Hören: Etwas Erstaunliches und Besonderes

Darstellung einer musiktherapeutischen Unterrichtsstunde


Unterrichtsentwurf, 2000
13 Seiten, Note: 1,5

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

DAS HÖREN
THEORETISCHER HINTERGRUND
Der Aufbau des Ohres.
Einflussfaktoren auf das Hören
Wofür das Hören benötigt wird
Das Hören - etwas Besonderes

STUNDENDURCHFÜHRUNG
Hören, was heute noch nicht gehört wurde.
Auswertung der Indianer Geschichte
Bewusstes hören von Alltagsgeräuschen
Auswertung des Gehörten
Geräusche Hören.
Gespräch darüber, was einfach und was schwer zu erkennen war
Verschiedene Differenzierungsübungen
Ton am längsten hören.
Hören, wie voll ein Becher ist
Richtungshören.

AUSWERTUNG UND REFLEXION DER STUNDE.

ANHANG

LITERATURVERZEICHNIS

DAS HÖREN

Das Hören ist ein Sinn, den wir jeden Tag ganz selbstverständlich benutzen, ohne uns dessen wirklich bewusst zu sein. Er ist mit den anderen Sinnen zusammen unser Zugang zur Welt. Alle unsere Erlebnisse und Erfahrungen erreichen uns über unsere Sinnesorgane.

Die Welt der Gefühle eröffnet sich sogar erst durch die Sinne. So kann über die Stimmlage z.B. das Gefühl eines Menschen besser übermittelt werden, als durch seine Worte. Durch den Klang der Worte merken wir außerdem, wenn jemand z.B. etwas nicht so meint, wie er es sagt.

Mit Bildern und Geräuschen werden wir täglich überflutet und überfordert. Das Hören kann man nicht einfach abschalten, wie z.B. das Sehen, durch das Schließen der Augen. Häufig setzen wir uns selbst einer Reizüberflutung aus, was nicht sein müsste. So dringt von draußen Straßenlärm herein, das Radio läuft und wir gehen einer Tätigkeit nach, die ebenfalls noch Geräusche erzeugt. Eigentlich dürften wir bei diesem Lärm gar nichts Einzelnes mehr hören und wahrnehmen. Jedoch haben wir gelernt, die einzelnen Geräusche zu differenzieren und können außerdem diejenigen, die für uns gerade nicht relevant sind „ausblenden“. So ist es uns möglich nur das bewusst zu hören, was wir hören wollen.

In dieser Stunde möchte ich nun die Aufmerksamkeit auf all die alltäglichen Geräusche richten, die wir nicht mehr wahrnehmen und ein Bewusstsein dafür schaffen, dass es nicht so leise und ruhig um uns ist, wie wir denken.

THEORETISCHER HINTERGRUND

Der Aufbau des Ohres

Das Ohr besteht aus Außenohr, Mittelohr und Innenohr.

Das Außenohr hat die Aufgabe, die Schallwellen, die im Raum vorhanden sind, aufzufangen und an das Mittelohr weiterzuleiten. An dessen Anfang sitzt das Trommelfell, an welchem der sogenannte Hammer angewachsen ist. Dieser gibt den ankommenden Reiz über Amboss und Steigbügel an die Steigbügelplatte weiter, die auf das ovale Fenster des Innenohres trifft. Das Innenohr ist mit „Gehörwasser“ gefüllt, das die Schwingungen nun in der Schnecke weiterleitet. In ihr liegen die entsprechenden Sinneszellen, in Form von Haarzellen.

Jeder Ton hat seinen eigenen Platz auf der Schnecke. Dies wird Frequenz -Dispersion genannt und ist eine Besonderheit des Menschen, da dies in der Natur sonst nicht vorkommt.

Die höchsten Töne, die der Mensch hören kann, liegen zwischen 15.000 und 18.000 Herz am ovalen Fenster und die tiefsten Töne (unter 1000 Herz) am oberen Ende der Schnecke.

