Der Einfluss veröffentlichter Umfrageergebnisse auf das Wahlverhalten der Bürger der Bundesrepublik Deutschland


Diplomarbeit, 2003
70 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Faktoren, die auf die Wahlentscheidung wirken

3 Gegenstand und Methoden der Wahlforschung

4 Theoretisch denkbare Effekte veröffentlichter Umfrageergebnisse
4.1 Auswirkungen auf die Wahlbeteiligung
4.1.1 Mobilisierungseffekt
4.1.2 Lethargieeffekt
4.1.3 Defätismuseffekt
4.2 Auswirkungen auf die Stimmen für eine bestimmte Partei
4.2.1 Anpassungseffekte: Bandwagon-Effekt, Schweigespirale und Last-Minute-Swing
4.2.2 Underdog-Effekt
4.2.3 Taktisches Wählen
4.2.3.1 Fallbeileffekt
4.2.3.2 Leihstimmeneffekt

5 Empirie
5.1 Quantität und Qualität der veröffentlichten Wahlumfragen
5.1.1 Institute in Deutschland
5.1.2 Nachrichtenwert der veröffentlichten Umfrageergebnisse
5.1.3 Entwicklung der Veröffentlichung von Umfrageergebnissen in den Medien
5.2 Wahrnehmung von Wahlumfragen durch die Wähler
5.3 Einfluss der Umfrageergebnisse auf die Wahlbeteiligung
5.4 Einfluss der Wahlumfragen auf die Stimmen für eine bestimmte Partei
5.4.1 Bandwagon-Effekt und Underdog-Effekt
5.4.1.1 Schweigespirale
5.4.2 Taktisches Wählen
5.4.2.1 Leihstimmeneffekt und Fallbeileffekt
5.5 Argumente, die für einen fehlenden Einfluss der Umfrageergebnisse auf die Wahlentscheidung sprechen

6 Manipulation der Wählerschaft durch die Institute

7 Nützlichkeit von Wahlforschung im demokratischen Prozess

8 Fazit

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

In den vergangenen Jahren sind in Deutschland oftmals politische Phänomene, wie zum Beispiel die sinkende Wahlbeteiligung, thematisiert worden. Diese kann vielfältige Ursachen haben – oft wird impliziert, dass Protestverhalten und Parteiverdrossenheit zu einer steigenden Wahlenthaltung führen. Einen möglichen Grund könnte aber auch das vorherrschende Meinungsklima bilden, beispielsweise eine Situation, in der ein Sieg der bevorzugten Partei entweder festzustehen oder aber aussichtslos zu sein scheint. Das Meinungsklima könnte wesentlich von den veröffentlichten Umfrageergebnissen der Meinungsforschungsinstitute abhängen, welche somit auf die konkrete Stimmabgabe, also auf die Wahlentscheidung wirken würden. Dies ist nur eine der Theorien über Wirkungszusammenhänge zwischen veröffentlichten Umfrageergebnissen und dem Wahlverhalten, die in dieser Arbeit vorgestellt und auf ihre empirische Nachweisbarkeit überprüft werden sollen.

Die Frage, ob die Veröffentlichung von Umfrageresultaten einen Einfluss auf die Wahlentscheidung der Bürger hat, umfasst grundsätzlich zwei Dimensionen - eine normative und eine empirische. Die normative Dimension beinhaltet vor allem die Auffassung, die Demoskopie dürfe nicht auf den Volkswillen einwirken, da sie diesen verfälschen oder manipulieren würde. Die empirische Dimension überprüft, ob die politische Willensbildung tatsächlich durch die Veröffentlichung von Wahlforschungsergebnissen beeinflusst wird und ob sich dadurch Wahlergebnisse ändern. In dieser Arbeit sollen beide Aspekte vorgestellt werden. Dabei soll auch auf den Vorwurf der Manipulation der Wähler und des Mangels an Seriosität eingegangen werden, der Meinungsforschern vor allem von Politikern und Journalisten entgegengebracht wird.

Bei den bereits erschienenen Werken, die sich mit dem Zusammenhang von veröffentlichten Wahlforschungsergebnissen und Wahlverhalten beschäftigen, handelt es sich in der Regel um Rechtfertigungsgrundlagen der Meinungsforschungsinstitute, in denen viele von ihnen jeglichen Einfluss ihrer Veröffentlichungen abstreiten - oder aber um Pauschalanklagen, in denen den Meinungsforschungsinstituten eine bewusste Manipulation der Wählerschaft vorgeworfen wird. Im Gegensatz dazu sollen in dieser Arbeit möglichst unvoreingenommen die Untersuchungen zu diesem Thema präsentiert werden, ohne dass ein Einfluss von vornherein gerechtfertigt oder angeklagt werden soll.

