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Die Wende 1982 im Spiegel der Karikatur

Title: Die Wende 1982 im Spiegel der Karikatur

Term Paper (Advanced seminar) , 1998 , 34 Pages , Grade: gut (2,0)

Autor:in: Markus Laag (Author)

Politics - Miscellaneous
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Ein Regierungswechsel in Deutschland ist - im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern wie Italien - immer ein herausragendes Ereignis. Denn bis jetzt wurde in der Bundesrepublik noch nie eine amtierende Bundesregierung abgewählt. Die bisherigen Regierungswechsel waren immer auf einen Koalitionswechsel zurückzuführen. 1969 und 1982 fungierte jeweils die FDP als das Zünglein an der Waage.
Eine Beschäftigung mit der Darstellung der Wende von 1982 in der Karikatur ist vor allem deshalb so lohnend, da in ihr die Motivkonstellationen der wichtigsten Handlungsträger im damaligen Parteiengefüge sehr anschaulich focussiert sind.
Die meisten herangezogenen Karikaturen stammen aus der umfangreichen Pressedokumentation des Deutschen Bundestages.
Die Darstellung des politischen Kontextes zu den einzelnen Karikaturen basiert - soweit nicht anders angegeben - auf dem 5. Band der „Geschichte der Bundesrepublik Deutschland“ von Wolfgang Jäger und Werner Link. Außerdem wurde die Berichterstattung des Spiegels hinzugezogen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Im Vorfeld der Wende

3. Genscher und die letzten Tage der Koalition

4. Der Lotse Schmidt geht von Bord

5. Machtkämpfe in der neuen Koalition

6. Der politische Überlebenskampf der FDP

7. Das endgültige Ende der Ära Schmidt

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert den politischen Regierungswechsel in der Bundesrepublik Deutschland im Jahr 1982 durch die interpretative Linse zeitgenössischer politischer Karikaturen, um die Motivkonstellationen und Handlungsdynamiken der beteiligten Akteure aufzuzeigen.

  • Die Krise der sozial-liberalen Koalition unter Helmut Schmidt.
  • Die taktische Rolle der FDP und Hans-Dietrich Genschers beim Koalitionsbruch.
  • Die Auseinandersetzungen innerhalb der SPD und das Verhältnis zu Willy Brandt.
  • Die Machtbestrebungen von CDU, CSU und Franz Josef Strauß zur Erreichung der Kanzlerschaft.

Auszug aus dem Buch

Der Lotse geht von Bord

Am 20. September brachte der Spiegel auf seiner Titelseite eine Karikatur von Degkwitz, die auf der berühmten Vorlage „Dropping the pilot“ beruht, die 1890 im „Punch“ veröffentlicht wurde. Diese Karikatur zeigt, wie der damalige Reichskanzler Bismarck von Bord geht und das Staatsschiff dem Kaiser Wilhelm II. überläßt. Nun geht Schmidt von Bord.

Der Spiegel wies in seiner Hausmitteilung darauf hin, daß „to drop the pilot“ auch übersetzt werden kann mit „den vertrauten Ratgeber oder Berater aufgeben ... Der Lotse der Karikatur geht also nicht, er wird gegangen.“ Die Karikatur läßt sich also als Vorausdeutung auf die bevorstehende Abwahl Schmidts im Bundestag auffassen.

Schneider spricht bei der Analyse dieser Karikatur von einer „Doppeltravestie“: „Der Betrachter dechiffriert nicht nur, daß Schmidt das Staatsschiff verläßt ... , sondern daß Schmidt dieses Schiff in einer Situation verläßt, welche an Bismarcks Demission erinnert und welche die historische Erfahrung mit der Entwicklung der auf Bismarcks Abgang folgenden Jahre und Jahrzehnte mit einbringt ... Die Analogie paßt auch äußerlich deshalb so besonders gut, weil die Prinz-Heinrich-Mütze für den gebürtigen Hamburger Helmut Schmidt keine Verkleidung, sondern eine an ihm sehr wohl bekannte Kopfbedeckung war.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort: Erläutert die Relevanz des Regierungswechsels von 1982 und begründet die Wahl der Karikatur als methodisches Mittel zur Analyse der politischen Akteure.

