Einleitung
Die folgende Arbeit behandelt das Thema „ Knowing how“ und „Knowing That“ in Gilbert Ryles sprachanalytischer Philosophie des Geistes. (Ryle 1949, S.30-77)
Wesentliche Ziele dabei sollen sein, die Begriffe „knowing how“ und „knowing that“ im Zusammenhang mit Ryles Verständnis zu intelligentem Handeln zu erläutern und ferner seinen Argumentationsgang im Sinne der sprachanalytischen Methode
dazulegen. Dazu wird zunächst in einem einleitenden Teil das Thema in einen übergeordneten Zusammenhang eingebettet, der da wäre die Auseinandersetzung und Widerlegung der „traditionellen Theorie“, womit Ryle bestimmte einflussreiche Vorstellungen
über den menschlichen Geist meint, welche er auch ferner als „offizielle Doktrin“, „offizielle Lehre“ oder auch „Descartes` Mythos“ bezeichnet.
Dieser gilt es in seinem Werk eine Alternative darzubieten, weswegen ihre vorherige Erläuterung zum allgemeinen Verständnis notwendig ist und dazu dient, die weitere Argumentation Ryles zum Thema „knowing how“ und „knowing that“ nachzuvollziehen.
Um dem Begriff der Intelligenz näher zu kommen, legt Ryle die Kriterien zur Unterscheidung von intelligenter und unintelligenter Praxis im Sinne der traditionellen Lehre dar. Diese sollen in einem nächsten Teil zunächst erläutert werden, sowie die dabei aufkommenden Widersprüche die Ryle aufweist, um die Theorie anzufechten und seine darauffolgende Widerlegung zu legitimieren.
In einem weiteren Unterpunkt wird dann Ryles Alternativlösung zur Klärung des Begriffes Intelligenz dargestellt. Dieser steht dabei in einem engen Zusammenhang zum „knowing how“ einer bestimmten Tätigkeit. Um dieses „knowing how“ in Ryles Sinne genau zu erfassen, ist es notwendig, seinen Gedankengang nochmals genauer zu untergliedern, denn Ryles Argumentation vollzieht sich auf folgendem Wege.
[...]
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Hauptteil
2.1 Einleitung: Ryles Mythos vom Gespenst in der Maschine
2.2 Die intellektualistische Legende
2.3 Ryles Alternative zur Intellektualistischen Legende
2.3.1 Der Begriff „knowing how“
2.3.2 Intelligenz und Gewohnheit
2.3.3 Der Begriff der Disposition
2.3.4 Verstehen und Missverstehen
3 Zusammenfassung / Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, Gilbert Ryles sprachanalytische Untersuchung der Begriffe „knowing how“ und „knowing that“ sowie sein Verständnis von intelligentem Handeln zu erläutern und kritisch zu beleuchten.
- Analyse von Ryles Kritik an der „offiziellen Lehre“ (Descartes’ Mythos vom Gespenst in der Maschine).
- Unterscheidung zwischen intelligenter Praxis und bloßer Gewohnheit oder Wissensanwendung.
- Darstellung des Begriffs der Disposition als zentrales Kriterium für „knowing how“.
- Kritische Reflexion der sprachanalytischen Methode und Einordnung der Argumentation in den philosophischen Diskurs.
Auszug aus dem Buch
2.3.1 Der Begriff „knowing how“
Um für den Begriff der Intelligenz eine andere Klärung zu finden, untersucht Ryle zunächst dessen Gebrauch in unserer Alltagssprache und widmet sich den Fragen, welche Fähigkeiten intelligentes Handeln auszeichnet, und wie sich die Ausübung von Intelligenz vollzieht.
Dabei kommt er zunächst zu dem Schluss, dass intelligentes Handeln in einem engen Zusammenhang zum „knowing how“ (können) einer bestimmten Tätigkeit steht, was vorhergehend erläutert werden soll.
