Die Hitlerjugend


Hausarbeit, 2003

18 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhalt

Kapitel I.: Die Gründung

Kapitel II.: Die Reichsjugendführer
I. Baldur von Schirach
II. Artur Axmann

Kapitel III: Die Aufgaben und die Beschäftigungen der Hitlerjugend – die Hitlerjugend genauer betrachtet

Kapitel IV: Die Hitlerjugend im Krieg

Kapitel V: Jugend im Widerstand

Kapitel VI: Mögliche Darstellung des Themas in einer Ausstellung

Schluss

Literaturverzeichnis

Kapitel I.: Die Gründung

Mit der Berufung Adolf Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933, entstand in Deutschland eine neue politische Lage.[1] Nach wenigen Monaten wurde die demokratische Jugendbewegung der Weimarer Republik zerschlagen.[2] Nach dem Reichstagsbrand wurden alle kommunistischen und sozialdemokratischen Jugendbewegungen verboten. Am 17. Juni 1933 ernannte Adolf Hitler den Reichjugendführer der NSDAP, Baldur von Schirach, zum Jugendführer des Deutschen Reiches. Alle Jugendverbände in Deutschland wurden ihm unterstellt und der Hitlerjugend unterworfen. Durch die Maßnahmen Schirachs gelang es alle Jugendverbände der Hitlerjugend anzuschließen.[3] Auf dem zweiten Reichsparteitag der NSDAP in Weimar wurde vom 3. zum 4. Juli als Jugendorganisation der NSDAP die Hitlerjugend gegründet. Ihre Aufgabe war es: Einsatz der deutschen Jugend für die Ideale der Partei. „Die Hitlerjugend legt besonderen Wert auf militärischen Geist und ihr Ausbildungsprogramm, betont die Wichtigkeit der Wiedergewinnung der Kolonien, die Notwendigkeit, Lebensraum zu gewinnen, und die edle Bestimmung der deutschen Jugend, für Hitler zu sterben.“[4] Am 20. Juli 1933 gelang es Hitler ein Reichskonkordat mit der katholischen Kirche abzuschließen. Dieses Konkordat ermöglichte den katholischen Jugendverbänden ein längeres Bestehen als allen anderen Jugendorganisationen.[5] Im Dezember 1933 wird verkündet, dass der Reichsbischof Müller und der Reichsjugendführer Schirach sich geeinigt haben das Jugendwerk mit der Hitlerjugend zu vereinen. Die evangelischen Verbände waren tief betroffen, da sie niemand vorher gefragt hatte. Es wurde ein Vertrag abgeschlossen in dem steht, dass das Evangelische Jugendwerk sich zu einheitlichen staatspolitischen Erziehung der deutschen Jugend durch den nationalsozialistischen Staat anerkennt und dass die Hitlerjugend als Träger der Staatsidee ist. Die Jugendlichen des Evangelischen Jugendwerks unter 18 Jahren werden in die Hitlerjugend und ihre Untergliederung eingegliedert. Wer nicht Mitglied der Hitlerjugend wird, kann fürderhin innerhalb dieser Altersstufen nicht Mitglied des Evangelischen Jugendwerks sein. Geländesportliche (einschließlich turnerische und sportliche) und staatpolitische Erziehung wird bis zum 18. Lebensjahr nur in der Hitlerjugend getätigt. Die gesamten Mitglieder des Evangelischen Jugendwerkes tragen entsprechend ihrer Zugehörigkeit zur Hitlerjugend den Dienstanzug der HJ. An zwei Nachmittagen in der Woche und an zwei Sonntagen im Monat bleibt dem Evangelischen Jugendwerk die volle Freiheit seiner Betätigung in erzieherischer und kirchlicher Hinsicht.[6]

Am 1. Dezember 1936 wurde von Adolf Hitler das „Gesetz über die Hitlerjugend“ erlassen, in dem es hieß: „Die gesamte deutsche Jugend ist außer in Elternhaus und Schule in der Hitlerjugend körperlich, geistig und sittlich im Geiste des Nationalsozialismus zum Dienst am Volk und zur Volksgemeinschaft zu erziehen.“ Auf Grund verschiedener Werbeaktionen und des zunehmenden Zwangs nahm die Zahl der Mitglieder in der Hitlerjugend zu.[7] Zum Vergleich dienen folgende Angaben: Die Zahl der HJ-Mitglieder von 10 bis 14 Jahre betrug Ende 1932 4.134.000, Anfang 1939 waren es schon 4.275.000, die Zahl der jugendlichen Mitglieder von 14 bis18 Jahre war Ende 1932 3.450.000, Anfang 1939 waren es 4.595.000.Daraus geht hervor, dass Anfang 1939 98,1% der Jugendliche Mitglieder in der Hitlerjugend waren.[8]

Nachdem 1933 es erlaubt wurde den 10 bis 14 jährigen der Hitlerjugend beizutreten und die Deutschlandjugend und die Hitlerjugend vereint wurden, war es an der Zeit die Hitlerjugend neu zu organisieren.[9]

