Infolge fortschreitender Globalisierung und höherer Kundenansprüche steigen die Anforderungen, die heute an moderne Industrieunternehmen gestellt werden. Die Märkte wandeln sich von Nachfragemärkten zu Anbietermärkten. Der dadurch entstehende Konkurrenzdruck zwischen Unternehmen auf nationalem Gebiet wird zusätzlich durch starke internationale Wettbewerber erhöht. Insbesondere in der Werftenbranche drängen ausländische Unternehmen, speziell aus dem asiatischen Raum. Diese Unternehmen werden immer leistungsfähiger und haben gegenüber den deutschen Unternehmen standortbedingte Vorteile, beispielsweise geringere Lohn- und Lohnnebenkosten, geringere Steuer- und Abgabenlasten sowie weniger umfangreiche Gesetze und Vorschriften. Durch die Verbesserung der Kommunikations- und Verkehrstechnik sowie durch die Nähe einiger Standorte zum deutschen Markt sind die Produkte schnell verfügbar und direkt vergleichbar geworden.
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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Zielsetzung
1.2 Das Unternehmen
2. Automatische Identifikations-Systeme
2.1 Optical Character Recognition (OCR)
2.2 Biometrische Verfahren
2.2.1 Sprachidentifizierung
2.2.2 Fingerabdruckverfahren
2.3. Der Barcode
2.3.1 Geschichte des Barcodes
2.3.2 Terminologie der Barcodetechnologie
2.3.3 Erstellung des Barcodes
2.3.4 Codierung der Barcodes
2.3.4.1 Nutzzeichen
2.3.4.2 Prüfziffer
2.3.4.3 Selbstprüfender Barcode
2.3.5 Aufbau eines Barcodes
2.3.5.1 Der eindimensionale Barcode
2.3.5.2 Zweidimensionale Barcodes
2.3.5.2.1 Stapel Barcode
2.3.5.2.2 Matrix Barcode
2.3.6 Abgrenzung der Barcodearten
2.3.7 Barcodesystem
2.3.7.1 Drucksystem
2.3.7.2 Barcode Software
2.3.7.3 Erfassung von Barcodes
2.3.8 Formen der Datenübertragung
2.4 Radiofrequenz Identifikation
2.4.1 Geschichte
2.4.2 Das RFID- System
2.4.2.1 Der Datenträger
2.4.2.1.1 Der Glastransponder
2.4.2.1.2 Der Smart List Transponder
2.4.2.1.3 Beschreibung aktiver und passiver Transponder
2.4.2.2 Schreib- /Lesegerät
2.4.3 Codierung der Transponder
2.4.4 Funktionsweise eines passiven Transponders
2.4.5 Abgrenzung der RFID-Systeme
2.4.6 Abgrenzung hinsichtlich der Reichweite
2.4.7 Abgrenzung hinsichtlich der Energieübertragung
2.5 Abgrenzung der automatischen Identifikations-Systeme
3. Lagerorganisation bei der MSW
3.1 Lagertypen bei der MSW
3.2 Das Kommissioniersystem bei der MSW
3.2.1 Technisches System
3.2.2 Organisatorisches Teilsystem
3.3 Lagerprozesse
3.3.1 Wareneingang
3.3.2 Einlagerung
3.3.3 Umlagerung
3.3.4 Inventur
3.3.5 Auslagerung
3.3.5.1 Materialausgabe mittels Materialscheine
3.3.5.2 Materialausgabe mittels Lieferanforderungslisten
3.4 Auswahl des geeigneten Identifikations-Systems
3.5 Rahmenbedingungen für den Einsatz eines RFID-Systems
3.5.1 Kennzeichnung der logistischen Einheiten
