Der Wandel der Arbeit und der Arbeitsprozesse in einer globalisierten Welt bringt verschiedene Interpretationen zutage. Diese Arbeit setzt sich mit der postoperaistischen Sicht auseinander. Stellvertretend werden die Autoren Hardt, Negri und Lazzarato zu Rate gezogen. Sie beziehen sich auf den marxschen Begriff des general intellect, der Ihrer Ansicht nach bereits die kapitalistische Produktion bestimmt. Ausgangspunkt ist die immaterielle Arbeit, deren Position innerhalb der Arbeitsprozesse eine derart dominante Rolle im Kontext der Produktivitätssteigerung eingenommen haben soll, dass sie entscheidener Faktor für die globale Produktion sei. Arbeit und Leben seien nahezu untrennbar miteinander verbunden, wobei der Einfluss des Lebens auf die Produktion im Vordergrund stehe, da er die Macht des gesellschaftlichen Arbeiters verdeutliche.
Sind wir tatsächlich an einem Punkt der kapitalistischen Produktion angekommen, an dem offenbart wird, dass das Leben und der general intellect zur unmittelbaren Produktivkraft geworden sind und im Zuge dieses Erkennens das revolutionäre Potenzial der Produzenten nicht mehr zu leugnen ist?
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Wandel der Arbeit
1.1 Immaterielle Arbeit
1.2 Affektive Arbeit
1.3 Arbeit und Leben
1.4 Die Qualifikationsmisere und ihre Auswirkungen
1.5 Mehrwertgenerierung
2. general intellect
2.1 Postoperaismus
2.2 Der marxsche Hintergrund
3. Revolutionäre Potenziale
3.1 Hegemonie der immateriellen Arbeit
3.2 immaterial workers
Einschätzung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die postoperaistische These, wonach der general intellect als unmittelbare Produktivkraft bereits die heutige kapitalistische Produktion bestimmt und damit neue revolutionäre Potenziale eröffnet. Ziel ist es, den Wandel von Arbeit und Leben im Zuge der immateriellen und affektiven Arbeit kritisch zu analysieren und deren emanzipatorisches Potenzial auf den Prüfstand zu stellen.
- Wandel der Arbeitswelt hin zu immaterieller und affektiver Arbeit.
- Die Rolle des general intellect in der postoperaistischen Theorie.
- Verhältnis von Produktion, Konsum und Leben unter kapitalistischen Vorzeichen.
- Kritische Analyse der Multitude als revolutionäres Subjekt.
Auszug aus dem Buch
1.1 Immaterielle Arbeit
Maurizio Lazzarato verdeutlicht den Begriff immateriell, indem der zwei Aspekte der Arbeit betont. Einerseits haben neue Kommunikationsformen die Informatisierung derart vorangetrieben, dass von einer neuen Qualität gesprochen werden müsse, die sich in immaterieller Arbeit ausdrücke und zunehmend von Kooperation und Autonomie beseelt seien. Andererseits werde auch die kulturelle Seite der Arbeit zunehmend wichtiger, so würden Tätigkeiten aus den Bereichen der Kunst und Kultur in die Arbeit integriert. Intellektuelle Tätigkeiten würden zunehmend der Arbeit zugeordnet, sie konstituierten sich überwiegend durch ihre Selbstverwertung und nicht etwa nur durch die der kapitalistische Produktion. Die Diskrepanz zwischen manueller und intellektueller oder materieller und immaterieller Arbeit müsse überwunden werden, um neue produktive Tätigkeiten zu integrieren.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage zur postoperaistischen Sicht auf den general intellect und das revolutionäre Potenzial der Arbeit.
1. Wandel der Arbeit: Analyse der Transformation industrieller Arbeit hin zu einem durch immaterielle und affektive Arbeit geprägten globalen Prozess.
2. general intellect: Untersuchung der postoperaistischen Auslegung des marxschen Begriffs und dessen Bedeutung für die moderne Wissensproduktion.
3. Revolutionäre Potenziale: Diskussion über die Hegemonie immaterieller Arbeit und die Konstituierung eines neuen Proletariats sowie deren Grenzen.
Einschätzung: Kritische Reflexion, ob tatsächlich von einem revolutionären Subjekt gesprochen werden kann oder ob eine Integration in Marktmechanismen überwiegt.
Schlüsselwörter
general intellect, immaterielle Arbeit, affektive Arbeit, Postoperaismus, Produktivkraft, Multitude, Kapitalismus, Arbeitsprozess, Mehrwertgenerierung, Wissensgesellschaft, Selbstverwertung, Produktionszyklus, Emanzipation, Postfordismus.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die postoperaistische Theorie, die besagt, dass heutzutage das gesellschaftliche Wissen (general intellect) die treibende Kraft der kapitalistischen Produktion darstellt.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf dem Wandel der Arbeit, der Bedeutung immaterieller und affektiver Tätigkeiten sowie der Frage nach der Existenz revolutionärer Subjekte.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist die kritische Hinterfragung der These, dass die Verschmelzung von Arbeit und Leben in der Moderne zwingend zu emanzipatorischen oder revolutionären Wandlungen führt.
Welche methodische Vorgehensweise wird gewählt?
Es erfolgt eine theoretische Auseinandersetzung anhand führender Autoren wie Hardt, Negri und Lazzarato, ergänzt durch eine kritische Messung an der aktuellen wirtschaftlichen Realität.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der immateriellen Arbeit, die Analyse des marxschen Begriffs des general intellect und die Diskussion potenzieller revolutionärer Strömungen.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit maßgeblich?
Besonders prägend sind die Begriffe general intellect, immaterielle Arbeit, Multitude und Selbstverwertung.
Wie bewertet der Autor das Konzept der Multitude?
Der Autor steht der postoperaistischen Euphorie skeptisch gegenüber und betont, dass die Mobilisierung von Persönlichkeiten primär im Dienste des Kapitals stattfindet.
Welche Rolle spielt die Trennung von Arbeit und Freizeit?
Die Arbeit argumentiert, dass diese Trennung zunehmend erodiert und durch die Allgegenwart von Produktionszwängen in das Privatleben ersetzt wird.
- Citar trabajo
- Yvonne Schäfer (Autor), 2004, Wird die kapitalistische Produktion vom general intellect bestimmt?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/23642