Die Untersuchung, ob Umfrageergebnisse auf das Wahlverhalten der Bundesbürger wirken, beinhaltet eine ganze Reihe von Fragestellungen, welche in dieser Arbeit erfasst werden sollen. Zunächst müssen ganz allgemein die auf die Wahlentscheidung wirkenden Faktoren bestimmt werden. Der für diese Arbeit wichtige Einflussfaktor, die veröffentlichten Umfrageergebnisse, ist ein Resultat von Wahlforschungsstudien. Der Begriff der Wahlforschung wird definiert, damit deutlich werden kann, worauf sich der Verfasser in der folgenden Analyse bezieht. Erst danach werden die theoretisch denkbaren Effekte vorgestellt. Im Anschluss daran beginnt der empirische Teil, in welchem zunächst geklärt wird, welche Institute es in Deutschland gibt und in welcher Art und Weise und wie häufig über Meinungsumfragen im Vorfeld von Bundestagswahlen berichtet wird. Weiterführend stellen sich die Fragen, ob Meinungsumfragen überhaupt von der Bevölkerung wahrgenommen werden und welche Gruppen ihnen besondere Beachtung schenken. Schließlich soll untersucht werden, in welcher Weise und in welchem Umfang sich Meinungsumfragen auf das Wahlverhalten auswirken. Vor seinem Fazit versucht der Verfasser abzuwägen, inwiefern eine Manipulation durch Wahlumfragen möglich ist und inwieweit Meinungsumfragen einen positiven, da demokratiefördernden Einfluss haben können.

Einige Aspekte müssen in dieser Arbeit unberücksichtigt bleiben. Vor allem werden das methodische Instrumentarium der Demoskopie und die einzelnen Erhebungsarten nicht behandelt. Der Verfasser verweist in diesem Zusammenhang lediglich auf das bereits vorhandene Datenmaterial.

Obwohl sich diese Arbeit - wie der Titel bereits sagt - auf Studien über das Wahlverhalten in der Bundesrepublik Deutschland beziehen soll, werden im empirischen Teil einige Studien und Erkenntnisse aus den Vereinigten Staaten verwendet, da es in Deutschland nur wenige Untersuchungen gibt, in den USA hingegen der Einfluss von Wahlumfragen auf das Wahlverhalten schon seit vielen Jahren aufmerksam erforscht wird. Hier wird davon ausgegangen, dass wahlsystemunabhängige Kausalzusammenhänge zwischen veröffentlich­ten Umfrageergebnissen und Wahlverhalten in allen westlichen Demokratien gleichermaßen wirken, da sich psychologische und soziologische Verhaltensmuster in den einzelnen Nationen nur unwesentlich unterscheiden.

2 Faktoren, die auf die Wahlentscheidung wirken

Um einordnen zu können, wie groß ein Effekt veröffentlichter Umfrageergebnisse auf das Wahlverhalten sein kann, soll in diesem Kapitel dargestellt werden, welche Bedingungen und Variablen die Wahlentscheidung beeinflussen können.

Das Wahlverhalten in westlichen Demokratien, so auch in der Bundesrepublik, hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab. Es ist daher hilfreich für das Verständnis und zur besseren Strukturierung, die Bestimmungsgründe anhand von verschiedenen Erklärungsansätzen des Wahlverhaltens vorzustellen. Eine Möglichkeit, die Erklärungsansätze des Wahlverhaltens zu unterteilen, ist die Dreiteilung in den soziologischen, den sozialpsychologischen und den ökonomischen Ansatz.

Der soziologische Ansatz ist der älteste, er wurde bereits in den vierziger Jahren[1] entwickelt und wird auch heute noch zur Erklärung der Stabilität des Wählerverhaltens herangezogen. Er erklärt politisches Verhalten aufgrund sozialer Umwelteinflüsse und versucht, das Wahlverhalten anhand von sozial-strukturellen Merkmalen wie Konfession, Kirchenbindung, soziale oder geographische Herkunft, Einkommen und Bildung zu erklären. Die Zugehörigkeit zu sozialen Gruppen mit bestimmter Parteipräferenz, die Kommunikation mit sogenannten Meinungsführern und das politische Klima in der nächsten Umgebung werden bei diesem Ansatz als entscheidend für das Wahlverhalten angesehen. Die sozialen Bezugsgruppen wie Familie, Kollegen und Freundeskreis haben aus dem Grunde einen besonderen Einfluss auf das Wahlverhalten, da es innerhalb der Gruppen zu einem Gruppendruck in Richtung eines gruppenkonformen politischen Verhaltens kommen kann. Wenn ein Wahlberechtigter zu unterschiedlichen Gruppen gehört, welche sich nicht durch eine Orientierung an denselben politischen und ideologischen Werten auszeichnen, kann dies zu sogenannten „cross pressures“ führen – Gruppenzwängen, welche die betroffene Person in unterschiedliche Richtungen drängen. Die gegenläufigen Eindrücke führen in der Regel zu einer Verzögerung der Wahlentscheidung und zu einer verhältnismäßig großen Wahrscheinlichkeit, dass sich der Wähler bei der folgenden Wahl für eine andere Partei entscheidet als bei der aktuellen. Je stärker sich hingegen die verschiedenen Gruppenmitgliedschaften des Einzelnen im Sinne politischer Homogenität decken, und je geringer gegenläufige Einflüsse auf die Person wirken, desto wahrscheinlicher geht die Wahlentscheidung in die durch die Gruppennormen vorgegebene Richtung. Bei diesen Personen, die relativ homogenen Einflussgruppen mit einander ähnelnden Wahlverhalten angehören, bilden sich auch häufiger stabile Parteiorientierungen heraus. Nach diesem Ansatz wird die Parteiidentifikation also schon während der Sozialisation des Wählers erworben, und sie verfestigt sich mit zunehmender Wahlerfahrung. Das politische Denken und Fühlen der Wähler ist demnach bei diesem Ansatz, wie der Name schon sagt, vor allem sozial geprägt – soziale Merkmale bestimmen die politischen Vorlieben der Wähler.[2]

