Seminararbeit an der Wirtschaftsuniversität Wien (Institut Organisation und Materialwirtschaft) zum Thema Katastrophenmanagement.
Detaillierte Analyse der Katastrophe inkl. des Katastrophenmanagements inkl. Time-Line und kritischer Betrachtung.
Mit enorm umfangreichem Anhang!
Inhaltsverzeichnis
1 Problemstellung
1.1 KURZBESCHREIBUNG DER KATASTROPHE
1.2 KLASSIFIKATION DER KATASTROPHE
2 Time-Line: Ausbruch und Verlauf der Katastrophe
3 Ereignisse nach dem Katastrophenausbruch
3.1 ALARMAUSLÖSUNG
3.2 EINLEITUNG UND KOORDINATION DER RETTUNGSMAßNAHMEN
3.3 PROBLEMFELDER WÄHREND DER RETTUNGSMAßNAHMEN
3.4 FEHLER IM KATASTROPHENMANAGEMENT VON EXXON
4 Schäden bei Menschen, Fauna und Flora
4.1 VERSCHMUTZUNG DER UMWELT UND TIERSTERBEN
4.2 BEEINTRÄCHTIGUNG DER BEVÖLKERUNG UND ENTSCHÄDIGUNGEN
5 Ursachen und Auswirkungen der Katastrophe
5.1 KATASTROPHENURSACHEN
5.2 AUSWIRKUNGEN DER KATASTROPHE FÜR EXXON
6 Lessons Learned
6.1 LERNEN AUS DER KRISE BEI EXXON
6.2 TECHNISCHE UND RECHTL ICHE VERBESSERUNGEN
7 Literaturverzeichnis
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit analysiert das Tankerunglück der Exxon Valdez von 1989 als Fallstudie für das betriebliche Katastrophenmanagement. Ziel ist es, die organisatorischen Fehler, die kommunikativen Defizite sowie die ökologischen und sozialen Langzeitfolgen kritisch zu untersuchen und Lehren für das moderne Krisenmanagement abzuleiten.
- Analyse des Krisenverlaufs und der operativen Rettungsmaßnahmen unmittelbar nach der Havarie.
- Bewertung der Öffentlichkeitsarbeit und der Krisenkommunikation des Konzerns Exxon.
- Darstellung der massiven ökologischen Schäden an Fauna und Flora im Prince William Sound.
- Untersuchung der sozioökonomischen Auswirkungen auf die lokale Bevölkerung und der juristischen Auseinandersetzungen.
- Synthese der "Lessons Learned" hinsichtlich technischer Standards und präventiver Krisenvorsorge.
Auszug aus dem Buch
3.4 Fehler im Katastrophenmanagement von Exxon
Die erste Pressekonferenz fand ca. 18 Stunden nach dem Unglück statt, drei Tage später wurde die Information der Öffentlichkeit eingestellt. Daraufhin strömtn Medienvertreter und Umweltaktivisten nach Valdez. „Mehrere Tage lang hüllte sich die Konzernleitung in Schweigen, bis das Ausmaß der Katastrophe sowieso jedem bekannt war.“ (Löffler/Klein 2003, o. S.) Die Mitarbeiter der Presseabteilung von Exxon kamen erst vier Tage nach dem Unfall in die New Yorker Konzernzentrale aus ihrem Osterurlaub zurück. Exxon ließ ganzseitige Anzeigen veröffentlichen, in denen das Unternehmen seine Betroffenheit äußerte, jedoch keine Verantwortung für das Unglück übernahm. Außerdem wurde bekannt, dass ein lokaler Radiosender von Exxon-Vertretern 32.000 Dollar angeboten bekommen hatte, damit über andere Themen als das Tankerunglück berichtet wurde. (vgl. Roselieb 2003, o. S.)
In den Wochen nach dem Unfall wurde „(…) der Exxon-Konzern in der amerikanischen Öffentlichkeit ,in einem Atemzug mit dem Teufel genannt’“ (Roselieb 2003. o. S.) Auch andere Quellen nennen eine „miserable Öffentlichkeitsarbeit, Passivität des Managements und ein Mediendesaster“ (Löffler/Klein 2003, o. S.) als Fehler von Exxon.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Problemstellung: Einleitung in den Vorfall, die Beschreibung der Havarie im Prince William Sound und eine erste Einordnung als vermeidbare Katastrophe.
2 Time-Line: Ausbruch und Verlauf der Katastrophe: Chronologische Übersicht der Ereignisse ab dem Auflaufen des Tankers bis zum Beginn der Großeinsätze.
3 Ereignisse nach dem Katastrophenausbruch: Detaillierte Untersuchung der Alarmierungsprozesse, der operativen Rettungsbemühungen und der gravierenden Managementfehler von Exxon.
4 Schäden bei Menschen, Fauna und Flora: Dokumentation der ökologischen Kontamination sowie der sozialen und wirtschaftlichen Beeinträchtigungen für die Anwohner.
5 Ursachen und Auswirkungen der Katastrophe: Analyse der technischen und menschlichen Faktoren, die zu dem Unfall führten, sowie der drastischen Folgen für das Unternehmensimage.
6 Lessons Learned: Reflektion über die institutionellen Lernprozesse bei Exxon und die weitreichenden regulatorischen und technischen Verbesserungen in der Branche.
7 Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen, Studien und Online-Ressourcen.
Schlüsselwörter
Exxon Valdez, Katastrophenmanagement, Krisenkommunikation, Umweltverschmutzung, Prince William Sound, Ölkatastrophe, Tankerunfall, Unternehmensverantwortung, ökologische Schäden, Entschädigungen, Krisenprävention, Alaska, Seeschifffahrt, Risikomanagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der Tankerkatastrophe der Exxon Valdez aus dem Jahr 1989 unter dem Fokus des betrieblichen Katastrophenmanagements.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Zentrum stehen der Ablauf der Rettungsmaßnahmen, die Krisenkommunikation, die ökologischen Folgen für das Ökosystem in Alaska sowie die langfristigen juristischen und wirtschaftlichen Konsequenzen für Exxon.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Fehler im Krisenmanagement zu identifizieren und aufzuzeigen, wie diese Krise die Sicherheitsstandards und das Risikobewusstsein in der gesamten Ölindustrie nachhaltig verändert hat.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literatur- und Quellenanalyse, ergänzt durch die Auswertung detaillierter Fallchronologien und Krisenverlaufs-Matrizen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Aufarbeitung der Ereignisse nach der Havarie, die Dokumentation der Umweltschäden und die Analyse der Managemententscheidungen, die zur Krisenverschärfung führten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Krisenmanagement, Ölkatastrophe, Exxon Valdez, Krisenkommunikation und nachhaltige Sicherheitsstandards.
Wie hat Exxon auf die Kritik an der mangelnden Krisenkommunikation reagiert?
Exxon durchlief einen schmerzhaften Lernprozess, der erst Jahre später zur Implementierung professionellerer Management-Systeme wie OIMS führte, nachdem die anfängliche Passivität zu massiven Imageverlusten und Boykottaufrufen geführt hatte.
Welche Rolle spielte die "Krisenverlaufs-Matrix" in der Analyse?
Die Matrix dient dazu, die verschiedenen Phasen der Katastrophenbewältigung (von der Prävention bis zur Lernphase) strukturiert darzustellen und Schwachstellen in Organisation und Psychologie transparent zu machen.
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- Mag. Susanne Bortolotti (Author), 2004, Katastrophenmanagement am Beispiel des Tankerunglücks der Exxon Valdez 1989, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/23636