Burgess identifiziert eine Zone innerhalb der Städte, in welcher die Arbeiterklasse und Industrie dominiert. Dies war größten Teils das Ergebnis historischer Kräfte am Anfang diesen Jahrhunderts. Siedelte sich die schnelle wachsende Industrie im 19. Jahrhundert in schon bestehenden Städten an, erfolgte dies meist außerhalb des Altstadtkern, außerhalb der Stadtgrenzen. Dies führte in manchen Fällen zu konzentrischen Zonen um die Städte wie sie sich Burgess vorgestellt hatte. Ein gutes Beispiel hiefür ist Köln während der Vorkriegszeit (Abb. 4). Durch den Bau von Verteidigungsanlagen war die Städte auf eine Reihe von Zonen beschränkt, während sich außerhalb derselben ein Grüngürtel befand. Da die Wasserseite aus militärischen Gründen frei bleiben sollte, siedelte sich die Industrie außerhalb des Grüngürtels an. Dort bildeten sich auch die Industriellen Vororte. (Carter 1974) Zwei weitere Be ispiele aus der Spätindustriellen Zeit sind auf Abb. 6 zu sehen. Jeweils zwei Bilder von Eisenhüttenstadt (1950 / heute) und Salzgitter (1936 / heute), welche ein Ansiedlung der Industrie in einer schon bestehenden Stadt zeigen. Im Gegensatz zu der gerade beschriebenen Anordnung in Köln unterschieden sich Städte, die erst durch die Industrie begründet wurden. Diese wuchsen um die prägenden Teile der Industrie, Fabriken und Minen. Also Folge daraus entstanden oft mehrkernige Städte wie sie Harris und Ullman vorsahen. Die Lagerstätten von ausgebeuteten Rohstoffen bildeten die Kerne, um welche sich Wohngebiete erstrecken. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Lokalisierung der Industrie in einer Stadt
2. Einfluss der Industrialisierung auf die Wohnqualität
3. Einfluss der Industriellen Revolution auf die Stadtviertelbildung
3.1. Fabrikmäßige Fertigung aufgrund der Anwendung von Dampfkraft
3.2. Räumliche Trennung von Wohn und Arbeitstätten
3.3. Gewerbefreiheit
3.4. Landflucht
3.5. Grundentlastung des Bodens
4. Entwicklungsphasen der britischen Stadt im Industriezeitalter
4.1. Das Wachstum nach Innen
4.2. Außenwachstum
4.3. Entwicklung der jüngeren Innenstadt
4.4 Ältere Außenstadt
4.5. Jüngere Altstadt
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den fundamentalen Einfluss der Industrialisierung auf die städtische Struktur und die Wohnverhältnisse im 19. und 20. Jahrhundert, mit einem Fokus auf die räumliche Differenzierung und die Entwicklung von Stadtmodellen.
- Historische Ansiedlungsmuster industrieller Produktion
- Auswirkungen der Industrialisierung auf die Wohnqualität und soziale Bedingungen
- Einfluss der Industriellen Revolution auf die Stadtviertelbildung
- Stufenmodelle der städtischen Entwicklung im Industriezeitalter
Auszug aus dem Buch
1. Lokalisierung der Industrie in einer Stadt
Burgess identifiziert eine Zone innerhalb der Städte, in welcher die Arbeiterklasse und Industrie dominiert.
Dies war größten Teils das Ergebnis historischer Kräfte am Anfang diesen Jahrhunderts. Siedelte sich die schnelle wachsende Industrie im 19. Jahrhundert in schon bestehenden Städten an, erfolgte dies meist außerhalb des Altstadtkern, außerhalb der Stadtgrenzen. Dies führte in manchen Fällen zu konzentrischen Zonen um die Städte wie sie sich Burgess vorgestellt hatte. Ein gutes Beispiel hiefür ist Köln während der Vorkriegszeit (Abb. 4). Durch den Bau von Verteidigungsanlagen war die Städte auf eine Reihe von Zonen beschränkt, während sich außerhalb derselben ein Grüngürtel befand. Da die Wasserseite aus militärischen Gründen frei bleiben sollte, siedelte sich die Industrie außerhalb des Grüngürtels an. Dort bildeten sich auch die Industriellen Vororte. (Carter 1974) Zwei weitere Beispiele aus der Spätindustriellen Zeit sind auf Abb. 6 zu sehen. Jeweils zwei Bilder von Eisenhüttenstadt (1950 / heute) und Salzgitter (1936 / heute), welche ein Ansiedlung der Industrie in einer schon bestehenden Stadt zeigen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Lokalisierung der Industrie in einer Stadt: Dieses Kapitel analysiert, wie sich industrielle Zonen im Verhältnis zu bestehenden Stadtstrukturen ansiedeln, beeinflusst durch historische Kräfte und geografische Faktoren.
2. Einfluss der Industrialisierung auf die Wohnqualität: Die Auswirkungen des schnellen Städtewachstums auf die Lebensbedingungen werden erörtert, inklusive der Einführung von Reformen und dem Gartenstadtmodell.
3. Einfluss der Industriellen Revolution auf die Stadtviertelbildung: Hier werden die treibenden Faktoren für die innere städtische Differenzierung, wie die Dampfkraft und die Landflucht, detailliert beschrieben.
4. Entwicklungsphasen der britischen Stadt im Industriezeitalter: Dieses Kapitel skizziert die fünf Stufen der städtischen Entwicklung, vom Wachstum nach innen bis hin zu modernen Maßnahmen der Stadterneuerung.
Schlüsselwörter
Industrialisierung, Stadtgeographie, Wohnqualität, Industrielle Revolution, Stadtplanung, Gartenstadt, Landflucht, Dampfkraft, Stadtviertelbildung, Urbanisierung, Stadtmodell, Arbeiterklasse, Industriestandort, Infrastruktur, Stadtentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den historischen Transformationsprozess von Städten im Zuge der Industrialisierung und dessen Auswirkungen auf die Stadtgestalt sowie die Wohnverhältnisse.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Standortwahl der Industrie, die Folgen für die soziale Wohnqualität, die räumliche Differenzierung durch die industrielle Revolution und die Entwicklungsphasen der Stadt.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie industrielle Prozesse die räumliche Organisation und die Qualität urbaner Lebensräume im 19. und 20. Jahrhundert maßgeblich verändert haben.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine deskriptive, theoriebasierte Analyse, die sich auf stadtgeographische Fachliteratur und historische Fallbeispiele stützt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Standortfaktoren der Industrie, die Auswirkungen auf das Wohnen und eine chronologische Betrachtung der Entwicklungsphasen städtischer Strukturen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind unter anderem Industrialisierung, Wohnqualität, Stadtviertelbildung, Stadtstruktur, Gartenstadt sowie die räumliche Trennung von Wohnen und Arbeiten.
Wie unterscheidet sich die Anordnung der Industrie in Köln im Vergleich zu planmäßig gegründeten Industriestädten?
In Köln siedelte sich die Industrie außerhalb des bestehenden Stadtkerns an, während in geplanten Industriestädten wie Wolfsburg die Produktion den Kern bildete, um den sich Wohngebiete entwickelten.
Was besagt das Konzept der Gartenstadt von Ebenezer Howard?
Es beschreibt die Gründung neuer, begrenzter Siedlungen im ländlichen Raum, die eine gute Erreichbarkeit, eine maximale Einwohnerzahl von 32.000 und eine Anbindung an eine Zentralstadt vorsehen.
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- Tom Kuehner (Author), 2003, Von der Industrialisierung zur Deindustrialisierung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/23641