3.5.1.1 Kennzeichnung durch den Hersteller, beziehungsweise Spediteur
3.5.1.2 Kennzeichnung durch die MSW
3.5.2 Anschaffung der Datenerfassungsgeräte
3.5.3 Einrichtung von MAVE
3.6 Potentielle Optimierungen durch den Einsatz eines RFID-Systems
3.6.1 Einsatzmöglichkeiten von RFID im Wareneingang
3.6.2 Einsatzmöglichkeiten von RFID bei der Einlagerung
3.6.3 Einsatzmöglichkeiten von RFID bei der Umlagerung
3.6.4 Einsatzmöglichkeiten von RFID bei der Inventur
3.6.5 Einsatzmöglichkeiten von RFID bei der Auslagerung
4. Stellungnahme
4.1 Kosten für ein RFID-System
4.1.1 Investitionskosten
4.1.2 Betriebskosten
4.1.3 Kosten für die Einrichtung des DV-Systems
4.2 Nutzen durch den Einsatz eines RFID-Systems
4.2.1 Grundnutzen
4.2.2 Zusatznutzen
4.3 Bewertung
5. Zusammenfassung und Aussicht
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Arbeit ist die Untersuchung von Einsatzmöglichkeiten automatischer Identifikations-Systeme zur Optimierung von Lagerprozessen am Beispiel einer mittelständischen Seeschiffwerft. Dabei soll ein geeignetes System identifiziert werden, das die Güterkette von der Warenannahme bis zur Auslagerung effizient unterstützt und eine fundierte Wirtschaftlichkeitsanalyse für das Unternehmen ermöglicht.
- Vergleich automatischer Identifikationsverfahren (Barcode vs. RFID).
- Analyse der bestehenden Lagerprozesse und Identifikation von Optimierungspotentialen.
- Untersuchung der technologischen Rahmenbedingungen und Anforderungen an Hardware und Software.
- Durchführung einer Wirtschaftlichkeits- und Kosten-Nutzen-Analyse.
- Ableitung strategischer Empfehlungen zur Implementierung von RFID-Technologien.
Auszug aus dem Buch
3.6.1 Einsatzmöglichkeiten von RFID im Wareneingang
Der Wareneingang bei der MSW besteht aus den Aktivitäten (siehe Kapitel 3.3.1): Kontrolle des Frachtbrief, Kontrolle der Ware auf Quantität und äußere Schäden, Kontrolle des Lieferscheins, Warenkennzeichnung in MAVE, Transport der Ware zum Wareneingangsplatz, und der Wareneingangsbuchung in MAVE.
Kontrolle des Lieferscheins: Die Kontrolle des Lieferscheins erfolgt, indem ein Lagermitarbeiter die Daten auf dem Lieferschein liest und auf Richtigkeit prüft. Die Daten auf dem Lieferschein werden vom Hersteller in Klartext ausgegeben. Der Lieferschein enthält MSW-spezifische Daten (zum Beispiel die Artikelnummer oder die Objektteilnummer), die bei der Bestellung übermittelt wurden und herstellerspezifische Daten (zum Beispiel Herstellername und Lieferscheindaten). Um RFID-Systeme bei der Kontrolle des Lieferscheins einzusetzen, müssen die Daten des Lieferscheins in einem Transponder ausgegeben werden. Der Datenträger wird durch den Hersteller auf dem Lieferschein ausgegeben. Um die Datenträger lesen zu können, müssen die Lagermitarbeiter, die die Prüfung der Lieferscheine vornehmen, mit mobilen Lesegeräten ausgestattet werden.
