[...] Wie sehen die Verantwortlichen den Beitrag
an der Veränderung im deutschen Gesundheitssystem? Es ist die Vermutung der Verfasser, dass in Bezug auf die Umsetzung eine
große Unsicherheit herrscht und somit die verschiedensten
Durchführungsstadien im deutschen Gesundheitssystem existieren. Anders
ausgedrückt, die Erforschung, ob es eine unterschiedliche Handhabung der
genannten Managementstrategien und deren Umsetzungsmaßnahmen gibt, und
die Fragen, auf welche Weise sie realisiert werden und mit welchen
Konsequenzen für das deutsche Gesundheitssystem, sind also Gegenstand der
vorliegenden Diplomarbeit.
Nach dieser Einleitung folgt das zweite Kapitel, welches die Entwicklung der
Fragestellung der vorliegenden Forschungsarbeit beinhaltet. In Kapitel drei wird
eine Situationsanalyse der Reformen des deutschen Gesundheitssystems
vorgenommen. Hier wird aufgezeigt, wo ein derzeitiger Handlungsbedarf zur
Umsetzung von Clinical Pathways, Case Management, Entlassungsmanagement
und Disease Management besteht. Dies bildet den Grundstock bzw. den
theoretischen Bezugsrahmen für die darauf folgenden Kapitel vier, fünf, sechs
und sieben, in denen diese neuen Versorgungsmodelle dargestellt werden. Diese
Kapitel bilden den theoretischen Hauptteil der Diplomarbeit.
In dem achten Kapitel folgt die Darstellung des Forschungsdesigns, es soll zum
einen die Erhebungs- und Auswertungsmethoden nachvollziehbar abbilden. In
diesem Teil der Arbeit wird ein praktischer Bezug hergestellt, in dem der
reichhaltige Erfahrungsschatz von Experten in die wissenschaftliche Betrachtung
mit einfließt, um so die theoretischen Erkenntnisse aus der diversen Literatur mit
praktischem Wissen über neue Versorgungsmodelle anzureichern. Zum anderen
werden Ergebnisse aus qualitativer Forschung dargestellt mit ausgewählten
Aussagen der Experten, welche zur Veranschaulichung auch im Original zitiert
werden. Dies ist der praktische Hauptteil der Diplomarbeit.
Daran schließt sich Kapitel neun an, in dem ein zusammenfassendes Fazit der
Diplomarbeit von den Forschern gezogen wird und gleichzeitig eine
Ergebnisdarstellung erfolgt.
Anschließend wird in Kapitel zehn der Arbeit eine konzeptionelle Vision für die
umfassende Versorgung von Patienten mit akutem Myocardinfarkt von den
Verfassern aus Ihrer Sicht vorgestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Entwicklung der Fragestellung
3. Das deutsche Gesundheitssystem und seine Reformen
4. Clinical Pathways
4.1 Clinical Pathways in den USA, Australien und Deutschland
4.1.1 USA und Australien
4.1.2 Deutschland
4.2 Warum Clinical Pathways?
4.3 Die Entwicklung und Implementierung des Clinical Pathways
4.4 Abweichungen
4.5 Vorteile und Grenzen der Clinical Pathways
4.6 Schlussfolgerung
5. Case Managementkonzepte (CM)
5.1 Case Management im Akutkrankenhaus
5.2 Case Management in der ambulanten Versorgung
5.3 Integrierte Versorgung
6. Entlassungsmanagement (EM)
6.1 Überleitungen vom Krankenhaus in die ambulante Versorgung
6.2 Entlassungsplanungsprozess
7. Disease Management Program (DMP)
8. Forschungsdesign
8.1 Das Leitfaden- Interview
8.1.1 Das Experteninterview
8.1.1.1 Auswahl von Experten
8.1.1.2 Vorbereitung des Leitfadens
8.1.1.3 Durchführung von Interviews
8.1.2 Qualitative Inhaltsanalyse
8.1.2.1 Gütekriterien qualitativer Forschungsergebnisse
8.2 Forschungsdurchführung
8.2.1 Zu dem Verlauf der Erhebung
8.2.3 Auswertung der Experteninterviews
8.2.4 Interpretationen
8.3 Auswertung der durchgeführten Experteninterviews
8.4 Ergebnisdarstellung
8.4.1 Clinical Pathways (CP) – implementiert
8.4.2 Clinical Pathways (CP) – Vorteile
8.4.3 Clinical Pathways (CP) – Nachteile
8.4.4 Clinical Pathways (CP) – Akzeptanz
8.4.5 Clinical Pathways (CP) – Nutzen für die Einrichtung