In Deutschland ist ein Rückgang des Einflusses dieser sozial-strukturellen Merkmale festzustellen, was vor allem an der sinkenden Größe der Milieus mit starker Bindung liegen dürfte. Diese Entwicklung ist vor allem auf den Wandel von der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft mit der sich dadurch verändernden Erwerbsstruktur, zum Beispiel dem Rückgang des Arbeiteranteils, sowie auf die sinkende Kirchenbindung zurückzuführen.[3]

Feste Parteibindungen können durch den soziologischen Ansatz gut erklärt werden. Defizite zeigen sich aber bei der Erklärung eines Wandels im Wahlverhalten bei dicht aufeinander folgenden Wahlen.[4]

Als Ergänzung wurde daraufhin in den fünfziger Jahren der psychologische - oder auch sozialpsychologische - Erklärungsansatz entwi­ckelt, der zusätzlich stärker politologisch geprägt ist. Die Wahlentscheidung hängt nach diesem Ansatz von einem Zusammenwirken politisch-institutioneller, sozialökonomischer und psychischer Faktoren ab. Erstmals werden dabei eigene Persönlichkeitsmerkmale des Wählers berücksichtigt, welche zum einen seine Psyche, beispielsweise Aggressivität, Dominanz und Triebe und zum anderen seine Werte, Überzeugungen und Handlungsabsichten umfassen.[5] Als direkte Einflussfaktoren für das Wahlverhalten gelten die Einstellung des Wählers gegenüber den Kandidaten sowie seine Einschätzung der Problemlösungskompetenzen der Parteien. Diese als kurzfristig zu betrachtenden Faktoren sind jedoch auch abhängig von den langfristig wirkenden psychischen und sozialen Faktoren, vor allem der Parteibindung, welche auch dieser Ansatz in großem Maße in Abhängigkeit von der sozialen Herkunft des Wählers sieht.[6]

Der ökonomische[7] Erklärungsansatz für das Wahlverhalten setzt einen Wähler, der als „homo oeconomicus“ agiert und politische Entscheidungen auf Basis seines individuellen Kosten-Nutzen-Kalküls trifft, voraus. Er handelt damit weitgehend unabhängig von seinem sozialen Umfeld und entscheidet rational und eigennützig. Eine rationale Wahlentscheidung setzt voraus, dass der Bürger seine eigenen Präferenzen kennt und diese auch einordnen kann. In einem Mehrparteiensystem schätzt der nutzenmaximierende Wähler zudem die Präferenzen der anderen Wähler ein. Er wählt die von ihm bevorzugte Partei nur, wenn sie reale Gewinnaussichten hat. Ansonsten kann es sein, dass er sich für eine andere Partei entscheidet, um einen Sieg der von ihm am wenigsten gewünschten Partei oder Koalition zu verhindern. Kann der Wähler keinen Nutzenunterschied in Abhängigkeit vom Wahlsieg einer bestimmten Partei feststellen, so enthält er sich seiner Stimme, da der Aufwand, zur Wahl zu gehen, nicht gerechtfertigt scheint. Insbesondere diesem Wählertypus des homo oeconomicus wird gemeinhin zugeschrieben, dass er seine rationale Wahlentscheidung auch mit Hilfe veröffentlichter Umfrageergebnisse treffen könnte.[8]

Eine weitere Möglichkeit, Bestimmungsgründe für das Wahlverhalten einzuteilen, ist – wie oben bereits angedeutet – eine Unterscheidung der Einflussfaktoren in langfristig und kurzfristig wirkende. Die Zugehörigkeit zu einer sozialen Gruppe und auch die Parteiidentifikation - also die durch Sozialisation erworbene, dauerhafte psychologische Bindung an eine Partei - gehören dabei zu den langfristig wirkenden Faktoren. Kurzfristig wirkende Faktoren sind hingegen Images der aktuellen Spitzenkandidaten, das Erscheinungsbild von Parteien sowie aktuelle Sachfragen. Dazu zählen auch die den Parteien zugesprochenen Problemlösungskompetenzen, wobei jeweils nicht die tatsächli­chen Fähigkeiten ausschlaggebend sind, sondern es um die individuelle Wahrnehmung und Zuschreibung von Kompetenzen geht. Diese Wahrnehmung ist abhängig von eigenen direkten Beobachtungen, von Gesprächen mit anderen und vor allem von der Berichterstat­tung in den Massenmedien. Wenn veröffentlichte Umfrageergebnisse tatsächlich die Wahlentscheidung beeinflussen, so sind sie ebenfalls den kurzfristigen Faktoren zuzuordnen, welche allerdings nie als unabhängig von den langfristigen Faktoren betrachtet werden können. Die kurzfristigen Faktoren werden in der Regel besonders für die Erklärung des Verhaltens von Wechselwählern herangezogen.[9]

