Bevor auf die Finanzierung und den Haushalt der EU eingegangen wird, eine kurze Abgrenzung der wichtigen Begriffe. Die EGKS ist die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl und der Anfang der heutigen EU – Europäischen Union. Doch bevor die Europäische Union gegründet wurde, gab es noch beispielsweise die Europäische Gemeinschaft (EG). Rat im Sinne dieser Arbeit ist der Rat der Europäischen Union, also das gesetzgebende Organ der Union. Deutschland hat im Kalenderjahr 2002 einen Anteil an der Finanzierung der EU in Höhe von 24,4 v. H. geleistet. Aus diesem Grund sollte man als deutscher Staatsbürger über die Finanzierung und den Haushalt der EU informiert sein. Ferner gilt es jedoch zu betrachten, welche (finanziellen) Vorteile die Union für Deutschland bringt.
Inhaltsverzeichnis
A. Einleitender Teil
B. Finanzierung der Europäischen Union
I. Das Eigenmittelsystem
II. Eigenmittelarten
1. Agrarabschöpfungen
2. Zölle
3. Mehrwertsteuer-Eigenmittel
4. Bruttosozialprodukt-Eigenmittel
5. sonstige
C. Haushalt der Europäischen Union
I. Aufbau des Haushalts
II. Das Haushaltsverfahren
1. Aufstellung des Haushalts
2. Grundsätze des Haushaltsplan
3. Die Finanzielle Vorausschau
4. Vollzug des Haushalts
5. Kontrolle des Haushalts
D. Kritische Würdigung und Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, ein fundiertes Verständnis über die Finanzierung der Europäischen Union und den Aufbau ihres Haushaltsplans zu vermitteln. Im Fokus stehen dabei die Mechanismen des Eigenmittelsystems, die methodische Aufstellung des Haushalts sowie die zentralen Grundsätze, die eine ordnungsgemäße Finanzverwaltung gewährleisten.
- Entwicklung und Struktur des EU-Eigenmittelsystems
- Differenzierung der verschiedenen Einnahmequellen (Agrarabschöpfungen, Zölle, MwSt- und BSP-Eigenmittel)
- Ablauf und rechtlicher Rahmen des Haushaltsverfahrens
- Haushaltsgrundsätze (Einheit, Universalität, Jährlichkeit, Haushaltsausgleich, Spezialität)
- Kontrollmechanismen durch den Rechnungshof
Auszug aus dem Buch
II. Eigenmittelarten
Die eigentlichen oder traditionellen Eigenmittel sind Einnahmen, die als Ausfluss der Gemeinschaftspolitik entstehen. Dazu gehören die Agrarabschöpfungen sowie die Zölle. Die traditionellen Eigenmittel werden von den jeweiligen Mitgliedstaaten erhoben und abzüglich eines Erhebungskostenanteils an die Union weitergeleitet. Der Erhebungskostenanteil beträgt seit dem 1. 1. 2001 25 v. H..
1. Agrarabschöpfungen
Die Agrarabschöpfungen zählen zu den traditionellen Eigenmitteln der Union. Als traditionelle Eigenmittel werden Einnahmen bezeichnet, die als Resultat der Gemeinschaftspolitik entstehen.
Agrarabschöpfungen sind zu entrichten, wenn aus nicht Mitgliedsstaaten Agrarprodukte in die EU importiert werden. Ferner gehören die Produktions- und Lagerabgaben für Zucker und Isoglukose hinzu. Die Abschöpfungen wurden im Jahre 1962 eingeführt und damals noch der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft zugesprochen.
Zusammenfassung der Kapitel
A. Einleitender Teil: Einführung in die Terminologie des EU-Rechts und Begründung der Relevanz des Themas für deutsche Staatsbürger.
B. Finanzierung der Europäischen Union: Erläuterung der geschichtlichen Entwicklung des Eigenmittelsystems und der verschiedenen Kategorien von Einnahmen.
C. Haushalt der Europäischen Union: Analyse des Haushalts als Planungsinstrument, inklusive des Haushaltsverfahrens, der Grundsätze, der finanziellen Vorausschau, des Vollzugs und der Kontrolle.
D. Kritische Würdigung und Fazit: Reflexion über die haushaltspolitische Stabilität der EU sowie eine Bewertung der Nettozahler-Position Deutschlands im Kontext europäischer Vorteile.
Schlüsselwörter
Europäische Union, EU-Haushalt, Eigenmittelsystem, Agrarabschöpfungen, Zölle, Mehrwertsteuer-Eigenmittel, Bruttosozialprodukt, Haushaltsverfahren, Haushaltsgrundsätze, Finanzielle Vorausschau, Haushaltskontrolle, Nettozahler, Rechnungshof, Gemeinschaftspolitik, EU-Finanzierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die finanzwirtschaftlichen Grundlagen der Europäischen Union, insbesondere wie der Haushalt finanziert wird und welche Strukturen und Verfahren dabei gelten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder sind das Eigenmittelsystem, die Einnahmearten, das Haushaltsverfahren, die rechtlichen Haushaltsgrundsätze sowie die Kontrolle durch die europäischen Organe.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, transparent darzustellen, wie sich der EU-Haushalt zusammensetzt, nach welchen Regeln er geplant und vollzogen wird und welche Rolle die Mitgliedstaaten dabei spielen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine deskriptive Analyse auf Basis offizieller EU-Dokumente, Haushaltsdaten und relevanter Literatur zur Finanzstruktur der Gemeinschaft.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Beschreibung der Eigenmittel (traditionell vs. sonstige) sowie eine umfassende Darstellung des Haushaltsmanagements von der Aufstellung bis zur Entlastung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Eigenmittel, Haushalt, Haushaltsverfahren, EU-Finanzierung, Haushaltskontrolle und Bruttosozialprodukt-Eigenmittel.
Warum spielt das BSP-Eigenmittel eine so große Rolle für den EU-Haushalt?
Das BSP-Eigenmittel stellt den größten Anteil an den Einnahmen dar (über 43 % im Jahr 2002) und dient als Ausgleichsgröße, um den Haushalt ohne Schuldenaufnahme auszugleichen.
Welche Rolle spielt die Interne und Externe Kontrolle im Haushaltsvollzug?
Die Interne Kontrolle wird durch die Anweisungsbefugten der Organe sichergestellt, während die Externe Kontrolle dem Rechnungshof der EU obliegt, der die Recht- und Ordnungsmäßigkeit sowie die Wirtschaftlichkeit prüft.
- Quote paper
- Diplom-Kaufmann (FH) Daniel Grude (Author), 2003, Haushalt und Finanzierung der Europäischen Union, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/23670