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Erziehungsmittel und Erziehungsziele in der schwarzen Pädagogik

Title: Erziehungsmittel und Erziehungsziele in der schwarzen Pädagogik

Term Paper (Advanced seminar) , 1999 , 13 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Adam Orschulik (Author)

Pedagogy - History of Pedagogy
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Gerade weil wir davon ausgehen, daß es nur schwer möglich ist unabhängig von seiner eigenen Kindheit selber Kinder aufzuziehen, interessiert uns die Frage inwiefern unsere Generation von schwarzen Erziehungstraditionen geprägt ist. Methoden der Schwarzen Pädagogik mögen sich zwar in allen Gesellschaften zu allen Zeiten finden lassen, dennoch sollte vorweg gesagt werden, daß sie zu keiner Zeit eine etablierte populäre Erziehungsform einer bestimmten Gesellschaft war. Sie ist in erster Linie eine Theorie über die seit den Anfängen der Pädagogik viel diskutiert wurde und die auch immer wieder aufgegriffen wird. Trotzdem darf sie nicht verharmlost werden, da sie verheerende Auswirkungen auf die Persönlichkeit eines
Kindes haben kann. Jeder wird sich wohl schon Gedanken über Erziehung, aufgrund seiner eigenen Erfahrungen, gemacht haben.

Fast jeder wurde bestimmt auch schon mit Praktiken und Theorien konfrontiert, die in der Schwarzen Pädagogik anzusiedeln
sind, wie zum Beispiel: Gehorsam, Abhärtung, Fleiß und unterdrückte Sexualität. Welche Konsequenzen der Einzelne daraus zieht und wie weit er sich von seinen inneren Zwängen tatsächlich befreien kann, hängt von den Erfahrungen seiner Kindheit ab. Wenn man aus unserer heutigen Sichtweise die Erziehungsmittel der Schwarzen
Pädagogik betrachtet, stellt man fest, daß es sich hierbei keineswegs um Erziehung in unserem heutigen Verständnis handelt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Erziehungsmittel und Erziehungsziele in der „Schwarzen Pädagogik“

2. Einleitung

3. Erziehungsmittel in der „Schwarzen Pädagogik“

3.1 Lob als Erziehungsmittel in der „Schwarzen Pädagogik“

3.2 Den kindlichen Willen brechen mit der Prügelstrafe

3.3 Die Stigmatisierung von Kindern

3.4 Überwachung und Entblößung des Kindes

4. Erziehungsziele in der „Schwarzen Pädagogik“

4.1 Verinnerlichung ewiger Schuld

4.2 Der Mensch als vernunftgeleitetes Wesen

4.3 Abhärtung fürs Leben

5. „Schwarze Pädagogik“ stellt die Erziehung im ganzen in Frage. Kann die Antipädagogik eine logische Alternative sein?

6. Schlußwort

7. Literaturangabe

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die historische Praxis der sogenannten "Schwarzen Pädagogik", analysiert ihre systematischen Erziehungsmittel und -ziele und beleuchtet deren verheerende Auswirkungen auf die kindliche Persönlichkeitsentwicklung im Kontext historischer Erziehungstraditionen.

  • Historische Analyse der Erziehungspraktiken des 18. und 19. Jahrhunderts
  • Untersuchung von Erziehungsmitteln wie Überwachung, Demütigung und körperlicher Züchtigung
  • Darstellung erzieherischer Zielsetzungen wie blinder Gehorsam und Abhärtung
  • Kritische Reflexion der "Schwarzen Pädagogik" gegenüber Ansätzen der Antipädagogik
  • Bewertung der psychologischen Folgen für das aufwachsende Kind

Auszug aus dem Buch

3.4 Überwachung und Entblößung des Kindes – oder wodurch man das Geständnis der Onanie erlangt