Zusätzlich zu diesen Erklärungsansätzen wirken auch äußere Umstände wie beispielsweise die wirtschaftliche Lage oder innen- und außenpolitische Umstände auf das Wahlverhalten. So wird gemeinhin vermutet, dass in Zeiten von außen- oder sicherheitspolitischen Krisen, wie zum Beispiel den Terroranschlägen in den USA vom 11. September 2001, die Bürger ihre Regierung tendenziell durch ihre Wahlentscheidung stützen. Dahinter steckt die Auffassung, dass man in schwierigen Zeiten zusammenhalten muss. Naturkatastrophen, wie die Flutkatastrophe in Deutschland im August 2002, haben den gleichen Effekt, solange die Regierungsparteien eine Art „Krisenmanagement“ erkennen lassen.[10]

Für Deutschland geht man zudem davon aus, dass fast immer die sogenannten „Brot- und Butterthemen“ - wie beispielsweise die Renten, die Mieten, ökonomische Entwicklungen und die Arbeitslosigkeit - wahlentscheidend sind.[11] Bundestagswahlen in Deutschland sind somit nie nur Personenentscheidungen, sondern auch Entscheidungen über Sach- und Richtungsfragen.[12]

Aus der Wahlforschung ist weiterhin bekannt, dass jeweils eine Vielzahl von zusammenwirkenden Faktoren entscheidend für das Wahlverhalten ist. Die als langfristig relativ stabil geltende und bei Stammwählern stark ausgeprägte Parteineigung kann als Grundgerüst für die Wahlentscheidung angesehen werden. Trotzdem können auch die Stammwähler dazu veranlasst werden, eine andere Partei zu wählen, beispielsweise aus taktischen Gründen, oder sie könnten wegen zeitweiliger Unzufriedenheit der Wahl fernbleiben.[13]

Es wirken also sowohl strukturelle und kulturelle Determinanten auf das Wahlverhalten als auch konjunkturelle Einflüsse wie die politische Lage, die wirtschaftlichen Erwartungen sowie Personal- und Sachfragen im Wahlkampf.[14] Man muss die veröffentlichten Umfrageergebnisse dabei den eher kurzfristig wirkenden Faktoren zuordnen, und sie könnten eine besondere Rolle spielen bei Wählern, die im Sinne eines homo oeconomicus agieren.

Wegen der Vielzahl der Einflussfaktoren scheint der Nachweis eines Einflusses der Wahlforschungsergebnisse auf die Wahlentscheidung schwierig zu sein. Außerdem scheint ein empirisch nachweisbarer Einfluss nur von sehr begrenztem Umfang sein zu können. Die Überprüfung dieser beiden Vermutungen erfolgt im Kapitel 5.

3 Gegenstand und Methoden der Wahlforschung

Wie im vorangegangen Kapitel beschrieben, könnten veröffentlichte Wahlforschungsergebnisse einen von zahlreichen Bestimmungsfaktoren für das Wahlverhalten bilden. In der Literatur wie auch im allgemeinen Sprachgebrauch werden verschiedene Begriffe wie beispielsweise Wahlforschung, Demoskopie und politische Meinungsfor­schung nebeneinander verwendet. So verfährt der Verfasser auch in dieser Arbeit. Zunächst soll aber definiert und abgegrenzt werden, was mit den Begriffen gemeint ist.

Der Gegenstand der Wahlforschung ist die Wahl, welche in demokratischen Systemen wie dem der Bundesrepublik Deutschland die Macht der Regierenden legitimiert. Die Wahlforschung will Theorien zum Wahlverhalten untersuchen und entwickeln, wobei die Theorie des Wahlverhaltens nur einen Teil einer allgemeinen Theorie über das menschliche Verhalten darstellt. Sie versucht, Aussagesysteme zu entwickeln, die zur Beschreibung, Erklärung und Prognose von Wahlverhalten geeignet sind. Diese sind die drei Stufen der Wahlforschung.[15]

Die möglichst genaue Vorhersage von Wahlergebnissen, welche die Wahlforschung vor allem in der Öffentlichkeit durch die Prognosen bei Bundes- und Landtagswahlen bekannt machen, ist somit nur eine ihrer Aufgaben.[16] Wichtige Fragestellungen der Wahlforschung sind auch, welche Personengruppen bestimmte Parteien wählen, welche Bestimmungsgründe es für das Wahlverhalten gibt und welche Wirkung dieses Wahlverhalten auf die Machtverteilung im Staat hat.[17]

