Das Thema Tod in Kinderbüchern. Eine Analyse und Bewertung

Mit Empfehlungen für den Unterricht


Hausarbeit, 2004
44 Seiten

Leseprobe

Gliederung:

1. Einleitung

2. Das Kinderbuch /Bilderbuch

3. Die Rolle der Kinderbücher in der geistigen Entwicklung
3.1 Bildungsfunktion
3.2 Bewertungskriterien für die Auswahl von Bilderbüchern
3.3 Funktion und Anwendung in der (Grund-)Schule

4. Kinder erleben den Tod
4.1 Kinder begegnen dem Tod und der Trauer
4.2 Trauerphasen von Kindern

5. Todesvorstellungen
5.1 Todesvorstellungen in den Religionen
5.1.1 Der Tod als Ende des diesseitigen Körpers und Weiterleben der Seele im Jenseits
5.1.2 Der Tod als Übergang der Seele in einen neuen diesseitigen Körper
5.2 Philosophische Vorstellung vom Tod
5.2.1 Tod als Trennung von Seele und Leib
5.2.2 Tod als Aufhören der Existenz

6. Der Tod in Kinderbüchern

7. Medienanalysen
7.1 Ungeeignete Kinderbücher
7.2 Geeignete Kinderbücher

8. Schlussbemerkungen

1. Einleitung

Angeregt durch das Seminar „Bilderbücher und Kinderbibeln“ wird sich diese Hausarbeit mit Kinderbüchern beschäftigen. Untersucht werden soll allgemein der Begriff „Kinderbuch“ mit seinen unterschiedlichen Gattungen, die didaktische Funktion von Kinderbüchern im Unterricht und Alltag und die Kriterien nach denen Bücher ausgewählt werden sollten.

Der Hauptteil der Arbeit beschäftigt sich mit Kinderbüchern zum Thema „Tod“. Kinder begegnen Sterben und Tod auf vielerlei Weise. Beobachtungen im Fernsehen, Gespräche und Unterhaltungen der Erwachsenen über den Tod, der Verlust eines Haustieres, des Opas, der Oma, eines Geschwister- oder Elternteils konfrontieren sie frühzeitig mit dem Thema. Diese schmerzlichen Erfahrungen sind für Kinder sehr schwer zu verarbeiten und Eltern oder Verwandte sind oft überfordert auf ihre Kinder einzugehen, weil sie selbst trauern oder die Trauer der Kinder herabsetzen. Um als Lehrer oder Erzieher1 die Traurigkeit der Kinder nachvollziehen zu können und Kindern den Tod als einen Teil ihres Lebens begreiflich machen zu können, werden in der Ausarbeitung entwicklungspsychologische Stufen der kindlichen Todesvorstellungen und die Art und Weise wie Kinder trauern betrachtet.

„Bücher sind unerschöpfliche Informationsquellen. In den Bildern und Texten spiegelt sich die Welt, die für das Kind noch weithin unbekannt ist. Die Kinder erfahren über die Kinderbücher Neues; sie lernen aber auch das Bekannte mit den Augen des Künstlers, des Malers, Schriftstellers oder Dichters sehen. Sie entdecken auf diese Weise neue Merkmale und Zusammenhänge an Dingen und Erscheinungen und gelangen so zu einer weiteren und innigeren Beziehung zur Wirklichkeit.“2 Es gibt viele Kinderbücher die das Thema „Tod“ behandeln. Da Bücher, wie in dem Zitat deutlich wird, helfen können neue Dinge zu entdecken, sind auch Bilderbücher geeignet, sich dem Thema zu nähern und Kinder auf das Sterben vorzubereiten oder in einer Verlustsituation zu trösten. Verschiedene Bücher die dieses Thema ansprechen werden hinsichtlich der Todesvorstellungen und der Trauerreaktionen analysiert und bewertet. Außerdem wird ansatzweise überlegt, wie die Bücher für den Unterricht in der Grundschule einsetzbar sind.