8.4.6 Case Management (CM) – angewandt, Kostenkontrolle
8.4.7 Case Management (CM) – Idealsituation
8.4.8 Case Management (CM) – Probleme
8.4.9 Entlassungsmanagement (EM) – implementiert
8.4.10 Entlassungsmanagement (EM) – Kooperationspartner
8.4.11 Entlassungsmanagement (EM) – Dokumentationsentwicklung
9. Zusammenfassung und Fazit
10. Vision eines umfassenden Versorgungspfades am Beispiel eines Patienten mit Myocardinfarkt
10.1 Aktuelle Situation
10.2 Krankheitsentstehung (Pathogenese)
10.2.1 Risikofaktoren
10.3 Symptome des akuten Herzinfarkts
10.4 Versorgungsablauf des akuten Myocardinfarktes
10.5 Vision, eigene Darstellung
11. Literaturverzeichnis
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht, wie moderne Patientenversorgungsstrategien im deutschen Gesundheitssystem implementiert werden können, um bei zunehmendem Kostendruck und verkürzten Verweildauern eine hohe Versorgungsqualität zu sichern. Das zentrale Ziel ist es, durch die Erforschung der Anwendung von Managementkonzepten bei Patienten mit Myokardinfarkt aufzuzeigen, wie Schnittstellenprobleme überwunden und eine patientenzentriertere, lückenlose Weiterversorgung gewährleistet werden kann.
- Analyse der Anwendbarkeit von Clinical Pathways, Case Management und Disease Management in deutschen Kliniken und Krankenkassen.
- Untersuchung des Beitrags dieser Strategien zur Prozessoptimierung und Kostenkontrolle.
- Evaluierung der praktischen Umsetzung und der Hürden bei der Verzahnung von stationärer und ambulanter Versorgung.
- Entwicklung einer konzeptionellen Vision für einen integrierten Versorgungspfad am Beispiel des Myokardinfarkts.
- Identifikation von Gelingensbedingungen für eine verbesserte Patientenüberleitung und langfristige Betreuung.
Auszug aus dem Buch
Die Entwicklung und Implementierung des Clinical Pathways
Vorweg sollte angemerkt werden, dass es dringend erforderlich ist, dass Einverständnis der Krankenhausleitung zu haben Clinical Pathways zu entwickeln, da sie in der Erarbeitungs- und Integrierungsphase sowie der Evaluierung mit einem enormen Ressourcenverbrauch (Geld, Zeit und Personal) einhergehen. Clinical Pathways, die ohne Beteiligung der Krankenhausleitung entwickelt und implementiert werden, sind von vornherein zum Scheitern verurteilt.
Mit motivierten und kompetenten Mitarbeitern der unterschiedlichsten Disziplinen und Professionen wird ein Pfadteam gebildet. Vor dem eigentlichen Beginn muss ein Teamleiter ernannt werden, der dann die Arbeitsitzungen leitet und die Hauptverantwortung für den jeweiligen Pfad trägt. Sinnvoll wäre es, die Leitung in die Hände eines Case Managers (professionelle Pflege) oder Arztes zu legen. Dadurch, dass sich das Team aus Vertreten aller Bereiche zusammensetzt, ist eine Interdisziplinarität und Interprofessionalität gegeben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den enormen Kostendruck und den Reformbedarf im deutschen Gesundheitssystem, der einen Paradigmenwechsel hin zur evidenzbasierten Medizin erfordert.
2. Entwicklung der Fragestellung: Dieses Kapitel begründet das Forschungsinteresse an innovativen Versorgungsmodellen und führt den Myokardinfarkt als beispielhaftes Krankheitsbild ein, um Versorgungsmängel im System aufzudecken.
3. Das deutsche Gesundheitssystem und seine Reformen: Hier erfolgt eine kritische Situationsanalyse, die trotz des hohen Versorgungsstandards eine mangelnde Effizienz im internationalen Vergleich und einen hohen Reformbedarf aufzeigt.
4. Clinical Pathways: Dieses Kapitel definiert Clinical Pathways als Instrument zur Prozessoptimierung, Qualitätsverbesserung und Kostenkontrolle und diskutiert deren internationale Anwendung sowie die spezifische Situation in Deutschland.