Die erste entscheidende Frage, der die politische Meinungsforschung nachgehen möchte, lautet demnach „wer wählt wen?“, wobei mit dem „wer“ in der Wahlforschung kein einzelnes Individuum gemeint ist, sondern eine Gruppe von Wählern, die sich durch bestimmte Eigenschaften von anderen unterscheidet. Diese Eigenschaften können entweder demographischer Natur sein, wie zum Beispiel Alter, Geschlecht, Schulbildung oder Beruf, oder es handelt sich bei ihnen um bestimmte Einstellungen sozial-psychologischer Art, wie beispielsweise die Parteianhängerschaft, die Erwartungen an die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung oder die Orientierung an politischen Normen. Man versucht mittels solcher Merkmale, die Wählerschaft zu strukturieren und in möglichst homogene Teilgruppen einzuteilen. Verglichen mit den weiterführenden Fragen lässt sich diese empirisch relativ zweifelsfrei beantworten.[18]

Die zweite wichtige Frage - „warum wählte wer wen?“ - versucht zu klären, welche Gründe dazu geführt hatten, dass sich Wählergruppen in ihrem Wahlverhalten unterschieden. Diese Frage ist sehr viel schwieriger zu beantworten, da die Bestimmungsgründe für das Wahlverhalten, wie oben schon beschrieben, vielfältig sind. Obwohl eine Wählergruppe demographisch homogen ist, können sich die Motive ihrer Mitglieder für die Wahl einer bestimmten Partei unterscheiden. Um Kausalzusammenhänge ausfindig zu machen, müssen prüfbare Hypothesen über das Wahlverhalten aufgestellt werden. Eine Theorie, die in der Lage ist, Wahlverhalten zu erklären, könnte auch für die Erstellung von Prognosen des Wahlverhaltens hilfreich sein.[19]

Die dritte Frage - „wer wählte wen mit welcher Wirkung?“ - möchte klären, was das Wahlergebnis für das demokratische politische System bedeutet. Es geht darum, wie das Wahlergebnis in Mandate und damit in die Machtverteilung im Staate umgesetzt wird – eine Transformation, die abhängig ist vom Wahlsystem.[20] Eine weitere Dimension dieser Frage ist die nach dem Wählerwillen. Der Wähler bekommt durch den Wahlakt die Möglichkeit, bestimmte Wünsche, Erwartungen oder Forderungen an das politische System zu äußern. Eine zusätzliche Aufgabe der Wahlforschung ist daher, herauszufinden, durch welche Art der Machtzuweisung die Wählerschaft in höchstmöglichem Maße zufrieden gestellt werden kann.[21]

Neben der Wählerforschung, das heißt der Untersuchung der individuellen Wählerentscheidung, beschäftigt sich die Wahlforschung ferner auch mit der Wahlrechtsforschung, welche die Wahl und den Wahlprozess unter verfassungsrechtlichen und rechtspolitischen Aspekten beleuchtet.[22]

Man unterscheidet bei Wahlforschungsanalysen nach Datenart und Methode zwischen Aggregatdatenanalysen einerseits und Individualdatenanalysen andererseits. Erstere sind älter und primär soziologisch orientiert. Sie korrelieren tatsächliche Wahlergebnisse auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene vor allem mit den jeweiligen Daten der amtlichen Sozialstatistik. Die Aggregatdatenanalysen versuchen, das Wahlverhalten durch Bezugsgruppen und strukturelle Begebenheiten – wie beispielsweise die Umwelt oder das Milieu – zu erklären. Da sie das Wahlverhalten als sozial-strukturell determiniert ansehen, messen sie kurzfristigen politischen Einflüssen nur eine sehr begrenzte Bedeutung bei.[23]

Inzwischen wurden die Aggregatdatenanalysen zunehmend abgelöst durch die Individualdatenanalysen der Umfrageforschung, welche derzeit die Untersuchungen dominieren, da Wahlergebnisse, wie schon in Kapitel 2 beschrieben, in steigendem Maße psychologisch beziehungsweise sozialpsychologisch erklärt werden. Bei der Individualdatenanalyse stehen denn auch persönlichkeitsbezogene Merkmale des Wählerverhaltens im Mittelpunkt. Motive und Einstellungen der Wähler werden mit den Methoden der Umfrageforschung ermittelt. Die Wahlentscheidung wird als Produkt langfristig-struktureller Faktoren, vor allem der Parteiidentifikation, und kurzfristig-politischer Faktoren, vor allem der Orientierung an Kandidaten und Sachfragen, verstanden.[24] So erklären Individualdatenanalysen, wie Themen-, Kandidaten- und Parteibewertungen in das tatsächliche Wahlverhalten münden. Die Ermittlung der kurzfristigen Faktoren dient dazu, das tatsächliche Wahlergebnis mit dem Ergebnis einer „Normalwahl“, welches der Verteilung der längerfristig wirksamen Parteiidentifikationen entspräche, zu vergleichen.[25]

