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Die wirtschaftliche Entwicklung in Mitteleuropa im frühen 19. Jahrhundert - der Beginn der Industrialisierung

Title: Die wirtschaftliche Entwicklung in Mitteleuropa im frühen 19. Jahrhundert - der Beginn der Industrialisierung

Seminar Paper , 2003 , 27 Pages , Grade: 1 (sehr gut)

Autor:in: Cornelius Stempel (Author)

History of Europe - Modern Times, Absolutism, Industrialization
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Cornelius Stempel
In der vorliegenden Arbeit sollen die Bedingungen, die für den Beginn der „Industrialisierung“ in den wichtigsten europäischen Staaten signifikant waren, untersucht werden. Dabei sollen sowohl die unterschiedlichen Voraussetzungen der einzelnen Regionen als auch gewisse Vernetzungen und Interdependenzen zwischen den Ländern herausgearbeitet und in ihrer Bedeutung für den Industrialisierungsprozess eingeordnet werden. Der Aufbau der Arbeit wird im Wesentlichen chronologisch sein, d.h. Großbritannien wird als Geburtsland der Industrialisierung am Anfang stehen, danach werden die diesseits des Kanals gelegenen Länder Frankreich und Belgien vorgestellt, um zum Schluss schlaglichtartig das Gebiet des Deutschen Bundes zu beleuchten. In der neueren Forschung hat sich der Begriff "Industrialisierung" gegenüber dem als Äquivalent gebrauchten Terminus der „Industriellen Revolution“ durchgesetzt, da er den „evolutionären Charakter“ des Vorgangs betont. Schon Fischer bemerkte mit Blick auf die Dynamik der Industrialisierung: „Trotz des eingefleischten Terminus von der Industriellen Revolution ging die Industrialisierung, wenn man den ganzen Kontinent betrachtet, eher gemächlich voran“ .Wie versucht werden soll zu zeigen, gewinnt unter vergleichenden Aspekten Fischers Behauptung an Solidität, denn bezüglich Beginn, Ablauf, Intensität und Dynamik des Industrialisierungsprozesses unterscheiden sich die Länder Europas erheblich. Inhaltlich beschreibt der Begriff der Industrialisierung einen Vorgang, der „gekennzeichnet [ist] durch den zunehmenden Einsatz neuer Techniken mit hoher Kapitalintensität, durch Massenproduktion in Folge von Mechanisierung, durch Arbeitsteilung und Rationalisierung sowie durch Nutzbarmachung und Einsatz neuer Energien (Kohle, Erdöl, Elektrizität)“ .
Als Begleiterscheinungen sind die Entwicklung eines Finanzsektors, des Verkehrs- und Nachrichtenwesens sowie in sozialer Hinsicht die Auflösung traditioneller Bindungen und eine wachsende Mobilität zu nennen.
Doch zunächst soll den ursächlichen Bedingungen für den Beginn , den „Ausbruch“ der Industrialisierung auf den Grund gegangen und dazu Großbritannien, gemeinhin als das „Mutterland der Industrialisierung“ bezeichnet, untersucht werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Großbritannien- Geburtsland der Industrialisierung

2.1 Beginn und 1.Phase der Industrialisierung 1760-1840

2.2 Ein neuer „leading sector“- England ab 1830/ 1840

3. Frankreich- die Macht auf dem Kontinent

3.1 Handel, Finanzen und Landwirtschaft

3.2 Produzierendes Gewerbe: Textil- und Schwerindustrie

3.3 Die Französische Revolution und ihre Auswirkungen auf die Wirtschaft

4. Belgien- Staatlich geförderte Industrialisierung

5. Inseln der Industrie- Frühindustrialisierung auf dem Gebiet des Deutschen Bundes

6. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die spezifischen Bedingungen und Voraussetzungen für den Beginn des Industrialisierungsprozesses in ausgewählten westeuropäischen Staaten unter Berücksichtigung regionaler Unterschiede sowie grenzübergreifender Vernetzungen und wirtschaftlicher Interdependenzen im frühen 19. Jahrhundert.

  • Chronologische Analyse der Industrialisierung von Großbritannien als Geburtsland hin zu den Entwicklungen auf dem Kontinent.
  • Vergleichende Untersuchung der nationalen Voraussetzungen in Frankreich, Belgien und dem Deutschen Bund.
  • Einfluss politischer Ereignisse, wie der Französischen Revolution, auf wirtschaftliche Rahmenbedingungen und Innovationskraft.
  • Bedeutung von natürlichen Ressourcen, staatlicher Infrastrukturpolitik und dem Aufstieg technischer Führungssektoren.