Einflussfaktoren auf das Hören

Was man hört, hängt von den verschiedensten Faktoren und besonders von den Empfindungsgewohnheiten jedes einzelnen Menschen ab. Deshalb muss beachtet werden, dass das, was tatsächlich gehört wird, von außen nicht kontrolliert werden kann und vielmehr von Folgendem beeinflusst wird:

- der Art des Reizes
- der speziellen Beschaffenheit des Sinnesorgans
- dem Geschlecht der Person
- der emotionalen Einstellung
- dem Bekanntheitsgrad des Geräusches
- dem kulturellen Hintergrund, indem die Person aufgewachsen ist und lebt.

Aus dieser Darstellung lässt sich eindeutig erkenne, dass das Hören ein aktiver, ganzheitlicher Vorgang.

Wofür das Hören benötigt wird

Vor 2 - 4 Millionen Jahren, als der Mensch sich aus dem Tierreich entwickelt hat, war das Hören für die Wahrnehmung von Gegenständen und zur Orientierung im Raum wichtig. Heute wird das Hören für das Zusammenleben benötigt, da über die Sprache Informationen, Gedanken und Gefühle bewusst und unbewusst übermittelt werden. Wie wichtig das Hören ist, wird besonders klar, wenn man nur daran denkt, dass niemand einen anderen von der Richtigkeit und Ehrlichkeit seiner Worte überzeugen kann, wenn dessen Stimmlage nicht zu den gewählten Worten passt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Außerdem wird deutlich, wie wichtig Sprache und das damit verbundene Hören ist, da beispielsweise ein tauber Mensch viel schneller „isoliert“ ist, als ein Blinder, der leichter enge Kontakte durch die Sprache knüpfen kann.

Das erste was ein Fötus wahrnimmt, ist der „Rhythmus“ in Form des Herzschlags seiner Mutter. Alles vibriert danach und hat auf ihn eine beruhigende Wirkung. Ab der 6. Schwangerschaftswoche ist bei ihm das gesamte Ohr angelegt und ab dem 4. Monat kann der Fötus „hören“.

Das Hören - etwas Besonderes

Aus den verschiedensten Gründen sollte man nun also bewusst mit seinem Hören umgehen. Dazu gehört auch, bewusst Pausen einzulegen und damit für die Ohren ruhe Zeiten zu schaffen, in denen sie sich wieder entspannen können. Besonders für Kinder ist dies wichtig, da Lärm, den Erwachsene nicht stört, für ihre Ohren schmerzhaft sein kann.

Um sich der Lautstärke von verschiedenen Geräuschen und deren Verhältnissen zueinander einmal klar zu werden, führe ich im Folgenden einige Beispiele an. (Lautstärke wird in Phon gemessen.)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Ca. 140 Phon werden als Schmerz wahrgenommen.

Setzt man sich öfter und konstant immer wieder Lärm aus, kann dies zu irreparablen Hörschädigungen führen. Deshalb ist es wichtig, sich dem Hören immer wieder bewusst zu werden und eventuell ab und zu einige Übungen zum Hören zu machen. So kann sich bei jedem Menschen wieder ein differenzierteres und „besseres“ Hören einstellen und außerdem wird die Hörempfindlichkeit dadurch wieder erhöht.

[...]

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Hören: Etwas Erstaunliches und Besonderes
Untertitel
Darstellung einer musiktherapeutischen Unterrichtsstunde
Hochschule
Katholische Hochschule Freiburg, ehem. Katholische Fachhochschule Freiburg im Breisgau  (Sozialpädagogik)
Veranstaltung
Einführung in musiktherapeutische Verfahren
Note
1,5
Autor
Jahr
2000
Seiten
13
Katalognummer
V23983
ISBN (eBook)
9783638269735
Dateigröße
380 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Unterrichtseinheit zur Sensibilisierung des Sinnes "Hören" mit Hintergrundinformationen zum Aufbau des Ohres und dem Hörvorgang.
Schlagworte
Hören, Etwas, Erstaunliches, Besonderes, Einführung, Verfahren
Arbeit zitieren
Sabine Hörner (Autor), 2000, Hören: Etwas Erstaunliches und Besonderes, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/23983

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