Es gibt eine Reihe verschiedener Begriffe, die im Gebiet der Wahlforschung für gleiche oder ähnliche Untersuchungen benutzt werden. Im Kontext der Politikberatung muss die politische Meinungsforschung als Synonym für Demoskopie verstanden werden.[26] Gemeint ist jeweils eine „statistisch-psychologische“ Untersuchungsmethode, mit der gesellschaftliche Massenerscheinungen beobachtet und analysiert werden können.[27]

Auch die Grenzen zwischen politischer Meinungsforschung und umfrageorientierter Wahlforschung sind in der demoskopischen Politikberatung fließend. Jedoch werden politische Meinungsumfragen überwiegend auf Auftragsbasis von kommerziellen Instituten durchgeführt und könnten also den Interesseneinflüssen von Auftraggebern unterliegen. Die umfrageorientierte Wahlforschung hingegen ist eine rein wissenschaftliche Disziplin. Für sie dient die Qualität der Verfahren und Methoden als Bewertungsmaßstab ihres Handelns, während die privaten Institute und Auftraggeber primär ergebnisorientiert sind und auf die Brauchbarkeit der Ergebnisse abzielen.[28]

Nachwahlanalysen finden – wie der Name schon sagt – im unmittelbaren Anschluss an Wahlen statt. Sie können beispielsweise zeigen, welche Partei nach Ansicht der Wähler den besten Wahlkampf geführt hat oder wessen Anhänger besonders aktiv gewesen sind.[29]

4 Theoretisch denkbare Effekte veröffentlichter Umfrageergebnisse

Hat die Wahlforschung beziehungsweise die Veröffentlichung der Umfrageergebnisse einen Einfluss auf die Wahlentscheidung, so sind unterschiedliche Wirkungszusammenhänge denkbar. Die bekanntesten theoretisch denkbaren Effekte der veröffentlichten Umfrageergebnisse auf das Wahlverhalten sollen in diesem Kapitel vorgestellt werden. Es handelt sich zunächst um Annahmen, die erst ab Kapitel 5 auf ihre empirische Haltbarkeit überprüft werden.

Es lassen sich grob zwei vorstellbare Arten von Auswirkungen unterscheiden. Zum einen könnten veröffentlichte Umfrageergebnisse einen, unter Umständen selektiven[30], Einfluss auf die Wahlbeteiligung haben, zum anderen ist ein Einfluss auf die Stimmabgabe für eine bestimmte Partei, also auf die eigentliche Wahlentscheidung, denkbar.

4.1 Auswirkungen auf die Wahlbeteiligung

Möglich sind zwei gegensätzliche Konstellationen der Umfrageergebnisse. Entweder suggerieren die Ergebnisse, dass die Wahl schon entschieden ist, da eine klare Mehrheit für eine bestimmte Partei beziehungsweise Koalition festzustehen scheint – oder aber, die Umfrageergebnisse deuten auf ein knappes Wahlergebnis hin, wobei bis zum Schluss unklar und spannend bleibt, wer die Wahl voraussichtlich gewinnen wird. Diese unterschiedlichen Konstellationen könnten sich in verschiedener Weise auf die Wahlbeteiligung auswirken. Im deutschen Sprachgebrauch unterscheidet man vor allem zwischen dem Mobilisierungs-, dem Lethargie- und dem Defätismuseffekt.

4.1.1 Mobilisierungseffekt

Der Mobilisierungseffekt könnte vor allem dann einsetzen, wenn der Ausgang der Wahl bis zuletzt unsicher und spannend scheint, den Umfrageergebnissen zu Folge also zwei Parteien beziehungsweise potenzielle Koalitionen sehr eng beieinander liegen. Die Wahlberechtigten könnten in diesem Fall durch die Veröffentlichungen zur Wahlteilnahme angespornt werden, in der Annahme, dass gerade ihre Stimme ausschlaggebend sein könnte. Diese Hypothese könnte sowohl für diejenigen Personen zutreffen, welche einen klaren Favoriten haben und diesem dadurch zum noch unsicheren Wahlsieg verhelfen wollen, aber eventuell nicht zur Wahl gegangen wären, wenn das Wahlergebnis schon festzustehen schiene – als auch für solche, die ursprünglich nicht zur Wahl gehen wollten, weil sie keine Partei klar favorisieren, nun aber doch zur Wahl gehen, um zum Beispiel eine bestimmte ungewünschte Regierungskoalition zu verhindern. Die Tatsache, dass noch „alles offen“ zu sein scheint, könnte also eine steigende Anzahl an Wahlberechtigten dazu veranlassen, ihre Stimme abzugeben.[31]

Die Wahlbeteiligung wäre in dem Fall, dass ausschließlich der Mobilisierungseffekt eintritt, höher als sie ohne Veröffentlichung der Umfrageergebnisse gewesen wäre. Da dieser Effekt grundsätzlich alle Parteien gleichermaßen betreffen könnte, würde sich die gestiegene Wahlbeteiligung nicht, oder nur in geringem Maße, auf den Wahlausgang auswirken.[32]

4.1.2 Lethargieeffekt

Der sogenannte Lethargieeffekt[33] könnte hingegen vor allem dann einsetzen, wenn die Umfrageergebnisse den Eindruck vermitteln, dass der Wahlausgang schon feststeht. Diese Situation könnte Anhänger des vermeintlichen Siegers dazu veranlassen, nicht zur Wahl zu gehen, da der Wahlsieg der favorisierten Partei schon gewiss scheint. Sie lehnen sich zurück in der Annahme, ihr Favorit werde auch ohne die eigene Stimmabgabe gewinnen.

