Die Industrie und das Handwerk sind wichtige Bestandteile der deutschen Wirtschaft.
Die Industrie beschäftigt 33% und das Handwerk 15% aller Erwerbstätigen in der Bundesrepublik.
Zusammen beschäftigen sie somit fast die Hälfte aller Erwerbstätigen (48%). Vor allem in den Teilbereichen, in denen Waren produziert werden, kommt es zu engen Verknüpfungen zwischen der industriellen und der handwerklichen Betriebsweise.
Das macht eine Abgrenzung von Industrie und Handwerk notwendig, d.h. es muss eine Entscheidung über die Zugehörigkeit eines Unternehmens zu einem der beiden Wirtschaftsbereiche getroffen werden. Allerdings ist dies nicht immer so einfach.
Warum dies nicht allzu einfach ist, wann eine Abgrenzung überhaupt nötig ist, wie eine solche Abgrenzung getroffen wird und natürlich wer dies zu entscheiden hat, ist der erste Teil meines Referates.
Der zweite Teil beschäftigt sich mit der Verbreitung dieser zwei Wirtschaftsbereiche. Da die komplette Verbreitung in Deutschland erstens meine vorhandene Arbeitszeit und zweitens auch meine beschränkte Seitenanzahl bei weitem überstiegen hätte, habe ich mir Beispielregionen ausgewählt.
Um Unterschiede in der Verbreitung deutlich aufzeigen zu können, gibt es eigentlich zwei sehr gute Möglichkeiten, entweder die Süd- Nord- oder eben die Ost- West-Disparität. Ich habe mich für die Ost- West- Variante entschieden. Die unterschiedliche Entwicklung des Handwerks habe ich anhand des Vergleiches Ostdeutschland- Westdeutschland dargestellt.
Um die unterschiedliche Verbreitung der Industrie aufzuzeigen, musste ich meinen Raum nochmals verkleinern.
Ich habe hier das Bundesland Baden- Württemberg als Vertreter des Westens und das Bundesland Sachsen- Anhalt als Vertreter des Osten ausgewählt. Die Verbreitung der Ind ustrie herauszufinden ist und war wesentlich schwerer als die des Handwerks.
Denn die Industrie wird selten gesondert aufgezählt und zumeist unter produzierendes Gewerbe zusammengefasst.
Inhaltsverzeichnis
1. Teil: Einführung
2. Teil: Die Abgrenzung zwischen Industrie und Handwerk
2.1. Die Abgrenzungsfaktoren
2.1.1. Umsatz
2.1.2. Beschäftigte
2.1.3. Betriebsgröße
2.1.4. Rolle des Inhabers
2.1.5. Arbeitsteilung im Fertigungsprozess
2.1.6. Verwendung von Maschinen
2.1.7. betriebliches Produktionsprogramm
3. Teil: Die Regionale Entwicklung in Deutschland
3.1. Das Handwerk
3.2. Das Handwerk in Ost und West
3.2.1. Betriebsbestand
3.2.2. Beschäftigte
3.3. Die Industrie
3.4. Die Industrie in Ost und West
3.5. Die allgemeine Verteilung des Handwerks und der Industrie in Deutschland
4. Teil: kurze englischsprachige Zusammenfassung
5. Teil: Anhang
5.1. Anlage 1
5.2. Anlage 2
5.3. Anlage 3
5.4. Anlage 4
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die wirtschaftsgeographische Abgrenzung zwischen Industrie und Handwerk in Deutschland sowie deren unterschiedliche regionale Verteilung und Entwicklung unter besonderer Berücksichtigung der Ost-West-Disparität.
- Methodische Abgrenzungskriterien zwischen Industrie und Handwerk
- Räumliche Konzentrationstendenzen der Industrie
- Dezentrale Verbreitungsstrukturen des Handwerks
- Vergleichende Analyse der Wirtschaftsentwicklung in Ost- und Westdeutschland
- Einfluss von Standortfaktoren auf die industrielle Ansiedlung
Auszug aus dem Buch
2.1. DIE ABGRENZUNGSFAKTOREN
Die Industrie- und die Handwerkskammern treffen die Entscheidung über die Zugehörigkeit an Hand von bestimmten Faktoren.
