Konflikte in der Schule. Entstehung und Möglichkeit der Bewältigung durch Mediation


Seminararbeit, 2003

16 Seiten, Note: 1,5


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition von Konflikt

3. Konfliktentstehung in der Schule

4. Verlauf von Konflikten

5. Mediation als Möglichkeit der Konfliktbewältigung
5.1. Geschichte der Mediation
5.2. Meditation in der Schule
5.3. Ablauf einer Mediation

6. Konflikte als Chance

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Während meines Blockpraktikums A an einem Gymnasium hatte ich die Möglichkeit an einem Wandertag teilzunehmen. Mit meiner Betreuungslehrerin Frau K und Ihrer 6. Klasse verbrachte ich den Tag in einem Freizeitpark, dem Playmobilland bei Fürth. Frau K machte den Schülern von Beginn an klar, dass ich genauso weisungsbefugt sei wie Sie. Dadurch konnte ich einen guten Eindruck gewinnen, wie es ist eine wirkliche „Aufpasserrolle“ zu übernehmen. Das Ganze funktionierte recht gut, ich war mit einer Gruppe von Schülern in dem Park unterwegs und verstand mich zum einen sehr gut mit den Kindern und zum anderen haben sie mich als Respektsperson akzeptiert. Richtige Konflikte tauchten hier nicht auf, lediglich kleiner Streitereien, wer zum Beispiel auf dem Golfplatz der Anlage zuerst schlagen darf. Mir gelang es, durch ein Losverfahren den kleinen Streit beizulegen.

Im Nachhinein habe ich mir aber Gedanken gemacht, wie man denn professionell mit so einem ernsten Konflikt umgehen kann und was es für Lösungsmöglichkeiten gibt. Durch mehrere Bücher habe ich mir einen Überblick über das Thema verschafft und werde nun ausgehend von der Definition über die Entstehung hin zur Möglichkeit der Konfliktbewältigung mittels Mediation schreiben. Ich möchte aber nicht auf den Konflikt zwischen Lehrern und Schülern eingehen, sondern mich aus oben genannter Erfahrung auf Streitigkeiten zwischen Schülern beschränken.

2. Definition von Konflikt

Walter Neubauer weist Konflikten 3 Merkmale zu: erstens das „Vorhandensein von mindestens zwei Konfliktparteien“[1], zweitens die „Unvereinbarkeit der Handlungstendenzen“[2] und drittens die „Unvereinbarkeit des Verhaltens“3.

Parteien bestehen laut Neubauer jeweils aus einer oder mehreren Personen welche die gleichen Interessen vertreten und der anderen Partei mit unterschiedlichem Standpunkt gegenüberstehen.[3]

„Ganz allgemein sind Konflikte durch Handlungsdispositionen gekennzeichnet, die miteinander unvereinbar sind oder sich gegenseitig ausschließen“[4], was Neubauer als „Inkompabilität der Handlungstendenzen“4 beschreibt. Weiter hebt er einige Punkte hervor, die ihm für eine Behandlung von Konflikten als wichtig erscheint.

Erstens, die Meinungen der Parteien über den Sachverhalt schließen sich inhaltlich mehr oder weniger aus, zweitens ist der eigene Standpunkt der Richtige und der des Gegners entweder unwichtig oder falsch und drittens wird die Durchsetzung der eigenen Interessen als so wichtig angesehen, dass sie auch gegen den Widerstand der anderen Partei durchgeführt werden muss. Zudem ist viertens die Kommunikation zwischen den Parteien ein Problem, da die Absichten und Ziele der Konfliktgegner nur durch deren sprachliche Äußerungen aufgenommen, interpretiert und in die eigene weitere Strategie eingearbeitet werden. Diese Absichten können zwar richtig erkannt werden, sind aber genau genommen nur Interpretationen, die nur indirekt aus dem beobachteten Verhalten aufgenommen werden.[5]

Um aus einer Meinungsverschiedenheit einen Konflikt zu machen benötigt es laut Neubauer zusätzlich ein Konfliktverhalten. Nur wenn die Parteien sich gegenseitig durch negatives oder feindseliges Verhalten schädigen kann von einem Konflikt gesprochen werden.5

Weiterhin gibt es neben dem interpersonalen Konflikt zwischen mehreren Parteien auch den intrapersonalen Konflikt, die Auseinandersetzung einer Person mit sich selbst.[6]

Zusammenfassend besteht ein Konflikt dann, wenn unterschiedliche Interessen aufeinander treffen und diese Meinungsverschiedenheit so ausgetragen wird, dass ein feindliches Verhalten erkennbar ist. Dies kann zwischen mehreren Parteien oder innerhalb einer Person geschehen.