Auszug aus dem Buch

2.1. Beginn und 1. Phase der Industrialisierung 1760-1840

Dass Großbritannien das Mutterland der Industrialisierung ist, darüber besteht in der wissenschaftlichen Diskussion Einigkeit. Die Frage, welche viel kontroverser diskutiert wird, ist, wann deren Beginn anzusiedeln sei. Einige Forscher sehen frühindustrielle Erscheinungen in Großbritannien bereits im 16./ 17. Jahrhundert in Verbindung mit der Auflösung der Klöster, eines verstärkten Kohlebergbaus, sowie einer starken gewerblichen Entwicklung. Ohne Zweifel ist das „elisabethanische Zeitalter“ mit seinen Reformen eine wichtige Scharnierepoche der britischen Wirtschaftsgeschichte, aber die oben genannte Definition von Industrialisierung und einschneidende politische Veränderungen wie z.B. die „Glorious Revolution“ 1688 rechtfertigen kaum einen so frühen Beginn des Industrialisierungsprozesses. Außerdem verlief diese frühe Expansion relativ langsam und betraf nur einen kleinen Teil des nationalen Gewerbes. Es ist kein nennenswerter Anstieg der landwirtschaftlichen Produktion für einen längeren Zeitraum zu verzeichnen und schließlich wuchs auch der inländische und internationale Güteraustausch nur unwesentlich an.

Das begann sich erst im zweiten Drittel des 18. Jahrhunderts allmählich zu ändern: Eine Reihe von ungewöhnlich guten Ernten in den Jahren von 1720-1750 führten ab ca. 1740 zu einem stetigen Bevölkerungswachstum. Die Gründe für die guten Ernten liegen einmal in zufälligen klimatischen Gegebenheiten, andererseits aber in der Einführung neuer Techniken (Eisenpflug) und Anbaumethoden (Brachennutzung für Futterpflanzen, Kartoffelanbau). Auch eine Reihe von Gesetzen des Parlamentes, die die sogenannten „Enclosures“ förderten, d.h. das Einziehen oder Aufkaufen der Bauernhöfe durch die Grundherren, steigerten die Produktivität der Landwirtschaft. Als Nebenerscheinungen kam es zu einer teils beträchtlichen Kapitalakkumulation bei den Großbauern und zu einer Abwanderung von ehemaligen Kleinbauern in die Städte. Sie standen für neu entstehende Manufakturen und Fabriken als Arbeitskräfte zur Verfügung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung erläutert das Ziel der Arbeit, die Bedingungen für den Beginn der Industrialisierung in Westeuropa vergleichend zu untersuchen und dabei Vernetzungen zwischen den Ländern aufzuzeigen.

2. Großbritannien- Geburtsland der Industrialisierung: Das Kapitel analysiert die Faktoren für den britischen Industrialisierungsstart, insbesondere das Bevölkerungswachstum durch landwirtschaftliche Reformen sowie den Einfluss des Außenhandels und technischer Innovationen.

2.1 Beginn und 1.Phase der Industrialisierung 1760-1840: Hier werden die Voraussetzungen des frühen Wachstums, wie Agrarrevolution und Kapitalakkumulation, sowie der Beginn der gewerblichen Entwicklung diskutiert.

2.2 Ein neuer „leading sector“- England ab 1830/ 1840: Dieses Kapitel beschreibt den Übergang zur Eisenindustrie als führendem Wirtschaftszweig und die bahnbrechende Rolle des Eisenbahnbaus für die gesamte Volkswirtschaft.

3. Frankreich- die Macht auf dem Kontinent: Es wird die politische und wirtschaftliche Ausgangslage Frankreichs im Vergleich zu Großbritannien untersucht, wobei insbesondere geografische Faktoren und die ökonomischen Folgen der Französischen Revolution betrachtet werden.

3.1 Handel, Finanzen und Landwirtschaft: Dieses Kapitel thematisiert die geografischen Hemmnisse, die Struktur des Seehandels und den konservativen Charakter der französischen Agrarstruktur.

3.2 Produzierendes Gewerbe: Textil- und Schwerindustrie: Hier werden die Entwicklung der Textilbranche und die durch Brennstoffmangel erschwerte Schwerindustrie sowie der verzögerte Ausbau der Eisenbahn analysiert.