Die mobilen Lesegeräte haben gegenüber den stationären Lesegeräten den Vorteil, dass sie ortsunabhängig eingesetzt werden können, was die Flexibilität erhöht. Neben der Datenerfassung mittels Scannen ist eine integrierte Tastatur zur manuellen Dateneingabe notwendig, falls die Datenträger zum Beispiel unvollständig codiert worden sind. Die Datenübertragung vom Lesegerät zu MAVE sollte für diese Aktivität permanent erfolgen, um unmittelbar bei der Lesung des Datenträgers eine Plausibilitätsprüfung der eingelesenen Daten vornehmen zu können. Die Kontrolle der eingelesenen Daten kann entweder durch eine Fehlermeldung auf dem Display des Lesegeräts oder durch eine Fehlermeldung in einem MAVE-Screen erfolgen. Um diese Vorgehensweise zu realisieren, müssten die Schnittstellen zwischen Lesegerät und der MAVE zugrunde liegenden Oracle-Datenbank entsprechend programmiert werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt die Marktsituation für Industrieunternehmen sowie die Zielsetzung der Arbeit zur Optimierung der Lagerprozesse mittels automatischer Identifikationssysteme.
2. Automatische Identifikations-Systeme: Stellt verschiedene Technologien wie OCR, Biometrie, Barcode-Systeme und RFID vor, erläutert deren Funktionsweisen und grenzt sie hinsichtlich ihrer Anwendbarkeit ab.
3. Lagerorganisation bei der MSW: Analysiert die bestehenden Strukturen, Lagertypen und Prozesse der mittelständischen Seeschiffwerft und identifiziert Einsatzbereiche für RFID.
4. Stellungnahme: Behandelt die Wirtschaftlichkeit durch eine Kosten-Nutzen-Analyse und prüft die Amortisation der vorgeschlagenen RFID-Lösung.
5. Zusammenfassung und Aussicht: Fasst die Ergebnisse der Diplomarbeit zusammen und skizziert kurz- bis langfristige Ziele zur weiteren Prozessoptimierung.
Schlüsselwörter
RFID, Barcode, Lagerprozesse, Logistik, Seeschiffwerft, MAVE, Identifikations-Systeme, Warenannahme, Einlagerung, Umlagerung, Inventur, Materialwirtschaft, Prozessoptimierung, Wirtschaftlichkeit, Amortisation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Untersuchung und Implementierung von automatischen Identifikationssystemen, insbesondere RFID, um Lagerprozesse in einer mittelständischen Werft effizienter zu gestalten.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder umfassen die technologische Gegenüberstellung von Barcode- und RFID-Systemen, die Analyse bestehender logistischer Abläufe sowie die wirtschaftliche Bewertung einer Systemumstellung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Hauptziel ist die Reduzierung der Lagerprozessdurchlaufzeiten durch Automatisierung, um die Effizienz der Güterkette bei der MSW zu steigern.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine Ist-Analyse der Prozesse durchgeführt, ergänzt durch eine Wirtschaftlichkeitsanalyse (Amortisationsrechnung) und eine Bewertung technologischer Parameter.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine technologische Einführung, die detaillierte Beschreibung der spezifischen Lagerprozesse bei der MSW und eine Bewertung des RFID-Einsatzes.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind RFID, Barcode, Lagerprozesse, Logistik, Prozessoptimierung, Wirtschaftlichkeit und Materialverwaltung.
Warum ist das Barcodesystem für die Werft weniger geeignet?
Barcodes sind anfällig gegenüber rauen Umweltbedingungen wie Nässe, Schmutz und mechanischer Beschädigung, da für den Scanvorgang eine direkte Sichtverbindung erforderlich ist.
Wie schnell amortisiert sich das RFID-System laut der Analyse?
Die Wirtschaftlichkeitsrechnung zeigt, dass sich das RFID-System bei der MSW bereits nach etwa 1,01 Jahren amortisiert hat.
Welche Rolle spielt die Software MAVE in diesem Projekt?
MAVE dient als zentrales Materialverwaltungssystem, das für den Datenaustausch mit den RFID-Lesegeräten durch neue Schnittstellen und Datenbankanpassungen "RFID-fähig" gemacht werden muss.
- Citation du texte
- Helge Franzen (Auteur), 2002, Einsatzmöglichkeiten von automatischen Identifikationssystemen zur Unterstützung von Lagerprozessen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/2379