3. Konfliktentstehung in der Schule

In der Schule treffen die Kinder und Jugendlichen mit mehr Gleichartigen zusammen als irgendwo anders. Lediglich im Sportverein entsteht eine ähnliche Gemeinschaft aber die Voraussetzungen sind hier andere. Während sich die Kinder den Klassenverband in der Schule nicht aussuchen können wählen sie sich die Sportart selbst aus. Zudem sind die Möglichkeiten Konflikte zu lösen im Sport anders als in der Schule. Hier spielt körperliches Geschick und Training eine größere Rolle als in der Schule. Während vor allem bei Mannschaftssportarten ein eifriger Mitspieler der gut trainiert und so eine Hilfe für alle ist, viel Respekt und Anerkennung bekommt treffen in einer Schulklasse viele unterschiedliche Interessen aufeinander, die sich nicht durch schulische Leistungen beseitigen lassen. Meiner Erfahrung nach liegen die Ursachen der Konflikte, die in der Schule ausgetragen werden nicht in der Schule an sich, sondern im privaten Bereich. Da sich die Schüler aber gezwungenermaßen in der Schule sehen werden persönliche Differenzen eben in der Pause oder auf Klassenfahrten ausgetragen. Wohlgemerkt beziehe ich mich hier nur auf Konflikte unter Schülern und nicht unter Schülern und Lehrern.

Die Gründe von Konflikten können viele sein. Bei meinen Hospitationen während des Praktikums habe ich nahezu alle Klassenstufen erlebt und konnte so die verschiedenen möglichen Konfliktursachen betrachten. Zudem habe ich mich mit Lehrern unterhalten um deren Erfahrungen kennen zu lernen. Während es in der Unterstufe um Rangeleien am Bus oder an der Tischtennisplatte im Pausenhof geht, wird die Problematik in der Mittelstufe schon deutlicher, wenn es sich um Markenklamotten, Mofa, Motorrad und ähnliche Prestigeobjekte dreht oder um die ersten Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht, die enormes Konfliktpotential beinhalten. In der Oberstufe (In Bayern 3 Jahre 11.-13. Klasse) beruhigt sich nach Auskunft der meisten Lehrer die Situation wieder etwas, da die Schüler älter geworden sind, die Pubertät weitestgehend hinter sich haben und auch gelernt haben mit Konflikten umzugehen. So gesehen ist die Pubertät wohl ohnehin die schwierigste Phase der Jugendlichen, in der sie ihre Grenzen austesten, gegen Autoritätspersonen wie Eltern oder Lehrer genauso wie gegen Ihre Klassenkameraden und Freunde.

Neben den Konflikten im Klassenverband bzw. mit Gleichaltrigen treten auch ab und zu Probleme mit älteren Schülern aus höheren Klassen auf, die die jüngeren schikanieren. Aus meiner eigenen Schulzeit ist mir noch ein Fall bewusst, als einer meiner Mitschüler, wir waren in der 6. oder 7. Klasse) von einem Hauptschüler aus der 9. Klasse belästigt wurde. Damals grenzte unsere Schule direkt an eine Hauptschule, so dass diese Vorfälle durchaus nicht selten waren. Seit jedoch nur noch das Gymnasium und eine Grundschule sich das Haus teilen sind diese Probleme nach Auskunft der Schulleitung nahezu verschwunden.

Gründe für die Entstehung von Konflikten vor allem in der Pubertät sind sehr zahlreich: generelle Antipathie, Neid (auf Klamotten, Fahrzeug, Freund/in, au schulische Leistungen, …), Eifersucht, usw.

[...]


[1] Neubauer/Gampe/Knapp/Wichterich: Konflikte in der Schule. Neuwied 1999, S. 5

[2] Neubauer/Gampe/Knapp/Wichterich: a. a. O., S. 6

[3] vgl. Neubauer/Gampe/Knapp/Wichterich: a. a. O, S. 5

[4] Neubauer/Gampe/Knapp/Wichterich: a. a. O., S. 6

[5] vgl. Neubauer/Gampe/Knapp/Wichterich: a. a. O, S. 6

[6] vgl. Neubauer/Gampe/Knapp/Wichterich: a. a. O, S. 7

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Konflikte in der Schule. Entstehung und Möglichkeit der Bewältigung durch Mediation
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Fakultät Erziehungswissenschaften)
Veranstaltung
Blockseminar: Konflikte im Sozialen Nahraum
Note
1,5
Autor
Jahr
2003
Seiten
16
Katalognummer
V23953
ISBN (eBook)
9783638269513
ISBN (Buch)
9783638759892
Dateigröße
1189 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Eine Betrachtung, wie Konflikte in der Schule entstehen, welche theoretischen Grundlagen dafür vorliegen und wie man den Konflikten, und der damit verbundenen Gewalt an Schulen, entgegenwirken kann, unter anderem am Beispiel der Mediation
Schlagworte
Konflikte, Schule, Entstehung, Möglichkeit, Bewältigung, Mediation, Blockseminar, Sozialen, Nahraum
Arbeit zitieren
Michael Pehle (Autor), 2003, Konflikte in der Schule. Entstehung und Möglichkeit der Bewältigung durch Mediation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/23953

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