Seit Monaten verunsichert wohl kaum ein Thema die deutschen mittelständischen Unternehmen so, wie Basel II und das daraus resultierende Rating. Die Unternehmen befürchten, dass sich die Hausbanken abwenden und Kredit, wenn überhaupt noch, dann nur noch nach einem Rating vergeben, bei denen auch interne und vertrauliche Informationen an die Banken preisgegeben werden müssen. Jahre vor dem Inkrafttreten der neuen Basler Eigenkapitalvorschriften müssen die Unternehmen vor Erhalt eines Kredites Zahlen und Fakten über ihre Kapitaldienstfähigkeit offen legen. Unternehmen die dies nicht oder wenig überzeugend tun, müssen mit höheren Fremdkapitalkosten oder gar einer Ablehnung ihres Kreditwunsches rechnen. Für Mittelständische Unternehmen ist es deshalb entscheidend, sich frühzeitig und gründlich auf Basel II vorzubereiten.
Inhaltsübersicht
1. Einleitung
2. Mittelstand
2.1 Bedeutung des Mittelstands
2.2 Derzeitige Finanzierungsstruktur im Mittelstand
3. Internes Rating
3.1 Definition
3.2 IRB – Ansatz
3.3 Interne Rating Faktoren
3.3.1 Quantitative Faktoren
3.3.2 Qualitative Faktoren
3.3.3 Sonstige Beurteilungsfaktoren
3.4 Sicherheiten und Garantien
4. Auswirkungen vom IRB – Ansatz auf Mittelstandskrediten
4.1 Auswirkungen der quantitativen Bewertungsfaktoren
4.2 Auswirkungen der qualitativen Bewertungsfaktoren
4.3 Auswirkungen auf die Kreditkonditionen
5. Fazit
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der neuen Baseler Eigenkapitalvereinbarung (Basel II) auf die Finanzierungssituation kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU). Das primäre Ziel ist es zu analysieren, ob interne Ratings eine Gefahr für die Kreditversorgung des Mittelstands darstellen oder als Chance zur betriebswirtschaftlichen Professionalisierung genutzt werden können.
- Bedeutung und Finanzierungsstruktur des deutschen Mittelstands
- Funktionsweise interner Ratingverfahren nach Basel II
- Einfluss quantitativer und qualitativer Faktoren auf die Bonitätsbewertung
- Konsequenzen des IRB-Ansatzes für Kreditkonditionen und Risikoprämien
Auszug aus dem Buch
3.3.2 Qualitative Faktoren
Unterscheiden werden sich die Ratings von traditionellen Kreditwürdigkeitsanalysen, idem qualitative Faktoren nun ebenso berücksichtigt werden. Diese dienen zur besseren langfristigen Zukunftseinschätzung und ergänzen die quantitativen Faktoren, welche letztlich vergangenheitsorientiert sind.
Ein wichtiger Faktor wird hierbei die Einschätzung des Managements sein. Geachtet wird auf fachliche und kaufmännische Qualifikationen. Der Umgang mit Planungs-, Steuerungs-, Kontroll- und Marketing – Instrumenten wird ebenso bewertet, wie das Branchen – Know – how. Des Weiteren sollte eine umfassende Informationsbereitschaft gegenüber der Bank betrieben werden.
Für eine fundierte Beurteilung der Erfolgschancen eines Unternehmens gehört die Umfeld und Branchenanalyse. Jedes Unternehmen wird von den hier betrachteten exogenen Rahmenbedingungen im erheblichen Maße beeinflusst. Die Banken durchleuchten das Umfeld nach wettbewerbsrelevanten Aspekten. Die momentane wirtschaftliche Situation und langfristigen Wachstumspotentiale der Branche sollen aufgezeigt werden, wie auch die zu erwartende Rentabilität.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung beschreibt die Verunsicherung mittelständischer Unternehmen angesichts der drohenden Offenlegung vertraulicher Daten unter Basel II und betont die Notwendigkeit einer frühzeitigen Vorbereitung.
2. Mittelstand: Das Kapitel beleuchtet die zentrale Rolle des Mittelstands für die deutsche Volkswirtschaft und analysiert dessen charakteristische Finanzierungsstruktur sowie die Abhängigkeit vom klassischen Bankkredit.
3. Internes Rating: Es wird definiert, wie interne Ratings als Risikomanagementinstrumente funktionieren, wobei insbesondere der IRB-Ansatz sowie die Bedeutung quantitativer, qualitativer und sonstiger Faktoren erläutert werden.
4. Auswirkungen vom IRB – Ansatz auf Mittelstandskrediten: Dieses Kapitel analysiert die konkreten Folgen der Bonitätsprüfung auf die Kreditkonditionen, den Zinsspread und die notwendige Steigerung der Transparenz bei KMU.
5. Fazit: Das Fazit kommt zu dem Schluss, dass Basel II keine pauschale Benachteiligung bedeutet, sondern bei aktiver Nutzung der Ratingkultur eine Win-Win-Situation für Unternehmen und Banken schaffen kann.
Schlüsselwörter
Basel II, Interne Ratings, Mittelstand, KMU, Kreditwürdigkeit, Eigenkapital, IRB-Ansatz, Bonität, Risikomanagement, Finanzierungsstruktur, Qualitative Faktoren, Quantitative Analyse, Kreditkonditionen, Ausfallwahrscheinlichkeit, Transparenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Auswirkungen von Basel II auf mittelständische Unternehmen und die damit verbundenen Anforderungen an deren Bonitätsprüfung durch Hausbanken.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die Finanzierungssituation im Mittelstand, die Funktionsweise bankinterner Ratings und die Auswirkungen auf Kreditkonditionen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Es wird analysiert, ob Basel II für mittelständische Unternehmen primär ein Risiko darstellt oder ob die Anforderungen als Chance zur Verbesserung der eigenen Unternehmensführung genutzt werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse aktueller Fachpublikationen und Berichte zur Baseler Eigenkapitalvereinbarung sowie zur Mittelstandsfinanzierung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Methoden der internen Ratings, die verschiedenen Einflussfaktoren auf das Ratingurteil sowie die direkten Auswirkungen auf die Kreditkosten von KMU.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich maßgeblich über Begriffe wie Basel II, Internes Rating, Mittelstand, Kreditwürdigkeit und Eigenkapital definieren.
Welche Rolle spielen qualitative Faktoren im Ratingprozess?
Qualitative Faktoren dienen der Zukunftseinschätzung und ergänzen die vergangenheitsorientierten Bilanzdaten, wobei insbesondere Managementkompetenz und Marktstrategie bewertet werden.
Warum ist die Nachfolgeregelung für Banken ein wichtiges Kriterium?
Eine fehlende Nachfolgeregelung gilt als betriebswirtschaftliches Risiko, da bei Ausfall des Unternehmers die Fortführung des Betriebs gefährdet ist, was zu einer schlechteren Bonitätseinstufung führen kann.
- Quote paper
- Jan Kranemann (Author), 2004, Interne Ratings - Gefahr oder Chance für den Mittelstand (Basel II), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/23947