5. Case Managementkonzepte (CM): Der Fokus liegt auf dem integrativen Ansatz des Case Managements als Methode zur Versorgungssteuerung für komplexe Fälle, sowohl im Akutkrankenhaus als auch in der ambulanten Versorgung.
6. Entlassungsmanagement (EM): Dieses Kapitel beschreibt das Entlassungsmanagement als essenziellen Bestandteil einer nahtlosen Patientenüberleitung, um den "Drehtüreffekt" zu vermeiden und die Lebensqualität nach der Klinikentlassung zu sichern.
7. Disease Management Program (DMP): Es wird erläutert, wie DMP als Modell für chronische Erkrankungen durch langfristige Behandlungsstrategien und Koordination Effektivität und Wirtschaftlichkeit steigern kann.
8. Forschungsdesign: Das Kapitel erläutert die methodische Vorgehensweise der empirischen Studie, basierend auf Experteninterviews und qualitativer Inhaltsanalyse, sowie die Darstellung der Ergebnisse zu den verschiedenen Managementstrategien.
9. Zusammenfassung und Fazit: Die Autoren ziehen ein Fazit über die Notwendigkeit, sektorenübergreifende Versorgungsmodelle zur Ergebnisqualitätssteigerung nachhaltig im System zu verankern.
10. Vision eines umfassenden Versorgungspfades am Beispiel eines Patienten mit Myocardinfarkt: Eine konzeptionelle Vision verdeutlicht, wie eine integrierte Versorgungskette vom prähospitalen Bereich bis zur langfristigen Nachsorge die Patientenversorgung signifikant verbessern kann.
Schlüsselwörter
Clinical Pathways, Case Management, Entlassungsmanagement, Disease Management, Integrierte Versorgung, Prozessoptimierung, Qualitätssicherung, Kostenkontrolle, Myokardinfarkt, Patientenüberleitung, stationäre Versorgung, ambulante Versorgung, Gesundheitsreform, evidenzbasierte Medizin, Pflegemanagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Diplomarbeit befasst sich mit modernen Steuerungsmodellen im Gesundheitswesen, insbesondere mit der Frage, wie durch prozessorientierte Strategien die stationäre und ambulante Versorgung effizienter vernetzt werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit konzentriert sich primär auf die Implementierung und Wirkung von Clinical Pathways, Case Management, Entlassungsmanagement und Disease Management Programmen im deutschen Gesundheitskontext.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, zu untersuchen, wie neue Patientenversorgungsstrategien in Gesundheitsinstitutionen implementiert werden, um eine patientenzentriertere und kosteneffizientere Überleitung in die ambulante Pflege zu gewährleisten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Untersuchung basiert auf einem qualitativen Forschungsansatz, bei dem Experteninterviews mit Führungskräften und Fachleuten aus Kliniken sowie Krankenkassen durchgeführt und mittels strukturierender Inhaltsanalyse ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil bietet eine theoretische Auseinandersetzung mit den genannten Managementstrategien, gefolgt von einer empirischen Untersuchung, die den aktuellen Umsetzungsgrad und die Herausforderungen in der Praxis detailliert darstellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Clinical Pathways, Case Management, Prozessoptimierung, Integrierte Versorgung, Ergebnisqualität und Patientenüberleitung.
Wie wird das Beispiel des Myokardinfarkts für die Vision genutzt?
Der Myokardinfarkt dient als beispielhaftes Krankheitsbild, um in einem Schaubild zu veranschaulichen, wie eine lückenlose Versorgungskette von der ersten Notfallhilfe bis zur tertiären Prävention durch ein integriertes Fallmanagement optimiert werden kann.
Warum ist die Sektorentrennung ein kritisches Problem?
Die Arbeit identifiziert die bestehende sektorale Trennung zwischen ambulanter und stationärer Versorgung als Haupthindernis für eine effiziente und kontinuierliche Behandlung, die dringend durch neue Kooperationsmodelle überwunden werden muss.
- Quote paper
- Bettina Hannemann (Author), Anja Auberg (Author), 2003, Integrierte Versorgungspfade - Clinical Pathways: Patienten mit Myocardinfarkt im Akutkrankenhaus und deren Überleitung in die ambulante Pflege, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/23745