„Als Schlüsselfach einer vertiefenden Allgemeinbildung und Grundlagenfach für die schulische politische Bildung leistet Geschichte einen unverzichtbaren Beitrag zur allgemeinen Studierfähigkeit.“
„Der Kompliziertheit und der Widersprüchlichkeit des Geschichtsprozesses ist durch eine lebendige und problemhafte Unterrichtsgestaltung zu entsprechen“
Diese Arbeit verfolgt den Zweck einer Analyse von Schulgeschichtsbüchern. Herangezogen werden neben zwei derzeit im Geschichtsunterricht verwendeten Exemplaren, auch das von 1978 bis zum Umbruch im Jahre 1989 / 1990 gültige Schulgeschichtsbuch der ehemaligen DDR.
Der Geschichtsunterricht und die darin verwendeten Medien beeinflussen das Geschichtsbewusstsein ganzer Generationen maßgeblich mit. Zunächst wird die Wirkung der Auswahl und Darstellung der geschichtlichen Inhalte im Hinblick auf ihre Wertung und somit einer, wie auch immer starken, Indoktrinierung überprüft um schließlich anhand aktueller didaktischer Kriterien eine Bewertung der drei ausgewählten Schulgeschichtsbücher vorzunehmen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Hauptteil
1 Das Spannungsfeld „Schulbuch“
2 Analysefahrplan
3 „Geschichte und Geschehen 8“
4 „Geschichte plus“
5 Geschichte 6
Resümee
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit verfolgt den Zweck einer fundierten Analyse von Schulgeschichtsbüchern, um deren Qualität, Passgenauigkeit zum Lehrplan und didaktische Eignung zu bewerten. Im Zentrum steht die Untersuchung, wie verschiedene Schulbücher historische Inhalte vermitteln, ob sie multiperspektivische Ansätze verfolgen und wie sie den Geschichtsunterricht beeinflussen.
- Vergleich von zwei aktuellen Schulgeschichtsbüchern mit einem historischen Lehrbuch der ehemaligen DDR.
- Analyse der didaktischen Struktur sowie der Vermittlung von Methoden historischen Lernens und Denkens.
- Untersuchung des Spannungsfeldes zwischen Schülern, Lehrern und Verlegern bei der Schulbuchwahl.
- Bewertung der inhaltlichen Gewichtung, des Layouts und der Integration von Quellenmaterial.
Auszug aus dem Buch
1 Das Spannungsfeld „Schulbuch“
Das Schulbuch wird von vielen Seiten mit Anforderungen nahezu überschüttet. Die Interessen der Beteiligten sind dabei so vielfältig, wie der Schulbuchmarkt.
Zunächst wird auf die Bedürfnisse der Schüler an ein „schülerfreundliches“ Lehrbuch eingegangen. So heterogen wie die Schüler in der Gesellschaft repräsentiert sind, so verschieden sind vermutlich auch die Ansprüche des einzelnen Schülers an ein Schulbuch. Eine gewichtige Rolle hierbei spielt die Frage, ob und inwieweit ein Interesse des Schülers am Schulfach vorhanden ist.
Es ist anzunehmen, dass ein wenig interessierter Schüler eher darauf achten wird, dass wichtige Fakten und Zusammenhänge vermittelt werden und im Buch nachvollziehbar sind, die für das Bestehen einer Leistungsüberprüfung, z.B. einer Klausur oder einer mündlichen Kontrolle, erforderlich sind.
Hingegen wird ein geschichtlich interessierter Schüler vermutlich von einem Schulbuch erwarten, dass Quellen und Materialien zur Verfügung stehen, die mit Hilfe der erlernten Methodik bearbeitet werden können. Ebenso wird ein tieferer Einblick in die Geschichte gefordert und der Schüler könnte sich unter Umständen für Einblicke in die Geschichte anderer Regionen oder Staaten interessieren, um so sein Geschichtswissen weiter auszubauen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Das Spannungsfeld „Schulbuch“: Dieses Kapitel erläutert die vielfältigen Anforderungen an ein Schulbuch und beleuchtet die unterschiedlichen Erwartungen von Schülern und Lehrern an die Gestaltung und Qualität eines Lehrwerks.
2 Analysefahrplan: Hier werden die methodischen Kriterien festgelegt, die für die anschließende Untersuchung der ausgewählten Schulgeschichtsbücher als Maßstab dienen.
3 „Geschichte und Geschehen 8“: Das Kapitel analysiert dieses westdeutsche Schulbuch hinsichtlich seiner inhaltlichen Schwerpunkte, seiner didaktischen Struktur sowie der Qualität der verwendeten Quellen und Arbeitsaufträge.
4 „Geschichte plus“: Diese Analyse fokussiert auf die besonderen methodischen Ansätze dieses Lehrbuchs, insbesondere die herausragende Vermittlung von Analysekompetenzen mittels dedizierter Methodenseiten.
5 Geschichte 6: Dieses Kapitel untersucht das DDR-Schulbuch, wobei insbesondere die ideologische Ausrichtung und die politisch gewollte Verknüpfung von Geschichte mit dem Aufbau des sozialistischen Staates beleuchtet werden.
Schlüsselwörter
Schulbuchanalyse, Geschichtsdidaktik, Lehrplan, Multiperspektivität, Geschichtsbewusstsein, DDR-Schulbuch, Methodenkompetenz, Historisches Lernen, Unterrichtsgestaltung, Quellenarbeit, Schulbuchmarkt, Inhaltsverzeichnis, Didaktik, Reformation, Fachgeschichte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse und dem Vergleich von drei verschiedenen Schulgeschichtsbüchern, um deren Eignung und Qualität für den Geschichtsunterricht zu prüfen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der didaktischen Struktur, der Vermittlung von Methoden, der Qualität der Materialien und der Autorensicht innerhalb der untersuchten Bücher.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Kriterien für ein „ideales“ Schulbuch zu definieren und aufzuzeigen, wie die analysierten Exemplare diesen Anforderungen gerecht werden oder wo sie Defizite aufweisen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine systematische Schulbuchanalyse durchgeführt, die auf geschichtsdidaktischen Kriterien basiert, um die inhaltliche und darstellerische Qualität der Bücher zu objektivieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden das allgemeine Spannungsfeld des Schulbuchs, der methodische Analysefahrplan sowie die spezifischen Untersuchungen der drei gewählten Schulbücher detailliert dargestellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Schulbuchanalyse, Geschichtsdidaktik, Methodenkompetenz, Multiperspektivität und Lehrplanbindung charakterisiert.
Wie unterscheidet sich das DDR-Schulbuch in der Bewertung von den anderen Modellen?
Das DDR-Schulbuch zeichnet sich durch eine explizite politische Zielsetzung und die Abwesenheit von Multiperspektivität aus, während die anderen untersuchten Bücher eher auf fachliche Neutralität setzen.
Welche Rolle spielt der Lehrer laut der Arbeit?
Der Lehrer ist die entscheidende Instanz, die die Qualität des Unterrichts maßgeblich beeinflusst, indem er Defizite im Schulbuch ausgleichen oder dessen Potenzial durch eigene Impulse erst erschließen muss.
- Quote paper
- Andreas Glück (Author), 2003, Schulbuchanalyse: Schulgeschichtsbuch, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/24009