2. Das Kinderbuch/Bilderbuch

Bilderbücher „können Erwachsene ebenso faszinieren wie Kinder.“3 Obwohl dies zweifelsohne der Fall ist, wird hier eine Abgrenzung vorgenommen, um den Unterschied zu anderer Literatur deutlich zu machen. Einige Autoren behandeln Bilderbücher und Kinderbücher gleichbedeutend. Marquard unterscheidet in Bilder-und Kinderbuch. Für ihn sind Bilderbücher in erster Linie Bücher, die hauptsächlich für Kinder von 2 bis 8 Jahren gedacht sind. Es sind reich illustrierte Bücher, die den Handlungsablauf im wesentlichen vermitteln. Formal unterscheidet er drei Gruppen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten 4

Bilderbücher wenden sich vorwiegend an Kinder, die noch nicht lesen können oder sich im Erstlesealter befinden. Wichtig ist, dass Kinder Hilfestellung bekommen, damit eventuell der Begleittext gelesen werden kann, aber auch um über die Bilder zu sprechen, um Eindrücke zu verarbeiten und auszudrücken.

Es gibt wirklichkeitsnahe Bildergeschichten, die Dinge der Umwelt des Kindes thematisieren sowie phantastische Geschichten. Um die Phantasie der Kinder anzuregen, sollten auch die phantastischen Bücher nicht zu kurz kommen. Kinder können sich beim Lesen frei ausleben und ihre Träume und Wünsche in Erfüllung gehen lassen. Phantastische Tiergeschichten, die oft innerfamiliäre Probleme ansprechen, helfen Kindern mit den Konflikten um sie herum fertig zu werden. Sahr/Born5 ergänzen die Gruppe um informierende Bilderbücher. Diese sind sachbezogen, ohne auf eine Rahmengeschichte und Identifikationsfiguren zu verzichten. Eine sachbezogene Geschichte kann somit auch phantastische Elemente besitzen.

Marquardt grenzt den Begriff Kinderbücher von dem der Bilderbücher ab, indem er sagt, dass es Bücher für 6 bis 11/12 jährige sind, also für Kinder im Erstlesealter bis ungefähr zur 5. Klasse. Seiner Meinung nach sind Kinderbücher, anders als Sagen, Fabeln und Märchen, ursprünglich für Kinder geschrieben worden.6 Dies ist auch an der Sprachform, dem Inhalt und den Motiven zu erkennen.

Er teilt auch Kinderbücher in realistische und phantastische Erzählungen ein. Die realistischen Bücher thematisieren die reale Umwelt und die phantastischen Kinderbücher die Träume und Vorstellungen von Kindern. Besonders realistische Bücher können Hilfestellungen sein, die Realität zu erfassen und zu bewältigen. Phantastische Bücher sind für Kinder wertvoll, da sie mit ihrer Hilfe zu Helden werden können und geheime Schwärmereien „wahr“ werden lassen.

Faber ordnet Kinderbücher der Jugendliteratur unter. Jugendbücher sind ihrer Meinung nach alle Bücher, die vom Kleinkindalter bis zu etwa 16 Jahren gelesen werden. Sie weist darauf hin, dass eine Einteilung generell schwierig ist, weil das Leseverhalten stark vom vorgeschlagenen Lesealter abweichen kann. Kinder- und Bilderbücher sind ihrer Meinung nach identisch und vom Vorschulalter bis zum Eintritt in die Pubertät geeignet.7

Diese Hausarbeit wird Kinder- und Bilderbücher identisch behandeln, da beide Richtungen sowohl Bild als auch Text enthalten.

Marquardt beschreibt Bücher, die sich mit expliziten oder impliziten menschlichen Grundfragen beschäftigen als religiöse Kinderbücher. Unter religiös versteht der Autor somit jedes Übersteigen der „empirisch fassbaren, vertrauten, endlichen Wirklichkeit, auf der Suche nach einem tieferen Sinn-Grund, der einerseits ermutigt, sich nicht mit den Endlichkeiten abzufinden.“8 Die Autoren von religiösen Büchern sind aus diesem Grund auch nicht unweigerlich Christen und es gehören zahlreiche Kinderbücher, die sich mit Problemthemen befassen, in diese Kategorie. Sinn und Zweck der Bücher ist es, Kinder an altersspezifische religiöse Fragen heranzuführen. Wichtig dabei ist, dass die Bücher ohne belehrende Hervorhebung sind, damit sich das Kind seine eigene Meinung zu den angesprochenen zentralen Lebensfragen bilden kann.