Es gibt in jedem Betrieb Merkmale, die mehr auf ein industriell geführtes Gewerbe und andere, die mehr auf ein handwerklich geführtes Gewerbe, hinweisen. Seine Zugehörigkeit kann also nie an Hand nur eines Merkmals bestimmt werden. Vielmehr ist für die Abgrenzung eine umfassende Gesamtschau aller Kriterien notwendig.
Die Zugehörigkeit muss für jeden Betrieb mit seinen für ihn geltenden Merkmalen und seinem wirtschaftlichen Gesamtbild einzeln bestimmt werden.
Hierfür verwendet die Handwerkskammer Mannheim/Heidelberg- Rhein- Neckar Odenwald in Zusammenarbeit mit der Industrie- und Handelskammer Rhein- Neckar einen Fragebogen, in dem die Unternehmer zu den folgenden Faktoren Stellung nehmen müssen ( Der Originalfragebogen ist im Anhang zu finden).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Teil: Einführung: Einführung in die Bedeutung von Industrie und Handwerk für die deutsche Wirtschaft und Darlegung der Notwendigkeit einer betrieblichen Abgrenzung.
2. Teil: Die Abgrenzung zwischen Industrie und Handwerk: Analyse der theoretischen und praktischen Schwierigkeiten bei der Trennung der beiden Wirtschaftsbereiche sowie Identifikation maßgeblicher Abgrenzungsfaktoren.
3. Teil: Die Regionale Entwicklung in Deutschland: Empirische Untersuchung der Verbreitung und Entwicklung von Handwerk und Industrie unter Einbeziehung regionaler Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland.
4. Teil: kurze englischsprachige Zusammenfassung: Englische Übersetzung der wesentlichen Forschungsergebnisse der Arbeit.
5. Teil: Anhang: Zusammenstellung weiterführender Informationen, inklusive der Handwerksrolle, Industrieklassifizierungen und verwendeter Erhebungsbögen.
Schlüsselwörter
Wirtschaftsgeographie, Industrie, Handwerk, Abgrenzung, Ost-West-Disparität, Standortfaktoren, Betriebsentwicklung, Beschäftigte, Wirtschaftsstruktur, industrielle Konzentration, handwerkliche Dezentralisation, Betriebsbestand, Unternehmensform.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit thematisiert die wirtschaftsgeographischen Unterschiede und Verflechtungen zwischen dem industriellen Sektor und dem Handwerk in Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Fokus stehen die theoretische Abgrenzung der beiden Wirtschaftszweige, die statistische Erfassung ihrer Beschäftigtenzahlen und Standorte sowie die Analyse ihrer regionalen Entwicklung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Kriterien aufzuzeigen, nach denen Unternehmen den Sektoren "Industrie" oder "Handwerk" zugeordnet werden, und die unterschiedlichen räumlichen Verteilungsmuster zu erklären.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Analyse verwendet?
Die Arbeit nutzt eine komparative Methode, bei der statistische Daten (z.B. Betriebsbestand, Beschäftigte) von Beispielregionen in Ost- und Westdeutschland gegenübergestellt werden.
Welche Aspekte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Definition der Abgrenzungsfaktoren und eine detaillierte regionale Analyse der ökonomischen Entwicklung in Ost und West.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wesentliche Begriffe sind Wirtschaftsgeographie, Ost-West-Disparität, Abgrenzungskriterien, industrielle Ballung und regionale Dezentralisation.
Warum ist die Abgrenzung zwischen Industrie und Handwerk in der Praxis so schwierig?
Da es keine homogene Struktur gibt und die Grenzen, insbesondere in produzierenden Bereichen, oft fließend sind, ist eine individuelle Bewertung anhand mehrerer Merkmale (Umsatz, Betriebsgröße, Inhaberrolle) erforderlich.
Welche Rolle spielt die räumliche Konzentration für die beiden Sektoren?
Die Industrie bevorzugt aufgrund von Standortfaktoren wie Infrastruktur und Logistik eine räumliche Ballung, während das Handwerk eine dezentrale Struktur anstrebt, um Kundennähe bei gleichzeitigem Wettbewerbsschutz zu gewährleisten.
- Quote paper
- Janine Ketering (Author), 2003, Industrie und Handwerk - Abgrenzung und regionale Entwicklung in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/24041