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Das Apostelkonzil in der Darstellung des Galaterbriefes und der Apostelgeschichte

Title: Das Apostelkonzil in der Darstellung des Galaterbriefes und der Apostelgeschichte

Term Paper , 2004 , 26 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Kathrin Morawietz (Author)

Theology - Biblical Theology
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Summary Excerpt Details

Die folgende Ausarbeitung beschäftigt sich mit dem Apostelkonzil in der Darstellung des
Galaterbriefes und der Apostelgeschichte. Ein Konzil stellt zunächst einmal eine kirchliche
Versammlung oder Zusammenkunft dar. Im Allgemeinen handelt es sich dabei um eine
Bischofsversammlung, die über Fragen der Lehre und des Lebens berät.1
Radl beschreibt das Apostelkonzil in Jerusalem als legendäres „Zustandekommen (...) eines
Abkommens zwischen den Gemeinden von Jerusalem und Antiochia“2. Er ist der Meinung,
dass es sich dabei nicht um ein herkömmliches Konzil im Sinne der Kirchengeschichte,
sondern um ein ganz besonderes Abkommen handle, da die getroffene Entscheidung für die
Urkirche sehr bedeutsam war und ein zentrales Ereignis darstellte. Auch Conzelmann spricht
von einem Wendepunkt, der den „Übergang von der Urkirche zur jetzigen Kirche“3 markiert.
Das Apostelkonzil stellt seiner Meinung nach die Verbindung zwischen Urzeit und
gegenwärtiger Kirche dar.
Zunächst möchte ich kurz auf die Herkunft, das Leben und missionarische Wirken des Paulus
eingehen, da der Apostel nicht nur das Schreiben an die Galater verfasst hat, sondern auch
maßgeblich am Apostelkonzil in Jerusalem beteiligt war.
Um nachvollziehen zu können, warum es zu einer Versammlung wie dem Apostelkonzil im
Jahre 48 n. Chr. kam, ist es meiner Meinung nach wichtig, genauer auf die Hintergründe der
Heidenmission einzugehen. Ich möchte deshalb kurz darstellen, wieso Antiochia das Zentrum
der christlichen Heidenmissionierung darstellte, wie es dazu kam, dass das Evangelium auch
über die Grenzen Israels hinaus getragen wurde, wie die ersten Gemeinden in Antiochia
entstanden und wieso schließlich ein Streit über die beschneidungsfreie Bekehrung der
Heiden entbrannte.
Da die Apostelgeschichte und der Galaterbrief den Verlauf und die Ergebnisse des
Apostelkonzils in Jerusalem beschreiben, werde ich anschließend auf beide Darstellungen
näher eingehen und zunächst erläutern, wie das Apostelkonzil in der Apostelgeschichte
dargestellt wird, um mich daraufhin der paulinischen Darstellung im Galaterbrief zu widmen,
beide Schilderungen miteinander zu vergleichen und Berührungspunkte als auch
Widersprüche in beiden Schilderungen aufzeigen zu können.
1 Vgl. Sieben, Apostelkonzil, S.4
2 Radl, Galaterbrief, S.29
3 Conzelmann, Apostelgeschichte, S.90

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Herkunft, Leben und missionarisches Wirken des Apostels Paulus