Folgt man dieser Definition, sind alle Bücher die sich thematisch mit dem Tod befassen, religiöse Kinderbücher.

3. Rolle der Bilderbücher für die geistige Entwicklung

3.1 Bildungsfunktion

„Das Kinderbuch sollte neben Phantasie und ästhetischer Geschmacksbildung auch Denken und Intelligenz fördern.“9 Lückert betont, dass der Fortschritt der Wissenschaft und Technik die Kinder heute schon sehr früh mit komplizierten Sachverhalten bekannt macht. Kinder werden demzufolge sehr früh intellektuell herausgefordert und in Dinge eingeführt, die sie nicht durchschauen können. Sie benötigen für ihre Entwicklung aber dringend, dass ihnen einfache elementare Sachverhalte nahegebracht werden. Oft sind sie beim Spielen sich selber überlassen, das Bilderbuch wird als eine Beschäftigung geboten, aber der Zugang bleibt ihnen verschlossen. Wie schon erwähnt brauchen Kinder aber emotionale Zuwendung und Geborgenheit. Dazu gehört auch, dass Erwachsene sich mit ihnen beschäftigen und sie an die gemeinsame Welt heranführen. Kindern muss eine Anleitung, wie sie die vielfältigen Eindrücke einordnen und verarbeiten können, gegeben werden. Eine gute Möglichkeit eröffnet sich über Bilderbücher, denn diese verhelfen den Kindern zu einem altergerechten Zugang in die Welt.

Förderungsmöglichkeiten. Sie helfen dem Kind ästhetisch sensibilisiert zu werden. Durch Form- und Farbe aber auch durch Klänge und unterschiedliche Gestaltungsmöglichkeiten der Oberfläche entdecken und lernen sie z.B. unterschiedliche Materialien kennen.

Bereits im Kindergartenalter sollte durch Bücher die Neugier der Kinder geweckt werden, so dass sie Interesse an ihrer Umwelt bekommen und Erfahrungen mit Menschen und Tieren verarbeiten können. Dazu gehört, dass Kinder geschichtliche Einblicke bekommen, aber auch die Andersartigkeit fremder Völker und Kulturen kennen lernen. Gerade weil die meisten Kinder Kontakt zu Ausländern haben, die als fremdartig empfunden werden, sollte man ihnen helfen, die Unterschiede der Menschen zu schätzen und zu respektieren. Sie werden dadurch auch in ihren Werten und Normen geprägt.

Durch Phantasiegestalten im Bilderbuch können Kinder sich identifizieren und finden Geborgenheit und den Mut zum Träumen.

Nicht zu unterschätzen ist, dass durch all diese Aspekte natürlich auch die Sprachkompetenz und das Erfassen von Sprach- und Sinnzusammenhängen gefördert wird.10 Erlebt das Kind ein Buch als etwas positives, möchte es auch schnell selbst Lesen lernen, um nicht immer auf die Hilfe Erwachsener angewiesen zu sein.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Bücher Kindern zu einem soliden Grundwissen verhelfen können, gerade damit sie sich in unserer bereitgefächerten Welt orientieren können.11 Bücher dienen natürlich auch der Sprachbildung und der Leseförderung. Darüber hinaus sind Bücher künstlerische Werke, so dass sie bei ästhetischen Bildung helfen. Weiterhin prägen sie die ethischen und moralischen Grundsätze der Kinder. Sie ermöglichen dem Kind sich aufgeschlossen und verständnisvoll gegenüber anderen kulturellen Lebensformen zu zeigen.