Es ist in diesem Fall eine selektive Beeinflussung der Wahlbeteiligung denkbar, wobei der Effekt ausschließlich auf die Anhänger der in den Umfragen vorne liegenden Partei wirkt. Würde bei einer Wahl allein der Lethargieeffekt einsetzen, verminderte sich die Wahlbeteiligung.

Dieser Rückgang der Anzahl der Wählenden könnte jedoch kompensiert werden, wenn gleichzeitig Anhänger der in den Umfragen zurückliegenden Partei in verstärktem Maße zur Wahl gingen, um die erwartete Niederlage abzuschwächen. Dieses Verhalten könnte am Ende aus dem vermuteten Sieger am Wahltag einen Verlierer werden lassen. Unabhängig davon, ob dieser verstärkende Effekt eintritt, führt der Lethargieeffekt in jedem Fall dazu, dass sich der Abstand zwischen der führenden und der zurückliegenden Partei verringert.[34]

[...]


[1] Gemeint sind hier die vierziger Jahre des 20. Jahrhunderts. Auch an späteren Stellen bezieht sich der Verfasser bei den Zeitangaben auf das 20. Jahrhundert, sofern er nichts anderes angibt.

[2] Vgl. Jürgen W. Falter, Siegfried Schumann, Jürgen Winkler, Erklärungsmodelle von Wählerverhalten, In: Aus Politik und Zeitgeschichte 1990, Band 37-38, S. 4 f.

[3] Vgl. auch Frank Brettschneider, Wahlumfragen, München 1991, S. 107 ff.

[4] Vgl. Jürgen W. Falter, Siegfried Schumann, Jürgen Winkler 1990, a. a. O., S. 8

[5] Vgl. auch Frank Brettschneider 1991, a. a. O., S. 110 ff.

[6] Vgl. Jürgen W. Falter, Siegfried Schumann, Jürgen Winkler 1990, a. a. O., S. 8 ff.

[7] Dieser Ansatz ist jedoch abzugrenzen von der traditionellen ökonomischen Theorie des Wählerverhaltens, die von Anthony Downs im Jahre 1957 entwickelt wurde. Hier entscheiden sich die Wähler für einen Kandidaten beziehungsweise für eine Partei unabhängig davon, wie die Erfolgschancen der Partei sind. In diesem Modell könnte zwar die Wahlbeteiligung, nicht aber die Entscheidung für eine bestimmte Partei von einem erwarteten oder prognostizierten Wahlausgang abhängen. Vgl. Gebhard Kirchgässner, Der Einfluss von Meinungsumfragen auf das Wahlergebnis, Opladen 1986, S. 234

[8] Frank Brettschneider 1991, a. a. O., S. 113 ff., vgl. auch Kapitel 4.2.3

[9] Vgl. Frank Brettschneider 1991, a. a. O., S. 115

[10] Dieter Roth, Mathias Jung, Ablösung der Regierung vertagt: Eine Analyse der Bundestagswahl 2002, In: Aus Politik und Zeitgeschichte, B 49-50/2002, S. 6 f.

[11] Vgl. Dr. Andreas Hahn, Wer wird die Bundestagswahl 2002 gewinnen, Quelle: www.btw2002.de

[12] Quelle: www.welt.de/daten/2002/04/28/0428de329138.htx

[13] Vgl. auch Frank Brettschneider, Die Medienwahl 2002: Themenmanage­ment und Berichterstattung, In: Aus Politik und Zeitgeschichte 2002, Band 49-50, S. 36

[14] Wolfgang Sander, Wahlanalyse und Wahlprognose im Unterricht, Bonn 1998, S. 22

[15] Werner Kaltefleiter, Peter Nißen, Empirische Wahlforschung, Paderborn 1980, S. 15 ff.

[16] Meinungsumfragen, die als Bestandsaufnahmen der Meinungsverteilung in der Bevölkerung verstanden werden können, müssen grundsätzlich von Vorhersagen über den Ausgang einer Wahl, den sogenannten Wahlprognosen, abgegrenzt werden. Wahlprognosen im engeren Sinne werden in der Regel bis zum Tag vor der Wahl durchgeführt und fragen direkt nach der Wahlabsicht, es handelt sich hierbei zum Beispiel um die „Sonntagsfrage“. Danach erfolgen statistische Gewichtungen, welche schließlich zur endgültigen Prognose führen. Davon zu unterscheiden sind die „exit polls“, bei denen ein nach dem Zufallsprinzip ausgewählter Teil der Wähler nach Verlassen des Wahllokals um eine Wiederholung der Wahlentscheidung gebeten wird, bei gleichzeitiger Erhebung seiner sozial-strukturellen Merkmale. Diese exit polls kommen in der Regel zu sehr guten Vorhersagen des tatsächlichen Wahlergebnisses bereits unmittelbar nach Schließung der Wahllokale. Die dritte Prognoseart ist die Hochrechnung, welche auf tatsächlichen Stimmergebnissen basiert und am Wahlabend durchgeführt wird. Nur die erstgenannten Prognosen können, da sie bereits im Vorfeld der Wahlen durchgeführt werden, eine Rolle im Wahlkampf selbst spielen und somit einen Einfluss auf das Wahlverhalten der Bürger haben. Vgl. Frank Decker 2001, a. a. O., S. 45 ff.

