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Textwissenschaftliche und fachdidaktische Analyse der Kurzgeschichte "Die Tochter" von Peter Bichsel

Title: Textwissenschaftliche und fachdidaktische Analyse der Kurzgeschichte "Die Tochter" von Peter Bichsel

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 28 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Dajana Gleim (Author)

Didactics for the subject German - Pedagogy, Linguistics
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In der deutschen Literatur taucht der Begriff „Kurzgeschichte“ zum erstenmal im Laufe der zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts auf. Wortbedeutung und Gebrauch sind allerdings in dieser Phase keineswegs klar definiert. Eine Kurzgeschichte ist demnach zwar eine relativ kurze Geschichte, aber nicht jede Geschichte ist auch eine Kurzgeschichte. Die Kurzgeschichte zählt zum „unaufgeklärtesten „Typus“ literarischen Ausdrucks“ und ist die poetologisch umstrittenste Gattung. Doderer führt dies u.a. auf die Entstehungsgeschichte und das geringe Alter des Begriffes zurück, sowie auf vernachlässigte Formuntersuchungen in der deutschen Literaturwissenschaft. Seine Arbeiten gehen davon aus, dass die Kurzgeschichte sich als selbständige Gattung neben anderen epischen Kurzformen herausgebildet hat. Als Vorläufer können hier die Anekdote, die Novelle und die short story genannt werden. Nach Kilchenmann vollzieht sich der eigentliche Durchbruch der Kurzgeschichte, als eigene Form, erst unmittelbar nach dem zweiten Weltkrieg, weil sie „mit ihrer Möglichkeit der dokumentarischen Zeugenaussage über menschliche Wirklichkeit (...) dem Lebensgefühl (...) der Trümmerwelt von 1945 am besten entsprach“. Der Mensch steht „mit seiner Not, mit seinem Anliegen im Mittelpunkt“. Die jungen Schriftsteller versuchten eine neue Form zu finden, „der es möglich ist, sich der rapide veränderten Welt anzupassen und quecksilberhaft, chamäleonartig und lebendig jeder unerwarteten Situation gerecht zu werden“. Die Kurzgeschichte drückt damit die ständige Veränderung der Gegenwart aus und darf deshalb, nach Kilchenmann, „keine feste Form aufweisen“. Folglich ist die Form von besonderer Wichtigkeit, sie ist Teil des Inhalts. Die beiden wichtigsten Versuche zu einer Typologie der Kurzgeschichte stammen von Doderer (1953) und Höllerer (1967). Zusammenfassend lässt sich jedoch sagen, dass keiner der beiden Typologisierungsversuche als zufriedenstellend angesehen werden kann, „weil keiner die Variabilität des Phänomens Kurzgeschichte in seiner chamäleonartigen Differenzierung abzudecken vermag“. Es gibt also nicht die Kurzgeschichte, sondern nur Kurzgeschichten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Fachwissenschaftliche Analyse

1. Textbeschreibung

a) Handlung, Gliederung und Aufbau

b) Figurenkonstellation

c) Der Titel

d) Erzählsituation

e) Sprache

f) Struktur und Textsorte

2. Textinterpretation

III. Fachdidaktische Analyse

1. Der didaktische Wert der Kurzgeschichte

2. Die Kurzgeschichte „Die Tochter“

3. Allgemeine Lernziele

a) Handlung, Gliederung, Aufbau

b) Erzählsituation

c) Titel

d) Sprache

e) Figuren

f) Struktur und Textsorte

g) Textinterpretation

3. Bezug zum Bildungsplan

IV. Bibliographie

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, Peter Bichsels Kurzgeschichte „Die Tochter“ sowohl einer fundierten textwissenschaftlichen Analyse zu unterziehen als auch deren didaktischen Wert für den schulischen Literaturunterricht zu explorieren. Dabei steht insbesondere die Untersuchung des Generationenkonflikts sowie die Problematik mangelnder Kommunikation innerhalb der Familie im Zentrum der Forschungsfrage.

  • Strukturelle Analyse der Gattungsmerkmale einer Kurzgeschichte
  • Untersuchung der Figurenkonstellation und der Sprachverwendung
  • Interpretation der Themen Entfremdung, Einsamkeit und sozialer Aufstieg
  • Ermittlung fachdidaktischer Lernziele für verschiedene Klassenstufen
  • Bezugnahme auf die Anforderungen des Bildungsplans

Auszug aus dem Buch

a) Handlung, Gliederung und Aufbau

Der Text Die Tochter von Peter Bichsel handelt von Eltern, die am Abend auf die Rückkehr ihrer Tochter von der Arbeit warten. Täglich sitzen sie abends am gedeckten Tisch und erwarten ihre Ankunft aus der Stadt, um gemeinsam zu speisen. Während ihrer Wartezeit machen sie sich Gedanken über das Leben der Tochter und darüber, wie sich ihr jetziges Leben verändert hat.