3.2 Bewertungskriterien für die Auswahl von Bilderbüchern

„Bilderbücher können ihren Sinn nur dann erfüllen, wenn Lehrer es verstehen, Kinder das Sehen und Hören zu lehren. Nur dann sind Wahrnehmungsschulung, ästhetische Erziehung, Lesepropädeutik und Leseförderung, ist eine Förderung in kognitiver, emotionaler und sozialer Hinsicht möglich.“12

Kinder müssen von Anfang an zum Lesen motiviert werden, um ein positives überdauerndes Verhältnis zur Literatur herzustellen.13 Um als Lehrer an diesem Punkt mitzuwirken, ist es wichtig, sich darüber Gedanken zu machen, welchen Einfluss ein bestimmtes Kinderbuch auf die Schüler haben kann. Sahr/Born behaupten, dass die Nachwirkung eines Buches ganz wesentlich von der Vermittlung des Lehrers abhängt.14

Bei jedem Bilderbuch ist es notwendig, dass die Bedürfnisse der Kinder angesprochen werden. Sahr/Born unterteilen diese Bedürfnisse in emotionale, soziale und kognitive Komponenten.15 Ein Bilderbuch muss dem Kind die Möglichkeit geben, intensive Gefühlerlebnisse wie Spannung und Freude zu erleben. Des weiteren sollen Geborgenheit vermittelt werden und Identifikationsfiguren angeboten werden. Neben diesen Dingen braucht das Kind aber auch Unterhaltung, Ablenkung, Anregung der Phantasie, sprachliche und ästhetische Bildung. Durch Bücher sollte es entweder einen Zuwachs an Wissen und Kenntnissen geben, eine Veränderung oder Bildung von Einstellungen und damit verbunden eine Neuorientierung des Verhaltens. Das bedeutet, dass Bücher bestehende Einstellungen entweder abschwächen, verstärken, umkehren oder neutralisieren, aber auch ganz neue Sichtweisen hervorrufen können. Will ein Lehrer ein Buch im Unterricht einsetzen, muss er sich eingehend mit diesem beschäftigen. Klare und überprüfbare Lernziele sollte sich der Pädagoge stecken, ohne die Aussage des Buches in ein gewünschte Richtung zu verzerren.

Unumgänglich ist es methodisch-didaktische Möglichkeiten zu kennen, um ein Buch sinnvoll und für den Schüler spannend in den Unterricht einzubauen. Ganz wichtig sind dabei aber auch, die individuellen und sozialen Bedingungen der Klasse. Erhebliche Schwierigkeiten gibt es dabei, eine Liste zusammenzustellen, die über Aspekte eines guten oder schlechten Buches entscheiden. Die Probleme resultieren besonders daher, dass ein erwachsener Leser über ein für Kinder geschriebenes Buch werten muss. Die Wertung ist aber immer durch Subjektivität geprägt und kann der Denkweise der Kinder total fremd sein. Wichtig ist immer, dass der Unterricht für den Schüler geplant und dieser nicht aus den Augen gelassen wird. Der Blick für die Situation der Schüler muss immer offen sein und notfalls müssen Fragen und Problemstellungen während der Behandlung eines Buches verändert werden. Trotzdem soll im Folgenden der Versuch unternommen werden, mit Hilfe mehrerer Autoren16 einige Beurteilungskriterien zu erstellen. Die Reihenfolge der unterschiedlichen Aspekte zeigt keine Gewichtung an.

Zum inhaltlichen Aspekt

Um den Inhalt des Buches zu untersuchen, sollte der Lehrer sich einige Fragen stellen:

- Sind Menschen, Tiere, Phantasiegestalten enthalten?
- Werden soziale Verhältnisse, Gruppensituationen oder Individuen besonders betrachtet?
- In welcher Wirklichkeit spielt das Buch?
- Welcher literarischen Gattung ist das Buch unterzuordnen?
- Wie ist es aufgebaut?

Zum kommunikativen Aspekt

- An welchen Adressaten(Alter, Geschlecht, Reife, Interessen) richtet sich das Buch?
- Für welches soziales Milieu(Familie, Status, gesellschaftlicher Stand) ist es geeignet?
- Inwieweit beeinflusst der Autor durch Emotionen?
- Welches Sprach- und Lesevermögen (einfache kindgerechte gesprochene Sprache, einfache Syntax, zur Belebung wörtliche Rede, wiegender Rhythmus) muss der Leser besitzen?