Kinder, die bei der Onanie ertappt wurden, wurden wie bei einem Verhör mit Fragen überhäuft, um so ein Geständnis zu erlangen. P. Villaume (1787) schildert eine Szene, wie er einem Jungen durch demütigende Fragen und Schuldzuweisungen zu einem Geständnis „verhilft“. Er schildert hierbei zwei verschiedene Möglichkeiten. Zum einen wird das Kind über seinen „kränklichen Zustand ausgefragt“. Es wird ihm Angst gemacht indem er ihm erzählt, welche Folgen die Onanie für ihn in Zukunft haben wird. So ist die Rede von einem welker und brauner werdendem Gesicht, zitternden Händen, Geschwüren die im Gesicht wachsen werden, trübe Augen und ein schwaches Gedächtnis, sowie Verlust der Fröhlichkeit, des Schlafes und des Appetits. Weiter heißt es im Text: „Nun will Dir noch mehr sagen... . Weißt Du woher Deine Leiden kommen ? Du magst es nicht wissen, ich aber weiß es. Du hast sie verschuldet!“ Hier wird dem Jungen ganz deutlich und offen Schuld zugesprochen.

Einen anderen Weg dem Jungen das Geständnis der Onanie zu entlocken schildert er, indem der Erzieher sich dumm stellt und den Jungen befragt, ob er vielleicht wisse woher seine Erhitzung kommen möge. Als dieser verneint, schildert der Erzieher dem Jungen eine Geschichte über einen erfundenen anderen Knaben gleichen Alters, der die gleichen Symptome aufweist und schließlich an den Folgen dieser „Krankheit“, der Onanie gestorben wäre. Diese Geschichte wurde natürlich frei erfunden, um den Jungen zutiefst zu erschrecken. Jedoch konnte sich der Junge mit den Symptomen des anderen Jungen identifizieren und bekam Todesangst.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Erziehungsmittel und Erziehungsziele in der „Schwarzen Pädagogik“: Ein kompakter Überblick über die zentralen Erziehungsmittel, Erziehungsziele und die resultierenden negativen Folgen für die Entwicklung des Kindes.

2. Einleitung: Diese Einführung thematisiert die Prägung der heutigen Generation durch historische Erziehungstraditionen und stellt die zentrale Relevanz einer kritischen Auseinandersetzung mit der Schwarzen Pädagogik heraus.

3. Erziehungsmittel in der „Schwarzen Pädagogik“: Das Kapitel kategorisiert und analysiert die verschiedenen pädagogischen Praktiken, die darauf abzielten, den kindlichen Willen durch Demütigung, Kontrolle und physische Gewalt zu brechen.

3.1 Lob als Erziehungsmittel in der „Schwarzen Pädagogik“: Analysiert, wie Lob und Belohnung als manipulative Werkzeuge zur Verhaltenssteuerung eingesetzt wurden, um kindliche Eigenwilligkeit zu unterdrücken.

3.2 Den kindlichen Willen brechen mit der Prügelstrafe: Untersucht die drastische Praxis der körperlichen Züchtigung als notwendiges Mittel zur Brechung des kindlichen Widerstands.

3.3 Die Stigmatisierung von Kindern: Beleuchtet, wie Kindern ein unnatürlicher Status durch Zuschreibung von Boshaftigkeit zugewiesen wurde, um strenge erzieherische Eingriffe zu legitimieren.

3.4 Überwachung und Entblößung des Kindes: Beschreibt die methodische psychische Zersetzung des Kindes durch permanente Beobachtung und Schuldzuweisungen, etwa im Kontext kindlicher Sexualität.

4. Erziehungsziele in der „Schwarzen Pädagogik“: Diskutiert die zugrunde liegenden Absichten der Erziehung, den Menschen zu formen und dabei seine natürlichen Triebe zu tabuisieren.

4.1 Verinnerlichung ewiger Schuld: Erörtert die religiös und moralisch motivierte Erziehung hin zu lebenslanger Schuldbewusstheit und Unterwürfigkeit.

4.2 Der Mensch als vernunftgeleitetes Wesen: Analysiert den idealistischen Anspruch der Aufklärung, den Menschen durch Vernunft und Disziplin von seiner „tierischen Natur“ zu lösen.