3. Die Anfänge der Heidenmission - Ursachen, die zum Apostelkonzil führten

4. Die Darstellung des Apostelkonzils nach der Schilderung der Apostelgeschichte (Apg 15)

4.1. Die Vorgeschichte das Apostelkonzils (Apg 15,1-5)

4.1.1 Der Anlass für das Apostelkonzil (Apg 15,1-2)

4.1.2 Entsendung und Reiseweg der Gesandten (Apg 15,3)

4.1.3 Empfang in Jerusalem (Apg 15,4.5)

4.2 Der Verlauf des Apostelkonzils (Apg 15,6-29)

4.2.1 Beratung des Konflikts und die Rede des Petrus (Apg 15,6-12)

4.2.2 Die Rede des Herrenbruders Jakobus (Apg 15,13-21)

4.2.3 Die Benachrichtigung der antiochenischen Gemeinden (Apg 15,22-29)

4.3 Die Wirkung des Schreibens in Antiochia (Apg 15,30-35)

4.3.1 Die Verabschiedung der Gesandten und die Übergabe des Schreibens (Apg 15,30.31)

4.3.2 Die Ermahnung der Gemeinde durch Judas und Silas (Apg 15,32.33)

4.3.3 Schlussbemerkung (Apg 15,34.35)

5. Die Darstellung des Apostelkonzils nach der Schilderung des Galaterbriefes (Gal 2,1-10)

5.1 Zeitliche Einordnung des Apostelkonzils (Gal 2,1)

5.2 Der Anlass des Apostelkonzils (Gal 2,2)

5.3 Die Begleiter des Apostels Paulus (Gal 2,3)

5.4 Das Zusammentreffen mit den Gegnern der paulinischen Mission und den „Säulen“ Jerusalems (Gal 2,4-9)

5.5 Der Vergleich mit Petrus (Gal 2,7.8)

5.6 Das Ergebnis des Apostelkonzils (Gal 2,6.9)

5.7 Ungeklärte Fragen und Differenzen in der Darstellung des Apostelkonzils nach der Schilderung das Galaterbriefes

6. Unterschiede in der Darstellung der Apostelgeschichte und des Galaterbriefes

7. Gründe für die unterschiedlichen Darstellungen

8. Berührungspunkte zwischen beiden Darstellungen

9. Die Folgen des Apostelkonzils

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Apostelkonzil in Jerusalem durch einen vergleichenden Blick auf die Berichte in der Apostelgeschichte und im Galaterbrief, um Gemeinsamkeiten und Widersprüche zwischen diesen zentralen biblischen Quellen aufzuzeigen.

  • Historische Einordnung des Apostelkonzils als Wendepunkt der Urkirche.
  • Kontrastierung der Darstellung des Konzilsverlaufs und der Ergebnisse bei Lukas und Paulus.
  • Analyse des Konflikts um die Beschneidung und die Anerkennung der Heidenmission.
  • Untersuchung der Motive für die divergierenden Sichtweisen der beiden biblischen Autoren.

Auszug aus dem Buch

4.2.2 Die Rede des Herrenbruders Jakobus (Apg 15,13-21)

Der Herrenbruder Jakobus, „maßgeblicher Repräsentant der gesetzesstrengen judenchristlichen Gemeinde“ ergreift das Wort, schafft es schließlich zwischen beiden Seiten zu vermitteln und führt die Auseinandersetzung zu einer Einigung.

Er geht zwar nicht auf den Bericht der Gesandten aus Antiochia ein, bestätigt jedoch Petrus’ Rede, indem er der Gemeinde erzählt, wie Gott selbst die Heiden aufsuchte (Apg 15,14). Zudem bezieht er sich auf die Propheten und erwähnt ein Schriftstück (Amos 9,11.12), in dem geschrieben steht, dass in Jesus und seiner Gemeinde die zerfallene Hütte Davids wieder errichtet werden wird (Apg 15,16), damit auch die Heiden zu Gott gelangen können (Apg 15,17). Das Bild der „zerfallenen Hütte Davids“ stellt laut Eckey die „politisch bedeutungslos gewordene davidische Dynastie“ dar, die durch Gottes Sohn, der in das davidische Geschlecht hineingeboren wurde, wieder hergestellt wurde. Dies führte schließlich dazu, dass Juden in Jerusalem und auch außerhalb der Stadtgrenzen sich zum Christentum bekehrten und auch Heiden die Nähe zu Gott suchten. Auch sie in die christliche Gemeinschaft aufgenommen, so wie Gott das kundtut „was von alters her bekannt ist“ (Apg 15,18).

Die Schlussfolgerung aus diesem Schriftstück verkündet Jakobus in Form eines Beschlussvorschlages: man sollte darauf verzichten, den Heidenchristen die strengen jüdischen Gesetze aufzuerlegen (Apg 15, 19). Nur vier essentielle Forderungen müssen erfüllt werden: Enthaltung von Götzenfleisch, Unzucht, Ersticktem und Blut (Apg 15,20). Damit wird nur das gefordert, was Mose von allen Fremden verlangte, die unter Israeliten leben und was von nichtjüdischen Besuchern einer Synagoge in allen Städten erwartet wird (Apg 15,21).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Definition des Apostelkonzils als historisches und theologisches Ereignis sowie Vorstellung der Fragestellung der Arbeit.