Pädagogisch-funktionaler Aspekt

- Wird der Leser informiert oder unterhalten?
- Ist das Buch eher erlebnis- oder rational orientiert?
- Werden kritische oder zustimmende Thesen im Buch deutlich?
- Sind die Absichten des Autors offen, direkt und bewusst?
- Welche Figuren können Kinder welchen Alters derart faszinieren, dass sie zum Nachmachen anregen?
- Werden Normen bestätigt oder erfährt der Leser eine Verunsicherung?
- Kommt es zu einer Festigung oder Korrektur eines bestimmten Rollenverhaltens?
- Welche sozialen Verhältnisse werden thematisiert und könnten reflektiert werden?
- Welche Konflikte und Problemsituationen werden angesprochen?

Zum gestalterischen Aspekt der Bilderbücher

Für den ersten Eindruck sehr wichtig: Die Gestaltung des Buches. Je nach Alter sind unterschiedliche Dinge dabei bedeutend. Kleine Kinder sind manchmal noch nicht in der Lage, dass im Bild ausgesagte zu überschauen. Hier gilt teilweise das Sprichwort: „Weniger ist mehr!“ Oft finden Kinder naive Zeichnungen, die dem Stil ihren eigenen Bildern nahe kommen ansprechender, als großartige „Meisterleistungen“. Die Auswahlkriterien sind somit immer altersabhängig zu treffen.

- Bilden Schutzumschlag, Art des Papiers, Bindung und Format eine Einheit?
- Sind die Bilder farbenfroh?
- Welche unterschiedlichen Techniken (Aquarell, Schattenriss, Collage, Fotographie, Kratztechniken, Ölfarben, Tusche, etc.) werden verwendet?
- Gibt es Hintergründe die ablenken, Licht, Schatten, Raumtiefe und nicht überschaubare Deckungen?
- Ist die Schriftart (einfache, gut lesbare Druckschrift, Textabschnitte müssen sinnvoll gegliedert sein, Zeilenabstand und geringe Zeilenlänge bei kleinen Kindern) altersentsprechend?
- Bilden Text und Bild eine Einheit (d.h. ein deutlicher Bezug zwischen beiden muss hergestellt werden können, dabei können sich Text und Bild ergänzen oder konform sein)?

3.3 Funktion und Anwendung in der (Grund-)Schule

Bilderbücher können sehr unterschiedliche Teile des Unterrichts ausfüllen. Sie werden natürlich im Sprach- und Leseunterricht behandelt, bieten darüber hinaus aber die Möglichkeit der gemeinsamen Bildbetrachtung, der freien Betrachtung, der Beschreibung und der Buchvorstellung. Sie können Unterrichtseinheiten einleiten oder eine Zusammenfassung des Gelernten bilden. Darüber hinaus dienen Bücher als Anreize zu phantasievollen Aktivitäten wie dem Malen, Modellieren, textilen Gestalten, Schreiben eines Rollenspiels, Pantomime, kreatives Schreiben und Erzählen, Experimentieren mit Musik, Herstellen von Collagen und vielem mehr. Dabei ist die Arbeit im Plenum, in Gruppen und jedes einzelnen Schülers vonnöten. Im folgenden Abschnitt werden das analytische von Krüger/Bamberger und das synthetische Verfahren von Lichtenberger zur Anwendung von Kinderbüchern im Unterricht vorgestellt.17

Das analytische Verfahren besteht aus vier Arbeitsschritten. Zu Beginn der Unterrichtseinheit steht das Hinführen zum Buch, das meistens mit der Betrachtung des Titelbildes oder der Aufgreifung des Themas beginnt. Danach wird das Buch gemeinsam mit dem Lehrer angelesen, um die Schüler zu interessieren und zu motivieren. Dabei können schon Leitfragen formuliert werden. Als nächsten Schritt bekommen die Schüler die Aufgabe, das Buch zu Hause zu lesen. Je nach Umfang, sollten dafür ein oder mehrere Tage zur Verfügung gestellt werden. Sind mehrere Tage nötig, sollte der Lehrer Abschnitte festlegen, die täglich zu lesen sind und diese kontrollieren. Der vierte Schritt ist die Behandlung des Buches im Unterricht. Dominierend ist dabei das Unterrichtsgespräch, damit der Schüler das Gelesene verarbeiten kann. Der Lehrer darf hierbei eine lenkende Funktion einnehmen und die Schüler auf Problemstellen aufmerksam machen. Durch aufgeworfene Fragen und Probleme soll der Schüler angeregt werden, kreativ zu arbeiten. Herstellung von oben genannten Szenen, Modellen, Gedichten etc. sind nun möglich. Dabei ist es wichtig, dass dem Schüler nicht eine Arbeitsweise aufgezwungen wird, sondern er sich aus unterschiedlichen Materialien/Methoden etwas heraussuchen darf und seiner Phantasie freien Lauf lassen kann.

