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Frauen und Frauenbilder der 50er Jahre in der Bundesrepublik Deutschland und der DDR

Title: Frauen und Frauenbilder der 50er Jahre in der Bundesrepublik Deutschland und der DDR

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 26 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Anke Lüdtke (Author)

Pedagogy - History of Pedagogy
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Summary Excerpt Details

Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Leben der Frauen in der Deutschen Demokratischen Republik und der Bundesrepublik Deutschland während der 50er Jahre.
In beiden Teilen Deutschland wurde gerade zu dieser Zeit, mehr oder weniger von offizieller Seite, aber vor allem in der Öffentlichkeit, darüber diskutiert, welche Rolle die Frau in
der jeweiligen Gesellschaft anzunehmen hatte. In beiden Teilen herrschte eine patriarchalische Grundstruktur, die besonders daran interessiert war diese Rollenzuweisung vorzunehmen,
da besonders die Frauen direkt nach dem Zweiten Weltkrieg ihre traditionellen Rollen als Hausfrau und Mutter verließen, um ihren Familien das Überleben zu sichern.
Die Konturen der alten Rollenbilder verblassten und die herrschende Ordnung geriet ins Wanken. Deutschland in den ersten Nachkriegsjahren war ein Frauenland. Die „Trümmerfrauen“
schafften einen neuen Anfang und die Erwerbsarbeit in den ersten Jahren war notwendig, da Familienunterhaltszahlungen für Kriegswitwen und Soldatenfrauen ersatzlos gestrichen wurden.
Dies war die Ausgangssituation, als die fünfziger Jahre begannen und
für die meisten Frauen in beiden Teilen Deutschland mit dem Zurückkommen der Männer ein neues Leben begann.

Das Leben der Frauen in diesem Jahrzehnt möchte ich unter verschiedenen Aspekten beleuchten. Hauptsächlich geht es um den zentralen Aspekt der Gleichberechtigung, der sich gewissermaßen durch den gesamten Text zieht. Denn in fast allen Lebenslagen hatten Frauen darum zu kämpfen: im Beruf, in der Partnerschaft, im Haushalt und in der Familie und letztendlich wenn es um die Schönheitspflege und die Mode geht. Vor allem die Einflüsse
der USA und der Sowjetunion möchte ich hinterfragen und die Frauenbilder der Massenmedien, insbesondere der Frauen- und Modezeitschriften die in den fünfziger Jahren gegründet wurden, untersuchen. Insgesamt aber liegt es mir an einer Gegenüberstellung der beiden Systeme in Bezug auf Frauen und ihren Problemen. In jedem Kapitel werde ich daher erst das jeweilige Thema hinsichtlich der DDR, dann hinsichtlich der Bundesrepublik Deutschland untersuchen um die Ergebnisse danach zu vergleichen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG

1. FRAU UND BERUF

1.1. „GLEICHER LOHN FÜR GLEICHE LEISTUNG“

1.2. BERUF HAUSFRAU

1.3. VERGLEICH

2. EHE, HAUSHALT UND FAMILIE

2.1. SPAGAT ZWISCHEN BERUF UND FAMILIE

2.2. DIE „KLUGE“ FRAU

2.3. VERGLEICH

3. SCHÖNHEIT UND MODE

3.1. MODE „VON WERKTÄTIGEN FÜR WERKTÄTIGE“

3.2. „WIR WOLLTEN WIEDER SCHÖN SEIN“

3.3. VERGLEICH

4. ZUSAMMENFASSUNG

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Leben der Frauen in der DDR und der Bundesrepublik Deutschland während der 1950er Jahre mit dem Fokus auf die Entwicklung der Gleichberechtigung, den medial vermittelten Frauenbildern sowie den unterschiedlichen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen in Ost und West.

  • Vergleich der staatlichen Bemühungen um die Erwerbsarbeit von Frauen.
  • Analyse der rechtlichen Situation und des Familienverständnisses in beiden deutschen Staaten.
  • Untersuchung der medialen Darstellung von Weiblichkeit und Mode als gesellschaftliches Steuerungsinstrument.
  • Gegenüberstellung des Einflusses der USA und der Sowjetunion auf die Rollenbilder.
  • Evaluation der Vereinbarkeit von Familie und Beruf unter den zeitgenössischen Bedingungen.

Auszug aus dem Buch

1.1. „Gleicher Lohn für gleiche Leistung“

Es hatte fast den Anschein, als ob die DDR mit der traditionellen Rollenverteilung brechen wollte. Die Realität sah allerdings ganz anders aus.

Um den Wiederaufbau zu garantieren, musste sich die SED auf die Werbung von Frauen für eine Erwerbsarbeit konzentrieren, denn der Anteil der Frauen unter den Berufstätigen fing an, trotz heimkehrender Männer, zu steigen. Voraussetzung für eine allgemeine Erwerbsarbeit der Frauen wurde die rechtlich verankerte Gleichberechtigung der Frau. Dabei ließ sich die ökonomische Notwendigkeit gut mit der ideologischen vereinen, denn „angeblich konnte nur die Erwerbstätigkeit die Frauen vom „Joch“ und von der „Sklaverei“ (Lenin) der Hausarbeit befreien und ihnen die Möglichkeit eröffnen, ihre Fähigkeiten und Talente voll zu entfalten“. Im Sozialismus sollte diese Ausbeutung beseitigt werden. Dabei deckten sich die Zielvorstellungen der Partei mit den verfassungsrechtlichen Gegebenheiten.

In der Verfassung der DDR von 1949 hieß es demgemäß im Artikel 7, dass Mann und Frau gleichberechtigt sind, und dass alle Gesetze und Bestimmungen, die der Gleichberechtigung der Frau entgegenstehen, aufgehoben sind.

Das Gleichstellungsgebot war staatliches Instrument, um Frauen für die Arbeit zu gewinnen. Das im September 1950 verabschiedete Mütter- und Kinderschutzgesetz (MKSchG) diente zur Grundlage für die so genannte Frauenpolitik der SED und sollte zur Umsetzung des Verfassungsauftrages dienen. Besonders der dritte Abschnitt beschäftigte sich mit der erwerbstätigen Frau. Dort hieß es unter anderem, dass Frauen die Möglichkeit bekommen sollten sich zu qualifizieren und beruflich aufzusteigen. Es wurden Arbeitszweige und Berufssparten genannt, in denen Frauen bevorzugt vermittelt werden sollten. Die Förderung der Frau stand im Mittelpunkt dieses Abschnitts.

Zusammenfassung der Kapitel

EINLEITUNG: Die Autorin legt die Ausgangssituation nach dem Zweiten Weltkrieg dar und erläutert den komparativen Ansatz der Arbeit hinsichtlich der Frauenrolle in den zwei deutschen Staaten.

1. FRAU UND BERUF: Dieses Kapitel beleuchtet den staatlichen Druck und die ideologische Werbung für die weibliche Erwerbsarbeit in der DDR sowie die konträre Entwicklung in der Bundesrepublik.

1.1. „GLEICHER LOHN FÜR GLEICHE LEISTUNG“: Untersuchung der DDR-Gesetzgebung und Maßnahmen des Demokratischen Frauenbunds, um Frauen in den Arbeitsprozess zu integrieren.

1.2. BERUF HAUSFRAU: Analyse der bundesdeutschen Familienpolitik unter Familienminister Wuermeling, die den Fokus auf die häusliche Rolle der Frau legte.

1.3. VERGLEICH: Eine Gegenüberstellung, die aufzeigt, dass trotz rechtlicher Gleichstellung in beiden Staaten patriarchalische Strukturen den Alltag und die Karrierechancen der Frauen maßgeblich prägten.

2. EHE, HAUSHALT UND FAMILIE: Fokus auf die familienrechtliche Einordnung und die alltägliche Doppel- bzw. Dreifachbelastung der Frau in beiden deutschen Gesellschaften.

2.1. SPAGAT ZWISCHEN BERUF UND FAMILIE: Analyse der DDR-Familienrechtssprechung und des Schutzes von Ehe und Familie unter dem Aspekt der gesellschaftlichen Stabilität.

2.2. DIE „KLUGE“ FRAU: Beleuchtung der bundesdeutschen Rechtslage und konservativer Familienideale, die der Frau die Haushaltsführung als Priorität zuschrieben.

2.3. VERGLEICH: Resümee über die Ähnlichkeit der täglichen Belastungen und das Fortbestehen patriarchaler Grundstrukturen in Ost und West.

3. SCHÖNHEIT UND MODE: Untersuchung der ästhetischen Ideale und des Konsumverhaltens in den 50er Jahren durch die Brille von Modezeitschriften.

3.1. MODE „VON WERKTÄTIGEN FÜR WERKTÄTIGE“: Analyse der DDR-Modezeitschrift „Sibylle“ und der schwierigen Balance zwischen ideologischer Vorgabe und dem Wunsch der Frauen nach individueller Ästhetik.

3.2. „WIR WOLLTEN WIEDER SCHÖN SEIN“: Betrachtung des bundesdeutschen Modediktats, das sich stark an westlichen Vorbildern wie den USA orientierte.

3.3. VERGLEICH: Fazit zur Ähnlichkeit der Bildsprache, wobei in der DDR das Bild der werktätigen Frau und im Westen das der adretten Ehefrau dominierte.

4. ZUSAMMENFASSUNG: Zusammenfassende Betrachtung des „transformierten Patriarchalismus“ in der DDR und des traditionellen Patriarchalismus in der Bundesrepublik, die trotz unterschiedlicher Vorzeichen die Benachteiligung der Frauen perpetuierten.

Schlüsselwörter

50er Jahre, Frauenbilder, DDR, Bundesrepublik Deutschland, Gleichberechtigung, Erwerbsarbeit, Familienpolitik, Patriarchat, Hausfrau, Modezeitschriften, Geschlechterrollen, Emanzipation, Doppelbelastung, Konsum, Nachkriegszeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit analysiert die gesellschaftliche Stellung und die Frauenbilder in der DDR und der Bundesrepublik Deutschland während der 1950er Jahre unter dem Aspekt der Gleichberechtigung.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der Erwerbsarbeit von Frauen, der gesetzlichen und praktischen Organisation von Ehe und Familie sowie der Darstellung von Mode und Weiblichkeit in den Medien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist eine vergleichende Analyse der beiden deutschen Systeme, um aufzuzeigen, wie diese mit der Frauenrolle umgingen und inwiefern patriarchale Strukturen trotz unterschiedlicher Ideologien in beiden Staaten fortbestanden.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Die Autorin nutzt eine komparative Methode, bei der Themenbereiche wie Beruf, Familie und Mode in jedem Kapitel zunächst für die DDR und anschließend für die Bundesrepublik untersucht und dann miteinander verglichen werden.

Welche Aspekte stehen im Hauptteil besonders im Fokus?

Im Hauptteil werden sowohl offizielle staatliche Verordnungen und Familienpolitik als auch die mediale Inszenierung von Frauen in Zeitschriften und im Kino kritisch hinterfragt.

Welche Begriffe charakterisieren diese Forschungsarbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind transformierter Patriarchalismus, Erwerbsquote, Doppelbelastung, Familienleitbild und Medienideologie.

Wie unterschied sich die offizielle staatliche Haltung zur weiblichen Berufstätigkeit?

Während die DDR aufgrund des ökonomischen Wiederaufbaus die Erwerbstätigkeit der Frau forderte und staatlich förderte, unterstützte die Bundesrepublik eher ein traditionelles Familienmodell, in dem der Mann der Hauptverdiener war.

Welche Rolle spielten die Medien bei der Definition des Frauenbildes in den 50er Jahren?

Medien wie Frauen- und Modezeitschriften dienten in beiden deutschen Staaten als zentrale Instrumente der Ideologievermittlung, um den Frauen zu vermitteln, wie sie sich zu kleiden, zu pflegen und in welcher Rolle sie sich in der Gesellschaft zu positionieren hatten.

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Details

Title
Frauen und Frauenbilder der 50er Jahre in der Bundesrepublik Deutschland und der DDR
College
Humboldt-University of Berlin  (Institut für Allgemeine Pädagogik)
Grade
1,5
Author
Anke Lüdtke (Author)
Publication Year
2003
Pages
26
Catalog Number
V23985
ISBN (eBook)
9783638269759
Language
German
Tags
Frauen Frauenbilder Jahre Bundesrepublick Deutschland
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anke Lüdtke (Author), 2003, Frauen und Frauenbilder der 50er Jahre in der Bundesrepublik Deutschland und der DDR, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/23985
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