2. Herkunft, Leben und missionarisches Wirken des Apostels Paulus: Biografischer Überblick über Paulus, seine Ausbildung zum Pharisäer und seine Bekehrung zum Christentum.

3. Die Anfänge der Heidenmission - Ursachen, die zum Apostelkonzil führten: Erläuterung des Übergangs von der rein jüdischen zur heidenchristlichen Mission und der Entstehung von Konflikten.

4. Die Darstellung des Apostelkonzils nach der Schilderung der Apostelgeschichte (Apg 15): Detaillierte Analyse des lukanischen Berichts über Verlauf und Ergebnisse der Versammlung.

5. Die Darstellung des Apostelkonzils nach der Schilderung des Galaterbriefes (Gal 2,1-10): Untersuchung der paulinischen Perspektive auf das Konzil und seine eigene Unabhängigkeit.

6. Unterschiede in der Darstellung der Apostelgeschichte und des Galaterbriefes: Auflistung und Diskussion konkreter Widersprüche zwischen beiden neutestamentlichen Texten.

7. Gründe für die unterschiedlichen Darstellungen: Reflexion über die Absichten der Autoren und die unterschiedliche Verwendung der Quellen.

8. Berührungspunkte zwischen beiden Darstellungen: Aufzeigen der wenigen gemeinsamen Nenner trotz der inhaltlichen Differenzen.

9. Die Folgen des Apostelkonzils: Würdigung der langfristigen Auswirkungen für das frühe Christentum und die Trennung vom Judentum.

Schlüsselwörter

Apostelkonzil, Paulus, Galaterbrief, Apostelgeschichte, Heidenmission, Judenchristen, Beschneidung, Jerusalem, Urkirche, Petrus, Jakobus, Aposteledikt, Kollekte, Theologie, Kirchengeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der historischen und theologischen Bedeutung des Apostelkonzils, wie es in der Apostelgeschichte und im Galaterbrief überliefert ist.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Anfänge der Heidenmission, der Streit um die Einhaltung jüdischer Gesetze sowie die Darstellung des Konflikts zwischen der Urkirche in Jerusalem und den frühen christlichen Gemeinden.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Hauptziel ist der kritische Vergleich der beiden biblischen Darstellungen, um deren Übereinstimmungen und Widersprüche herauszuarbeiten und historisch einzuordnen.

Welche wissenschaftliche Methode findet Anwendung?

Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende exegetische Textanalyse der entsprechenden Kapitel im Galaterbrief und in der Apostelgeschichte unter Einbeziehung relevanter kirchenhistorischer Forschungsliteratur.

Was sind die inhaltlichen Schwerpunkte des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Analyse der lukanischen Darstellung (Apg 15) und der paulinischen Perspektive (Gal 2,1-10) sowie einen anschließenden Vergleich beider Quellen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind Apostelkonzil, Heidenmission, Judenchristentum, Gesetzesfrage, Aposteledikt und das Verhältnis von Paulus zur Jerusalemer Gemeinde.

Welche Rolle spielt die Person des Titus im Galaterbrief?

Titus dient für Paulus als „Testfall in Person“, an dem die praktische Anerkennung der gesetzesfreien Heidenmission belegt wird, da er trotz seiner Herkunft nicht beschnitten werden musste.

Warum ist die Unterscheidung zwischen dem lukanischen Bericht und dem Galaterbrief historisch so relevant?

Da beide Quellen unterschiedliche Absichten verfolgen, ist die Differenzierung für die historische Rekonstruktion entscheidend; viele Forscher betrachten den Galaterbrief als die historisch authentischere Primärquelle im Vergleich zur späteren lukanischen Darstellung.

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Details

Title
Das Apostelkonzil in der Darstellung des Galaterbriefes und der Apostelgeschichte
College
University of Koblenz-Landau  (Institut für Evangelische Theologie)
Grade
1,0
Author
Kathrin Morawietz (Author)
Publication Year
2004
Pages
26
Catalog Number
V23544
ISBN (eBook)
9783638266482
Language
German
Tags
Apostelkonzil Darstellung Galaterbriefes Apostelgeschichte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kathrin Morawietz (Author), 2004, Das Apostelkonzil in der Darstellung des Galaterbriefes und der Apostelgeschichte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/23544
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