2. Im Vorfeld der Wende: Analysiert mittels Schiffs- und Ehenmetaphern die Zerrüttung der sozial-liberalen Koalition und die Entfremdung der Partner.

3. Genscher und die letzten Tage der Koalition: Untersucht den taktischen Spagat Genschers und die Signalwirkung der FDP-Entscheidungen auf die Bonner Politik.

4. Der Lotse Schmidt geht von Bord: Thematisiert die ikonische Darstellung des Kanzlerrücktritts und die historischen Anleihen bei Bismarck-Karikaturen.

5. Machtkämpfe in der neuen Koalition: Beleuchtet die Differenzen zwischen CDU, CSU und FDP sowie die Ambitionen von Franz Josef Strauß hinsichtlich der Kanzlerschaft.

6. Der politische Überlebenskampf der FDP: Erörtert die Bedrohung der FDP durch die Unionsparteien und den Versuch des politischen Überlebens in einem veränderten Koalitionsklima.

7. Das endgültige Ende der Ära Schmidt: Analysiert den gesundheitlichen und politischen Rückzug Helmut Schmidts und das Ende seiner Kanzlerschaft.

Schlüsselwörter

Wende 1982, Helmut Schmidt, Hans-Dietrich Genscher, sozial-liberale Koalition, politische Karikatur, Regierungswechsel, FDP, SPD, Franz Josef Strauß, konstruktives Mißtrauensvotum, Bonner Koalition, politische Ikonografie, historische Analyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Ereignisse rund um den Regierungswechsel in der Bundesrepublik Deutschland im Jahr 1982 anhand von politischen Karikaturen, die das Geschehen aus der Perspektive der Zeitgenossen spiegeln.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen der Bruch der sozial-liberalen Koalition, der taktische Kurswechsel der FDP, der Machtkampf zwischen SPD und Union sowie der Rückzug Helmut Schmidts.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die Motivkonstellationen und das politische Verhalten der Hauptakteure (Schmidt, Genscher, Brandt, Strauß, Kohl) durch die visuelle Rhetorik der Karikatur sichtbar zu machen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt die Analyse politischer Karikaturen als Primärquellen, ergänzt durch historische Fachliteratur und zeitgenössische Berichterstattung (z. B. "Der Spiegel"), um den politischen Kontext der Wende von 1982 einzuordnen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in chronologische und thematische Abschnitte, die den Niedergang der Koalition, die Rolle der FDP als "Zünglein an der Waage" und die Ablösung Schmidts durch Kohl nachzeichnen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind die "Wende 1982", das "konstruktive Mißtrauensvotum", die "Lotsenmetapher" und der interne Machtkampf innerhalb der sozial-liberalen Koalition.

Wie wird Hans-Dietrich Genscher in den Karikaturen dargestellt?

Genscher wird oft als Taktiker inszeniert, der versucht, sich alle Optionen offen zu halten, etwa durch bildliche Darstellungen als "wankender Steuermann" oder als jemand, der aktiv den Koalitionswechsel vorantreibt.

Welche Rolle spielt die Bismarck-Analogie bei der Darstellung Schmidts?

Die Analogie greift das berühmte "Dropping the pilot"-Motiv auf, um Schmidts Abschied vom Kanzleramt als historischen, aber auch persönlich schmerzhaften Einschnitt darzustellen, wobei seine ikonische Mütze die Identifikation erleichtert.

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Details

Title
Die Wende 1982 im Spiegel der Karikatur
College
University of Münster  (Institut für Politikwissenschaft)
Course
Die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland im Spiegel der Karikatur
Grade
gut (2,0)
Author
Markus Laag (Author)
Publication Year
1998
Pages
34
Catalog Number
V23600
ISBN (eBook)
9783638266925
Language
German
Tags
Wende Spiegel Karikatur Geschichte Bundesrepublik Deutschland Spiegel Karikatur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Markus Laag (Author), 1998, Die Wende 1982 im Spiegel der Karikatur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/23600
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