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Zu viel Text gestern. Rainald Goetz und sein Tagebuch-Buch "Abfall für alle"

Title: Zu viel Text gestern. Rainald Goetz und sein Tagebuch-Buch "Abfall für alle"

Seminar Paper , 2003 , 19 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Anonym (Author)

Literature - Comparative Literature
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Die Biografie 1 des Autors Rainald Maria Goetz ist für die Rezeption seiner Werke von entscheidender Bedeutung. Goetz wurde 1954 in München geboren. Über seine Kindheit und Jugend ist nichts bekannt, gleichwohl sich etwa in seinem Roman Kontrolliert Hinweise darauf finden lassen, dass diese nicht besonders glücklich verlaufen sein dürfte. 2 Von 1974 bis 1982 studierte er Medizin und Geschichte und erwarb in beiden Fächern einen Doktortitel. Später schrieb er sich zudem noch für das Studium der Soziologie ein, konnte dieses aber aus Zeitgründen nicht fortführen. 3 Bereits während seiner Studienzeit veröffentlichte er verschiedene essayistische Arbeiten, unter anderem in der Zeitschrift Spex. Mit dem damaligen Chefredakteur, dem Poptheoretiker Dietrich Diederichsen, verbindet Goetz noch heute eine Freundschaft.

1983 bewarb er sich mit seiner Kurzgeschichte Subito 4 um den Ingeborg-Bachmann-Preis. Während der Lesung des Textes verletzte er sich mit einer Rasierklinge die Stirn und las die Geschichte blutend zu Ende. Zwar gewann er den Preis nicht, schaffte er es aber dennoch, sich dem Gedächtnis der Literaturkritiker einzuprägen: Noch heute kommt nicht nur kaum ein Artikel über Goetz ohne die Erwähnung seines damaligen Auftrittes aus, manche Feuilletonisten weisen auch bereits auf die häufige Erwähnung dieses Auftrittes hin. 5 Im gleichen Jahr erschein sein Debüt-Roman Irre 6 , welcher ganze Passagen der Subito- Geschichteaufnimmt und fortführt. 7 Goetz verarbeitet darin die Erfahrungen, die er in seinem Praktischen Jahr als angehender Arzt in der Münchener Nervenklinik gesammelt hat.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

Biografische Bezüge im Werk von Rainald Goetz

II. Hauptteil

Warum schreibt Goetz Tagebuch?

Vom Netztext zum Buch

Semantische Überlastung als Geste

III. Schluss

29.9.03

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Tagebuch-Projekt „Abfall für alle“ von Rainald Goetz hinsichtlich seiner Entstehungsgeschichte, medialen Form und inhaltlichen Struktur, um den Stellenwert des Werks innerhalb des Gesamtkontextes des Autors zu bestimmen.

  • Biografische Prägungen und die Konstruktion eines diarischen Ichs
  • Die mediale Transformation vom Internet-Text zum gedruckten Buch
  • Die Funktion der Zeitlichkeit und des „Jetzt“ in der digitalen Publikation
  • Stilistische Merkmale und die Technik des Zitierens
  • Semantische Überlastung als ästhetische Geste und Herausforderung für den Leser

Auszug aus dem Buch

Vom Netztext zum Buch

Es ist fast nicht möglich, Literatur, die im Internet entstanden ist, nicht mit dem Begriff des Hypertextes zu konfrontieren. Jedoch weist Abfall für alle kaum typische Merkmale eines solchen auf: Begriffe wie die der „Nicht-Linearität, Konnektivität“ oder der „Kombinatorik unterschiedlicher Medienelemente (skriptural, piktoral und akustisch)“ wie man sie von typischen Netzliteratur-Projekten wie Null kennt, lassen sich dem Text nicht zuordnen.

Auch das Element der Interaktivität war zumindest nicht in Goetz’ Konzept vorgesehen. Ein Eingreifen der Leserschaft in den Prozess der Textgenese fand nur in einem sehr geringen Umfang statt. So kam es beispielsweise vor, dass ein Redakteur der Woche Goetz eine Liste mit Fragen zu seinem Tagebuch zufaxte, und der Autor sie in seinen Text integrierte.

In den meisten Fällen jedoch nimmt der Rezipient für Goetz nur die Rolle des stummen Beobachters ein, an Austausch mit seinen Lesern ist ihm nicht gelegen. Das Anreden „irgendeine[s] Leser[s], der sich hier eingeschlichen hat“, vermeidet er bewusst: „Ich finde, man wird als Leser schon dauernd genug zusammen geschrieen und angebrüllt.“

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Dieses Kapitel verortet Rainald Goetz biografisch und beleuchtet die wiederkehrenden Wirklichkeitsbezüge in seinem bisherigen Werk.

II. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert die Motivation hinter dem Tagebuchschreiben, die Besonderheiten der Internet-Publikation sowie die stilistische Strategie der semantischen Überlastung.

III. Schluss: Der abschließende Teil reflektiert die Relevanz von „Abfall für alle“ für das Gesamtwerk und stellt fest, dass die Arbeit aufgrund ihrer eigenen Unabgeschlossenheit die Komplexität des untersuchten Werkes widerspiegelt.

Schlüsselwörter

Rainald Goetz, Abfall für alle, Tagebuch, Internetliteratur, Netztext, Gegenwartsliteratur, Popliteratur, semantische Überlastung, Autorschaft, Medientheorie, Hypertext, Zeitlichkeit, Wirklichkeitsdarstellung, Roman

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Tagebuch-Projekt „Abfall für alle“ von Rainald Goetz und untersucht dessen Entstehungsgeschichte sowie die mediale Form der Veröffentlichung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind der Einfluss des Mediums Internet, das Verhältnis von Biografie und Fiktion sowie die ästhetische Gestaltung des Werks als „Roman eines Jahres“.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Relevanz des Buches für das Gesamtwerk von Rainald Goetz herauszuarbeiten und zu analysieren, wie sich der Text in bestehende literarische Kontexte einfügt.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Text auf Basis von Sekundärliteratur, Medientheorien und vergleichenden Textanalysen untersucht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert, warum Goetz Tagebuch schreibt, wie sich der Übergang vom digitalen Netztext zum gedruckten Buch gestaltete und welche Rolle die „semantische Überlastung“ spielt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Rainald Goetz, Netzliteratur, Popliteratur, semantische Überlastung und die Geschichte der Gegenwart.

Inwiefern beeinflusste das Internet die Struktur des Buches?

Das Internet ermöglichte eine Publikation in „Fast-Echtzeit“, wobei die täglichen Fortschreibungen dem Text einen Projektcharakter gaben, der erst in der Buchfassung zu einem Abschluss kam.

Wie definiert der Autor das „Ich“ innerhalb dieses Projekts?

Der Autor inszeniert ein diarische Ich, das zwischen einer „Milde der Freundlichkeit“ der anonymen Leserschaft und einer durch Reizüberflutung geprägten Weltsicht oszilliert.

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Details

Title
Zu viel Text gestern. Rainald Goetz und sein Tagebuch-Buch "Abfall für alle"
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft)
Course
Proseminar
Grade
1,0
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2003
Pages
19
Catalog Number
V23833
ISBN (eBook)
9783638268677
Language
German
Tags
Text Rainald Goetz Tagebuch-Buch Abfall Proseminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2003, Zu viel Text gestern. Rainald Goetz und sein Tagebuch-Buch "Abfall für alle", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/23833
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