Im Juli 1939 bekam die Reichsjugendführung der NSDAP eine feste Organisationsstruktur. An ihrer Spitze stand der Reichjugendführer der NSDAP und Jugendführer des Deutschen Reiches Baldur von Schirach. Ihn untergliedert war Stabführer Hartmann Lauterbach. Er überwachte alle Stellen außerhalb der Ämter, die sich mit der Leibeserziehung, Schulfragen, Streifendienst, Gerichtsbarkeit und anderen Tätigkeiten beschäftigten. Demnach folgten die Ämter für Gesundheitsführung, Presse und Propaganda, Kultur, Ausland usw.[10]

Kapitel II.: Die Reichsjugendführer

I. Baldur von Schirach

Mit 24 Jahren übernahm Baldur von Schirach das Amt des Reichsjugendführers der NSDAP.[11]

Am 9. Mai 1907 wird Schirach in Berlin geboren. Sein Vater ist Rittmeister, seine Mutter ist Amerikanerin (dadurch verfügt Schirach über gute Englisch Kenntnisse). Im März 1925 lernt Schirach Hitler kennen und ist so von ihm fasziniert, dass er sich in die NSDAP einschreiben lässt. Hitler überredet Schrach zum Studium in München, wo Schirach dann auch Germanistik und Kunstgeschichte studiert. Ende 1929 wird Schirach Führer des „NS-Studentenbundes“.[12]

Nach Beginn des Zweiten Weltkrieges, Ende 1939 wird Schirach zum Soldaten. Er bekommt eine Sonderschulung und ist schon nach sechs Monaten Leutnant. Am 7. August 1940 wird Schirach vom Hitler zum Reichsstadtleiter und Gauleiter in Wien ernannt. An seine Stelle tritt Artur Axmann. Als er sich dann für die Ostvölker und die Juden einsetzt, wird er zum toten Mann erklärt. Er flüchtet verkleidet und unter falschem Namen aus Wien. 1946 wird Schirach vor dem Nürnberger Gerichtshof zu 20 Jahren Haft verurteilt,[13] nachdem er sich 1945 der amerikanischen Armee ergab.[14] Im Gericht sagt er über Hitler aus: „Dieser Mann war ein millionenfacher Mörder. Ich habe an diesen Mann geglaubt. Das ist meine Schuld. Ich trug für diese Jugend die Verantwortung- ich trage auch allein die Schuld. Diese Jugend ist schuldlos.“[15] 1966 wird Schirach entlassen.[16] Im August 1974 stirbt Schirach an Herzversagen in Kröv an der Mosel.

II. Artur Axmann

Artur Axmann wurde 1913 geboren, vor 1940 war er Leiter des Sozialamtes der Reichjugendführung. Als er 1940 die Stelle Schirachs besetzt, will er die Hitlerjugend neu organisieren. Er will endlich die „Arbeitsgebiete“ der Hitlerjugend genau nach Jahrgängen gliedern, „um die dienstlichen Anforderungen an die körperliche und geistige Entwicklung der Jungen anzupassen.“ Die zehn bis elf jährigen Pimpfe sollen zunächst nur die Umgebung ihres Heimatortes kennen lernen, die zwölf jährigen nehmen zum ersten Mal an einem Lager teil, wenn die Jungen älter sind, dann gehen sie auf große Fahrt, sogar ins Ausland, um ihr Weltblick zu erweitern. Auch der Sport wird gegliedert. Die Jugendlichen beginnen mit spielerischen Übungen und enden mit Leistungssport oder vormilitärischer Ausbildung.[17]

[...]


[1] Karl Heinz Jahnke, Michael Buddrus, Deutsche Jugend 1933-1945, Eine Dokumentation, Hamburg 1989, S. 30.

[2] Ebenda, S. 13.

[3] Ebenda, S. 14.

[4] Jugend im Dritten Reich, Hrsg. Hermann Glaser und Axel Silenius, Frankfurt am Main 1975, S.120.

[5] Ebenda, S. 121.

[6] Karl-Heinz Huber, Jugend unterm Hackenkreuz, Berlin, Frankfurt am Main, Wien 1982,S. 101f.

[7] Karl-Heinz Jahnke, Michael Buddus, Deutsche Jugend 1933-1945, Eine Dokumentation, Hamburg 1989, S.22.

[8] Ebenda, S. 15.

[9] Karl-Heinz Huber, Jugend unterm Hackenkreuz, Berlin, Frankfurt am Main, Wien 1982.

[10] Ebenda, S. 17.

[11] Karl-Heinz Huber, Jugend unterm Hackenkreuz, Berlin, Frankfurt am Main, Wien 1975, S.33.

[12] Ebenda, S.34f.

[13] Ebenda, S. 37.

[14] Ebenda, S. 41.

[15] Ebenda, S. 37.

[16] Ebenda, S 40.

[17] Karl- Heinz Huber, Jugend unterm Hackenkreuz, Berlin, Frankfurt am Main, Wien 1982, S. 250.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Die Hitlerjugend
Hochschule
Universität zu Köln  (EZW)
Note
2
Autor
Jahr
2003
Seiten
18
Katalognummer
V23802
ISBN (eBook)
9783638268455
Dateigröße
530 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hitlerjugend
Arbeit zitieren
Elena Kühltau (Autor), 2003, Die Hitlerjugend, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/23802

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