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Japan in der Liquiditätsfalle - eine selbstverstärkende Krise

Title: Japan in der Liquiditätsfalle - eine selbstverstärkende Krise

Term Paper , 2002 , 8 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Martin Switaiski (Author)

Economics - Monetary theory and policy
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Seit mehr als einem Jahrzehnt befindet sich die japanische Wirtschaft in einer Rezession. Der Zins für kurzfristige Anleihen bewegt sich effektiv um Null, der Zins für langfristige Anleihen befindet sich auf seinem historischen Tief. Das Preisniveau
fällt bereits seit nunmehr über zweieinhalb Jahren kontinuierlich. Das traditionelle geldpolitische Instrument der investitionsfördernden und damit wirtschaftsbelebenden
Zinssenkung lässt sich in der vorliegenden Situation des effektiven Nullzinses nicht mehr anwenden. Dieses Bild entspricht weitgehend dem 1936 von John Maynard Keynes beschriebenem Szenario der Liquiditätsfalle, in dem Erweiterungen der monetären Basis wirkungslos auf das Preisniveau und die aggregierte Nachfrage
bleiben.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ronald I. McKinnon

3. Japan im Mundell-Fleming-Modell

4. Makropolitische Optionen und McKinnons Vorschlag im Mundell-Fleming-Modell

5. Abschließende Betrachtung

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht die Ursachen der langanhaltenden wirtschaftlichen Rezession in Japan im Kontext der Liquiditätsfalle und analysiert mögliche makropolitische Lösungsansätze unter Einbeziehung des Mundell-Fleming-Modells sowie der Thesen von Ronald I. McKinnon.

  • Analyse der japanischen Liquiditätsfalle und Deflationsdynamik
  • Einfluss internationaler Handelsbeziehungen und US-amerikanischer Politik
  • Anwendung des Mundell-Fleming-Modells auf die japanische Wirtschaft
  • Diskussion makropolitischer Optionen zur Überwindung der Krise
  • Evaluierung von McKinnons Vorschlag für einen wirtschaftspolitischen Pakt

Auszug aus dem Buch

2 Ronald I. McKinnon

Nach Ansicht des amerikanischen Ökonomen Ronald I. McKinnon (2000) finden sich die zentralen Gründe für die anhaltende Rezession Japans in den internationalen Handelsbeziehungen des Landes, insbesondere zu den Vereinigten Staaten von Amerika. Die seiner Ansicht nach in der japanischen Bevölkerung vorherrschende Erwartung eines steigenden Yens, sowie den Umstand, daß sich die japanische Wirtschaft in einer, die Bank of Japan ihres geldpolitischen Hauptinstrumentes beraubenden, Liquiditätsfalle befindet, führt McKinnon in der Hauptsache auf US-amerikanische Handels- und Geldpolitik zurück. Er unterstellt in seinen Ausführungen der Nordamerikanischen Politik jedoch nicht die absichtliche Verfolgung des Zieles, die japanische Wirtschaft zu schädigen, sondern geht vielmehr von einer zufälligen Entwicklung aus. So spricht er selbst vom „incidental outcome of US policies“ im Zusammenhang mit den kontinuierlichen und an den Nullzins heranführenden Zinssenkungen der Bank of Japan in der Mitte der neunziger Jahre.

McKinnons Analyse enthält eine Betrachtung der Wechselkurse zwischen Yen und US-Dollar seit Anfang der siebziger Jahre. Für den langfristigen Anstieg des Dollarwertes des japanischen Yens macht er insbesondere die historisch tendenziell protektionistische Handelspolitik der Vereinigten Staaten von Amerika verantwortlich. Die massive Aufwertung des Yens um das annähernd fünffache im Zeitraum von 1971 bis 1995 sei hauptsächlich aufgrund handelspolitischen Drucks der USA entstanden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung skizziert die jahrelange wirtschaftliche Stagnation in Japan, die durch eine Liquiditätsfalle bei effektiven Nullzinsen gekennzeichnet ist.

2. Ronald I. McKinnon: Dieses Kapitel erläutert die Sichtweise von McKinnon, der die japanische Krise primär auf den internationalen Handelsdruck durch die USA und die daraus resultierenden Erwartungen an den Yen-Wechselkurs zurückführt.

3. Japan im Mundell-Fleming-Modell: Hier werden die ökonomischen Wirkmechanismen bei einer Senkung des Weltmarktzinses auf die japanische Volkswirtschaft innerhalb des Modells modelltechnisch hergeleitet.

4. Makropolitische Optionen und McKinnons Vorschlag im Mundell-Fleming-Modell: Das Kapitel vergleicht verschiedene Interventionsmöglichkeiten, wie Wechselkursfixierung oder Sterilisierungspolitik, und bewertet diese im Kontext von McKinnons Vorschlag zur Stabilisierung.

5. Abschließende Betrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass eine rein isolierte Strategie nicht ausreicht und betont die Notwendigkeit eines wirtschaftlichen Paktes zur Beseitigung deflationärer Erwartungen.

Schlüsselwörter

Japan, Liquiditätsfalle, Rezession, Mundell-Fleming-Modell, Nullzins, Deflation, Geldpolitik, Fiskalpolitik, Ronald I. McKinnon, Wechselkurs, Yen, US-Dollar, Handelsbeziehungen, Konjunktur, Zahlungsbilanz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Ursachen und die Dynamik der japanischen Rezession, insbesondere im Hinblick auf den Zustand einer Liquiditätsfalle und den Einfluss internationaler handelspolitischer Faktoren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die Rolle der japanischen Geldpolitik am Nullzins, der Einfluss der US-amerikanischen Handelspolitik auf den Yen sowie die Anwendbarkeit klassischer makroökonomischer Modelle zur Problemlösung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die japanische Wirtschaftskrise modelltheoretisch zu erklären und zu bewerten, ob McKinnons Vorschlag eines wirtschaftspolitischen Paktes einen gangbaren Ausweg aus der Deflation bietet.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Die Autorin/der Autor nutzt die Literaturanalyse und die Anwendung makroökonomischer Theoriegebäude, insbesondere des Mundell-Fleming-Modells, zur Erläuterung der aktuellen Situation Japans.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Analyse von Ronald I. McKinnons Thesen, der Anwendung des Mundell-Fleming-Modells unter Berücksichtigung der Zahlungsbilanz sowie der kritischen Diskussion verschiedener makropolitischer Handlungsoptionen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Liquiditätsfalle, Nullzinspolitik, Deflation, Wechselkursstabilisierung und makropolitische Interventionsoptionen.

Warum spielt das Mundell-Fleming-Modell eine so wichtige Rolle in der Argumentation?

Es dient dazu, die Auswirkungen von Zinsänderungen und Kapitalströmen in einer offenen Volkswirtschaft wie Japan präzise darzustellen und die modelltechnische Unmöglichkeit traditioneller geldpolitischer Impulse in der Liquiditätsfalle aufzuzeigen.

Welche Bedeutung misst der Autor dem Vorschlag von McKinnon bei?

McKinnons Vorschlag wird als wichtiger Ausgangspunkt betrachtet, um die negativen Erwartungen bezüglich des Yen-Kurses zu brechen, jedoch wird explizit darauf hingewiesen, dass dieser Pakt nur als eine von mehreren notwendigen Maßnahmen zur nachhaltigen Erholung wirken kann.

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Details

Title
Japan in der Liquiditätsfalle - eine selbstverstärkende Krise
College
Free University of Berlin  (Öffentliche Finanzen und Sozialpolitik)
Course
VWL III
Grade
1,7
Author
Martin Switaiski (Author)
Publication Year
2002
Pages
8
Catalog Number
V2393
ISBN (eBook)
9783638114615
Language
German
Tags
Japan Liquiditätsfalle
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Martin Switaiski (Author), 2002, Japan in der Liquiditätsfalle - eine selbstverstärkende Krise, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/2393
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