Der Text lässt sich in mehrere Abschnitte untergliedern und verschiedene Teilaspekte sollten genauer erläutert werden. Zunächst wird der erste Absatz erörtert (Z. 1-9). Der Text beginnt unvermittelt mit dem Satz „Abends warteten sie auf Monika“. Man bekommt Informationen über die Zeit, nämlich „abends“, über die Tätigkeit, „warten“ und über Personen, „sie“ und „Monika“. Man erfährt erst einmal nicht, wer „sie“ sind. Das Personalpronomen „sie“ fungiert hier also „als Stellvertreter für Personen, die der Leser noch nicht kennt, und kennzeichnet so einen offenen Beginn der Erzählung“. Es folgen Angaben zu Monika, sie arbeitet in der Stadt und die Bahnverbindungen sind schlecht. Im dritten Satz wird „sie“ spezifiziert durch „er und seine“ Frau. Man kann nun vermuten, dass Monika des Ehepaars Tochter ist. Bestätigt wird die Vermutung noch durch die Zusatzinformation, dass sie, seitdem Monika in der Stadt arbeitet, erst eine Stunde später, um halb acht, essen. In Z. 6 werden dann auch die Bezeichnungen „Vater“ und „Mutter“ gewählt, die täglich am gedeckten Tisch, ab halb sieben, in gewohnter Sitzordnung, eine Stunde warten (vgl. Z. 5-7). Man bekommt erste Anhaltspunkte über die Lebensweise der Eltern. Sie scheinen einen geregelten Lebensrhythmus zu haben, bspw. durch genaue Essenszeiten, das tägliche Warten und einen fixierten Speiseplan. Zudem haben sie eine Familienstruktur mit festgelegten Rollen, jeder hat z.B. seinen festgelegten Sitzplatz, „der Vater oben, die Mutter auf dem Stuhl nahe der Küchentür“ (Z. 6). Außerdem wirken die Eltern starr und unbeweglich. Das Leben scheint zu einem Großteil aus Warten zu bestehen, es orientiert sich regelrecht am Ziel des Wartens, „erst da gewinnen die noch leblosen Dinge ihre Funktion“.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Gattungsgeschichte und die theoretische Problematik der Kurzgeschichte im 20. Jahrhundert ein.

II. Fachwissenschaftliche Analyse: Dieser Hauptteil analysiert strukturelle, sprachliche und inhaltliche Aspekte der Kurzgeschichte sowie deren erzähltechnische Gestaltung.

III. Fachdidaktische Analyse: Dieser Teil erörtert den Bildungswert des Textes für den Deutschunterricht und leitet daraus konkrete Lernziele für Schüler ab.

IV. Bibliographie: Das Literaturverzeichnis listet alle verwendeten Quellen und weiterführende Texte auf.

Schlüsselwörter

Kurzgeschichte, Peter Bichsel, Die Tochter, Literaturdidaktik, Generationenkonflikt, Entfremdung, Kommunikation, Familienstruktur, Erzählanalyse, Bildungsplan, Deutschunterricht, Identitätsfindung, soziale Schichtung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht Peter Bichsels Kurzgeschichte „Die Tochter“ im Hinblick auf deren literarische Beschaffenheit und deren Eignung für den schulischen Unterricht.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen der Generationenkonflikt, das gestörte Kommunikationsverhalten in der Familie und die Lebenswelt-Unterschiede zwischen Land- und Stadtbevölkerung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist eine fundierte wissenschaftliche Analyse des Textes in Kombination mit der Ableitung didaktischer Strategien für den Deutschunterricht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die literaturwissenschaftliche Textanalyse, um Struktur, Sprache und erzähltechnische Mittel zu untersuchen, sowie fachdidaktische Konzepte zur Unterrichtsplanung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Textanalyse (Handlung, Figuren, Erzählsituation) und eine fachdidaktische Diskussion zur Vermittlung des Stoffes im Unterricht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Kurzgeschichte, Kommunikation, Generationenkonflikt und literarisches Lernen charakterisiert.

Warum ist der Titel „Die Tochter“ für die Analyse relevant?

Der Titel ist zentral, da er ein abstraktes, funktionales Verhältnis zwischen Eltern und Kind bezeichnet, statt die individuelle Person Monika hervorzuheben.

Welche Bedeutung hat das „Warten“ im Text?

Das Warten fungiert als zentrales Leitmotiv, das den Alltag der Eltern strukturiert und deren Starrheit sowie die Unfähigkeit zur Kommunikation unterstreicht.

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Details

Title
Textwissenschaftliche und fachdidaktische Analyse der Kurzgeschichte "Die Tochter" von Peter Bichsel
College
Karlsruhe University of Education  (Fachdidaktik Deutsch)
Course
Kurze Geschichten und Kurzgeschichten im Unterricht
Grade
sehr gut
Author
Dajana Gleim (Author)
Publication Year
2004
Pages
28
Catalog Number
V24033
ISBN (eBook)
9783638270106
Language
German
Tags
Textwissenschaftliche Analyse Kurzgeschichte Tochter Peter Bichsel Kurze Geschichten Kurzgeschichten Unterricht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dajana Gleim (Author), 2004, Textwissenschaftliche und fachdidaktische Analyse der Kurzgeschichte "Die Tochter" von Peter Bichsel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/24033
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