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Gruppendiskussion

Title: Gruppendiskussion

Seminar Paper , 2000 , 14 Pages , Grade: Gut

Autor:in: Tobias Düring (Author)

Politics - Methods, Research
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Summary Excerpt Details

In der Gruppendiskussion diskutieren in der Regel 6 -12
Gruppenteilnehmer ein bis vier Stunden unter der Leitung eines
Gruppenleiters über ein vorgegebenes Thema.1 Die Gruppendiskussion ist
eine nicht-standardisierte, mündliche Forschungsmethode.2 Sie kann als
Befragung, Beobachtung oder Experiment eingesetzt werden und ist damit
bei den Methoden immer im Bereich der Inhaltsanalyse zu sehen.3
Lamnek schlägt dabei vor: „ ... die Gruppendiskussionen nicht der
Methode der Befragung zuzuschlagen, sondern sie – in Abhängigkeit von
den jeweiligen Erkenntnisinteressen ... zu betrachten.“4 Er begreift sie als
eigenständige Technik oder als Sonderform der Befragung.5 Die
Gruppendiskussion wird nach ihm vorwiegend als ermittelnde Technik
eingesetzt und kann auch eine vermittelnde Funktion haben. Bei der
vermittelnden Funktion, ist der Zweck der Gruppendiskussion die
Erkenntnisvermittlung an die Teilnehmer und deren Verhaltensänderung.
Zum Beispiel für therapeutische Zwecke.6 Weil die Gruppendiskussion
vorwiegend als ermittelnde Technik eingesetzt wird, werde ich im weiteren
die Gruppendiskussion nur als ermittelnde Technik verstehen. Die
Ergebnisse der Gruppendiskussion sind vor allem qualitative
Forschungsergebnisse7 und nur selten quantita tiv.8
Mit ihrem ersten Einsatz 1936 und ihrer größeren Verbreitung in
den 70’er und 80’er Jahren, ist die Gruppendiskussion eine junge
Forschungsmethode und es bedarf noch an Forschung an der Methode
selber, um ihr Potential voll ausschöpfen zu können.9 Die
Gruppendiskussion kann in vielen Forschungsbereichen eingesetzt
werden: Soziologie, Psychologie, Pädagogik, Politikwissenschaft, Medizin
etc.10 Zur Veranschaulichung werde ich die vier Hauptgebiete der Anwendung von Gruppendiskussion unter Punkt drei vorstellen. Im
einzelnen sind das:
- Gruppenprozesse
- Gruppenmeinung
- Meinungsspektrum
- Unterstützung von standardisierten Forschungsmethoden
1 Siehe Friedrichs 1978, S. 246, 248, 249.
2 Siehe Lamnek 1998, S. 32.
3 Siehe Lamnek 1998, S. 22 f.
4 Siehe Lamnek 1998, S. 22.
5 Siehe Lamnek 1998, S. 25.
6 Siehe Lamnek 1998, S. 27 f.
7 Siehe Lamnek 1998, S.11.
8 Siehe Lamnek 1998, S. 25.
9 Siehe Lamnek 1998, S. 17 und Kitzinger 1994, S. 104.
10 Siehe Lamnek 1998, S. 73.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ansatz der Gruppendiskussion

3. Anwendung der Gruppendiskussion

3.1. Gruppenprozesse

3.2. Gruppenmeinung

3.3. Meinungsspektrum

3.4. Unterstützung von standardisierten Forschungsmethoden

4. Durchführung der Gruppendiskussion

4.1. Ablauf der Gruppendiskussion

4.2. Haupt-Variablen der Gruppendiskussion

5. Nachteile und Vorteile der Gruppendiskussion

5.1. Nachteile

5.2. Vorteile

5.3. Fazit

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Gruppendiskussion als qualitative empirische Forschungsmethode systematisch zu beleuchten, ihre Einsatzbereiche aufzuzeigen und ihre methodischen Vor- sowie Nachteile kritisch zu reflektieren.

  • Grundlagen und theoretische Einordnung der Gruppendiskussion
  • Anwendungsfelder, wie Gruppenprozesse und Meinungsspektrum
  • Methodische Durchführung und Beeinflussungsfaktoren
  • Kritische Analyse von Vor- und Nachteilen der Methode
  • Unterstützendes Potenzial bei standardisierten Studien

Auszug aus dem Buch

3.2. Gruppenmeinung

Es ist kaum möglich, die Meinung des einzelnen getrennt von einer Gruppe zu analysieren. Die Gruppe bildet stets die Aussageeinheit.19 Die Gruppenmeinung kommt in der letzten Phase einer Gruppendiskussion zustande. Kelman hat dazu generelle Phasen der Gruppendiskussionen entwickelt. Im Groben geht es von der Phase in der man die Hemmschwellen abbaut, sich kennenlernt und Vertrauen gewinnt in die konfliktreiche Phase und Positionierung; am Ende stellt sich eine dominante Gruppenmeinung ein, die vielleicht Abweichler hat oder nicht.20 Werte und Konflikte der Teilnehmerschaft können nun herausgearbeitet werden.

