen, ähnlich wie die Dienstleistungsgesellschaft.“ (Net-lexikon, 2003)

Vielfach wird mit dem Begriff Informationsgesellschaft die Assoziation hervorgerufen, dass wir alle, also die Gesamtheit der Bevölkerung, Bestandteil davon sind. Man muss jedoch berücksichtigen, dass nur Teile der Gesellschaft mit Begriffen wie technischer Fortschritt, Zugriff auf Wissen und Teilnahme am globalen Informations- und Kommunikationsaustausch vertraut sind und auch den daraus resultierenden Nutzen ziehen können. Dennoch ist es zulässig, den Begriff Informationsgesellschaft zu verwenden, da ein nicht unbedeutenden Teil der Weltbevölkerung Bestandteil dieser ist. Vor allem wir und unsere Umgebung sind ein Teil dieser Gesellschaft. Jedoch ist es wichtig sich immer vor Augen zu halten, wenn man von der Informationsgesellschaft spricht, dass man damit nicht die ganze Weltgemeinschaft meint, sondern nur Teile der Bevölkerung. Nur wenn man diese Sachlage berücksichtigt, kann man den Begriff Informationsgesellschaft auch im richtigen Kontext verwenden.

2.2. Was ist die digitale Spaltung?

Die englische Bezeichnung digital divide sowie die deutschen Synonyme digitale Kluft und digitale Spaltung sind die zentralen Begriffe der ganzen Thematik und sollen nun definiert und erläutert werden.

Die digitale Kluft kam etwa 1996 in der öffentlichen Debatte ins Gespräch und ist die deutsche Wiedergabe des englischen Wortgebrauchs digital divide. Die Debatte um die digitale Kluft muss im Kontext mit der seit den 90er Jahren zunehmend vertretenen These gesehen werden, nachdem es ein allumfassendes Fortschrittsdenken gibt, das sich auf eine Informations- und Wissensgesellschaft zu bewegt, in der das Verständnis über die verschiedenen Techniken, und als Grundvoraussetzung die Chance zum Zugang, in erheblichem Umfang für den individuellen Erfolg einzelner Personen ausschlaggebend sein soll. (vgl. Net-lexikon, 2003)

Der Begriff der digitalen Spaltung beruht auf der Ansicht,

„dass die Möglichkeit des Zugangs zu und der Nutzung von moderner digitaler Informations- und Kommunikationstechnologie (speziell das Internet) stark von sozialen Faktoren abhängig ist, dies sowohl innerhalb einer Gesellschaft ("Wohlhabende haben mehr Möglichkeiten als Arme" oder "Junge nutzen des Internet häufiger als Alte") als auch auf internationaler Ebene ("In Industrieländern bestehen bessere Möglichkeiten als in Entwicklungsländern").“ (Net-lexikon, 2003)

Dabei gibt es momentan keine einheitliche Meinung, welche Bedeutung von der digitalen Kluft ausgeht, und ob es zu einer Vergrößerung oder Verkleinerung derselbigen kommt.

Somit kennzeichnet die digitale Spaltung „eine Kluft zwischen Individuen, Haushalten, Unternehmen und geographischen Zonen in Hinsicht auf ihren IT-Zugang und -Benutzung.“ (Nemson, 2002)

Dabei wird die Tatsache beschrieben, dass die Bevölkerung der Welt in Informationsarme und in Informationsreiche eingeteilt werden kann. Die einen haben Zugang zu modernen Informationstechnologien - wie etwa Internet, Fernsehen und Telefon - und haben auch die Fähigkeit es zu Nutzen und die anderen haben keinen Zugang und verfügen nicht über die Fähigkeit es zu benutzen. Die digitale Kluft besteht zwischen ländlichen Gebieten und Stadt, zwischen Gebildeten und Ungebildeten, zwischen wirtschaftlichen Gesellschaften und zwischen entwickelten und weniger entwickelten Industrienationen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Die digitale Spaltung der Bevölkerung
Hochschule
Hochschule der Medien Stuttgart  (Studiengang Informationswirtschaft)
Note
1,7
Autor
Jahr
2004
Seiten
26
Katalognummer
V23522
ISBN (eBook)
9783638266284
ISBN (Buch)
9783638701693
Dateigröße
554 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Spaltung, Bevölkerung
Arbeit zitieren
Wolfgang Krumm (Autor), 2004, Die digitale Spaltung der Bevölkerung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/23522

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