Mit sus begunder sich verdenken, umschreibt Wolfram von Eschenbach selbst den Trancezustand Parzivals in der sogenannten Blutstropfenepisode. Trance, was ist das? Was passiert mit der erlebenden Person während eines solchen Zustands? Die Arbeit stellt drei verschiedene Deutungsansätze vor, die sich der Frage widmen, wie die Blutstropfenepisode verstanden werden kann, und vergleicht diese in einem extra Kapitel miteinander.
Inhaltsverzeichnis
- I) Einführung
- II) Deutungsansätze
- 1) Der astrologische Ansatz von Walter Blank
- 2) Der psychologische Ansatz von Klaus Ridder
- 3) Der soziologische Ansatz von Walter Delabar
- III) Vergleich der Ansätze und Deutung am Text
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit dem Trancephänomen in Wolfram von Eschenbachs „Parzival“ und analysiert verschiedene Deutungsansätze, die in der Sekundärliteratur vertreten sind. Das Ziel der Arbeit ist es, einen Vergleich dieser Ansätze zu ermöglichen und deren Funktionalität zur Erklärung von Parzivals Trancezustand zu überprüfen.
- Astrologische Deutungsansätze
- Psychologische Deutungsansätze
- Soziologische Deutungsansätze
- Analyse des Trancephänomens im Text
- Vergleich der Ansätze und ihre Relevanz
Zusammenfassung der Kapitel
I) Einführung
Die Einleitung stellt das Thema „Trance“ im „Parzival“ vor und beleuchtet die Schwierigkeiten, die mit seiner Interpretation verbunden sind. Die Arbeit thematisiert die Frage nach den Ursachen der Trance, den Auswirkungen auf die Person und die möglichen Deutungen im Kontext der mittelalterlichen Literatur.
II) Deutungsansätze
1) Der astrologische Ansatz von Walter Blank
Walter Blanks Ansatz fokussiert sich auf die astrologischen Einflüsse, die die Trance auslösen könnten. Er sieht in Parzivals Trance eine Form der Melancholie, die in der mittelalterlichen Säftelehre mit dem Planeten Saturn verbunden ist. Blank argumentiert, dass der Trancezustand durch saturnische Einflüsse wie „saturnische Kälte“ und „Melancholikersymptome“ ausgelöst wird.
2) Der psychologische Ansatz von Klaus Ridder
Dieser Abschnitt würde den Ansatz von Klaus Ridder zur Erklärung von Parzivals Trancezustand behandeln.
3) Der soziologische Ansatz von Walter Delabar
Dieser Abschnitt würde den Ansatz von Walter Delabar zur Erklärung von Parzivals Trancezustand behandeln.
Schlüsselwörter
Die wichtigsten Schlüsselwörter dieser Arbeit sind: Trancephänomen, Wolfram von Eschenbach, „Parzival“, Blutstropfenepisode, astrologische Einflüsse, Melancholie, Saturn, psychologische Deutung, soziologische Deutung.
Häufig gestellte Fragen
Was ist die Blutstropfenepisode in Wolframs "Parzival"?
Es handelt sich um eine Szene, in der Parzival beim Anblick von drei Blutstropfen im Schnee in einen tiefen Trancezustand verfällt, den Wolfram als "verdenken" beschreibt.
Welche Rolle spielt die Astrologie in der Deutung der Trance?
Nach Walter Blank wird die Trance als Ausdruck von Melancholie gedeutet, die durch den Einfluss des Planeten Saturn (saturnische Kälte) ausgelöst wird.
Wie erklärt der psychologische Ansatz Parzivals Zustand?
Klaus Ridder analysiert die Trance aus psychologischer Sicht als inneren Prozess der Figur, der über rein physische Erklärungen hinausgeht.
Was ist der soziologische Erklärungsansatz?
Walter Delabar untersucht die Trance im Kontext der gesellschaftlichen Anforderungen und der ritterlichen Welt des Mittelalters.
Was passiert mit Parzival während der Trance?
Er verliert die Orientierung zur Außenwelt und versinkt völlig in Gedanken an seine Frau Condwiramurs, ausgelöst durch die Farbkombination Rot-Weiß.
Warum ist das Phänomen für die Literaturwissenschaft wichtig?
Es zeigt die Komplexität der psychologischen Darstellung von Charakteren in der höfischen Epik und bietet Einblick in das mittelalterliche Verständnis von Bewusstsein.
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- Petra Leitmeir (Author), 2001, Das Trancephänomen in Wolfram von Eschenbachs „Parzival“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/24139