Entscheidend dafür, ob jemand eine Handlung intelligent ausführt, so Ryle, ist nicht, ob er bestimmte Regeln weiß, sondern, ob er etwas kann und von diesen Können (knowing how) Gebrauch macht.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in das Thema „Knowing how“ und „Knowing that“ bei Gilbert Ryle unter Einbettung in seine sprachanalytische Philosophie des Geistes.
2 Hauptteil: Detaillierte Auseinandersetzung mit der intellektualistischen Legende, der Kategorienverwechslung sowie der Einführung des Begriffs der Disposition.
2.1 Einleitung: Ryles Mythos vom Gespenst in der Maschine: Analyse von Ryles Kritik an der traditionellen Lehre, die den Geist als eine separate Substanz betrachtet und Kategorienfehler begeht.
2.2 Die intellektualistische Legende: Untersuchung der Annahme, dass intelligentes Handeln primär durch theoretisches Wissen und das Befolgen von Regeln definiert sei.
2.3 Ryles Alternative zur Intellektualistischen Legende: Erarbeitung von Ryles positiver Theorie, die Intelligenz als Disposition und „knowing how“ in der Praxis begreift.
2.3.1 Der Begriff „knowing how“: Klärung der Bedeutung von Können als nicht-theoretische, in der Praxis sichtbare Fähigkeit.
2.3.2 Intelligenz und Gewohnheit: Abgrenzung von intelligentem Handeln gegenüber automatisierten, unflexiblen Gewohnheitshandlungen.
2.3.3 Der Begriff der Disposition: Definition der Disposition als Tendenz, sich unter bestimmten Umständen auf eine Weise zu verhalten, die nicht rein kausal erklärbar ist.
2.3.4 Verstehen und Missverstehen: Anwendung des „knowing how“-Konzepts auf den Akt des Verstehens und Widerlegung der Idee eines Hineinblickens in einen privaten Geist.
3 Zusammenfassung / Ausblick: Resümee der Ergebnisse zur Dispositionstheorie und kritische Würdigung der sprachanalytischen Methode Ryles.
Schlüsselwörter
Gilbert Ryle, Knowing how, Knowing that, Philosophie des Geistes, Sprachanalytische Philosophie, Kategorienfehler, Intellektualistische Legende, Disposition, Intelligenz, Gewohnheit, Mentale Ausdrücke, Substanzdualismus, Verstehen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht Gilbert Ryles sprachanalytische Philosophie des Geistes mit einem Fokus auf die Unterscheidung zwischen „knowing how“ (Können) und „knowing that“ (Wissen).
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Kritik an der traditionellen Lehre vom Geist (Descartes), der Kategorienfehler, der Begriff der Disposition und die Natur intelligenten Handelns.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Ryles Verständnis von Intelligenz als „knowing how“ zu explizieren und seine Argumentation gegen den Intellektualismus darzulegen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin folgt Ryles sprachanalytischer Methode, welche die Untersuchung des alltäglichen Sprachgebrauchs nutzt, um philosophische Begriffsverwirrungen zu klären.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden Ryles Kritik am Substanzdualismus, seine Analyse der Kategorienverwechslung sowie sein alternatives Modell des Könnens und der Disposition detailliert erläutert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie „Knowing how“, „Disposition“, „Kategorienfehler“, „Sprachanalytische Philosophie“ und „Intelligenz“ beschreiben.
Wie unterscheidet Ryle zwischen Intelligenz und Gewohnheit?
Ryle differenziert, dass Intelligenz Flexibilität, Urteilsvermögen und Lernfähigkeit erfordert, während Gewohnheit lediglich als automatisierte, unreflektierte Reaktion („Abrichtung“) gilt.
Was ist der „Kategorienfehler“ nach Ryle?
Ein Kategorienfehler liegt vor, wenn Ausdrücke einer Kategorie (wie geistige Vorgänge) fälschlicherweise wie Ausdrücke einer anderen Kategorie (wie physikalische Zustände) behandelt werden, was zur „Mythos vom Gespenst in der Maschine“ führt.
- Quote paper
- Bita Mohammadi (Author), 2001, Knowing how and knowing that in Gilbert Ryles sprachanalytischen Philosophie des Geistes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/2383