3.3 Die Französische Revolution und ihre Auswirkungen auf die Wirtschaft: Dieser Abschnitt beleuchtet die Ambivalenz zwischen liberalen Reformen, wie der Gewerbefreiheit, und den kriegsbedingten Stagnationseffekten für Handel und Industrie.

4. Belgien- Staatlich geförderte Industrialisierung: Das Kapitel zeigt auf, wie Belgien durch reiche Bodenschätze, frühe Mechanisierung und staatliche Unterstützung durch Infrastrukturinvestitionen zu einer führenden Industrienation wurde.

5. Inseln der Industrie- Frühindustrialisierung auf dem Gebiet des Deutschen Bundes: Hier wird die Entstehung lokaler industrieller Zentren und der Einfluss englischer sowie belgischer Vorbilder auf die deutsche Wirtschaftsentwicklung erörtert.

6. Fazit: Das Fazit stellt fest, dass eine pauschale zeitliche Einordnung der Industrialisierung schwierig ist und betont die Notwendigkeit, künftige Forschungen verstärkt auf regionale Zusammenhänge und die Mentalität der Akteure zu richten.

Schlüsselwörter

Industrialisierung, Industrielle Revolution, Großbritannien, Frankreich, Belgien, Deutscher Zollverein, Eisenbahn, Textilindustrie, Schwerindustrie, Kapitalakkumulation, Frühindustrialisierung, Wirtschaftsgeschichte, Technologietransfer, Führungssektoren, Agrarrevolution.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet einen historischen Überblick über den Beginn der Industrialisierung in Mitteleuropa im frühen 19. Jahrhundert und analysiert die spezifischen Voraussetzungen in verschiedenen westeuropäischen Staaten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit behandelt die Entwicklung des produzierenden Gewerbes, die Rolle des Handels und des Kapitals, den Einfluss technischer Neuerungen sowie die Auswirkungen politischer Rahmenbedingungen auf den Industrialisierungsprozess.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die unterschiedlichen Bedingungen, Vernetzungen und Interdependenzen in den wichtigsten westeuropäischen Ländern herauszuarbeiten, die den Beginn der Industrialisierung signifikant beeinflusst haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine vergleichende historische Untersuchung, die chronologisch strukturiert ist und auf der Auswertung relevanter wirtschaftsgeschichtlicher Fachliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in Länderanalysen: Er beginnt mit Großbritannien als Geburtsland, untersucht dann die Macht Frankreich, die staatlich geförderte Entwicklung in Belgien und schließt mit der Frühindustrialisierung im Deutschen Bund ab.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Industrialisierung, Industrielle Revolution, technischer Fortschritt, Wirtschaftsregionen, Kapitalakkumulation und die Interaktion zwischen Politik und Wirtschaft.

Welche Rolle spielte die Eisenbahn für die industrielle Entwicklung?

Die Eisenbahn wird insbesondere für Großbritannien und Belgien als zentraler Impulsgeber identifiziert, der die Nachfrage nach Eisen und Kohle steigerte und zum beherrschenden Sektor der gesamten Volkswirtschaft wurde.

Wie wird der Einfluss der Französischen Revolution auf die Wirtschaft bewertet?

Der Autor bewertet diesen Einfluss ambivalent: Einerseits wurden mit der Aufhebung von Feudalstrukturen und Zünften liberale Grundlagen geschaffen, andererseits führten die Kriege der jungen Republik zu ökonomischer Lähmung und Kapitalflucht.

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Details

Title
Die wirtschaftliche Entwicklung in Mitteleuropa im frühen 19. Jahrhundert - der Beginn der Industrialisierung
College
University of Leipzig  (Historisches Seminar)
Course
Der Deutsche Zollverein 1834-1871
Grade
1 (sehr gut)
Author
Cornelius Stempel (Author)
Publication Year
2003
Pages
27
Catalog Number
V23994
ISBN (eBook)
9783638269834
ISBN (Book)
9783638648189
Language
German
Tags
Entwicklung Mitteleuropa Jahrhundert Beginn Industrialisierung Deutsche Zollverein
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Cornelius Stempel (Author), 2003, Die wirtschaftliche Entwicklung in Mitteleuropa im frühen 19. Jahrhundert - der Beginn der Industrialisierung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/23994
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