Sonderwirtschaftszonen Chinas Intention und praktische Entwicklung


Hausarbeit, 2002

21 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Idee und Gründung der SWZ
2.1 Von Mao Zedong zu Deng Xiaoping – Die historische Entwicklung
2.2 Die Ziele und Sonderrechte der SWZ

3. Die praktische Entwicklung
3.1 „Ein Land, tausend Systeme“ - SWZ und der Rest Chinas
3.2 Aufkommende Probleme
3.2.1 Landflucht, Arbeitslosigkeit und Armut
3.2.2 Kriminalität
3.2.3 Das Energie-Problem
3.2.2 Ökologische Probleme
3.3 Der WTO-Beitritt und die zukünftige Entwicklung

4. Fazit

5. Literatur

6. Erklärung zur Haus-/Diplomarbeit gemäß § 26 Abs. 6 DiplPrüfO

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 Chinas wirtschaftlicher Aufstieg

Abbildung 2 Einkommensunterschiede zwischen Stadt und Land seit 1978

Abbildung 3 Lebensstandardunterschiede zwischen Stadt und Land seit 1978

Abbildung 4 Entwicklung der weltweiten CO2-Emissionen

1. Einleitung

Die Volksrepublik China. Über 1 Milliarde Menschen Bevölkerung, der flächenmäßig drittgrößte Staat der Welt, reich an Bodenschätzen und wirtschaftlich innerhalb kurzer Zeit vom Entwicklungsland zum einem Stabilitätsgaranten Asiens gewachsen und nach den USA der wahrscheinlich wichtigste Zukunftsmarkt. Auf der anderen Seite gibt es gewaltige soziale Probleme, wie Arbeitslosigkeit, Armut, Landflucht, Schmuggel und Korruption, Umweltverschmutzung und infrastrukturelle Probleme.[1] In der folgenden Hausarbeit will der Autor den beachtlichen Anteil der Sonderwirtschaftszonen Chinas an dieser Entwicklung zeigen.

Zuerst werden vom Autor die historischen Gründe betrachtet, die zur Schaffung der Sonderwirtschaftszonen (SWZ) führten, welche Absichten die Verantwortlichen verfolgten und welche wirtschaftlichen Vorzüge die SWZ bieten. Im darauffolgenden Kapitel geht der Autor auf die praktische Entwicklung bis heute ein. Ein stetiges hohes Wirtschaftswachstum auf der einen Seite, sowie auf der anderen Seite die teilweise erheblichen und anfangs unterschätzen Probleme, die die SWZ mit sich brachten. Außerdem beschäftigt sich der Autor am Ende dieses Kapitels mit der Zukunft der SWZ. Hier werden hauptsächlich die Auswirkungen des WTO-Beitritts Chinas auf die SWZ beschrieben.

2. Die Idee und Gründung der SWZ

2.1 Von Mao Zedong zu Deng Xiaoping – Die historische Entwicklung

Die neue chinesische Öffnungspolitik von Deng Xiaoping von 1978, die zur Gründung der Sonderwirtschaftszonen führte, steht in der Tradition einer Vielzahl von Wirtschaftsreformen[2]. Unter dem ersten kommunistischen Führer Chinas, Mao Zedong, wurden seit 1949 acht große Wirtschaftsreformen verabschiedet. Der Erfolg dieser Reformen war bestenfalls mäßig, wenn nicht sogar kontraproduktiv. Im Falle des „Großen Sprungs“ von 1958 zum Beispiel, als das chinesische Bruttoinlandsprodukt um ein Drittel sank und schlechte Ernten zu Hunger und Unterernährung führten oder der „Großen Proletarischen Kulturrevolution“ von 1966, die ebenfalls zum einem Schrumpfen der Wirtschaft und großen Mißtrauen in der Bevölkerung gegenüber den Machthabern führte.[3] Als größten wirtschaftlichen Erfolg der Ära Maos sieht der Autor das Ende des 22-jährigen USA-Embargos gegenüber China von 1972 und die damit einhergehende Annäherung Chinas an den Westen, auch wenn die chinesischen Verantwortlichen eher politische als wirtschaftliche Absichten verfolgten. Das Ende des Embargos kam durch Abschluß eines bilateralen Handelsabkommens zustande.[4]

Nach dem Tod Mao Zedongs 1976, kam Deng Xiaoping an die Macht und setzte sich verstärkt für ausländische Investitionen und Technologie ein. Dies war eine deutliche Abkehr von traditionellen, maoistischen Zielen. Deng erhoffte sich durch das ausländische Kapital die negative Wirtschaftsentwicklung zu stoppen und in ein stetiges Wirtschaftswachstum umzukehren, sowie durch das beabsichtigte Wachstum die sozialen Spannungen in der Bevölkerung zu beseitigen. 1978 wurde Dengs „Vier Modernisierungen“-Plan vom Zentralkomitee der kommunistischen Partei Chinas (KPCh) angenommen.