Für die Ermittlung der Gruppenmeinung sollte eine homogene Gruppenzusammensetzung gegeben sein. Homogenität einer Gruppe bedeutet, dass die Teilnehmer gleiche Merkmale, wie zum Beispiel: Geschlecht, soziale Schicht, Beruf, Alter, Raucher, Betriebsangehörigkeit oder ähnliches aufweisen. Die Homogenität wird im Bezug zum Thema hergestellt.21 So mag es für eine Fragestellung zu der Beziehung von Rauchern und Nicht-Rauchern unerheblich sein, welchen Betrieb eine Person angehört. Die Rückschlüsse von einer homogenen Gruppe von Rauchern, könnten im gewissen Maße und qualitativen Sinn Rückschlüsse auf die Meinungen von Rauchern als gesellschaftliche Gruppe ergeben. Zur Feststellung einer Gruppenmeinung ist es vom Vorteil, wenn sich die Gruppenmitglieder bereits kennen. Die Anfangsphase des Kennenlernens und das Bilden von Vertrauen entfällt. Die Gruppe wird sofort in das Thema einsteigen können und erspart den Forschern Aufwand. Wichtig ist, dass keine bestehenden Gruppenstrukturen Aussagen von einzelnen Teilnehmern unterbinden könnten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung definiert die Gruppendiskussion als eine nicht-standardisierte, mündliche Forschungsmethode und grenzt sie von anderen Erhebungstechniken ab.

2. Ansatz der Gruppendiskussion: Hier wird erläutert, dass individuelle Meinungen stark vom Kontext abhängig sind und die Gruppendiskussion als Instrument zur Berücksichtigung dieses Umfelds dient.

3. Anwendung der Gruppendiskussion: Das Kapitel beschreibt den Einsatz der Methode zur Analyse von Gruppenprozessen, Gruppenmeinungen, dem Meinungsspektrum sowie zur Unterstützung standardisierter Forschung.

4. Durchführung der Gruppendiskussion: Es werden der Ablauf, die Rolle des Gruppenleiters und die wesentlichen Variablen wie Gruppenzusammensetzung und der Einsatz eines Grundreizes detailliert dargestellt.

5. Nachteile und Vorteile der Gruppendiskussion: Dieses Kapitel bietet eine Gegenüberstellung der methodischen Stärken und Schwächen, inklusive einer Auseinandersetzung mit dem Problem der Schweiger und zieht abschließend ein Fazit.

Schlüsselwörter

Gruppendiskussion, qualitative Sozialforschung, Gruppenmeinung, Gruppenprozesse, Meinungsspektrum, empirische Methoden, Gruppendynamik, Interview, Exploration, Pretest-Methode, Sozialwissenschaften, qualitative Analyse, Meinungsbildung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Methode der Gruppendiskussion im Kontext der empirischen Politikforschung und anderer Sozialwissenschaften.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die theoretische Einordnung der Methode, ihre Anwendungsmöglichkeiten, die praktische Durchführung sowie eine kritische Abwägung ihrer Vor- und Nachteile.

Welches Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist eine fundierte Darstellung der Gruppendiskussion als eigenständige Forschungsmethode, um deren Anwendungspotenzial und Grenzen im wissenschaftlichen Diskurs aufzuzeigen.

Welche Methoden werden in der Arbeit betrachtet?

Im Fokus steht primär die Gruppendiskussion; diese wird jedoch auch in ihrer unterstützenden Funktion für standardisierte Forschungsmethoden (wie Interviews) untersucht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in den methodischen Ansatz, die konkreten Anwendungsbereiche, die Durchführungsprozeduren und eine detaillierte Auswertung der methodischen Vor- und Nachteile.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie qualitative Forschung, Gruppendynamik, Meinungsspektrum, explorative Methode und Gruppendiskussion definieren.

Was ist bei der Zusammensetzung einer Gruppe zur Ermittlung einer Gruppenmeinung zu beachten?

Es sollte eine homogene Gruppe gewählt werden, damit die Teilnehmer gleiche Merkmale (wie soziale Schicht oder Beruf) aufweisen, um qualitativ verwertbare Rückschlüsse ziehen zu können.

Warum stellt das Phänomen der „Schweiger“ ein Problem dar?

Schweiger können die Vollständigkeit der Datenmatrix gefährden und den Forschungsprozess einschränken, da ihre Meinungen bei den Diskussionen unter Umständen nicht explizit geäußert werden.

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Details

Title
Gruppendiskussion
College
Carl von Ossietzky University of Oldenburg  (Institut für Politikwissenschaft)
Course
Methoden der empirischen Politikforschung
Grade
Gut
Author
Tobias Düring (Author)
Publication Year
2000
Pages
14
Catalog Number
V23770
ISBN (eBook)
9783638268226
Language
German
Tags
Gruppendiskussion Methoden Politikforschung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tobias Düring (Author), 2000, Gruppendiskussion, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/23770
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