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Franz Kafkas 'Der Verschollene'

Title: Franz Kafkas 'Der Verschollene'

Seminar Paper , 1998 , 20 Pages , Grade: 2

Autor:in: Markus Züger (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

[...] Grundlegend besteht die Arbeit aus einem Themenkomplex, der Analyse der vielfältigen
Beziehungsstrukturen zwischen Karl und den Frauenfiguren. Diese Beziehungen betrachte
ich einerseits als spezifische Interaktion, also als Karls Einstellung gegenüber einer
bestimmten Frauenfigur, andererseits als dessen umfassendes Verhalten bezüglich dem
weiblichen Geschlecht. Diese Thematik verbreitere ich, indem ich noch die wichtigsten
Aspekte der Verhältnisse, welche die Frauenfiguren untereinander haben, und die Wirkung
der Frau auf den Roman als Ganzes betrachte. Auf alle diese Bereiche beziehe ic h mich auf
den für mich relevanten Ebenen der Beziehung, der Sexualität und der Entfremdung. Die
Analyse befasst sich vor allem mit den wichtigen Figuren Johanna Brummer, Klara,
Oberköchin, Therese, Brunelda und Fanny. Andere Frauenfiguren werde ich zu
Argumentationszwecken sporadisch aufführen.
Meine Vorgehensweise wird eine rein textanalytische sein. Ich werde also alles, was primär
über den Text hinausgeht, nicht behandeln (im Rahmen dieser Arbeit auch nicht behandeln
können). Darunter zähle ich Bezüge zur Biografie von Kafka, Parallelen zu anderen Werken,
sowohl von Kafka als auch von anderen Autoren etc. Auch werde ich mich nicht mit der
Entstehungsgeschichte des Romans beschäftigen, obwohl gerade diese im Hinblick auf die
Kontextualisierung der beiden, den Abschluss des Romans bildenden Fragmente von
grossem Nutzen sein könnte. Innerhalb der Textanalyse werde ich soweit als möglich auf die
naheliegende Thematik von Karls Männerbeziehungen verzichten. Ich erwähne diese nur,
wenn sie zum unbedingten Verständnis der Argumentation notwendig sind.
Neben der unumgehbaren Wahl von wenigen Werken aus dem Kuchen relevanter
Sekundärliteratur, ist es mir auch nicht möglich, alle darin enthaltenen Interpretationsansätze
zur Frauenthematik auszuloten. Ich analysiere auf einer allgemeinen Grundlage. Da die Analyse auf der Entwicklung der Figur Karl Rossmann basiert, versuche ich nicht, meine
Arbeit einer rein konstruktivistischen, interaktionistischen oder endogenistischen
Entwicklungsebene zuzuordnen. Schliesslich treten diese Ebenen selten rein auf und können
in ihrer isolierten Betrachtung ein falsches Bild auf die umfassende Interaktion im Roman
werfen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Die Frau als treibende Kraft der Romanentwicklung

1.1 Beeinflussung des Romanablaufs durch Frauenfiguren

1.2 Grundmuster in Karls Beziehungsverhalten

1.3 Chronologische Abfolge von Karls Frauenbeziehungen

2. Art und Rolle von Karls Frauenbeziehungen

2.1 Art der Beziehungen

2.2 Funktionen von Karls Beziehungspartnern

2.3 Explizite Personengruppen

3. Die Bedeutung der Sexualität

3.1 Karls Abneigung gegen die weibliche Sexualität

3.2 Sexuelle Orientierung der Frauenfiguren

3.3 Natur versus Konvention

3.4 Zur Darstellung der Sexualität

4. Karls kontinuierliche Entfremdung gegenüber der Weiblichkeit

4.1 Fokussierung auf das geistige Wesen der Frau

4.2 Von der passiven zur aktiven Entfremdung

5. Schlussbemerkungen

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht die komplexen Beziehungen zwischen dem Protagonisten Karl Rossmann und den weiblichen Figuren in Franz Kafkas Roman „Der Verschollene“, um daraus Karls innere Entwicklung und sein Mündigwerden abzuleiten. Die Analyse fokussiert sich primär auf die textinterne Interaktion und die damit verbundenen psychologischen sowie soziologischen Aspekte der Beziehungsgestaltung.

  • Analyse der Beziehungsstrukturen zwischen Karl Rossmann und den zentralen Frauenfiguren.
  • Untersuchung des repetitiven Grundmusters in den Frauenbeziehungen und dessen Einfluss auf Karls Schicksal.
  • Erörterung der Bedeutung von Sexualität und der damit verbundenen Abneigung Karls gegenüber triebhaftem Verhalten.
  • Untersuchung der kontinuierlichen Entfremdung Karls gegenüber der Weiblichkeit und seiner Entwicklung zur Mündigkeit.
  • Interpretation von Symbolik und Farbgaben im Kontext der sexuellen Verführung und gesellschaftlichen Konventionen.

