Von der Industrialisierung zur Deindustrialisierung


Hausarbeit (Hauptseminar), 2003
12 Seiten, Note: gut

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Lokalisierung der Industrie in einer Stadt

2. Einfluss der Industrialisierung auf die Wohnqualität

3. Einfluss der Industriellen Revolution auf die Stadtviertelbildung
3.1. Fabrikmäßige Fertigung aufgrund der Anwendung von Dampfkraft
3.2. Räumliche Trennung von Wohn und Arbeitstätten
3.3. Gewerbefreiheit
3.4. Landflucht
3.5. Grundentlastung des Bodens

4. Entwicklungsphasen der britischen Stadt im Industriezeitalter
4.1. Das Wachstum nach Innen
4.2. Außenwachstum
4.3. Entwicklung der jüngeren Innenstadt
4.4 Ältere Außenstadt
4.5. Jüngere Altstadt

1. Lokalisierung der Industrie in einer Stadt

Burgess identifiziert eine Zone innerhalb der Städte, in welcher die Arbeiterklasse und Industrie dominiert

Dies war größten Teils das Ergebnis historischer Kräfte am Anfang diesen Jahrhunderts. Siedelte sich die schnelle wachsende Industrie im 19. Jahrhundert in schon bestehenden Städten an, erfolgte dies meist außerhalb des Altstadtkern, außerhalb der Stadtgrenzen. Dies führte in manchen Fällen zu konzentrischen Zonen um die Städte wie sie sich Burgess vorgestellt hatte. Ein gutes Beispiel hiefür ist Köln während der Vorkriegszeit (Abb. 4). Durch den Bau von Verteidigungsanlagen war die Städte auf eine Reihe von Zonen beschränkt, während sich außerhalb derselben ein Grüngürtel befand. Da die Wasserseite aus militärischen Gründen frei bleiben sollte, siedelte sich die Industrie außerhalb des Grüngürtels an. Dort bildeten sich auch die Industriellen Vororte. (Carter 1974) Zwei weitere Beispiele aus der Spätindustriellen Zeit sind auf Abb. 6 zu sehen. Jeweils zwei Bilder von Eisenhüttenstadt (1950 / heute) und Salzgitter (1936 / heute), welche ein Ansiedlung der Industrie in einer schon bestehenden Stadt zeigen.

Im Gegensatz zu der gerade beschriebenen Anordnung in Köln unterschieden sich Städte, die erst durch die Industrie begründet wurden. Diese wuchsen um die prägenden Teile der Industrie, Fabriken und Minen. Also Folge daraus entstanden oft mehrkernige Städte wie sie Harris und Ullman vorsahen. Die Lagerstätten von ausgebeuteten Rohstoffen bildeten die Kerne, um welche sich Wohngebiete erstrecken. (Carter 1974) Zu sehen auf der Abb. 5 Merthyr Tudful um 1850 und auf der Abb. 6 Wolfsburg (1930 / heute).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.: 4 Industriegebiete Kölns 1939 Carter (1974)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.: 5 Merthyr Tudful 1850 Carter 1974

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.: 6 Veränderung des Stadtbildes durch die Industrialisierung (Quelle Diercke Weltatlas )

2. Einfluss der Industrialisierung auf die Wohnqualität

Die europäischen Industriestädte wuchsen im 19. Jahrhundert auf Grund der Bedürfnisse der sich ausweitenden und ändernden Wirtschaft. Die Städte wuchsen sehr schnell, und ihre Aufgabe reduzierte sich meist darauf den Arbeitern eine Unterkunft in der Nähe ihres Arbeitsplatzes bereitzustellen. Die Lebensstandards waren minimal und das Wachstum erfolgte in der Regel planlos. So kam es zu einer wachsenden Anzahl minderwertiger Unterkünfte und sozialen Problemen. Das uferlose Städtewachstum forderte eine umgehende Antwort: In Großbritannien kam es zu einer Reihe von Reformen und neuen Gesetzten, welche neue Mindestnormen für Straßenbreite, Kanalisation und Bebauung vorschrieben. Städteplanung im heutigen Sinn war dies sicherlich nicht, und selbe reduzierte sich auf die Aktivitäten einiger Industrieller, welche die sogenannten „garden villages“ entwickelten.

Die Übersetzung mit dem Wort „Gartenstadt“ ist leicht irreführend. Im Grunde geht es hier um die Gründung neuer Städte im ländlichen Raum anstatt bestehende Städte zu vergrößern. Geprägt wurde dieser Begriff von Ebenezer Howard am Ende des 19 Jahrhunderts. In ihnen soll es alle erforderlichen Arbeitsplätze geben, jedoch mit beschränkter, so dass alle Teile gut für den Fußgänger erreichbar sein sollen. Howard schwebte eine maximale Einwohnerzahl von 32 000 vor. Die Gartenstadt sollte in der Nähe einer Zentralstadt liegen, deren Größe jedoch nach Howards Vorstellungen 250 000 Einwohner nicht überschreiten sollte. Die Gartenstadt sollte zudem über zentrale Einrichtungen zur Versorgung der Bevölkerung verfügen und tangential sollte die kreisförmige Stadt einen Bahnhof und ein Industriegelände aufweisen siehe Abbildung 4. (Heineberg 2000)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.4: Das Modell der Gartenstadt von Ebenezer Howard

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Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Von der Industrialisierung zur Deindustrialisierung
Hochschule
Universität Mannheim  (Geographisches Institut)
Veranstaltung
Wirtschaftsgeographie
Note
gut
Autor
Jahr
2003
Seiten
12
Katalognummer
V23641
ISBN (eBook)
9783638267229
Dateigröße
1237 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Industrialisierung, Deindustrialisierung, Wirtschaftsgeographie
Arbeit zitieren
Tom Kuehner (Autor), 2003, Von der Industrialisierung zur Deindustrialisierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/23641

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