Kernelemente des Plans waren die Weiterentwicklung der Gebiete Agrarwirtschaft, Industrie, Wissenschaft und Technologie und der Landesverteidigung.[5] Ein relativ kleiner Teil dieses Plans war die Schaffung von speziellen Wirtschaftszonen, die ausländisches Kapital und Technologie ins Land locken sollten, um damit Chinas Wirtschaft zu modernisieren.[6]

Aufgrund dieses Plans erstanden 1979 die ersten vier Sonderwirtschaftszonen. Es waren Shenzen, Zhuhai, Xiamen und Shantou. 1984 bekam die Insel Hainan ebenfalls den SWZ-Status und wird heute zu den ersten SWZ dazugezählt.[7]

2.2 Die Ziele und Sonderrechte der SWZ

Die Ziele der SWZ haben sich im Laufe der Zeit häufig geändert, doch seit 1979 gelten bis heute drei Kernziele:

- Die Küstenregion Chinas durch kleine, abgeschirmte und experimentelle Zonen zu entwickeln
- Ausländisches Kapital und Technologie anzulocken und damit die eigene Wirtschaft modernisieren
- Ein Fenster ins Ausland bieten, um Wissen und Technologie auszutauschen[8]

Durch die geographische Nähe zu den asiatischen Handels- und Finanzzentren Hongkong, Macao und Taiwan, erhoffte sich Deng gerade aus dieser Richtung viele Investitionen. Das größte Ziel war und ist die Vorbild- und Ausbreitungsfunktion der SWZ für das restliche China.[9]

Ein Beispiel für die sich ändernden Ziele: Anfang der Neunzigern sah man den Zusammenbruch der Sowjetunion und der Wirtschaften in vielen osteuropäischen Ländern mit großer Besorgnis und befürchtete ähnliche Entwicklungen in China. Um dieser Herausforderung zu begegnen, weitete man die SWZ erneut aus. Das neue Ziel war effizienter zu arbeiten, damit den Lebensstandard zu verbessern und einen Zusammenbruch wie in der Sowjetunion zu vermeiden. (Tatsächlich gab es im Gegensatz zu der Sowjetunion keine wirtschaftlichen Einbrüche während der Wirtschaftsreformen in China, sondern ein stetiges relativ hohes Wachstum.)[10]

Um ausländisches Kapital in die SWZ zu locken, brauchte es natürlich Anreize. Von staatlicher Seite wurde geplant für die SWZ die planwirtschaftliche Preiskontrolle weitgehend abzuschaffen, Exportbeschränkungen und -kontrollen aufzuheben, Steuern zu reduziert oder ganz abzuschaffen, Marktzugangsbarrieren abzubauen und den Unternehmen erlauben, abseits der zentralen Planung zu produzieren.[11] Des weiteren böten die SWZ ausländischen Investoren in der Regel billigere Arbeitskräfte als im eigenen Land.

Ein Beispiel für das großzügige Ausmaß der steuerlichen Anreize gibt die Shantou SWZ. Hier wird eine 3-jährige Steuerbefreiung angeboten, gefolgt von einer 50% Reduzierung auf alle Steuern für vier Jahre und dann einer dauerhaften 20%igen Reduzierung. Ein anderes Beispiel ist die Zhuhai SWZ, in der Investoren erst 5 Jahre nachdem sie ihren ersten Gewinn gemacht haben, Steuern zahlen müssen.[12]

[...]


[1] Vgl. Bundeszentrale für politische Bildung (BpB), Volksrepublik China, Überarbeitete Neuauflage 1997, 1998

[2] Vgl. American Memory, China and the Four Modernizations 1979-82, Juli 1987, http://lcweb2.loc.gov

[3] Vgl. Bundeszentrale für politische Bildung (BpB), Volksrepublik China, Überarbeitete Neuauflage 1997, 1998

[4] Vgl. Chronik-Verlag, Chronik des 20. Jahrhunderts, S. 1044, 1988

[5] Vgl. Defence Journal, China’s Economic Defence, September 2001

[6] Vgl. Bundeszentrale für politische Bildung (BpB), Volksrepublik China, Überarbeitete Neuauflage 1997, 1998

[7] Vgl. ebenda

[8] Vgl. Karen I. McKenney, An Assessment of China’s Special Economic Zones, 1993, The Industrial College of Armed Forced, S. 1

[9] Vgl. Bundeszentrale für politische Bildung (BpB), Volksrepublik China, Überarbeitete Neuauflage 1997, 1998

[10] Vgl. ebenda

[11] Vgl. LegalStudio.com, Chinese Special Investment Zones, http://www.meetworldtrade.com/en/tools/ChinaInvZones.jsp ,1998

[12] Vgl. ebenda

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Sonderwirtschaftszonen Chinas Intention und praktische Entwicklung
Hochschule
HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst - Fachhochschule Hildesheim, Holzminden, Göttingen  (Fachbereich Wirtschaft)
Note
1,3
Autor
Jahr
2002
Seiten
21
Katalognummer
V23955
ISBN (eBook)
9783638269537
Dateigröße
578 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sonderwirtschaftszonen, Chinas, Intention, Entwicklung
Arbeit zitieren
Jörg Ebel (Autor:in), 2002, Sonderwirtschaftszonen Chinas Intention und praktische Entwicklung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/23955

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