Der synthetische Weg verlagert die Gesamtlektüre des Buches auf die Schule, d.h. es handelt sich hier um eine langfristige Projektarbeit im Deutschunterricht. Im ersten Schritt werden die Kinder mit dem Buch konfrontiert. Sie sollen durch das Ansehen vom Titelbild, dem Text auf dem Buchrücken und dem Anlesen einiger Textpassagen verbalisieren, was sie von dem Buch erwarten. Dabei können schon Fragen und Problemstellungen des Buches aufgegriffen werden und Informationen dazu gesammelt werden. Danach werden mit den Schülern Leit- und Zielfragen aufgestellt, die in einzelnen Einheiten behandelt werden sollen. Um den Gesamtinhalt des Buches zu erfassen, werden optische Darstellungen genutzt (Erstellung eines Tafelbildes, einer Wandzeitung mit Handlungsablauf, Personenkonstellationen, Spannungskurven). Neben diesen Möglichkeiten können die Schüler auch ein Lektüreheft anlegen, das es ihnen ermöglicht, nach Abschluss des Projektes noch mal nachvollziehen zu können, wie sie sich an das Buch herangetastet haben. Rollenspiele sollen dazu verhelfen die Probleme und eventuelle Lösungen zu reflektieren. Außerdem steht auch bei diesem Verfahren das Unterrichtsgespräch, da es einen Austausch über alles ermöglicht, im Vordergrund. Beide Verfahren lassen sich zu einem integrativen Verfahren verschmelzen, bei dem durch das wechselseitige Anwenden der Methoden noch unterschiedlichere, interessantere Anwendungen geboten werden können.

[...]


1 Um die Lesbarkeit zu vereinfachen, werden in der Arbeit ausschließlich männliche Anreden verwendet. Die weiblichen Personen sind in dieser Anrede eingeschlossen.

2 Unesco (1969), S. 36.

3 Sahr/Born (1996), S. 68.

4 Marquardt (1995), S. 8.

5 Sahr/Born (1996).

6 Vgl. Marquardt (1995).

7 Vgl. Faber (1991).

8 Marquardt (1995), S. 154.

9 Unesco (1969), S. 37.

10 Vgl. Sahr/Born (1996).

11 Vgl. Unesco (1969).

12 Sahr/Born (1996), S. 68.

13 Vgl. Sahr/Born (1996).

14 Vgl. Sahr/Born (1996).

15 Vgl. Sahr/Born (1996).

16 Vgl. Marquardt (1995), Sahr/Born (1996), Unesco (1969).

17 Vgl. Sahr/Born (1996).

Ende der Leseprobe aus 44 Seiten

Details

Titel
Das Thema Tod in Kinderbüchern. Eine Analyse und Bewertung
Untertitel
Mit Empfehlungen für den Unterricht
Hochschule
Universität Rostock  (Theologische Fakultät)
Veranstaltung
Bilderbücher und Kinderbibeln
Autor
Jahr
2004
Seiten
44
Katalognummer
V23800
ISBN (eBook)
9783638268448
ISBN (Buch)
9783638701761
Dateigröße
667 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Thema, Kinderbüchern, Analyse, Bewertung, Empfehlungen, Unterricht, Bilderbücher, Kinderbibeln
Arbeit zitieren
Konstanze Weißenfels (Autor), 2004, Das Thema Tod in Kinderbüchern. Eine Analyse und Bewertung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/23800

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