Auszug aus dem Buch

3.1 Karls Abneigung gegen die weibliche Sexualität

Karl begegnet jeder weiblichen Annäherung, welche körperlichen Kontakt zum Ziel hat, mit einem Verhalten der Abneigung. Die Intensität und der Ausdruck seiner Abwehrhaltung verändert sich jedoch im Verlaufe des Romans. Karls Distanz vor sexuellen Kontakten ist grösstenteils auf sein Schlüsselerlebnis mit dem Dienstmädchen zurückzuführen, das „so widerlich [war] dass Karl Kopf und Hals aus den Kissen heraus schüttelte“ (V 42). Eine weitere Ursache für Karls Abwehrhaltung ist wohl der Zwang und damit verbunden eine nahezu gewalttätige Veranlagung, mit denen man ihn verführen möchte, denn „Eros und Aggression äußern sich ungetrennt.“ Er hat meist keine Wahl, ob eine Annäherung stattfinden soll oder nicht.

Karl zeigt ein Verhalten, welches auch in späteren, ähnlichen Situationen wieder auftaucht: Er verfällt in Apathie, in eine innere Isolation. Wie unter Schockzustand scheint sein Körper gelähmt, sein Geist vernebelt, was sich in den Phasen des ‚Nichts sehen‘ zeigt. Das Dienstmädchen bedrängt ihn, „während er nicht das geringste sah“ (V 42). Auch während des Ringkampfes mit Klara „mußte [Karl] sich anstrengen sie zu sehn, so nahe war sie ihm“ (V 90). Durch das Ausbleiben jeglicher Erregung zeigt Karl Desinteresse und sogar Abscheu am Sexualakt selber.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die Frau als treibende Kraft der Romanentwicklung: Dieses Kapitel erläutert, wie weibliche Nebenfiguren als Auslöser für Karls Entwicklungsphasen fungieren und ein wiederkehrendes Verführungsschema etablieren.

2. Art und Rolle von Karls Frauenbeziehungen: Hier werden die unterschiedlichen Beziehungsformen analysiert, wobei zwischen Mutterfiguren und Gleichaltrigen unterschieden und deren gruppendynamische Auswirkungen untersucht werden.

3. Die Bedeutung der Sexualität: Dieser Abschnitt behandelt Karls ablehnende Haltung gegenüber weiblicher Sexualität und analysiert, wie diese durch Konventionen und symbolische Darstellungen in den Romanfiguren gespiegelt wird.

4. Karls kontinuierliche Entfremdung gegenüber der Weiblichkeit: Das Kapitel beschreibt den Wandel von einer passiven, körperlich bedrängten Rolle hin zu einer aktiven, geistig fokussierten Haltung Karls gegenüber den Frauenfiguren.

5. Schlussbemerkungen: Die Zusammenfassung unterstreicht, dass die Auseinandersetzung mit den Frauenfiguren wesentlich zu Karls Reifeprozess und seiner wachsenden Mündigkeit beigetragen hat.

Schlüsselwörter

Karl Rossmann, Der Verschollene, Franz Kafka, Frauenfiguren, Beziehungsgestaltung, Sexualität, Entfremdung, Mündigkeit, Verführung, Literaturanalyse, Konvention, Psychologie, Mutterfigur, Adoleszenz, Textanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Interaktionen zwischen dem Romanhelden Karl Rossmann und den weiblichen Figuren in Kafkas „Der Verschollene“ und untersucht deren Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung des Protagonisten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Struktur von Frauenbeziehungen, die Rolle von Sexualität, das Spannungsfeld zwischen Natur und gesellschaftlicher Konvention sowie der Prozess der Entfremdung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Karl durch die wiederkehrenden, oft als gewaltsam empfundenen Kontakte zu Frauen eine innere Mündigkeit erlangt und sein eigenes Weltbild formt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine rein textanalytische Methode, um die Entwicklung der Figur basierend auf den Romanbegegnungen nachzuvollziehen, ohne dabei biografische oder entstehungsgeschichtliche Aspekte einzubeziehen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Romanentwicklung durch Frauen, die Untersuchung der Beziehungsrollen, die Bedeutung der Sexualität sowie Karls Entfremdungsprozess von der Weiblichkeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Karl Rossmann, Frauenbeziehungen, Sexualität, Entfremdung, Mündigkeit, Verführung und die literarische Analyse von Kafkas Werk.

Wie bewertet der Autor Karls Umgang mit den Frauen?

Der Autor stellt fest, dass Karl anfangs passiv und opferhaft auf die sexuell fordernden Frauenfiguren reagiert, später jedoch eine aktivere Abwehrhaltung einnimmt, die seinen Weg zur Mündigkeit markiert.

Welche Rolle spielt dabei die Figur der Brunelda?

Brunelda wird als Schlüsselfigur hervorgehoben, da sich an ihr der Wandel Karls am deutlichsten zeigt: von der Reaktion auf eine beherrschende „Furie“ hin zur Entwicklung einer späteren, eher geistigen Freundschaft.

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Details

Title
Franz Kafkas 'Der Verschollene'
College
University of Fribourg  (Seminar für Neue Deutsche Literatur)
Grade
2
Author
Markus Züger (Author)
Publication Year
1998
Pages
20
Catalog Number
V23937
ISBN (eBook)
9783638269384
Language
German
Tags
Franz Kafkas Verschollene
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Markus Züger (Author), 1998, Franz Kafkas 'Der Verschollene', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/23937
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