[17] Alexander Gallus, Marion Lühe, Öffentliche Meinung und Demoskopie, Opladen 1998, S. 120 f.

[18] Werner Kaltefleiter, Peter Nißen 1980, a. a. O., S. 17 f.

[19] Vgl. Werner Kaltefleiter, Peter Nißen 1980, a. a. O., S. 18 f.

[20] Aus diesem Grunde kann das Wahlsystem auch das Wahlverhalten selbst beeinflussen. Vgl. v. a. Kapitel 2

[21] Vgl. Werner Kaltefleiter, Peter Nißen 1980, a. a. O., S. 19 ff.

[22] Quelle: Dieter Nohlen, Pipers Wörterbuch zur Politik, N-Z, München / Zürich 1985, S. 1112 ff.

[23] Aggregatdatenanalysen verwenden vor allem den soziologischen Erklärungsansatz des Wählerverhaltens, während Individualdatenanalysen vor allem den sozialpsychologischen Erklärungsansatz des Wählerverhaltens zu instrumentalisieren versuchen. Vgl. Kapitel 2

[24] Vgl. auch Frank Brettschneider 2002, a. a. O., S. 36

[25] Quelle: Dieter Nohlen, Pipers Wörterbuch zur Politik, N-Z, München / Zürich 1985, S. 1112 ff., vgl. auch Frank Decker 2001, a. a. O., S. 49 und S. 36

[26] Vgl. Frank Decker, Politische Meinungsforschung in der Bundesrepublik Deutschland. Eine Bilanz nach fünfzig Jahren, In: ZPol 11. Jg. (2001) Heft 1, S. 35, vgl. auch Dieter Oberndörfer, Wählerverhalten in der Bundesrepublik Deutschland, Berlin 1978, S. 13

[27] Elisabeth Noelle-Neumann, Thomas Petersen, Alle, nicht jeder, Berlin / Heidelberg 2000, S. 619

[28] Vgl. Frank Decker 2001, a. a. O., S. 36

[29] ebd., S. 50

[30] Mit einem „selektiven“ Einfluss auf die Wahlbeteiligung ist in diesem Abschnitt und in den kommenden Kapiteln ein Einfluss gemeint, der nicht auf die gesamte Wählerschaft gleichmäßig wirkt, sondern auf bestimmte Bevölkerungsgruppen, zum Beispiel den Anhängern einer bestimmten Partei, in anderem Umfang wirkt als auf die restliche Bevölkerung.

[31] Vgl. auch Frank Brettschneider 1991, a. a. O., S. 117

[32] Jedoch könnte diese höhere Wahlbeteiligung vor allem den etablierten Parteien zugute kommen. Prinzipiell mit dem System zufriedene Wähler, die sonst aus Bequemlichkeit nicht zur Wahl gegangen wären, geben nun ihre Stimme ab. Wahlberechtigte mit extremen Parteipräferenzen wären wahrscheinlich ohnehin zur Wahl gegangen. Vgl. Frank Brettschneider 2000, a. a. O., S. 492

[33] Der Begriff Lethargie stammt aus dem Griechischen und bedeutet vom Ursprung her „Schlafsucht“, eine krankhafte Passivität und Interesselosigkeit als Symptom bestimmter Erkrankungen. Im allgemeinen Sprachgebrauch ist mit Lethargie eine Teilnahms- und Antriebslosigkeit gemeint. Quelle: www.infobitte.de

[34] Vgl. Alexander Gallus, Marion Lühe 1998, a. a. O., S. 153

Ende der Leseprobe aus 70 Seiten

Details

Titel
Der Einfluss veröffentlichter Umfrageergebnisse auf das Wahlverhalten der Bürger der Bundesrepublik Deutschland
Hochschule
Universität Lüneburg  (Sozialwissenschaften)
Note
1,7
Autor
Jahr
2003
Seiten
70
Katalognummer
V23542
ISBN (eBook)
9783638266468
Dateigröße
720 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Einfluss, Umfrageergebnisse, Wahlverhalten, Bürger, Bundesrepublik, Deutschland
Arbeit zitieren
Gesa Klintworth (Autor), 2003, Der Einfluss veröffentlichter Umfrageergebnisse auf das Wahlverhalten der Bürger der Bundesrepublik Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/23542

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Der Einfluss veröffentlichter Umfrageergebnisse auf das Wahlverhalten der Bürger der Bundesrepublik Deutschland


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden