Das Kinderbuch "Ronja Räubertochter" und seine Umsetzung in verschiedenen Medien


Hausarbeit, 2004

16 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhalt sverzeichnis

1. Einleitung

2. Wer war Astrid Lindgren?

3. Der Kinderroman Ronja Räubertochter
3.1. Inhalt
3.2. Analyse

4. Die Umsetzung von Ronja Räubertochter in verschiedenen Medien
4.1. Der Film
4.2. Das Hörspiel
4.3. Das Computerspiel

5. Schlußbemerkung

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit Astrid Lindgrens Kinderbuch Ronja Räubertochter und dessen Umsetzung in verschiedenen Medien, nämlich Film, Hörspiel und Computerspiel. Zuerst werden das Buch und einige Gedanken zur Analyse vorgestellt und in den folgenden Kapiteln werden die verschiedenen Adaptionen behandelt.

Ronja Räubertochter kann man durchaus als einen Klassiker der Kinderliteratur bezeichnen. Obwohl das Buch erst vor gut zwanzig Jahren geschrieben wurde, kann man aufgrund der zeitlosen und in der menschlichen Gesellschaft stets aktuellen Thematik von Freundschaft, Liebe zur Natur, Verantwortungsbewußtsein und daraus resultierender Ablehnung von Gewalt, davon ausgehen, dass das Buch seine Brisanz behält.

Für Kinder im Grundschulalter ist diese Geschichte sicherlich von besonderem Interesse. Wie aus einer Studie des Institutes für Grundschulpädagogik und Kindheitsforschung der Universität Erfurt hervorgeht, bevorzugen Kinder im Grundschulalter Literatur, in denen Abenteuer erzählt werden und die phantastische Elemente enthält (also Märchen, Sagen und Phantasiegeschichten).[1] Abenteuer und Märchenhaftes kommen in Ronja Räubertochter auf nahezu jeder Seite vor.

Man kann also davon ausgehen, dass dieses Buch eine gute Möglichkeit bietet, Lesemotivation bei Grundschulkindern zu fördern, da es all das beinhaltet, was Kinder fesselt, träumen läßt und emotional bewegt.

2. Wer war Astrid Lindgren?

Astrid Lindgrens Bücher faszinieren seit Jahrzehnten sowohl Kinder als auch Erwachsene. Sie wurden hoch gelobt und bejubelt, aber auch scharf kritisiert und verdammt. Pippi Langstrumpf und Die Brüder Löwenherz sind wohl ihre am kontroversesten diskutierten Werke. Sie wurden als geschmacklos oder befreiend (Pippi) bzw. als todessüchtig oder heilsam (Löwenherz) bezeichnet.[2]

Wer war diese Frau, die mit ihrem Schaffen diese verschiedenen Reaktionen hervorrief, die mit einer geradezu unheimlichen Sicherheit die Sehnsüchte, Träume, Ängste und Stärken von Kindern in ihren Büchern lebendig werden ließ und damit oft vehemente Proteste seitens der Kritiker und Pädagogen auslöste?

Astrid Anna Emilia Ericsson wurde am 14. November 1907 als zweites von insgesamt vier Kindern auf dem Hof Näs nahe der Kleinstadt Vimmerby im südschwedischen Smaland geboren. Ihre Eltern führten eine glückliche Ehe und lebten seit ihrer Heirat auf dem gepachteten Pfarrhof Näs. Dort verlebte Astrid zusammen mit ihrem älteren Bruder Gunnar und den zwei jüngeren Schwestern Stina und Ingegerd eine nach ihren eigenen Aussagen glückliche Kindheit, die sich zum Beispiel in ihren Bullerbü-Büchern widerspiegelt.

Als junge Frau zog Astrid Lindgren nach Stockholm und lebte dort bis zu ihrem Tod im Jahr 2002. Mit 19 Jahren wurde sie schon Mutter eines unehelichen Sohnes, bevor sie fünf Jahre später Sture Lindgren heiratete, mit dem sie noch eine Tochter hatte. Für ca. 20 Jahre arbeitete sie als Sekretärin in verschiedenen Stellungen. Von 1946 bis 1970 war sie Lektorin in der Kinderbuchabteilung des Verlages Raben & Sjögren, wo auch ihre eigenen Bücher erschienen.

Erst mit 37 Jahren, im Jahr 1944, veröffentlichte sie ihr erstes Buch, das Mädchenbuch Britt-Mari erleichtert ihr Herz und gewann damit den zweiten Preis in einem Wettbewerb des Verlages Raben & Sjögren. Das Manuskript der Urfassung von Pippi Langstrumpf wurde zuvor von einem anderen Verlag abgelehnt, aber schon im nächsten Jahr (1945) gewann sie mit ihrem Buch Pippi Langstrumpf in dem Wettbewerb des Verlages Raben & Sjögren für Kinderbücher für das Alter von 6-10 Jahren den ersten Preis.

Spätestens dann war Astrid Lindgrens Karriere als Kinderbuchautorin nicht mehr aufzuhalten, nicht von entsetzten Kritikern und auch nicht von ihrem eigenen Beschluß "niemals Bücher zu schreiben".[3] Ihr Welterfolg Pippi Langstrumpf wurde in 58 Sprachen übersetzt und sie schrieb insgesamt um die 70 Kinderbücher, Märchen und Bilderbuchtexte, wovon viele mittlerweile Klassiker sind. Mehr als 40 Filme und Fernsehserien entstanden nach ihren Geschichten und weltweit wurden über 120 Millionen Exemplare ihrer Bücher verkauft (Stand 2002).

Astrid Lindgrens Erfolgsgeheimnis war vielleicht, dass sie sich ganz genau daran erinnerte, wie sie als Kind fühlte, was ihre Wünsche und Ängste waren, was sie gerne tat und las. Auf die Frage hin, wer oder was sie zum Schreiben von Kinderbüchern inspiriert, antwortete sie:

"Man muss nur selbst einmal Kind gewesen sein – und sich daran erinnern, wie das war." (in Berf /Surmatz 2001, S. 19)

Zwischen Astrid Lindgrens Kindheitserlebnissen und vielen ihrer Bücher besteht ein direkter oder indirekter Zusammenhang. Oft spielen ihre Geschichten in einer ihrem Heimathof ähnlichen Idylle oder Gemeinschaft. Trotzdem sind sie nie kitschig oder einseitig, da Astrid Lindgren die kleinen und großen Probleme der Kinder immer ernst nahm und das zeigt sich in ihrem ganzen Schaffen. Sie beschrieb oder forderte all das, was sich viele Kinder und auch Erwachsene wünschen, so zum Beispiel Freiheit, Freundschaft und Liebe, Geborgenheit, Achtung gegenüber anderen Menschen und ausdrücklich gegenüber Kindern, Abenteuer und Freude am Leben. Besonders in ihren späteren Werken behandelte sie auch die großen Fragen und Probleme des Lebens wie zum Beispiel Tod, Gewaltlosigkeit, Emanzipation und Moral.

3. Der Kinderroman "Ronja Räubertochter"

"Ronja ist entstanden, weil ich selbst in einer Stadt lebe und Sehnsucht nach der Wildnis habe. (...) Es fing damit an, dass ich einen Berg sah und hoch oben darauf eine Räuberburg, und die war genau in der Mitte gespalten." (in Ljunggren 1994, S. 85)

3.1. Inhalt

In der Nacht, als Ronja geboren wurde, rollte der Donner über die Berge, ja, es war eine Gewitternacht, dass sich selbst alle Unholde, die im Mattiswald hausten, erschrocken in ihre Höhlen und Schlupfwinkel verkrochen. (S. 5)[4]

Ihr "Kinderleben" beginnt auch gleich "großartig"[5], als nämlich noch in derselben Nacht ein Blitz einschlägt und die uralte Räuberburg, in der Ronjas Vater Mattis mit seiner Frau Lovis und den 12 Räubern lebt, in zwei Hälften gespalten wird. Aber der mächtige Räuberhauptmann Mattis ist viel zu glücklich über die Geburt seines Kindes, als dass er sich über die Teilung der Burg seiner Väter lange ärgern könnte.

Ronja wächst zunächst in der Sicherheit der Mattisburg auf, ohne Wissen über die Raubzüge ihres Vaters. Sie ist der Liebling aller Räuber und Mattis findet sie "schlechthin unvergleichlich auf Erden".[6]

Als Ronja etwas älter ist, darf sie hinaus aus der Mattisburg und sie lernt sich vor den Gefahren im Mattiswald zu hüten und übt sich darin, keine Angst zu haben.[7] Eines Tages, als sie gerade dabei ist, sich vor dem Höllenschlund, also dem Abgrund zwischen den zwei Burghälften, zu hüten, trifft sie auf ein anderes Kind. Dieses Kind ist Birk, der in der selben Nacht wie Ronja geboren wurde und gerade mit seinem Vater, dem Räuberhauptmann Borka, dessen Frau Undis und mitsamt der 12 Borka-Räuber in die abgetrennte Hälfte der Mattisburg eingezogen ist, weil die Landsknechte die Räuberbande aus dem Borkawald vertrieben hat. Die beiden Räubersippen sind schon seit Urzeiten miteinander verfeindet, deshalb begegnet Ronja Birk auch zunächst mit Feindseligkeit. Doch schon bald freunden sich die beiden Kinder heimlich an und helfen sich gegenseitig aus mancher Notsituation.

Mattis ist wegen der Anwesenheit der Borka-Räuber in seiner Burg sehr verärgert und es kommt zum heftigen Streit zwischen den zwei Räuberbanden, im Laufe dessen es Mattis gelingt, Birk als Geisel zu nehmen. Aber mit einem Sprung über den Höllenschlund begibt sich Ronja freiwillig in die Gewalt der Borka-Räuber, um einen Austausch der Geiseln zu erreichen. Damit bekennt sie sich offen zu der tiefen Freundschaft, die die beiden inzwischen verbindet.

Dadurch kommt es zum Zerwürfnis zwischen Mattis und seiner Tochter, die er nicht mehr als solche anerkennen will. Ronja zieht mit Birk heimlich in die Bärenhöhle und dort verbringen die beiden Kinder ganz auf sich gestellt den Sommer und Herbst. Sie erleben viele schöne, aber auch einige gefährliche Abenteuer und ihre Freundschaft wird auch manchmal auf eine harte Probe gestellt. Je weiter der Herbst fortschreitet, desto schwieriger wird es für Ronja und Birk, in der freien Natur zu überleben. Kurz vor Wintereinbruch aber trifft Ronja im Wald auf Mattis, der sie um Verzeihung bittet und sogar Ronja zuliebe Birk in die Mattisburg einlädt. Doch Birk kehrt zu seinen Eltern zurück, die sich sehr über seine Heimkehr freuen.

Mattis und Borka sehen ein, dass sie sich verbünden müssen und treten deshalb zu einem Zweikampf an, der darüber entscheiden soll, wer zukünftig beide Banden führt. Mattis wird Sieger und alle Räuber schließen sich unter ihm zu einer Räuberbande zusammen. Ronja und Birk schwören, dass sie niemals Räuber werden wollen und kurz bevor Glatzen-Per stirbt, vertraut er Ronja an, dass im Wald ein Silberschatz liegt, auf den sie im Notfall zurückgreifen kann.

Im nächsten Frühling ziehen Ronja und Birk mit Erlaubnis ihrer Eltern wieder in die Bärenhöhle.

[...]


[1] vgl. Richter 2002

[2] vgl. Berf/Surmatz 2001

[3] vgl. Berf/Surmatz 2001, S. 16

[4] alle Seitenzahlen ohne weitere Spezifizierung beziehen sich auf den Primärtext Ronja Räubertochter in der Ausgabe von 1982

[5] vgl. Ronja Räubertochter 1982, S. 12

[6] Ronja Räubertochter 1982, S. 14

[7] vgl. Ronja Räubertochter 1982, S. 24/25

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Das Kinderbuch "Ronja Räubertochter" und seine Umsetzung in verschiedenen Medien
Hochschule
Universität Erfurt  (Erziehungswissenschaftliches Institut)
Veranstaltung
Kinderliteratur und Neue Medien
Note
1,0
Autor
Jahr
2004
Seiten
16
Katalognummer
V23775
ISBN (eBook)
9783638268264
Dateigröße
490 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kinderbuch, Ronja, Räubertochter, Umsetzung, Medien, Kinderliteratur, Neue, Thema Ronja Räubertochter
Arbeit zitieren
Martina Kästner (Autor), 2004, Das Kinderbuch "Ronja Räubertochter" und seine Umsetzung in verschiedenen Medien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/23775

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