4.3 Abhärtung fürs Leben: Beschreibt das Ziel, durch dosierte Konfrontation mit Schmerz und Entbehrung eine immunisierte und unempfindliche Persönlichkeit zu schaffen.

5. „Schwarze Pädagogik“ stellt die Erziehung im ganzen in Frage. Kann die Antipädagogik eine logische Alternative sein?: Hinterfragt die radikale Gegenbewegung der Antipädagogik und deren Kritik an jeglicher Form von Erziehung als Akt der Manipulation.

6. Schlußwort: Abschließende Betrachtung, die betont, dass die Prinzipien der Schwarzen Pädagogik trotz historischer Distanz weiterhin in modernen Erziehungsmustern nachwirken.

7. Literaturangabe: Auflistung der verwendeten Quellen zur historischen und pädagogischen Aufarbeitung.

Schlüsselwörter

Schwarze Pädagogik, Erziehungswissenschaft, Kindheit, Gehorsam, Prügelstrafe, Erziehungsmittel, Disziplinierung, Unterdrückung, Willensbrechung, Schuldgefühle, Aufklärung, Antipädagogik, Kontrolle, Fremdbestimmung, Psychische Folgen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die theoretischen Grundlagen und praktischen Methoden der sogenannten „Schwarzen Pädagogik“, die das Ziel verfolgte, den kindlichen Willen durch Zwang, Schuldzuweisungen und körperliche Gewalt zu unterwerfen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Themenfelder umfassen die systematische Analyse von Erziehungsmitteln wie Überwachung und Züchtigung sowie die psychologischen Auswirkungen dieser Praktiken auf die kindliche Entwicklung und Persönlichkeitsbildung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie historische Erziehungstraditionen die kindliche Natur systematisch unterdrückt haben und inwiefern diese Muster auch heute noch in Erziehungskonzepten implizit fortbestehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine literaturgestützte Analyse historischer pädagogischer Quellen, insbesondere die Sammlung von Katharina Rutschky, um die Praxis der Schwarzen Pädagogik kritisch zu dekonstruieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung konkreter Erziehungsmittel, die Analyse der zugrunde liegenden Erziehungsziele sowie die kritische Reflexion der antipädagogischen Gegenbewegung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Schwarze Pädagogik, Gehorsam, Willensbrechung, Disziplinierung, Schuldgefühle, Fremdbestimmung und Erziehungsmethodik.

Warum wurde das Beispiel des "Lobs" als Erziehungsmittel gewählt?

Das Beispiel verdeutlicht, dass selbst positiv besetzte Begriffe wie "Lob" in der Schwarzen Pädagogik nicht der Bestärkung des Kindes dienten, sondern als manipulatives Instrument genutzt wurden, um den Egoismus zu brechen und absolute Anpassung zu fordern.

In welchem historischen Kontext steht die untersuchte Pädagogik?

Die Arbeit verortet die untersuchten Praktiken primär im 18. und 19. Jahrhundert, stellt jedoch Bezüge zur Epoche der Aufklärung sowie zum christlich geprägten Patriarchalismus her.

Welche Rolle spielt die Antipädagogik in der Arbeit?

Die Antipädagogik wird als radikale Antwort auf die Schwarze Pädagogik dargestellt, welche jegliche Form von Erziehung grundsätzlich als Akte der Manipulation und Unterdrückung hinterfragt.

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Details

Title
Erziehungsmittel und Erziehungsziele in der schwarzen Pädagogik
College
University of Applied Sciences Düsseldorf  (Fachbereich Sozialarbeit)
Grade
1,0
Author
Adam Orschulik (Author)
Publication Year
1999
Pages
13
Catalog Number
V23583
ISBN (eBook)
9783638266796
ISBN (Book)
9783638788823
Language
German
Tags
Erziehungsmittel Erziehungsziele Pädagogik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Adam Orschulik (Author), 1999, Erziehungsmittel und Erziehungsziele in der schwarzen Pädagogik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/23583
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